Universität Erfurt

Honorarprofessor Historische Anthropologie

Aktuelle Mitteilungen

Herzog-Ernst-Stipendium für Dr. Reiner Prass

Vom 1. August bis 31. Dezember 2012 wird Dr. Reiner Prass ein Herzog-Ernst-Stipendium am Forschungszentrum Gotha für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Universität Erfurt wahrnehmen. Der Titel des Forschungsprojektes lautet "Die Bildung eines Territoriums durch Schrift - Verwaltungsschriftlichkeit am Gothaer Hof in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts". Weitere Informationen zu Veröffentlichungen und Projekten von Dr. Prass und anderen Mitarbeitern finden Sie unter Personen.

Neuerscheinungen

Alf Lüdtke, Tobias Nanz (Hg.):

Laute, Texte, Bilder: Register des Archivs

Laute, Bilder und Texte bezeichnen unterschiedliche Materialien und mediale Formate, die in Archiven gelagert und von Interessierten genutzt und ausgewertet werden. Die Beiträgerinnen und Beiträger dieses Bandes sondieren anhand alltagshistorischer Studien die Praktiken der Akteure im Umgang mit diesen Spuren und Überresten und decken dabei ein breites Medienspektrum ab: Tonaufnahmen, Manuskripte, Fotografien, Filme, Videos sowie all die vergessenen Dinge, die in den Mappen und Kartons der Archive gelagert sind. Dabei geraten auch die Unterschiede zwischen ›kolonialen‹ und ›indigenen‹ Archiven sowie die monopolistische Stellung der westlich geprägten Wissenschaften in den Blick.

Aus dem Inhalt
Geschichten von der Möwe, 1916 - 1918. Praktiken von talking und speaking vor dem Grammophon - Auge und Archiv. Mediale Ressourcen der Arbeiterfotografie der Weimarer Republik - "We Owe Them A Living". Historische Markierungen im Disney-Cartoon - etc.

Mit Beiträgen von Alf Lüdtke und Tobias Nanz, Britta Lange, Wolfgang Hesse, Dietmar Schmidt, Tobias Ebbrecht-Hart, Anja Dreschke und Martin Zillinger, Carolyn Hamilton, Heike Gfrereis, Ludolf Kuchenbuch

 

ISBN 978-3-8471-0236-6 | 137 Seiten, zahlr. Abb.
Erschienen im Verlag V&R unipress: Göttingen 2015. € 29,95 [D] zur Verlagsseite

Alf Lüdtke, Herbert Reinke, Michael Sturm (Hg.):

Polizei, Gewalt und Staat im 20. Jahrhundert

Die Polizei repräsentiert wie kaum eine andere Institution das staatliche Gewaltmonopol. Doch was ist damit konkret gemeint? Die historische Erkundung zeigt, dass auch in der neuesten Zeit „Polizei“, „Gewaltmonopol“ und „Staat“ sehr unterschiedlich verstanden werden. Entscheidend für das Profil staatlicher Autorität und Durchsetzungsmacht sind dabei weniger abstrakte Strukturen und gesichtslose Apparate, als die sozialen Praktiken der Akteure: der Polizei, anderer Institutionen, aber auch des Publikums. Umstritten bleiben zumal die Formen der Androhung und des Einsatzes polizeilicher Gewalt. Die Beiträge des Bandes widmen sich in exemplarischen Fallstudien unterschiedlichen Praktiken wie Deutungen des Polizierens im 19. und 20. Jahrhundert.

Aus dem Inhalt
Staatliches Gewaltmonopol... und sein Ende? - Die Polizei als Akteur... und als Opfer von Gewalt: Männer und Frauen in Uniform - Gewalttätige Polizei... gewalttätige Gesellschaft?

Mit Beiträgen von Alf Lüdtke, Michael Sturm, Helmut Gebhardt, Ralf Pröve, Belinda Davis, Michael Dutton, Gerhard Fürmetz, Anne Mangold, Karin Hartewig, Thomas Ohlemacher, Thomas Lindenberger, Daniel Schmidt, Melanie Becker, Gerhard Sälter, Klaus Weinhauer, Michael Sturm

(Reihe: Studien zur inneren Sicherheit)

ISBN 978-3-531-18266-7 | 353 Seiten, acht Abb.
Erschienen im Campus Verlag: Wiesbaden 2011. € 39,95 [D] zur Verlagsseite

 

Buchcover "Unsettling History"

Sebastian Jobs, Alf Lüdtke (Hg.):

Unsettling History. Archiving and Narrating in Historiography

In recent decades, scholars working in postcolonial history have successfully challenged the primacy of Western historiography and its Eurocentric worldview. With Unsettling History, a group of historians extend that challenge to two central components of work in history: archiving and narrating. Archival resources, they argue, despite their air of impartiality, are the product of established interests and subject to various practices of selection, cataloguing, and preservation. Narrating, too, is more complicated than it might at first seem, especially as the range of genres available to the historians for presenting their findings has expanded in recent years.
Archivieren und Erzählen gelten als zentrale historiografische Praktiken. Sie ermöglichen die Konstruktion, aber auch die Dekonstruktion jener Geschichten, die "Geschichte" darstellen. Es ist dieses Machen von Geschichte, dem die Autorinnen und Autoren des Bandes aus postkolonialen Perspektiven nachgehen. Damit erkunden sie zugleich die Grenzen eurozentrischer Sichtweisen. Inhaltsverzeichnis

EAN 9783593388182 | 253 Seiten.
Erschienen im Campus Verlag: Frankfurt 2010. € 29,90 [D] zur Verlagsseite

 

Buchcover "Kolonialgeschichten" (2010)

Claudia Kraft, Alf Lüdtke, Jürgen Martschukat (Hg.):

Kolonialgeschichten. Regionale Perspektiven auf ein globales Phänomen.

Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes zeigen Möglichkeiten einer Geschichtsschreibung jenseits des Eurozentrismus auf und erproben neue Sichtweisen auf Kolonialismen. Dabei beziehen sie nicht nur die materiellen und mentalen Hinterlassenschaften kolonialer Herrschaft in den ehemaligen Kolonien ein. Zugleich fragen sie nach den Rück- wie Nachwirkungen auf die kolonisierenden Länder selbst. Der Band bietet ein umfassendes Spektrum theoretischer Konzeptionen und historischer Einzelstudien zur globalen Kolonialgeschichte, so etwa zu China, Korea, Nordamerika, dem Deutschen Reich, dem Habsburgerreich oder Russland. Inhaltsverzeichnis

ISBN 978-3593390314 | 394 Seiten.
Erschienen im Campus Verlag: Frankfurt 2010. € 39,90 [D] zur Verlagsseite

Buchcover "Gelehrtenleben" (2008)

Alf Lüdtke, Reiner Prass (Hg.):

Gelehrtenleben. Wissenschaftspraxis in der Neuzeit.

Die hier versammelten Beiträge verbinden einen Ansatz von Wissenschaftsgeschichte, der Wandel und Kontinuitäten auf die Alltagspraktiken des Forschens und die sozialen Netzwerke der Gelehrten bezieht, mit einem erweiterten Interesse an Selbstzeugnissen. Im Zentrum der Erkundungen unterschiedlicher Selbst- wie Fremdzeugnisse steht der "Gelehrte" in der europäischen Moderne. Personale Netzwerke erweisen sich für ihn in doppelter Hinsicht als zentral: zum einen für die Überlebenssicherung, zum anderen für die Durchsetzung und Erhaltung von Reputation. Zugleich zeigt sich, dass Professionalisierung in den Geistes-, Human- und Kulturwissenschaften weder linear verlief noch eng an Institutionalisierung gebunden war. Insbesondere aber erschließt der gewählte Zugang die Mehrdeutigkeiten professioneller Forschungsarbeit.

ISBN 978-3-412-21906-2 | 280 Seiten | Gebunden.
Erschienen im Böhlau Verlag: Köln 2008. € 37,90 [D] / € 39,- [A] zur Verlagsseite

Rezension von Volker Depkat (HSozKult)

Buchcover "Staats-Gewalt" (2008)

Alf Lüdtke, Michael Wildt (Hg.):

Staats-Gewalt. Ausnahmezustand und Sicherheitsregimes - Historische Perspektiven.

Ein historisch genauer Blick auf die Institutionen "Staat" und "Ausnahmezustand", der ihre Grenzen aufzeigt.

Inhalt:
Achim Landwehr: "Gute Policey". Zur Permanenz der Ausnahme
Michaela Hohkamp: Sicherheit oder Drohgebärde? Herrschaftliche Gewalten und lokale Staatlichkeit - Beispiele aus dem 18. Jahrhundert
Jane Burbank: Securing Peasant Society: Constables and Courts in Rural Russia, 1905-1917
Stefan Plaggenborg: Staatlichkeit als Gewaltroutine. Sowjetische Geschichte und das Problem des Ausnahmezustands
Andreas Eckert: Vom Segen der (Staats-)Gewalt? Staat, Verwaltung und koloniale Herrschaftspraxis in Afrika
Kathleen Canning: "Sexual Crisis", the Writing of Citizenship, and the State of Emergency in Germany, 1917-1920
Michael Wildt: Gewalt als Partizipation. Der Nationalsozialismus als Ermächtigungsregime
Alf Lüdtke: 17. Juni 1953 - Ausnahmezustand in Erfurt. Besatzungsregime und regulierte Eigenstaatlichkeit »vor Ort«
William Scheuerman: Präsidialdemokratie und Ausnahmezustand in den USA nach dem 11. September
Gadi Algazi: Sperrzonen und Grenzfälle. Beobachtungen zu Herrschaft und Gewalt im Kolonialen Kontext zwischen Israel und Palästina

ISBN 978-3-8353-0238-9 | 352 Seiten.
Erschienen im Wallstein Verlag: Göttingen 2008. € 20,- [D] zur Verlagsseite

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Veranstaltungen

Im Sommersemester 2012 ist  Dr. Reiner Prass an der Organisation und Leitung zweier Vortragsreihen beteiligt: 

"Zusammenleben und Ausgrenzen. Jüdisch-Christliche Beziehungen seit dem Mittelalter", vom 15. März bis 27. April 2012 in der Kleinen Synagoge Erfurt (in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Sabine Schmolinsky); eigener Vortrag von Dr. Prass am 19. April 2012 zum Thema: "Miteinander leben. Ökonomische Beziehungen zwischen Juden und Christen vom 16. bis 19. Jahrhundert".

"Public History. Geschichte, Erinnerung, Öffentlichkeit" vom 24. April bis 17. Juli 2012 (in Zusammenarbeit mit Dr. Andreas Schneider, Prof. Sabine Schmolinsky und Dr. Andreas Deutsch)

Über zurückliegende Vorträge, Workshops, Tagungen usf. können Sie sich im Veranstaltungsarchiv informieren.

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