Universität Erfurt

Antike Kultur

L. Rischkau 18 Gladiatoren

Das Spiel mit dem Tod? Gladiatoren in der Antike / Game of Death? Gladiators in Antiquity

möglichst Di 10-12, maximal 30 Teilnehmende

  • B Ges 2012 E03#02 // S 3LP 
  • B Ges 2012 W06#02 // S 3LP 
  • BA Ges 2007 E04#03 // S-3 3LP 
  • MEd R 2014 FWGe#02 // S 3LP 

Panem et circenses – Brot und Spiele. Juvenals satirisch-kritischer Ausdruck ist mittlerweile zu einem geflügelten Wort geworden, Sinnbild für die Ablenkung der breiten Masse von der Politik und deren Manipulation durch banale Unterhaltung. Daneben gilt die Institution der Gladiatorenspiele – nicht erst seit dem Monumentalfilm Gladiator mit Russel Crowe aus dem Jahr 2000 – in der Öffentlichkeit als Symbol antiker Grausamkeit. Die gewaltbegeisterte Bevölkerung habe in ihrer Freizeit nur allzu gerne die blutigen Gladiatorenspiele besucht, um Männer, Frauen und Tiere bei ihrem gnadenlosen Todeskampf zu bejubeln und über das Schicksal des unterlegenen Kämpfers durch den nach oben oder unten gestreckten Daumen zu entscheiden. Diese Vorstellungen sind in der Forschung mittlerweile zwar überholt, halten sich jedoch weiterhin hartnäckig. Zugleich lässt sich durch zahlreiche literarische und bildliche Darstellungen sowie Dutzende archäologisch erschlossene Amphitheater im gesamten römischen Reich nicht leugnen, dass dem Gladiatorenwesen eine hohe Bedeutung in der Antike zukam. Das Seminar will daher hinter die populärwissenschaftlichen Vorstellungen der Gladiatorenspiele schauen und einen Überblick zu dessen Entstehung, Organisation sowie deren symbolische Wirkungen und Bedeutung für die zeitgenössische Gesellschaft von den ersten belegten Gladiatorenspielen in der römischen Republik bis zu dem Verschwinden der munera gladiatoria im 5. Jahrhundert nach Christus bieten.   

Ziel des Seminars ist es, den Studierenden eine Einführung in die Arbeitsmethoden und Quellenmethodik der Alten Geschichte anhand des Gladiatorenwesens zu geben. Anforderungen sind regelmäßige und aktive Teilnahme im Seminar, die Lektüre von Quellen- (in Übersetzung) und Forschungstexten (in deutscher oder englischer Sprache) sowie eine mündliche Präsentation zu einem ausgewählten Thema von ungefähr 20 Minuten und dessen schriftliche Ausarbeitung oder eine Klausur am Ende des Seminars. 

Panem et circenses – bread and circuses. Meanwhile Iuvenal’s satiric critical phrase has become a dictum, an emblem of/for distraction of the masses from politics and their manipulation by mundane entertainment. Aside of this the gladiatorial games are also a symbol of ancient cruelty – not just since the monumental movie Gladiator with Russel Crowe from 2000. Accordingly, the ancient violence enthusiastic population enjoyed deeply to spend their free time visiting the bloody games, cheering the fighting men, women and wild animals during their merciless death struggle and finally had the chance to decide on the fate of the inferior fighter by an upward or downward stretched thumb. Ideas like that have become obsolete in modern research, but they are tenacious in public. Still countless literary and pictorial representations as well as dozens of found amphitheatres all over the Roman Empire make it undeniable that the gladiatorial games had an unquestionable importance for ancient society. Therefore, the seminar looks beyond those popular opinions of gladiatorial games and tries to outline the origins, organisations, structures, as well as the symbolic effects and meanings those munera gladiatoria had for the ancient population from their beginnings in the Roman Republic until they disappeared in the fifth century A.D.   
By focusing on the gladiatorial games, the seminar aims to introduce students to the methodology and sources of Ancient History. Required are regular participation, reading of sources (in translation) and research literature (in German and/or English) as well as a 20 minutes presentation including a paper or a written test at the end of the seminar. 

Literatur im Semesterapparat ### / Books in the Book Reserve ###

  • Gunderson, Erik: The Ideology of the Arena, in: ClAnt 15 (1996), 113–151.
  • Mann, Christian: Die Gladiatoren, München 2013.   
  • Mann, Christian: „Um keinen Kranz, um das Leben kämpfen wir.“ Gladiatoren im Osten des Römischen Reiches und die Frage der Romanisierung, Berlin 2011.
  • Puk, Alexander: Das römische Spielewesen in der Spätantike, Berlin 2014.
  • Ville, Georges: La Gladiature en Occident des origines à la mort de Domitien, Rom 1981.
  • Wiedemann, Thomas: Emperors and Gladiators, London 1992 [deutsch/German Wiedemann, Thomas: Kaiser und Gladiatoren. Die Macht der Spiele im antiken Rom, Darmstadt 2001].  

Leistungsnachweis / Credit requirement

Aktive Teilnahme, Referat, Hausarbeit / Active participation, presentation, essay

Kontakt / Contact

Di 12-13

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