University of Erfurt

Hochschulkommunikation der Universität Erfurt

Abendvortrag zu Ovids "Metamorphosen": Pressemitteilung Nr.: 06/2015 - 12.01.2015

Seite aus der restaurierten Handschrift mit Illustrationen zur Geschichten von Zeus und Yo. FBG, Memb I 98, Bl. 11r. © Universität Erfurt, Forschungsbibliothek Gotha.
Seite aus der restaurierten Handschrift mit Illustrationen zur Geschichten von Zeus und Yo. FBG, Memb I 98, Bl. 11r. © Universität Erfurt, Forschungsbibliothek Gotha.

„Der antike Mythos zu Zeiten Petrarcas. Eine bedeutende Ovid-Handschrift des 14. Jahrhunderts in Gotha“ lautet der Titel eines öffentlichen Vortrags, zu dem die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt am Mittwoch, 14. Januar, um 18.15 Uhr, alle Interessierten ins Herzog-Ernst-Kabinett auf Schloss Friedenstein einlädt. Prof. Dr. Dieter Blume (Kunsthistorisches Seminar der Universität Jena) und Prof. Dr. Christel Meier-Staubach (Seminar für lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit an der Universität Münster) referieren über Ovids „Metamorphosen.

Die „Metamorphosen“ des Ovid sind eines der am meisten gelesenen Bücher der Weltliteratur. Der römische Schriftsteller erzählt hier zahlreiche Liebesgeschichten in allen nur denkbaren Konstellationen und mit einer Unzahl von Verwicklungen. Die Verwandlung in eine Pflanze oder ein Tier ist dann jeweils ein tröstlicher Schluss, der nach dem Scheitern ein Weiterleben ermöglicht und zugleich an die Naturerfahrungen der Leser appelliert.

Um 1330 setzt mit Dante eine neue und intensive Rezeption dieses Textes ein, die von Boccaccio und Petrarca fortgeführt wird und die auch die von Ovid so ausführlich geschilderten Emotionen in den Blick nimmt. In diesem Kontext schreibt Petrus Berchorius seinen „Ovidius moralizatus“, eine grundlegend neue allegorische Deutung der „Metamorphosen“, die zu einem der erfolgreichsten Bücher des 14. und 15. Jahrhunderts wird. In Bologna entsteht um 1350 eine Ausgabe dieser Schrift mit mehr als 200 Miniaturen, vermutlich im Auftrag eines oberitalienischen Adligen. Diese Bilder zeigen in aller Ausführlichkeit die unterschiedlichen Liebesaffären und die zahlreichen Verwandlungen. Dieses prunkvolle Manuskript liegt seit langem in der Forschungsbibliothek Gotha. Es wird jetzt erstmals im Rahmen eines Forschungsprojektes der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) von Prof. Dr. Christel Meier-Staubach und Prof. Dr. Dieter Blume systematisch untersucht. Erste Ergebnisse dieser Forschungen sollen im Abendvortrag am Mittwoch einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Die Veranstaltung wird vom Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha e.V. unterstützt.

Weitere Informationen / Kontakt:

Dr. Sascha Salatowsky

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