Universität Erfurt

Mittelalterliche Geschichte

Dr. Florian Dirks

• seit 2012: stellv. Mitglied in der Vergabekommission nach Thüringer Graduiertenförderungsverordnung, Universität Erfurt

• April 2010 - Juli 2013: Doktorand an der Professur für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Erfurt, Stipendiat der Landesgraduiertenförderung Thüringen

• 2007: 1-monatiges studentisches Praktikum beim Deutschen Institut für Erforschung des Mittelalters (Monumenta Germaniae Historica) in München

• 2004 - 2009: Magister-Studium der Geschichte, Germanistik und Kulturwissenschaft an der Universität Bremen

Magisterarbeit zum Thema „Konfliktaustragung im 9. Jahrhundert. Konflikt und Ritual in spätkarolingischer Zeit. Untersuchungen zu Auseinandersetzungen weltlicher Großer“

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Forschungsschwerpunkte

• Konfliktforschung

• Rechts- und Verfassungsgeschichte des Mittelalters

• Stadt und Adel im hohen und späten Mittelalter

• Historiographiegeschichte

• Religion und Gesellschaft im Übergang von der Spätantike zum Frühmittelalter/ Akkulturation

• Hansegeschichte

• Reichsstadtgeschichte

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Forschungsprojekt

"Konfliktaustragung im norddeutschen Raum des 14. und 15. Jahrhunderts. Untersuchungen zu Fehdewesen und Tagfahrt"

In der Dissertation wird das Vorgehen Adliger bei Konflikten mit ihres gleichen und mit Städten untersucht. Dabei steht vornehmlich das Konfliktmanagement mittels der sogenannten Tagfahrt im Mittelpunkt der Studien. Was taten die Fehdegegner im 14. und 15. Jahrhundert, vor allem im norddeutschen Raum, um ihre einmal begonnenen Feindseligkeiten wieder beizulegen? Wie sahen mögliche Schritte der Deeskalation und der Schaffung von Frieden aus? Im Gegensatz zur Forschung zu den Land- und Gottesfrieden steht dabei nicht das präventive Element im Zentrum, sondern verschiedene Möglichkeiten und Versuche einer gütlichen Beilegung bereits laufender Auseinandersetzungen. Das bisherige Bild der Forschung, das eine zunehmende Beeinflussung der Konfliktführung durch rechtliche Elemente, wie den Anspruch der Kaiser und Landesherren auf eine allgemeine Stärkung des Schiedsgerichtes, konstatiert, vernachlässigt überwiegend das Element der Verhandlungsführung.

Die Studie untersucht mehrere Fallbeispiele von Fehden, in denen Tagfahrten für die Beilegung der Auseinandersetzungen eine große Rolle spielten. Die Erkenntnisse aus diesen Fallbeispielen werden dann unter verschiedenen Gesichtspunkten, vor allem auf Tagfahrten fokussiert, verglichen.

Durch einen solchen Vergleich wird nicht nur Fehde als Begriff und Sache zur Diskussion gestellt, sondern auch Kommunikationspraktiken der unterschiedlich verfassten Akteure analysiert, die bis hin zu „Kommunikation unter Anwesenden“ auf Tagfahrten reichen.

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Veröffentlichungen

Aufsätze:

• Sühnen, tagen, Frieden schließen. Die Beilegung von Konflikten zwischen Weser und Elbe auf Tagfahrten 1380-1480, online auf perspectivia.net [Ergebnisse der Sommeruniversität „Formen mittelalterlicher Kommunikation“, DHI Paris, 07.-10. Juli 2013, an Redaktion eingereicht].

• Kooperation und Kommunikation unter Anwesenden im Konflikt. Die Bedeutung von Tagfahrten als Mittel der Konfliktbeilegung am Beispiel der Fehden von Stadt und Erzstift Bremen im Spätmittelalter, in: Ellen Widder/ Christian Heinemeyer/ Joachim J. Halbekann (Hg.): Kooperation, Konkurrenz, Krieg. Reichsstadt und Territorium im Spätmittelalter [Sammelband mit den Ergebnissen der Tagung 14./15. September 2012, Esslingen am Neckar, in Vorbereitung].

• Fehdewesen und Tagfahrt zwischen Weser und Elbe. Untersuchungen zu Austrag und Beilegung von Konflikten im norddeutschen Raum des 14. und 15. Jahrhunderts, in: Oliver Auge (Hg.): Hansegeschichte als Regionalgeschichte, Ergebnisse der Tagung in Greifswald, Februar 2012, S. 241-254.

• Konfliktaustragung im 9. Jahrhundert. Konflikt und Ritual in spätkarolingischer Zeit. Untersuchungen zu Auseinandersetzungen weltlicher Großer, in: Concilium medii aevi 15 (2012), S. 1-62. (PDF-Version)

• Die „Mandelslohsche Fehde“ von 1380/81. Untersuchungen zum Fehdewesen im Bremischen des ausgehenden 14. Jahrhunderts, in: Stader Jahrbuch, Neue Folge 99 (2009), S. 45-59.

 

Rezensionen:


• Rezension zu: Patricia Turning, Municipal Officials, Their Public, and the Negotiation of Justice in Medieval Languedoc. Fear Not the Madness of the Raging Mob, Leiden 2013, in: sehepunkte 13 (2013), Nr. 11 [15.11.2013]. URL: http://www.sehepunkte.de/2013/11/22630.html

• Rezension zu: Tobias Kämpf, Das Revaler Ratsurteilsbuch. Grundsätze und Regeln des Prozessverfahrens in der frühneuzeitlichen Hansestadt, Köln-Weimar-Wien 2012 (Quellen und Darstellungen zur hansischen Geschichte, Bd. 66), in: Hansische Geschichtsblätter 131 (2013), S. 337-338 [im Druck].

•  Rezension zu: Werner Amelsberg, Die „samende“ im Lübischen Recht. Eine Vermögensgemeinschaft zwischen Kindern und Eltern im spätmittelalterlichen Lübeck, Wien-Köln-Weimar 2012 (Quellen und Darstellungen zur hansischen Geschichte, Bd. 64), in: Hansische Geschichtsblätter [an Redaktion eingereicht].

• Rezension zu: Franziska Nehring, Graf Gerhard der Mutige von Oldenburg und Delmenhorst (1430-1500), Frankfurt am Main u.a. 2012 (Kieler Werkstücke. Reihe A, Band 33), in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte 84 (2012), S. 585-586.

• Rezension zu: Mikkel Leth Jespersen, Die Fehdekultur in den Herzogtümern Schleswig und Holstein am Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit, Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 134 (2009), S. 17-57, in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 67, 1 (2011), S. 385.

• Rezension zu: Reither, Dominik: Rechtsgeschichte und Rechtsgeschichten. Die Forschung über Fehde, autonome Gewalt und Krieg in Deutschland im 19. Jahrhundert. Marburg 2009, in: H-Soz-u-Kult, 15.12.2010, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2010-4-192>.

• Rezension zu: Simon MacLean, Insinuation, Censorship and the Struggle for Late Carolingian Lotharingia in Regino of Prum's Chronicle', English Historical Review, 124 (2009), S. 1-28, in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 65, 2 (2009), S. 680.

• Rezension zu: Steffen Patzold, Eine „loyale Palastrebellion“ der „Reichseinheitspartei“? Zur ‚Divisio imperii‘ von 817 und zu den Ursachen des Aufstands gegen Ludwig den Frommen im Jahre 830, FmSt 40 (2006), S. 43-77, in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 65, 1 (2009), S. 300.

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