Universität Erfurt

Neuere und Zeitgeschichte und Geschichtsdidaktik

Publikationen

Umkämpftes Asyl. Vom Nachkriegsdeutschland bis in die Gegenwart

Patrice G. Poutrus: Umkämpftes Asyl. Vom Nachkriegsdeutschland bis in die Gegenwart, Berlin 2019.

Beide deutsche Staaten nahmen das Recht politisch Verfolgter auf Asyl 1949 in ihre Verfassungen auf. Doch was bedeutete das konkret?
Patrice Poutrus untersucht die Entwicklung des Asylrechts in Deutschland von der Nachkriegszeit über die Grundgesetzänderung von 1993 bis in die Gegenwart. Welche Konsequenzen ergaben sich aus dem sogenannten Asylkompromiss für das Anerkennungsverfahren, die Aufnahme von Geflüchteten und die europäische Migrationspolitik? Poutrus zeigt, dass es in der Asylrechtdebatte stets um grundlegende Fragen der politisch-moralischen Orientierung der deutschen Gesellschaft geht. Das Buch ist eine unentbehrliche Lektüre für all jene, die die Konflikte um Asyl und Flucht in den historischen Zusammenhängen verstehen möchten.

Verlagsinformationen

Presseberichte:

ARD Titel Thesen Temperamente

Deutschlandfunk

Thüringische Landeszeitung

Biographische Skizze zu Heinz Galinski

Karen Bähr: Heinz Galinski, in: Thomas Rahe und Jens-Christian Wagner (Hg.), Menschen in Bergen-Belsen. Biographische Skizzen zu Häftlingen des Konzentrationslagers, Göttingen 2019, S. 103-116.

Das KZ Bergen-Belsen ist vor allem durch die kurz nach der Befreiung entstandenen Bilder britischer Militärfotografen zu einem Synonym für die nationalsozialistischen Massenverbrechen geworden. Doch trotz langjähriger Forschung ist bis heute nur weniger als die Hälfte der Häftlinge dieses Konzentrationslagers namentlich bekannt. Umso bedeutsamer erscheint es deshalb, zumindest einige von ihnen durch biografische Skizzen erstmals oder erneut vorzustellen - Prominente und Unbekannte, Todesopfer ebenso wie Überlebende. Das Spektrum der Biografien umfasst Persönlichkeiten unterschiedlichster sozialer und nationaler Zugehörigkeit, deren Lebenswege und Leistungen auch durch zahlreiche Bilddokumente veranschaulicht werden.

Tagungsbericht: Netzwerke und NS-Belastung zentraler deutscher Behörden

Jan Schleusener: Tagungsbericht: Netzwerke und NS-Belastung zentraler deutscher Behörden
16.11.2018 – 17.11.2018 Tübingen, in: H-Soz-Kult, 08.03.2019, www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8154.

Nachdem das Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde Tübingen im Januar 2018 zu einer Auftakttagung zum Start seines Forschungsprojekts zur Geschichte des Bundesvertriebenenministeriums eingeladen hatte, folgte nun ein Workshop, der über aktuelle Forschungsfragen der Behördenaufarbeitung rund um den „Netzwerk“-Begriff und die „NS-Belastung“ diskutierte. Die Tübinger Forschergruppe ist Teil des Forschungsprogramms der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit zentraler deutscher Behörden, das neben Projekten zum Bundeskanzleramt und zu Reichs- und Bundesministerien auch Projekte mit länderspezifischem Fokus fördert, die sich etwa mit den Landesjustizbehörden oder den Landesämtern für Denkmalpflege beschäftigen, oder den Blick auf andere europäische Länder weiten.

Die Enteignung Fritz Thyssens

Jan Schleusener: Die Enteignung Fritz Thyssens. Vermögensentzug und Rückerstattung, Paderborn 2018.

Der Großindustrielle Fritz Thyssen setzte sich früh für Hitler ein, brach aber 1939 mit dem NS-Regime, das ihn daraufhin enteignete. Nach 1945 rang er um die Rückerstattung.

Das Buch erörtert die Erwartungen, Fehlwahrnehmungen und Brüche im Verhältnis Fritz Thyssens zum Nationalsozialismus. Mit seiner Flucht aus Deutschland riskierte er die Enteignung seines Vermögens – das NS-Regime ordnete sie im Dezember 1939 an. Der Autor zeigt, wie der komplexe Prozess der Beschlagnahme und Verwertung des privaten und industriellen Vermögens verlief. Ebenso untersucht er das Entnazifizierungsverfahren, das 1948 mit der Frage konfrontiert war, inwieweit Thyssens Bruch mit dem Regime die frühere Förderung Hitlers aufwiegen könne. Die Einstufung als »Minderbelasteter« ermöglichte es, die Rückerstattung der Vermögenswerte zu beantragen. Die hier erstmals aus den Quellen erhellte Restitution war mit wirtschaftspolitischen Fragen verknüpft, die aus dem Fall Thyssen einen Sonderfall der »Wiedergutmachung« machten.

Zwischen Nächstenliebe und Professionalisierung

Christiane Kuller: Zwischen Nächstenliebe und Professionalisierung. Ein historischer Rückblick auf die Rolle der Diakonie im deutschen Sozialstaat, in: Christian Albrecht (Hrsg.): Was leistet die Diakonie fürs Gemeinwohl? Diakonie als gesellschaftliche Praxis des Öffentlichen Protestantismus, Tübingen 2018, S. 33-58.

Die polarisierenden politischen Ereignisse der jüngeren Vergangenheit haben Fragen des
gesellschaftlichen Zusammenhaltes neu aufgeworfen. Welche gemeinsam geteilten
Vorstellungen des Guten sollen gelten, und in welchen Praxisformen realisieren sie sich? Die
Diakonie hat einen respektablen Anteil daran, dass in den letzten eineinhalb Jahrhunderten
christliche Überzeugungen leitend geworden sind für die Praxis eines befriedeten
gesellschaftlichen Zusammenlebens. Die Überzeugung, dass Menschen als Geschöpfe Gottes
und damit als gleichberechtigte Mitbürger anzuerkennen sind, hat in tätiger Nächstenliebe
ebenso wie in der sozialen Anwaltschaft für die Schwachen Gestalt gewonnen. Welche neuen
Herausforderungen stellen sich der Diakonie angesichts der gegenwärtigen gesellschaftlichen
Aufweichungen solcher Überzeugungen und der politischen Umbrüche? Die Beiträge des
Bandes diskutieren aus gesellschaftsanalytischen, historisch-sozialwissenschaftlichen und
theologischen Perspektiven die Leistungen und Aufgaben der Diakonie als gesellschaftlicher
Praxis eines Öffentlichen Protestantismus.

Verlagsinformationen

Spoliation financiére et confication du patrimoine des Juifs allemands aprés 1933

Christiane Kuller:
Spoliation financiére et confication du patrimoine des Juifs allemands aprés 1933, in: Revue d'Histoire de la Shoah nr. 209 Oktobre 2018, S. 59-80.

Verlagsinformationen

Lernaufgaben mit mobilen Endgeräten im Fach Geschichte bearbeiten

Jochen Kirchhoff:
Lernaufgaben mit mobilen Endgeräten im Fach Geschichte bearbeiten. Zur Digitalisierung der Aufgabenkultur und ihrer geschichtsdidaktischen Erforschung
, in: Dasœ elektronische Schulbuch 2017. Fachdidaktische Anforderungen und Ideen treffen auf Lösungsvorschläge der Informatik, hrsg. v. Michael Schuhen, Manuel Froitzheim u. Katrin Schuhen, (= Didaktik 18), Berlin: LIT 2018, S. 159-174.

Die Frage, inwieweit digitale Medien den Bildungsalltag für Lernende und Lehrende deutlich verbessern und vielleicht das vielfach geforderte nachhaltige Lernen beflügeln können, beschäftigt aktuell nicht nur die Medien und die Politik, sondern auch die Forschung. Digitalen Bildungsmedien werden insbesondere in den öffentlichen Debatten vielfach Potentiale zugeschrieben, die analoge Medien, wie beispielsweise das Schulbuch, nicht einlösen können.

Im Tagungsband werden Perspektiven und Konzepte Elektronischer Schulbücher und Forschungsergebnisse vorgestellt: Wie wirken Elektronische Schulbücher? Welches Potential bieten Elektronische Schulbücher für die Förderung der Reflexionsfähigkeit? Wie können reale und interaktive digitale Repräsentationen integriert werden?

Verlagsinformationen

Heimkehr und Revolution. Jüdische Soldaten nach dem Ersten Weltkrieg

Karen Bähr:
Heimkehr und Revolution. Jüdische Soldaten nach dem Ersten Weltkrieg.
In: Verwischte Grenzen. Jüdische Identitäten in Zentraleuropa nach 1918 [Juden in Mitteleuropa], St. Pölten 2018.

Verlagsinformationen

Das Ende des Ersten Weltkriegs 1918 manifestierte sich an vielen Orten als revolutionärer Systembruch von der Monarchie zur Republik, der von einer allgemeinen sozialen und ökonomischen Krise begleitet wurde. Jüdinnen und Juden waren als Individuen an den Veränderungen und Umbrüchen aktiv beteiligt und/oder passiv davon betroffen. Sie waren in hoher Zahl Opfer von Gewalt und zugleich auch Akteure revolutionären Wandels und demokratischer Neugestaltung. Im Artikel wird die Bandbreite der Möglichkeiten, sich nach dem Krieg national, politisch oder religiös neu zu orientieren oder an das Vorkriegsleben anzuknüpfen anhand der Lebenswege der jüdischen Schriftsteller Joseph Roth, Leo Perutz und Eugen Hoeflich aufgezeigt.

Un impero anticoloniale? Prospettive non europee sulla Repubblica di Weimar e il “sogno imperiale” tedesco (1919-1939)

Florian Wagner:
Un impero anticoloniale? Prospettive non europee sulla Repubblica di Weimar e il “sogno imperiale” tedesco (1919-1939)
in: Sara Lorenzini, Simone A. Bellezza (Hg.): Sudditi o cittadini? L’evoluzione delle appartenenze imperiali nella Prima guerra mondiale, Rom 2018.

Verlagsinformationen

Rezension zu Vadim Oswalts "Planung von Unterrichtseinheiten"

Jochen Kirchhoff:
Rezension zu: Oswalt, Vadim:  Planung von Unterrichtseinheiten. Wie man Geschichte (an)ordnen kann. Schwalbach am Taunus 2016, in: H-Soz-Kult, 11.04.2018, Onlineartikel

Welche Strategien Geschichtslehrerinnen und -lehrer bei der Planung ihres Unterrichts tatsächlich anwenden, beruht auf dem impliziten Erfahrungswissen der Lehrkräfte. Die Professionsforschung ist dabei, dieses planerische Verhalten empirisch zu erkunden. Bislang geht man davon aus, dass sich Geschichtslehrkräfte an präskriptiven Modellen aus der ersten und vor allem der zweiten Phase der Lehrerbildung orientieren. Planungsmodelle von vorwiegend allgemeindidaktischem Zuschnitt werden allmählich ergänzt um domänenspezifische, fachdidaktisch begründete Anleitungen.

Hier fügt sich auch ein neuer Beitrag von Vadim Oswalt ein, der die Unterrichtenden, sowohl die Novizen als auch die Experten, bei der Planung vor die kreativ-konstruktive Herausforderung gestellt sieht, einzelne Geschichtsstunden inhaltlich zu einer Unterrichtsreihe zu strukturieren.

Didaktische Materialien zur Biografie Fritz Wolfs (1908-2006)

Sina Speit, Sarah Meyer:
Zur Biografie Fritz Wolfs (1908-2006)
. Verfolgung - Emigration - Wiedergutmachung
Didaktische Konzeption einer Unterrichtseinheit, November 2017
Onlinepublikation

Im Rahmen der Erforschung der Geschichte des württembergischen Justizministeriums sind aufgrund der besonderen historischen Umstände, dass das Ministerium des Landes Baden-Württemberg nach 1945 für die Wiedergutmachung verfolgter und entlassener Beamter aus den eigenen Reihen verantwortlich war, einige Fälle überliefert, von denen die Biografie des Justizanwärters Fritz Wolf für die Erarbeitung umfangreicher didaktischer Materialien für den Schulunterricht herausgegriffen wurde. Anhand der Biografien derjenigen, denen eine Auswanderung gelang, können die historischen Komplexe der Verfolgung, Emigration und Wiedergutmachung behandelt werden.

„Willkommen im Designer-Knast!“

Sina Speit, Jochen Voit:
„Willkommen im Designer-Knast!“
Die Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in Erfurt als Erinnerungsort
in: Zeitgeschichte-online, Oktober 2017, zum Onlineartikel

Der im Artikel dokumentierte Gedankenaustausch zwischen Gedenkstättenleiter Jochen Voit (Erfurt) und der Geschichts- und Politikwissenschaftlerin Sina Speit (Berlin/Erfurt) begann im November 2015 auf dem Transferworkshop „DDR-Geschichte vermitteln“ im Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Aus ihren dort gehaltenen Vorträgen entwickelten beide per Email einen komplett neuen Text in Form eines Zwiegesprächs.

Grenzen von Ordnung

Dana Dülcke, Julia Kleinschmidt, Olaf Tietje, Juliane Wenke (Hrsg.):
Grenzen von Ordnung
Eigensinnige Akteur_innen zwischen (Un)Sicherheit und Freiheit
Münster 2016

Die in diesem Band versammelten interdisziplinären Beiträge folgen den Spuren eigensinniger Akteur_innen in virtuellen, nationalen, transnationalen, wie auch historischen Kontexten. Thematisch fokussieren die Autor_innen vor dem Hintergrund spezifischer Diskurse und Debatten um (Un)Sicherheit auf die Grenzen von Ordnungen und die daraus resultierenden Möglichkeiten der Akteur_innen zu handeln beziehungsweise Handlungsräume zu erkennen und zu nutzen. Diese Verschiebungen verorten die Akteur_innen in einem Spannungsfeld aus Gefährdung der eigenen Positionen durch Herausforderung und Nutzung der sich durch Brüche und Lücken ergebenden Handlungsräume. Aus interdisziplinärer Perspektive werden Themenfelder, die von virtueller Sicherheit über Grenzregimes und alltäglicher Subversion bis hin zu Selbstbehauptungspraktiken in extremen Bedrohungssituationen reichen, konsequent nach den in ihnen Agierenden befragt und ihr durchaus eigensinniges Handeln in den Blick genommen.

Verlagsinformationen

Auf dem Weg zur transnationalen Erinnerungskultur?

Monika Fenn, Christiane Kuller (Hrsg.):
Auf dem Weg zur transnationalen Erinnerungskultur?
Konvergenzen, Interferenzen und Differenzen der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg im Jubiläumsjahr 2014
Schwalbach/Ts. 2016

Zum 100. Jahrestag des Kriegsausbruches im Jahr 2014 war in fast allen europäischen Ländern eine Welle der medialen Erinnerung an die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ zu beobachten. Sind damit auch konvergierende Tendenzen, insbesondere in Richtung einer europäischen Erinnerungskultur verbunden? Vollzieht sich mit der größeren Aufmerksamkeit auch eine neue Bewertung bzw. neue Akzentuierung der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg, die gemeinsame transnationale Narrative begründen kann?

Diesen Fragen geht der Band nach. Neben den öffentlich-politischen Debatten in europäischen Ländern werden auch Geschichtsbilder im Bereich von Massen- und Unterhaltungsmedien (Comics, Computerspiele), von Museen und Reenactments untersucht. Es zeigt sich eine Vielzahl an transnationalen Ansätzen, die jedoch nicht in eine einzige, homogene, transnationale (europäische) Erinnerungskultur münden, sondern vielmehr um die Deutungshoheit über gesellschaftliche Geschichtsbilder konkurrieren.

Verlagsinformationen

Sammelband "Nieder mit Hitler!"

Christiane Kuller, Annegret Schüle, Jochen Voit (Hrsg.):
Nieder mit Hitler!
Der Widerstand der Erfurter Handelsschüler um Jochen Bock
Erfurt 2016

Nieder mit Hitler!“ schreiben Schüler 1943 an Schutzhütten im Erfurter Steigerwald. Ein Ende des Krieges fordern Jochen Bock und seine Freunde auf Flugblättern. Die Widerstandsgruppe wird von Mitschülern verraten und von der Gestapo verhaftet. Die fünf Freunde sind 15 und 16 Jahre alt, als man sie im Gefängnis in der Andreasstraße inhaftiert. Es drohen ihnen ein Prozess wegen „Hochverrats“ und schwere Strafen... Über 70 Jahre später erforschen Studierende der Universität Erfurt erstmals die Hintergründe der mutigen Widerstandsaktion und fördern grundlegende Erkenntnisse und überraschende Details zu den Beteiligten, dem Prozess und der Haft zutage.

Der Sammelband ist aus den Forschungen des Projekts Jugendwiderstand im nationalsozialistischen Erfurt am Beispiel der Gruppe um Jochen Bock entstanden.

Verlagsinformationen

DVD "Nieder mit Hitler"

Nieder mit Hitler.
5 Erfurter Schüler im Jugendwiderstand gegen den Nationalsozialismus
20-minütiger Dokumentarfilm, 2016

Der 86-jährige Gerhard Laue kehrt in seine Heimatstadt Erfurt zurück, um jungen Leuten die vergessene Geschichte seiner fünf Schulfreunde zu erzählen. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Evangelischen Ratsgymnasiums Erfurt begibt er sich auf die Spur der fünf Jugendlichen, die es 1943 wagten, mit Flugblättern gegen Hitler und den Krieg zu protestieren.

Die Mitglieder der Widerstandsgruppe lernen sich 1942 in der Klasse H1a auf der Erfurter Handelsschule kennen. Jochen Bock und Joachim Nerke schreiben zunächst Parolen wie „Nieder mit Hitler“ und „Schluss mit dem Krieg“ an Schutzhütten im Steigerwald. Später verfassen die Jugendlichen ein Flugblatt, auf dem sie „Frieden, Freiheit, Brot“ und ein „Ende des Hitler-Blutterrors“ fordern. Die Widerstandsgruppe wird von verschiedenen Seiten verraten und von der Gestapo verhaftet. Die Fünf haben Glück, dass die Anklage letztlich nicht Hochverrat lautet, sondern „Rundfunkverbrechen“ und „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens“. Sie entgehen der Todesstrafe und kommen mit Haftstrafen davon.

In ihren Schlussworten bewegt die Schülerinnen und Schüler des Evangelischen Ratsgymnasiums Erfurt besonders der Mut und die Entschlossenheit, mit der Jochen Bock und seine Freunde agierten. Der Film erzählt die Geschichte der Widerstandsgruppe und stellt zugleich die Frage, wo die Grenzen der persönlichen Freiheit in Diktatur und Demokratie liegen.

Homepage und Trailer zum Film

Die DVD ist im Rahmen des Projekts Jugendwiderstand im nationalsozialistischen Erfurt am Beispiel der Gruppe um Jochen Bock entstanden.

Bürger Künste Wissenschaft

Kristin Oswald, René Smolarski (Hrsg.):
Bürger Künste Wissenschaft
Citizen Science in Kultur und Geisteswissenschaften
Gutenberg 2016

Citizen Science, die Integration von Bürgern in wissenschaftliche Prozesse, ist ein Schritt hin zu einer gesellschaftsnahen, kommunikativen und transparenten Forschung, wie sie Öffentlichkeit, Politik und Geldgeber immer öfter fordern. Die Ideen und das Wissen der Bürger einzubeziehen, heißt dabei auch, passende Strukturen und Formen der Wissensweitergabe zu entwickeln und über die öffentliche Wahrnehmung und das Selbstverständnis der Disziplinen in Dialog zu treten.

Vorliegender Band beschäftigt sich damit, wie sich diese Forderungen umsetzen lassen. Theoretische Überlegungen machen deutlich, wie Kultur und Geisteswissenschaften ihre Rolle in der Gesellschaft mithilfe bürgerschaftlicher Perspektiven neu verorten können. Die vorgestellten Beispiele zeigen schließlich, wie Geisteswissenschaftler interessierte Bürger mit Kommunikation auf Augenhöhe für ihre Forschung begeistern.

Citizen Science bietet Potenziale für beide Seiten: Die Vermittlung der Schwierigkeiten wissenschaftlicher Arbeit, ihrer Methoden und Fragestellungen stellt sicher, dass bei Kooperationen von Wissenschaftlern und Bürgern Qualitätskriterien eingehalten werden. Für die Bürger eröffnen sich zugleich im Sinne des lebenslangen Lernens grundlegende Kompetenzen, um aktuelle Themen einordnen und die Zukunft der Gesellschaft mitgestalten zu können.

Diese Publikation liegt komplett in der Open Access-Form 4.0 vor und kann von der Seite des Verlags  kostenlos gespeichert werden:
Verlagsinformationen

Raub von Kulturgut

Jan Schleusener:
Raub von Kulturgut
Der Zugriff des NS-Staats auf jüdischen Kunstbesitz in München und seine Nachgeschichte
Berlin/München 2016

Kooperationsprojekt der staatlichen und städtischen Museen Münchens mit der Universität Erfurt (Lehrstuhl für Neuere und Zeitgeschichte und Geschichtsdidaktik)

Bayerische Studien zur Museumsgeschichte Band 3

Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern (Hrsg.)

Kurz nach dem Novemberpogrom 1938 beschlagnahmte die Geheime Staatspolizei in etwa 70 jüdischen Haushalten in München und Umgebung rund 2500 Kulturgüter. Sie leitete damit eine der größten staatlichen Kunstraubaktionen im sogenannten Altreichsgebiet ein. Beteiligt waren Kunstsachverständige, Kunsthändler und Leiter von Museen (Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Bayerisches Nationalmuseum, Städtische Galerie, Historisches Stadtmuseum), staatliche und städtische Einrichtungen sowie Institutionen der NSDAP. Die konfiszierten Kunstgegenstände gelangten an unterschiedlichste Orte; das Spektrum reichte von Galerien und Museen über das Münchner Oberfinanzpräsidium und die Gauleitung München-Oberbayern bis zur NSDAP-Parteikanzlei in München. Dieses Buch dokumentiert nun erstmals, wie es zu der Aktion kam, welche Motive und Interessen dahinterstanden, wer davon profitierte und wie Beteiligte und Betroffene nach Kriegsende darüber sprachen – und schwiegen. Es stellt die Beschlagnahmeaktion umfassend vor und ordnet sie in ihrem historischen Umfeld ein.

Verlagsinformationen

Verlagswerbung

Kurzbiographien von Marokko-Deutschen

Das Projekt Die Marokko-Deutschen 1873-1918 von Prof. (em.) Dr. Gunther Mai, gefördert durch das Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt und die Deutsche Forschungsgemeinschaft, hat eine Liste mit Kurziographien von Marokko-Deutschen erstellt :http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:547-201400441

Navigation

Werkzeugkiste

Nutzermenü und Sprachwahl