Universität Erfurt

Antike Kultur

O. Ritter 18 Kulturelles Leben

Kulturelles Leben der römischen Republik im 3./2. Jh. v.Chr. / Cultural Life in the Roman Republic, 3rd and 2nd centuries BC

Di 12-14, maximal 30 Teilnehmende

  • B Ges 2012 E03#02 // S 3LP 
  • B Ges 2012 W06#02 // S 3LP 
  • BA Ges 2007 E04#03 // S-3 3LP 
  • MEd R 2014 FWGe#02 // S 3LP 

Im Denken der alten Römer bestand die Welt aus zwei Bereichen: domi, was wörtlich so viel bedeutet wie „daheim“, und militiae, was so viel bedeutet wie „im Felde“ oder „im Krieg“. Über lange Jahrhunderte haben sich Historiker vor allem für letzteres begeistern können und nicht zuletzt deshalb hält sich auch heute noch die gängige Vorstellung, dass die Römer praktisch ununterbrochen Krieg führten; vor allem taten sie dies während des 3. und 2. Jh. v.Chr., als sie nach und nach sämtliche hellenistischen Großmächte ausschalteten und spätestens mit dem Sieg über Philipp V. in der Schlacht von Pydna (168) zur unbestrittenen Führungsmacht der Mittelmeerwelt aufstiegen. Dass diese Vorstellung jedoch nur ein Klischee ist, ist klar; ebenso steht inzwischen fest, dass diese Phase der römischen Geschichte eine ungemein dynamische Zeit war, in der sich viele Neuerungen, gerade auch im kulturellen Bereich ergaben. So stellen sich folgende Fragen: Was machte der (gebildete) Römer eigentlich, wenn er nicht gerade hellenistische Potentaten demütigte oder Karthago zerstörte? Wie sah die Welt abseits des Schlachtfeldes für ihn aus? Welche Wertevorstellungen hatte er? Wofür konnte er sich begeistern? Was rührte ihn an, worüber staunte er und was amüsierte ihn? Konnte sich der sittenstrenge Römer (wie wir ihn uns vorstellen) überhaupt amüsieren?
Zur Beschäftigung mit diesen Fragen liegt eine Reihe interessanter zeitgenössischer Quellen vor, die jedoch selten unter diesen Maßgaben gelesen werden, wie etwa die Komödien des Plautus (ca. 250 – 186) und Terenz (195? – 158?), die Dichtungen des Ennius (239 – 167) oder die Schrift über den Landbau des alten Cato (234 – 149). Im Seminar wollen wir uns mit diesen Texten, ihren Autoren und dem gesellschaftlichen Umfeld auseinandersetzen, in dem sie entstanden sind, und so der Frage nachgehen, welche Bewandtnis es mit dem kulturellen Leben der mittleren Republik hatte.

Theoretically, the ancient Romans divided the world into two parts: domi, which literally translates as “at home”, and militiae, which means something as “abroad” or more literally “in campaign”. For centuries historians were particularly fond of that latter sphere and indeed, even today it is a common conception that the Romans spent most of their time campaigning; very much so during the 3rd and 2nd centuries BC, when they crushed the powers of the Hellenistic world one by one, until they turned out as the undisputed leading power of the Mediterranean by at last the defeat of Philip V in the battle of Pydna (168). This conception, however, is a mere stereotype, and (recent) research has shown very clearly, that precisely this period of Roman history was a very dynamic one, that brought about a lot of changes, especially in the field of cultural life. Given this, questions as the following arise: What did the (sophisticated) Roman do when not defeating Hellenistic kings or destroying Carthage? How did he conceive of the world outside the battle ground? What values was he committed to? What was he enthusiastic about? What moved him, what made him stun and what was he amused about? Did the severe Roman (of our imagination) amuse himself at all?

There are quite a few interesting contemporary sources extant, that can give us insight into these questions, like, e.g., the comedies of Plautus (ca 250 – 186) and Terence (195? – 158?), the poems of Ennius (239 – 167) or the treatise on farming by the elder Cato (234 – 149). In our course we will deal with these texts, their authors and respective social backgrounds of their genesis. By doing so, we will tackle the question of the specific nature and meaning of Roman cultural life during the Middle Republic.

Literatur/Bibliography

  • André, Jean-Marie, Griechische Feste, römische Spiele, Stuttgart 1994. [NH 5250 A555]
  • Ferrary, Jean-Louis, Philhellénisme et impérialisme. Aspects idéologiques de la conquête romaine du monde hellénistique, de la seconde guerre de Macédoine à la guerre contre Mithridate, Rom 1988. [NH 5250 F295]
  • Schanz, Martin, Die römische Literatur in der Zeit der Republik. 4. Neubearbeitete Auflage von Carl Hosius, München 1927, ND 1966. [FT 12000 S299-1(4)]

Leistungsnachweis / Credit requirement

Aktive Teilnahme, Referat, Hausarbeit / Active participation, presentation, essay

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