Universität Erfurt

Geschichte und Kulturen der Räume in der Neuzeit

Lehre

Lehrveranstaltungen von Prof. Dr. Susanne Rau

Theorie, Geschichte und Anthropologie des Raums
S-9 (M11#01)

Donnerstag, 16-18 Uhr, LG IV/D06

Für „Räume“ bzw. die Modalitäten, wie menschliche Gesellschaften ihre räumliche Umgebung konstruieren und (er-)leben, interessiert sich seit einigen Jahren auch die Geschichtswissenschaft – lange nachdem der sog. „spatial turn" in der Geographie und in den Sozialwissenschaften ausgerufen worden war. Obgleich es fruchtbare Ansätze zur Analyse von Räumen und Räumlichkeiten gibt, fehlt bislang noch eine überzeugende Methodologie zur Analyse historischer Räumlichkeiten. Das Seminar ist daher aus folgenden Modulen aufgebaut:

1. Lektüre ausgewählter theoretischer Ansätze zur Raumanalyse aus verschiedenen Disziplinen;
2. Diskussion verschiedener Raumtypen und raumzeitlicher Modalitäten;
3. Vorstellung geschichtswissenschaftlicher Anwendungsfelder (und Beispiele) aus den Bereichen Geschichte der Globalisierung, Stadträume, religiöse Räume, Netzwerke;
4. Quellenanalyse.

Literatur

Martina Löw: Raumsoziologie, Frankfurt/Main 2001; Françoise Choay: Pour une anthropologie de l’espace, Paris 2006; Jörg Dünne/Stephan Günzel (Hg.): Raumtheorie. Grundlagentexte aus Philosophie und Kulturwissenschaften, Frankfurt/Main 2006; Susanne Rau/Gerd Schwerhoff (Hg.): Topographien des Sakralen. Religion und Raumordnung in der Vormoderne, Hamburg u. München 2008; Susanne Rau: Räume. Konzepte, Wahrnehmungen, Nutzungen, Frankfurt/Main 2. Aufl. 2017.

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Paläographie des Mittelalters und der Neuzeit
(Susanne Rau und Steffen Arndt)

Seminar-3 LP (SWK-M02#01)

montags, 16-18 Uhr
LG 4/D05

Das Seminar führt in die Kunst des Transkribierens handschriftlicher Quellen des 12.-19. Jahrhunderts vor allem aus dem deutsch-, aber auch aus dem französisch- und englischsprachigen Bereich ein. Es werden Hilfsmittel zur Auflösung von Abkürzungen und Datierungen vorgestellt, Kenntnisse für die Edition handschriftlicher Texte vermittelt und eine Einführung in die Theorie und Praxis der archivalischen und bibliothekarischen Grundlagenerschließung gegeben.
Der reiche Bestand der Kaiser- und Papsturkunden der Klöster Reinhardsbrunn, Georgenthal und Ichtershausen im Staatsarchiv Gotha bietet einen ersten Einblick in die Urkundenlandschaft Thüringens im Mittelalter und soll erste Schritte auf dem Weg zur Erstellung einer Urkundenedition vermitteln. Ein Besuch im Staatsarchiv in Gotha ist vorgesehen (Absprache des Termins erfolgt zu Beginn des Semesters.)
Studierende des M Ges können nach Anfrage teilnehmen, wenn sie sich parallel in eine Selbststudieneinheit einschreiben. 

Literatur:

Friedrich Beck/Eckart Henning (Hg.): Die archivalischen Quellen. Eine Einführung in ihre Benutzung, Köln u.a., 3. Aufl. 2003; Friedrich Beck/Lorenz Friedrich Beck: Die Lateinische Schrift. Schriftzeugnisse aus dem deutschen Sprachgebiet vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Köln u.a. 2007; Landschaftsverband Rheinland / Archivberatungsstelle: Paläographie – Archivalische Textsorten – Aktenkunde, Bonn 1999 ; Walter Heinemeyer (Hg.), Richtlinien für die Edition landesgeschichtlicher Quellen, Marburg 1978, darin auch: Johannes Schultze, Richtlinien für die äußere Textgestaltung bei der Herausgabe von Quellen zur neueren deutschen Geschichte. 

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Digitale Technologien 


Seminar-3 LP (SWK-M02#02)

26.10.2018Fr14:00-18:00
bis zu 20 Stud. /LG 4/D04

Das Seminar ist in mehrere Abschnitte unterteilt, die von unterschiedlichen Lehrenden verantwortet werden. Die erste Sitzung (26.10.2018, LG4/D04) dient zur Einführung, der Erläuterung des Seminarablaufs und beinhaltet eine Diskussion zu "open access" und "sozialen Medien" in der Wissenschaft (auf Basis von Lektüren).

Die zweite und dritte Sitzung finden an der FH Erfurt statt und beinhalten sowohl eine theoretische als auch eine praktische Einführung in die Fotografie.

Den vierten Teil bildet ein Blockseminar beim Museumsverband Thüringen e.V. Das Blockseminar soll einen Einblick in die EDV-gestützte Dokumentation musealer Objekten geben. Der Fokus liegt hier vor Allem auf der praktischen Arbeit bei der Objektdokumentation. Die Teilnehmer bekommen im ersten Drittel der Veranstaltung die Objektdigitalisierung und Bildbearbeitung nähergebracht. Gerne können hierzu kleine Objekte bis max. 30 cm mitgebracht werden. Im zweiten Drittel schließt sich die Objekterfassung mit Hilfe des Dokumentationssystems digiCULT.web an. Die bereits fotografierten Objekte werden hier ausführlich unter Anleitung der Dozenten von den Teilnehmern inventarisiert. Abschließend soll über die Chancen einer Objektpublikation / Veröffentlichung der Sammlungen auf wissenschaftlichen Portalen kritisch diskutiert werden.

Die fünfte Sitzung beinhaltet eine Einführung in die Grundlagen der Bildbearbeitung und Photoshop.

Den sechsten Teil bildet ein Workshop in der FB Gotha. Der erste Teil des Workshops (12.15-14.30 Uhr) gibt einen einführenden Einblick in das Thema „Digitale Edition“ (Definition, Methoden, Technologien, Standards, Best Practice-Beispiele, Perspektiven). Im zweiten Teil erfolgt eine kurze Einführung und Praxisübung mit der Open-Source-Software „Transkribus“ zur Transkription sowie automatisierten Erfassung historischer Dokumente, um die Grundprinzipien der digitalen Editorik praktisch nachzuvollziehen.

Literatur:

vgl. Moodle-Raum

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Ziviler Ungehorsam von den 60er Jahren bis heute. Ein transnationaler Blick auf Deutschland, Frankreich und Polen - La désobéissance civile des années 1960 à nos jours. Regards croisés sur l’Allemagne, la France et la Pologne


Stufu-6 LP (MTG#02)

Beginn: 16.10., 18-20 Uhr
26.-28.10.2018 (Weimar)
15.-17.11.2018 (Erfurt)

In dem Jahr, in dem Frankreich und Deutschland den 50. Jahrestag von 1968 begehen, dem Jahr, das zum Symbol einer transnationalen Protestbewegung auf ganz verschiedenen Gebieten (Politik, Wirtschaft, Philosophie, Erziehung, intergenerationell oder in der Gedenkpolitik in der BRD) geworden ist, möchte dieses studentische Seminar mit jungen Wissenschaftler/innen aus Frankreich und Deutschland den historischen Hintergrund und den Einfluss dieser für die Herausbildung von "zivilem Ungehorsam" in Theorie und Praxis entscheidenden Phase untersuchen. Zum anderen soll das Erbe und die Entwicklung dieses Modells und seine Ausprägungen in der Gegenwart hinterfragt werden - gerade dort, wo gewisse Bewegungen das Recht einfordern, im Namen des Gemeinwohls gegen die Regeln verstoßen zu dürfen. Dabei muss die Rolle dieser Bewegungen in den westlichen Demokratien ebenfalls hinterfragt werden.

Der Besuch des "Weimarer Rendezvous mit der Geschichte" (26.-28.10.) ist ebenso integraler Bestandteil der Veranstaltung wie ein deutsch-französischer Workshop (mit Exkursionen zu Stätten, die Spuren der Bewegungen zivilen Ungehorsams in der Region hinterlassen haben). Französischkenntnisse (B1-Äquivalent oder 4 Jahre Französisch-Unterricht in der Schule) sind Voraussetzung für die Teilnahme.

Literatur:

Ein Reader mit Grundlagentexten wird den Teilnehmer/innen zur Verfügung gestellt.

Podiumsdiskussion in der Andreasstraße: FR, 16.11., ab 19:30 Uhr

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Kolloquium zu laufenden Abschluss- und Qualifikationsarbeiten in der Neueren Geschichte

Kolloquium (M Ges: M12, M13, M14, M15, M16 / M SWK: M04, M05, M15, M16 / Pr#02)

Beginn: 17.10 (18-20 Uhr)
+ Einzeltermine (vgl. Programm o. ELVIS)

Das Kolloquium bietet Gelegenheit zur Präsentation und Diskussion Ihrer laufenden Forschungsarbeiten. In einzelnen Sitzungen werden wir Vorträge auswärtiger Gastreferenten hören und diskutieren. Bitte melden Sie spätestens in der ersten Semesterwoche (per Email) Ihr Interesse an Teilnahme (mit oder auch ohne Scheinerwerb) an. 

Programm

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SSE: Selbststudieneinheit zur Geschichte und Anthropologie des Raums

(M Ges: M12, M13, M14, M16 / M SWK: M04, M05, M15 / MA Ges: M03, M04, M05)

nach Vereinbarung

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PROMOTIONSSTUDIENGANG

Kolloquium zu laufenden Abschluss- und Qualifikationsarbeiten in der Neueren Geschichte

Prof. Dr. Susanne Rau

nach Vereinbarung

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Lehrveranstaltungen von Mitarbeitern und Lehrbeauftragten

PD Dr. Astrid Ackermann

Einführung in die Frühe Neuzeit

Vorlesung 3 LP (B: E05#01, W06#01, MEd R FWGe#05)

Montag, 16-18 Uhr, LG IV/D09

 

Was machte die Frühe Neuzeit aus? Inwiefern setzen sich hier überkommene Strukturen fort und entwickelte sich die Moderne? Welche Strukturen, Einflüsse, Vorstellungen und Erwartungen prägten das Leben der Menschen? Die Vorlesung wird grundlegende langfristige Entwicklungen wie zentrale Ereignisse in den Blick nehmen. Es geht um das frühneuzeitliche Wirtschaften, die Sozialstruktur und Lebensformen, Bildung, Kommunikation und Medien, die Rolle der Religion, die politischen Systeme, Krieg und Frieden in Europa. Insbesondere mit dem Fernhandel, Großreichen und Kolonien werden auch globale Bezüge Thema. Nicht zuletzt wird nach dem Selbstverständnis der Zeitgenossen, ihre Handlungshorizonte und ihr Zukunftsverständnis gefragt. Zu den einzelnen Schwerpunkten möchte ich mit Ihnen jeweils exemplarisch ausgewählte Quellen heranziehen und gemeinsam besprechen.

Literatur: 

Karl Vocelka: Frühe Neuzeit 1500-1800, Konstanz u.a. 2013; Merry E. Wiesner-Hanks: Early Modern Europe 1450-1789, 2. Aufl. Cambridge 2013 (Cambridge History of Europe; II); Luise Schorn-Schütte: Geschichte Europas in der Frühen Neuzeit: Studienhandbuch 1500-1789, 2. aktualisierte Aufl. Paderborn u.a. 2013; Deutsche Geschichte in Quellen und Darstellung, Bde. 3-6; ND Stuttgart 2010-2016; Europäische Geschichte Online (EGO), hg. vom Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz, URL: http://ieg-ego.eu/de/ego/ego-europaische-geschichte-online 

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Lisa Woop M.A.

Essen gut, alles gut - Hunger und Ernährung in der Frühen Neuzeit

Seminar-3 (B: E05#02, W06#02, MEd R FWGe#06)

Montag, 10-12 Uhr, LG IV/D05

Die Nahrungsaufnahme zählt zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Die Frage danach, was wir essen und warum wir essen, was wir essen, lässt sich auch historisch betrachten. Dabei stellte die Frühe Neuzeit eine besondere Epoche dar. Durch klimatische Besonderheiten, anderen Konzepte des Gesunden Lebens und damit verbunden auch der Ernähung sowie der Einführung von neuen Lebensmitteln, soll Parallelen und Unterschiede zu unserem heutigen Verständnis von Essen vermittelt werden. Es geht darum, was altes und neues gegessen und getrunken wurde, wie Essen und Ernähungsweisen unterschieden werden konnten und wie Hunger zum politischen Sprengstoff werden konnte. Die Studenten sollen dabei einige Themen für einzelne Sitzungen mitbestimmen können.

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Lisa Woop M.A./Jürgen Martschukat u.a.

Tell Us Your History

Seminar-9/12 (B: E08#01, E09#01, EXX#01, W07#01, W09#01, W10#01, WXX#01 / M: M12-16#01)

Dienstag, 14-16 Uhr, LG IV/D08

This class is taught in cooperation with Temple University in Philadelphia and as part of our cooperation program with Temple, sponsored by the DAAD. Students will prepare four video meetings with Temple students and discuss the urban history and memory of Erfurt and Philadelphia together, thus present two historically, politically, and socially very diverse cities to each other. Erfurt topics are the history of the city as early modern trading hub and the history of Jewish life in Erfurt, Philadelphia topics will cover the history of the American Revolution and the history of African American neighborhoods in town. We intend to include historic sites in Erfurt and Philadelphia into our work.

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Dr. Monika Frohnapfel-Leis

Visitationsprotokolle als Quellen frühneuzeitlicher Sozialgeschichte (Ernestinisches Sachsen, 17.Jh.)
Seminar-6/9 (B: E08#01, EXX#01, W07#01, WXX#01)

Beginn: 19.10.2018, 12-14 Uhr, LG IV/D07
+ Einzeltermine

Kommentar:

Die anlässlich von Gemeindevisitationen gefertigten Protokolle bieten einen reichen und vielgestaltigen Einblick in den frühneuzeitlichen Alltag. Im Seminar werden wir uns zunächst mit dem Phänomen der Visitationen an sich beschäftigen, um dann zu den Niederschriften, den Protokollen, zu kommen. Dabei werden wir uns mit dem breiten sozialgeschichtlichen Themenspektrum beschäftigen, das in ihnen zur Sprache kommt: Glaube, Religion und Frömmigkeitspraxis, Kirche, Schule, Beziehungen der Gemeindemitglieder untereinander, Verhalten des Pfarrers, auffälliges Verhalten bestimmter Personen, sonstige besondere Vorkommnisse, Verbote. Protokolle aus dem Ernestinischen Sachsen im 17. Jh. sollen uns als Beispiele dienen, da sie besonders umfassend und seriell in Gotha vorhanden sind.

Das Seminar ist größtenteils als Blockveranstaltung geplant, die in der Forschungsbibliothek Gotha stattfinden wird, wo wir uns vor Ort Originale der Protokolle ansehen werden. Dazu werden grundlegende paläographische Kenntnisse vermittelt, um die Quellen lesen zu können.

Literatur:

Albrecht-Birkner, Veronika: Reformation des Lebens. Die Reformen Herzog Ernst des Frommen von Sachsen-Gotha und ihre Auswirkungen auf Frömmigkeit, Schule und Alltag im ländlichen Raum (1640-1675) (Leucorea-Studien zur Geschichte der Reformation und der Lutherischen Orthodoxie 1), Leipzig 2002.

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