SPF Wissen. Räume. Medien. Forschungszentrum Gotha

Jacopo Stradas Magnum ac Novum Opus

Martin Mulsow: Jacopo Strada (etwa 1515-1588), Antiquar, Architekt und Antikenhändler, schuf Mitte des 16. Jahrhunderts für seinen Patron Johann Jakob Fugger ein 30 Bände umfassendes Corpus, das Magnum ac Novum Opus. Das Projekt soll das gesamte Corpus erstmals zusammenführen, in seinem historischen und künstlerischen Kontext analysieren, auf seine Quellen hin erforschen und seine Bedeutung für die Wissenschaftsgeschichte der Numismatik und die antiquarische Forschung im 16. Jahrhundert herausarbeiten. Dazu sollen die bisher getrennten Text- und Bildbände wissenschaftlich erschlossen werden. Darüber hinaus sollen Stradas Zeichnungen und Beschreibungen einander zugeordnet, digitalisiert und strukturiert in eine Datenbank eingegeben werden.

Laufzeit
11/2015 - 11/2018

Finanzierung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) :
600000 Euro

Laufzeit
12/2018 - 11/2020

Finanzierung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) :
450000 Euro

Projektleitung

Prof. Dr. Martin Mulsow
Direktor

Team

Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen

Jacopo Strada (etwa 1515-1588), Antiquar, Architekt und Antikenhändler, schuf Mitte des 16. Jahrhunderts für seinen Patron Johann Jakob Fugger ein 30 Bände umfassendes Corpus, das Magnum ac Novum Opus. Dieses Werk ist ein einzigartiges illustriertes Münzcorpus der Römischen Republik und des Kaiserreichs mit Münzdarstellungen von Julius Cäsar bis Kaiser Karl V. Es enthält insgesamt über 9000 Zeichnungen höchster Qualität, die nach der Insolvenz Fuggers 1566 zusammen mit dem Rest seiner Bibliothek und seiner Sammlung zu Herzog Albrecht V. von Bayern nach München gelangten. Die Zeichnungen befinden sich heute größtenteils in der Forschungsbibliothek Gotha. Zu den Zeichnungsbänden verfaßte Strada Kommentare (11 Bände) mit dem Titel A<ureorum> A<rgenteorum> A<ereorum> NumismatΩn Antiquorum ΔΙΑΣΚΕΥΕ, die in der Universitätsbibliothek Wien und der Tschechischen Nationalbibliothek Prag aufbewahrt werden.

Das Projekt soll das gesamte Corpus erstmals zusammenführen, in seinem historischen und künstlerischen Kontext analysieren, auf seine Quellen hin erforschen und seine Bedeutung für die Wissenschaftsgeschichte der Numismatik und die antiquarische Forschung im 16. Jahrhundert herausarbeiten. Dazu sollen die bisher getrennten Text- und Bildbände wissenschaftlich erschlossen werden. Darüber hinaus sollen Stradas Zeichnungen und Beschreibungen einander zugeordnet, digitalisiert und strukturiert in eine Datenbank eingegeben werden. Eine derartige Online-Edition ist eine unabdingbare Voraussetzung für dieses Projekt.

Die antiquarischen Forschungen hatten Mitte des 16. Jahrhunderts durch die Gründung der Accademia della Virtú in Rom einen bedeutenden Aufschwung erlebt. Strada und sein Patron waren mit den Ideen und den intellektuellen Strömungen Roms zu dieser Zeit bestens vertraut. Es ist daher durchaus wahrscheinlich, dass es sich bei diesem Münzcorpus um ein Editionsvorhaben der Akademie gehandelt hat. Kunsthistorische Fragestellungen des Projekts sind etwa die Herausarbeitung der Charakteristika von Stradas Zeichnungen und der Einfluß seiner antiquarischen Forschungen auf seine verschiedenen Tätigkeiten.

Für die Online-Edition eignet sich hervorragend die Datenbank des Census of Antique Works of Art and Architecture Known in the Renaissance, ein Akademievorhaben der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin. Die frei zugängliche Online-Datenbank des Census sichert den weltweiten kontinuierlichen Zugang zu den Digitalisaten von Stradas Münzcorpus.

Die Bearbeitung dieses Corpus ist nur in einem Zusammenwirken von Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachrichtungen durchführbar. Die vorgesehenen Mitarbeiter sind so ausgewählt, dass sie sich in ihren Kompetenzen ideal ergänzen, da das Projekt sowohl numismatische und antiquarische als auch kunsthistorische und biographische Kenntnisse verlangt.

Wissenschaftsgeschichte der Frühen Neuzeit