Universität Erfurt

Neuere und Zeitgeschichte und Geschichtsdidaktik

Juliane Wenke

Promotionsprojekt „Fremde im Betrieb. Zuschreibungen, Aneignungen und Alltag im Kontext von Verwaltungspraktiken bei den Uhrenwerken Ruhla 1939-1949“

Fremde und Fremdheit als Praxis sowie betriebliche Verwaltung als sozialer Raum bilden die beiden miteinander verknüpften Untersuchungsschwerpunkte für den Fokus auf die historischen Akteure eines regional bedeutsamen mittelständischen Betriebes von 1939 bis 1949.

Es wird hierzu eine Mikro-Analyse der Handlungsräume und -weisen der mit der betrieblichen Verwaltung verbundenen Akteure vorgenommen. Diese bezieht sich auf die sehr unterschiedlichen Gruppen von Fremden als Zwangsarbeiter, Displaced Persons, Flüchtlinge und Vertriebene sowie die sowjetischen Verwalter im Betrieb ab Sommer 1945. Hier ist die Vielfalt betrieblicher und außerbetrieblicher Verknüpfungen und Reichweiten ebenfalls zu beachten.

Mit Blick auf die politische Zäsur 1945 stehen Kontinuitäten und Brüche im Handeln betrieblicher Verwaltungsakteure im Mittelpunkt der Betrachtung.

Diese erfolgt methodisch mit der Frage danach, wer wann weshalb als nicht zugehörig empfunden/bezeichnet wird bzw., wie innerhalb des sozialen Raumes der betrieblichen Verwaltung in den sehr heterogenen politisch-gesellschaftlichen Abschnitten des Untersuchungszeitraumes Fremdheitszuschreibungen und –praktiken erfolgen.

Die betriebliche Verwaltung als „Kräftefeld“, aber auch als ordnende „Institution“ mit einem Set an Regeln, Normen und Gewohnheiten, bildet in dieser Untersuchung den konkreten akteursbezogenen roten Faden - als Kontinuum betrieblichen Funktionierens/Lenkens/ Agierens, in einer Zeit von vielschichtigen politisch-gesellschaftlichen Umbrüchen.

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