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Spieleforschung für die Spielewirtschaft: Pressemitteilung Nr.: 192/2009 - 29.10.2009

Das Thema „Spieleforschung für die Spielewirtschaft“ steht im Mittelpunkt der dritten Ringvorlesung am Dienstag (3.11.2009), die Professor Dr. Klaus Jantke vom Fraunhofer Instituts für Digitale Medientechnologie halten wird. Die öffentliche Vorlesung beginnt um 18 Uhr im Rathausfestsaal.

„Wenn in einer Schule geschossen wird, sind Computerspiele in aller Munde. Auch wenn es keinen wissenschaftlich belegten Zusammenhang gibt zwischen dem Spielen bestimmter eventuell gewalthaltiger Spiele und dem Töten von Menschen, so haben doch Populisten bequem einen Schuldigen gefunden“, so Jantke, der die Erfurter Abteilung Kindermedien am Fraunhofer Institut leitet. Dann wolle man Spiele verbieten, was natürlich einfacher und billiger sei, als den wirklichen Ursachen nachzuspüren und wirklich problematische Lebensverhältnisse zu verändern. „Wir brauchen andere Spiele“, werde gesagt. „Das ist richtig“, bestätigt auch Jantke. Aber wie kommen wir zu anderen Spielen?  Kann das Kindermedienland Thüringen da eine Vorreiterrolle spielen?  „Ja, es kann. Aber nur, wenn alle mitziehen“, betont der Experte, der die Reihe mitorganisiert hat, um stärker auf diese Probleme in der Öffentlichkeit hinzuweisen. Der Vortrag von Jantke soll einen Überblick über gegenwärtige Defizite geben und helfen, Wege zu neuen Spielen zu finden.  Dabei kann die Wissenschaft einen wichtigen Beitrag leisten - gerade in Thüringen.

Der studierte Mathematiker Klaus Peter Jantke ist seit Januar 2008 Leiter der Abteilung Kindermedien des Fraunhofer IDMT. Er ist Begründer der ersten  Deutschen Games Master Class 2007, die seit dem Wintersemester 2008/09 durch die Abteilung Kindermedien organisiert wird. Jantke leitet Projekte des BMFT/BMBF, BMWi, verschiedener Landesministerien, der DFG, der NATO, des Stifterverbands und anderer Forschungsförderer sowie Kooperationsprojekte mit Industrieunternehmen und Banken mit einzelnen Projektvolumina von bis zu 10 Mio. Euro. Er lehrte an zahlreichen deutschen Hochschulen (Berlin, Chemnitz, Cottbus, Darmstadt, Ilmenau, Leipzig, Saarbrücken).

Die Ringvorlesung "Spielemedien - Medienspiele" stellt im Wintersemester aktuelle Themen aus der Forschung zum Spielen in interaktiven Medien, speziell zu Computerspielen, vor. Dies betrifft zum Beispiel Fragen danach, warum und wie man durch Spiele Unterhaltung erfährt, was die Bedingungen dafür sind, dass positive und negative Wirkungen wie Lernerfolg oder Sucht durch Spielen hervorgerufen werden, wie durch interaktive Medien soziale Gemeinschaft beeinflusst wird, und mit welchen praktischen Fragestellungen sich die Computerspiele-Industrie aktuell befasst.  Die Vorlesungsreihe wird durch eine Kooperation zwischen Universität Erfurt und Fachhochschule Erfurt organisiert. Zusätzlich beteiligt ist die Erfurter Abteilung Kindermedien des Ilmenauer Fraunhofer Instituts für Digitale Medientechnologie. Die von der Thüringer Allgemeine präsentierte populäre Reihe bietet jeweils dienstags (Beginn 18.00 Uhr) in insgesamt 12 Veranstaltungen Vorträge von Wissenschaftlern und weiteren Experten.

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