Universität Erfurt

Sachunterricht und seine Didaktik / Schulgarten und seine Didaktik

Projekt 2

(2)  Konstituierung des Sachunterrichts als wissenschaftliche Disziplin seit 1970

Projektverantwortliche: Prof. Dr. Frauke Grittner, Prof. Dr. Claudia Schomaker (Universität Hannover), Prof. Dr. Sandra Tänzer (Universität Erfurt)

 

Teilprojekt 1: Von der Fach- zur Hochschulausbildung – Sachunterricht als Wissenschafts- und Ausbildungsdisziplin in den neuen Bundesländern nach 1990

Projektverantwortliche: Prof. Dr. Sandra Tänzer

 

Wenngleich noch eine junge akademische Disziplin, hat sich der Sachunterricht an Hochschulen etabliert, ist Ausbildungsfach zukünftiger Primarstufenlehrerinnen und -lehrer ebenso wie anerkannte wissenschaftliche Disziplin mit spezifischen Forschungsperspektiven und -zugängen (empirisch, historisch, theoretisch-systematische, didaktische Entwicklungsforschung). Eine Vielfalt wissenschaftlicher Positionen und Konzeptionen bestimmen den innerdisziplinären Diskurs – Positionen, die kontrovers diskutiert werden und als Ausdruck der Suche nach dem Selbstverständnis des Faches gedeutet werden können. „Die vielen Sprachen des Sachunterrichts“ heißt es dazu von Marcus Rauterberg im Rahmen eines Austauschs zwischen Sachunterrichtsdidaktikerinnen und -diaktikern, veröffentlicht 2007 in der Zeitschrift „Widerstreit-Sachunterricht“. Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf aktuelle Schul- und Hochschulentwicklungsprozesse ist eine disziplinäre Standortbestimmung notwendig, die selbstreflexiv die Genese der Wissenschaftsdisziplin Sachunterricht rekonstruiert, um Entwicklungsdynamiken offenzulegen und prospektiv zu deuten. Wie hat sich Sachunterricht als für Forschung und Lehre(rbildung) zuständige akademische (Ausbildungs- und Wissenschafts-)Disziplin an Hochschulen konstituiert? Worin besteht der „Kern der Disziplin“, d.h. der gemeinsame Gegenstandsbezug ihrer Vertreter und ihres disziplinären Wirkens? Diesen Fragen geht das Forschungsprojekt nach; es zielt auf die Rekonstruktion eines disziplinären Selbstverständnisses, wie es sich mit der Konstituierung der Wissenschaftsdisziplin Sachunterricht entwickelt hat.

 

Teilprojekt 2: Heimatkundelehrerausbildung und Forschung zur Methodik des Heimatkundeunterrichts in der DDR zwischen 1970 und 1989

Projektverantwortliche: Prof. Dr. Sandra Tänzer; Dr. Christian Grywatsch

 

Die Methodik des Heimatkundeunterrichts war in der DDR Teil einer Fachschulausbildung zukünftiger Unterstufenlehrerinnen und -lehrer an Instituten für Lehrerbildung (IfL), deren Zugangsberechtigung das Abschlusszeugnis der 10.Klasse darstellte. Die formalen Strukturen dieser zunächst dreijährigen, ab 1965 vierjährigen einphasigen Ausbildung sind in der Fachliteratur gut dokumentiert; über institutionelle, curriculare und personelle Bedingungen der Lehre im Studienfach Heimatkunde sowie Forschungsaktivitäten der Lehrerbildnerinnen und Lehrerbildner liegen hingegen kaum wissenschaftliche Erkenntnisse vor. Dass es solche Aktivitäten gab und diese als Ausdruck einer eigenen Wissenschafts- und Ausbildungsdisziplin gewertet werden können, wird von Hartmut Giest und Steffen Wittkowske im Handbuch Didaktik des Sachunterrichts (2007) unterstrichen. Im Forschungsprojekt sollen fachspezifische Kennzeichen des Ausbildungs- und Wissenschaftssystems an ausgewählten ehemaligen Instituten für Lehrerbildung sowie am Institut für Unterstufenmethodik der Pädagogischen Hochschule Erfurt erschlossen werden.

 

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