Ausgewählte Publikationen zum Forschungsprofil des Theologischen Forschungskollegs (Stand 2020)

Julia Knop / Benedikt Kranemann (Hg.)
Segensfeiern in der offenen Kirche. Neue Gottesdienstformen in theologischer Reflexion
(Quaestiones disputatae 305)
Freiburg/Br. [u.a.]: Herder 2020
ISBN 978-3-451-02305-7
50,00 €

Weitere Informationen

Brigitte Benz / Benedikt Kranemann (Hg.)
Deutschland trauert. Trauerfeiern nach Großkatastrophen als gesellschaftliche Herausforderung
(Erfurter theologische Schriften 51)
Würzburg: Echter 2019
ISBN 978-3-429-05362-8
16,00 €

Weitere Informationen

Sebastian Holzbrecher / Julia Knop / Benedikt Kranemann / Jörg Seiler (Hg.)
Revolte in der Kirche? Das Jahr 1968 und seine Folgen
Freiburg/Br. [u.a.]: Herder 2018
ISBN 978-3-451-38065-5
35,00 €

Weitere Informationen

Anna Karger-Kroll / Michael Karger / Christopher Tschorn (Hg.)
Beziehungsstatus: kompliziert. Das kirchliche Leitbild von Ehe und Familie in Konfrontation mit der sozialen Wirklichkeit
(Katholizismus im Umbruch 6)
Freiburg/Br. [u.a.]: Herder 2018
ISBN 978-3-451-38076-1
20,00 €

Weitere Informationen

Samuel-Kim Schwope / Julia Knop / Benedikt Kranemann (Hg.)
Die Kirche und ihr Personal. Auf der Suche nach zukunftsfähigen Profilen und Identitäten seelsorglicher Berufe
(Erfurter theologische Schriften 52)
Würzburg: Echter 2020
ISBN: 978-3-429-05513
16,00 €

Weitere Informationen

Albert Gerhards / Benedikt Kranemann
Grundlagen und Perspektiven der Liturgiewissenschaft
Darmstadt: WBG 2019
ISBN 978-3-534-27214-3
58,00 €

Weitere Informationen

Jürgen Bärsch / Benedikt Kranemann / Winfried Haunerland / Martin Klöckener (Hg.)
Geschichte der Liturgie in den Kirchen des Westens. Rituelle Entwicklungen, theologische Konzepte und kulturelle Kontexte. 2 Bde.
Münster: Aschendorff 2018
ISBN 978-3-402-13186-2 und 978-3-402-13187-9
je 62,00 €

Weitere Informationen

Dominik Fugger / Benedikt Kranemann / Jenny Lagarde
Ritual und Reflexion. Historische Beiträge zur Vermessung eines Spannungsfeldes
Darmstadt: WBG 2015
ISBN: 978-3-534-26708-8
59,95 €

Weitere Informationen

Aufsätze und Zeitschriftenartikel

Julia Knop, Gott: Ein Menschheitsthema? Zeitgenössische Prämissen und unzeitgemäße Einreden, in: dies. (Hg.), Die Gottesfrage zwischen Umbruch und Abbruch. Theologie unter säkularen Bedingungen (QD 297), Freiburg i.Br. 2019, 161-177.

Julia Knop, Diakonische Kirche in säkularer Gesellschaft (Editorial), in: IkaZ 47 (2018) 213–215.
Julia Knop, Diakonische Kirche unter den Bedingungen der Diaspora, in: IkaZ 47 (2018) 216–228.
Julia Knop, Dossier: Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute. Erfahrungen diakonischer Pastoral in der Diaspora, in: IkaZ 47 (2018) 247-249.

Dominique-Marcel Kosack, Katholizität des Zeugnisses. Kontinuität und Innovation vor dem Hintergrund einer martyrologischen Ekklesiologie, in: Bernd Oberdorfer / Oliver Schuegraf (Hgg.), Reform im Katholizismus. Traditionstreue und Veränderung in der römisch-katholischen Theologie und Kirche, Leipzig 2018 (Beihefte zur Ökumenischen Rundschau 119), 393-405.

Michael Karger, Kirchliches Begräbnis nach Suizid. Zum Wandel der (Rechts-)Präsumtion bezüglich Suizid durch die Rezeption humanwissenschaftlicher Erkenntnisse, in: Bernd Oberdorfer / Oliver Schuegraf (Hg.), Reform im Katholizismus. Traditionstreue und Veränderung in der römisch-katholischen Theologie und Kirche (Beihefte zur Ökumenischen Rundschau 119), Leipzig 2018, 407-431.

Michael Karger, Sterbehilfe und Seelsorge. Eine pastorale Herausforderung für die Kirche, in: Herder Korrespondenz 72 (2018), H. 6, 28-31.

Julia Knop, Scientia fidei – Glaubenswissenschaft. Aufgaben- und Bedingungsfelder systematischer Theologie, in: Martin Kirschner (Hg.), Dialog und Konflikt. Erkundungen zu Orten theologischer Erkenntnis, Mainz 2017, 133–148.
Julia Knop, Hermeneutik des geglaubten Gottes. Zum Verhältnis von Glaube und Reflexion in wissenschaftlicher Theologie, in: Martin Kirschner (Hg.), Dialog und Konflikt. Erkundungen zu Orten theologischer Erkenntnis, Mainz 2017, 231–244.

Julia Knop, Gott – oder nicht. Theologie und Kirche angesichts des Nichtglaubens ihrer Zeit. Ein Paradigmenwechsel, in: ThG 60 (2017) 141–154.

Brigitte Benz, Nach Katastrophen hilft öffentliche Trauer. Zentrale Trauerfeiern und die Aufgaben der Notfallseelsorge, in: Die Info 122 (2-2017), S. 24 – 28.

Brigitte Benz, Gottesdienste als Beitrag zur Bewältigung einer Naturkatastrophe - Einige Überlegungen aus liturgiewissenschaftlicher Perspektive, in: Schwillus, Harald / Moser, Hans (Hg.), Land unter - Der Mensch vor der Katastrophe. Menschliche Wahrnehmung singulärer hydrologischer Ereignisse (Bericht Nr. II-23 der KHR Report No II-23 of the CHR © 2017, KHR/CHR), S. 19-27.

Juliane Irma Mihan, "Heimat für Christen und Juden in Lengsfeld. Die
Geschichte eines unkonventionellen Schulprojektes in der Mitte des 19.
Jahrhunderts." in: Medaon - Magazin für jüdischesn Leben in Forschung
und Bildung, 9 (2015), 16, S. 1-11, online unter http://www.medaon.de/pdf/medaon_16_Mihan.pdf

Sebastian Holzbrecher, Anspruch und Wirklichkeit. Konzilsrezeption zwischen innerkirchlichem Aufbruch und staatlichen Repressionen in der DDR, in: Myriam Wijlens (Hg.), Die wechselseitige Rezeption zwischen Ortskirche und Universalkirche. Das Zweite Vatikanum und die Kirche im Osten Deutschlands (Erfurter Theologische Schriften Bd. 46), Würzburg 2014, 69-88.

Sebastian Holzbrecher, Der Aktionskreis Halle. Eine katholische Reformbewegung in der DDR zwischen Staat und Kirche, in: Andreas Merkt / Günther Wassilowsky / Gregor Wurst (Hrsg.), Reformen in der Kirche. Historische Perspektiven (Quaestiones disputatae Bd. 260), Freiburg i.Br. u.a. 2014, 292-311.

Publikation zur Tagung "Feier der Lebenswende" des Theologischen Forschungskollegs - Theologie der Gegenwart 56 (2013) 4:

Albrecht Döhnert, "Jugendweihe:mehr als eine Feierstunde" Ein säkulares Ritual zwischen Anspruch und Wirklichkeit (242-257).
Birgit Jeggle-Merz, Jugendrituale im Raum der Kirche. Ein liturgiewissenschaftlicher Blick auf neue Feierformen (258-271).
Hans-Joachim Sander, Weniger ist mehr und Gott steckt in den Details. Der Gottesraum in Lebenswenden und seine urbane Feier (272-287).
Petr Štica, Die Lebenswendefeier in sozialethischer Perspektive (288-298).

S. Holzbrecher, Die ostdeutsche Pastoralsynode in Dresden (1973-1975), in: J. Schmiedl (Hg.), Nationalsynoden nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Rechtliche Grundlagen und öffentliche Meinung, Freiburg 2013, 77-100

Petr Štica, Liturgie vedená laiky – zpráva z mezinárodní konference v Erfurtu (4.-5. listopadu 2011) [Laien leiten Liturgie – Bericht über eine internationale Tagung in Erfurt, 4.-5. November 2011]. In: Acta Universitatis Carolinae Theologica 2 (2012), Nr. 1, s. 154-157

Peter Hünermann, Erfurter Theologie? Versuch einer Profilbestimmung, in: Theologie der Gegenwart 55 (2012) 2-3, 82 - 140.

Torsten W. Müller, Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Erfurt, in: Jahrbuch für mitteldeutsche Kirchen- und Ordensgeschichte 7 (2011), S. 221-226.

Torsten W. Müller, Kirche und Sport. Zur Entwicklung der DJK-Sportverbände bis 1935, in: Eichsfeld-Jahrbuch 19 (2011), S. 323-336.

Christof Mandry, Die Werte der Union - ein Weg zur Identifikation der Bürger mit der EU, in: Bernhard Kempen/Kolja Naumann (Hg.): Das religiöse Erbe Europas. Beiträge einer Fachkonferenz der Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe für weltkirchliche Aufgaben der Deutschen Bischofskonferenz am 08./09. Juli 2009 (=PROJEKTE 20), Bonn: Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, März 2011, 85-114.

Christof Mandry, Christliche Lebensführung im Kontext des Pluralismus, in: Theologie der Gegenwart 54 (2011), 4, 253-264.

Publikation zur Eröffnungstagung des Theologischen Forschungskollegs - Theologie der Gegenwart 53 (2010), 161-227:

Lieven Boeve, Theologische Forschung an den Schnittstellen von Hochschule, Kirche und Gesellschaft.
Andrea Grillo, Die liturgische Tradition in der spätmodernen Welt. Ein theoretisch interdisziplinäres Verstehensmodell.
Miklós Tomka, Das Profil katholischer Theologie aus religionssoziologischer Sicht.
Karl-Wilhelm Merks, Bewegliche Ethik. Zum notwendigen Strukturwandel der Moraltheologie.
Hans-Joachim Sander, Von den Utopien der Mehrheit zu den Heterotopien der Minderheit. Eine Topologie der Autorität für das Theologische Forschungskolleg Erfurt.

Christof Mandry, Europa als Wertegemeinschaft. Eine theologisch-ethische Studie zum politischen Selbstverständnis der Europäischen Union, Baden-Baden 2009.

Veranstaltungsarchiv

2019

Herzliche Einladung zur Tagung "Transformationsprozesse im Kontext von Migration und Religion" am 11./12. November 2019 in Jena.

Weitere Informationen zum Programm sowie Anmeldeformalitäten finden Sie hier.

Thema: "Lebensabschnittspartner? Glaubensbiographien und kirchliche Lebensformen im Umbruch"

Datum: 8./9. November 2019

Ort: Evangelisches Augustinerkloster in Erfurt

Weitere Informationen zum Programm sowie Anmeldeformalitäten finden Sie hier.

Herzliche Einladung zum II. Forum "junge Theologie".

Weitere Informationen zum Programm sowie Anmeldeformalitäten finden Sie hier.

Gastvorlesungen im SoSe 2019

9. Mai 2019: Vortrag von Dr. Magnus Lerch (Universität Wien):
"Der Mensch - von Natur aus religiös? Rationale Glaubensverantwortung vor der Herausforderung der Säkularität"
19 Uhr HS Coelicum

19. Juni 2019: Vortrag von Dr. Knut Bergmann (Institut der deutschen Wirtschaft, Köln):
"Staatsbankette und Staatsrepräsentation in der Bundesrepublik Deutschland"
(Kooperationsveranstaltung mit dem Katholischen Forum im Land Thüringen)
19 Uhr HS Kiliani

11. Juli 2019: Vortrag von Prof. Dr. Roman Globokar (Universität Ljubljana):
"Die Normativität der menschlichen Natur in der Zeit der biotechnologischen Perfektion des Menschen"
19 Uhr HS Coelicum

Internationale Tagung "Das Christentum und die europäische Idee heute" vom 27.-30. Mai 2019 in Belgien.

Tagung in Prag vom 21.-24. März 2019 zum Thema: "Sakramente im Kontext. Theologie vor neuen Fragestellungen im 21. Jahrhundert".

Weitere Informationen zum Programm sowie Anmeldeformalitäten finden Sie hier.

Bericht: https://theologie-aktuell.uni-erfurt.de/sakramente-im-kontext/

2018

Doktorandentagung: "Die Kirche und ihr Personal. Auf der Suche nach zukunftsfähigen Profilen und Identitäten seelsorglicher Berufe"

26./27. Oktober 2018, Bildungshaus St. Ursula, Erfurt.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Hier geht es zum Tagungsberichtund der Pressemitteilung: https://aktuell.uni-erfurt.de/2018/08/20/tagung-auf-der-suche-nach-zukunftsfaehigen-profilen-und-identitaeten-seelsorglicher-berufe/

Ökumenische Tagung und Workshop für junge TheologInnen aus Mitteldeutschland

"Forum Junge Theologie"

Vortrag: "Theologie braucht Universität und Universität braucht Theologie"
Referent: Prof. Dr. Klaus Dicke (Jena)
29. Juni 2018, 10-17 Uhr, Domstraße 10

Weitere Informationen finden Sie hier.

Zwei Texte zu Ritual und Kult im Alten Testament

 28. Juni 2018 | Stadtbibliothek Erfurt

Mit Sarah Fischer und Dr. Martin Nitsche.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Gastvorlesungen im SoSe 2018

21. Juni 2018: Vortrag von Prof. Dr. Claudia Nothelle (Berlin)
"1968 in der Kirche: Mehr als ein politisches Nachtgebet..."
19 Uhr HS Kiliani

7. Juni 2018: Vortrag von Norbert Schmidt (Prag)
"Kirchenaustritte in Prag um 1930 in der neuen demokratischen Republik"
19 Uhr HS Kiliani

Tagung: "Trauer und Gedenken nach Großkatastrophen – das Miteinander von Kirche und Staat bei Trauerfeiern"

5./6. Juli 2018 | Bildungshaus St. Ursula

Weitere Informationen finden Sie hier.

Tagungspublikation

Brigitte Benz / Benedikt Kranemann (Hg.)
Deutschland trauert. Trauerfeiern nach Großkatastrophen als gesellschaftliche Herausforderung
(Erfurter theologische Schriften 51)
Würzburg: Echter 2019
ISBN 978-3-429-05362-8
16,00 €

Weitere Informationen

Gastvorlesung im WS 17/18

16. Januar 2018: Vortrag von Prof. Dr. Christoph Wulf (Berlin)
"Die Wiederentdeckung der Bedeutung von Ritualen in den Kulturwissenschaften heute. Perspektiven historischer Anthropologie"
19:30 Uhr HS Coelicum

2017

Lesung und Diskussion mit Christian Lehnert

„Fliegende Blätter von Kult und Gebet“ lautet der Untertitel eines Buches von Christian Lehnert. Er nähert sich als Dichter den Texten und Riten des christlichen Gottesdienstes, die ihm als Liturgiewissenschaftler aus anderer Perspektive vertraut sind.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 6. Dezember, um 19 Uhr, in der Bildungsstätte St. Martin, Farbengasse 2 (Fischersand), statt.

Gastvorlesungen im WS 2017/18

28. November 2017: Prof. Dr. Jan-Heiner Tück, Wien
"Ein zerklüftetes Panorama. Mögliche theologische Zugänge zur Gegenwartsliteratur"
19 Uhr HS Coelicum

7. November 2017: Prof. Dr. Hubertus Lutterbach, Essen
"Das Ideal der kultischen Reinheit. Schlüssel zum kirchlichen Missbrauchsskandal?"
19:30 Uhr HS Coelicum

16. Januar 2018: Vortrag von Prof. Dr. Christoph Wulf (Berlin)
"Die Wiederentdeckung der Bedeutung von Ritualen in den Kulturwissenschaften heute. Perspektiven historischer Anthropologie"
19:30 Uhr HS Coelicum

Gastvorlesungen im SoSe 2017

26. Juni 2017: Prof. Dr. Anja Middelbeck-Varwick, Berlin
"Der Gott Israels ist der Vater Jesu  - und der Gott des Koran. Von der Israeltheologie zur Islamtheologie? Religionstheologische Überlegungen"
18 Uhr HS Kiliani

6. Juni 2017: Prof. Dr. Stefan Reif, Cambridge
"Viewing the Other: Attitudes towards Non-Jews in Medieval Jewish Prayer Books” / „Wir und die Anderen: Bezüge zu Nicht-Juden im mittelalterlichen jüdischen Gebetsbüchern"
18 Uhr Kleine Synagoge

8. Mai 2017: Prof. Dr. Volker Ladenthin, Bonn
"Religion und demokratische Gesellschaft. Warum wir Religion brauchen"
17 Uhr HS Kiliani

Öffentliches Konzert mit Vortrag

14.06.2017 | 19 Uhr | Rathausfestsaal | Tehila Nini Goldstein & Jascha Nemtsov | Öffentliches Konzert und Vortrag 

"Zwischen Schtetl und Judería. Aschkenasische und sephardische Musik"

(Tickets für 10 EUR bzw. 5 EUR für Studierende können an der Abendkasse und in der Erfurt Tourist Information, Benediktsplatz 1, erworben werden.)

 

Tagung im SoSe 2017

Theologisches Forschungskolleg der Universität Erfurt / Katholisch-Theologische Fakultät der Karls-Universität Prag / Zentrum für Theologie und Kunst

Raum und liturgisches Feiern - Theologische Sondierungen

27. bis 30. April 2017, Bildungshaus St. Ursula, Anger 5, Erfurt

Tagungsprogramm

Tagungsbericht

Gastvorlesung im WS 16/17

18. Januar 2017: Prof. Dr. Joachim Valentin, Frankfurt
"Kirche und Öffentlichkeit"
18 Uhr HS Coelicum

2016

Tagungsbericht

Schneisen in ein nahezu höchst komplexes Themenfeld haben die Doktoranden und Doktorandinnen des Theologischen Forschungskollegs mit der selbstorganisierten Tagung

„Die Fremden – Umgang in Theologie, Gesellschaft und Kirche“

vom 17. und 18.11.2016 in Erfurt geschlagen. Die Tagung beschränkte sich nicht nur auf Fragen, die die aktuelle Flüchtlingssituation in Deutschland und Europa betreffen, sondern nahm auch Zwangsmigrationen im 20. Jahrhundert in den Blick und reflektierte die Entwicklungen aus theologisch-philosophischer Perspektive.

Mit Referentinnen und Referenten aus verschiedenen Fachsdisziplinen und Wissenschaftsstandorten sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands ermöglichte das zweitägige Symposium biblische, historische, philosophische und sozialwissenschaftliche Zugriffe auf ein höchst disparates Themenfeld. Im Verlauf der Tagung wurde immer wieder darauf verwiesen, wie wichtig ein differenzierter und reflektierter Sprachgebrauch für eine angemessene Auseinandersetzung mit dem zu behandelnden Thema ist. Nicht nur die Verwendung verschiedener Krisen-Komposita wurde kritisch bedacht, sondern auch darauf verwiesen, dass das Suffix -ling im Deutschen durchaus eine ambivalente Bedeutung aufweist. Zudem stellte sich die Frage, wie das zu benennen und zu verstehen sei, was den Fremden zum Fremden macht. Ist Fremdheit ein Unterschied, den es zu absorbieren, eine Distanz, die es zu überwinden oder ein Abstand, den es auszuhalten gilt?

Ausgehend vom gesellschaftlichen Wandel und verschiedenen Differenzierungsformen von Gesellschaft ging Elke Geenen (Kiel) aus soziologischer Perspektive auf die Fähigkeit der Gesellschaft und des Einzelnen ein, Fremdheit zu erfahren, sich zu ihr zu verhalten und mit ihr umzugehen. Eine erfolgreiche Integration von Fremden in einer funktional-differenzierten Gesellschaft hängt demnach nicht unwesentlich davon ab, welche Fremdheitserfahrungen die einzelnen Mitglieder der Gesellschaft gemacht haben und wie es ihnen dabei gelingt, diese Elemente von Fremdheit in ihr eigenes Selbst- und Weltbild zu integrieren. Wo diese Integrationsleistung misslingt, entstehen durchaus ernstzunehmende Gefahren für den „impliziten Gesellschaftsvertrag“, der den Konsens über essentielle Werte und Normen darstellt.

Einen philosophischen Zugang unternahm Holger Zaborowski (Vallendar), der im Umgang mit Fremden der provokanten Frage nachging: Gerechtigkeit oder Barmherzigkeit? Indem er auf die notwendige Solidarität mit dem Fremden ob seines Menschseins verwies, plädierte Zaborowski für einen starken Gerechtigkeitsbegriff. Ein menschenwürdiger Umgang mit Fremden sei daher zunächst und grundsätzlich ein Gebot der Gerechtigkeit. Damit widersprach er der Vorstellung, Barmherzigkeit müsse mangelnde Gerechtigkeit ausgleichen. Vielmehr warb Holger Zaborowski für eine Verantwortung gegenüber den Fremden, die von einer Komplementarität von Gerechtigkeit und Barmherzigkeit geprägt ist. Dabei machte er auch deutlich, dass beide Aspekte jeweils von einander unabhängige Eigenlogiken aufweisen und insofern nicht gegenseitig substituiert werden könne. Dies habe dann auch Auswirkungen auf die Akteure in der aktuellen Flüchtlingssituation. Man könne nicht dort kirchliche Barmherzigkeit erwarten, wo politische Gerechtigkeit versage.

Die biblische Perspektive auf die Fremden nahm Herr Dr. Reinhold Then (Regensburg) ein, aber nicht, ohne auch die praktische Erfahrung aus der Diözese Regensburg in seinen Vortrag einzubeziehen. Über die These „Die Bibel ist ein Flüchtlingsbuch“ näherte er sich zunächst biblischen Texten, die in der Fremde entstanden sind und für die Exilgemeinde verfasst wurden (AT), zu denen er unter anderem auch die Genealogien in Gen 5 zählte, da diese Identität stiften. Von diesen Texten unterschied er wiederum Texte, auf deren Erzählebene das Thema Fremdsein eine offensichtliche Rolle spielt. Exemplarisch ging er dabei auf die Verheißung für Abraham in Gen 12-10-13,2 und mit Bezug auf das NT auf die Flucht nach Ägypten in Mt 2,13-23 ein. Schließlich verwies Then auf die Chancen solcher Texte, die darin liegen, dass sie, zusammen mit Zuflucht-Suchenden gelesen, eine neue Lesart und Sinnperspektive entfalten.

Den öffentlichen Abendvortrag in den Räumen der Katholisch-Theologischen Fakultät Erfurt übernahm Ottmar Fuchs und beschritt damit das Feld der Pastoraltheologie. Aufbauend auf der Bibelstelle Lev 19,33-34 „Wenn Fremde bei dir in eurem Land leben“ entwickelte Fuchs eine fächerübergreifende und sprachlich ergreifende, wenn auch schonungslose Gegenwartskritik. Wenn Israel sich Fremden gegenüber so verhielte, wie es Ägypten getan habe, dann verlöre es auf diese Weise seine eigene Würde. Die gedankliche Bewegung führt dabei von der Egozentrik zu einer Allozentrik. In Thesen, wie „Wer nicht teilen will, muss töten(, um seine Ressourcen für sich selbst zu sichern) und wer nicht leiden will, muss hassen“, wird die Stärke der Rhetorik des Vortrags deutlich. Fuchs argumentiert hierbei zumeist gnadentheologisch und postuliert eine Gabe-Mentalität gegenüber einer Tausch-Mentalität. Der appellative Charakter zeigt sich zudem in (An)fragen, wie „Inwieweit können und wollen wir darauf verzichten, unsere exklusiven Vorteile zu behalten?“ Der eigene Wohlstand und Besitz habe scheinbar mehr Recht auf Existenz als das Leben anderer Menschen. Es gilt nach Fuchs, auf Sicht zu handeln, nämlich zu sehen, was gebraucht wird.

Der Erlangener Medienethiker Christian Schicha wies in seinem Beitrag auf kritische Aspekte im medialen Umgang mit der Flüchtlingssituation in Deutschland und Europa hin. Besonders die Frage nach der ethischen und moralischen Erlaubtheit der Darstellung toter Flüchtlinge in Massenmedien wurde analysiert und debattiert. Ausführlich wies Schicha auf verschiedene Ebenen der medialen Verantwortungsethik hin und stellte die Kontrollmechanismen der deutschen Printmedienlandschaft und ihre Bedeutung im aktuellen politischen und gesellschaftlichen Diskurs vor. Dabei wurde besonders die Frage nach der Würde toter Flüchtlinge und ihrer Instrumentalisierung durch und in den Medien diskutiert.

Auf die Bedeutung von Zwangsmigrationen für die religiöse Identität katholischer Christen ging der Kirchenhistoriker Torsten Müller (Heiligenstadt) in seinem Vortrag über die Integration und Beheimatung von katholischen Flüchtlingen und Vertriebenen nach 1945 auf dem Gebiet des heutigen Freistaates Thüringen ein. Obgleich keine inhaltliche Vergleichbarkeit der damaligen und aktuellen Migrationsbewegungen möglich ist, ergaben sich dennoch formale Parallelen und Anknüpfungspunkte. Welche Rolle spielt Religion im individuellen und kollektiven Umgang mit Flucht und Vertreibung? Sind Religion und religiöse Zugehörigkeit ein Integrationshemmnis oder ein Integrationsmotor? Sind mit Migrationsbewegungen Säkularisierungsschübe verbunden und gibt es aus der Betrachtung der Vergangenheit Muster, die es zu antizipieren oder eventuell kritisch zu begleiten gilt?

Einen Einblick in den aktuellen kirchlichen Umgang mit Geflüchteten bot Christina Busch von der Caritas aus dem Erzbistum Berlin. Ihr Vortrag schilderte nicht nur die teilweise chaotischen Zustände in der Bundeshauptstadt im Jahr 2015, er zeigte auch Wege auf, wie die Zivilgesellschaft und kirchliche Einrichtungen ganz konkret auf die Herausforderungen der Flüchtlingssituation reagierten und wie Integration und Annäherung beginnen können.

Auch der abschließende Vortrag von Theresa Papst, der grundsätzlich einen liturgiewissenschaftlichen Ansatz verfolgte, wurde immer wieder von aktuellen Schilderungen im Umgang mit Geflüchteten im Rahmen der Seelsorgerinnentätigkeit der Referentin in einer Psychiatrie geprägt. Ausgehend vom Konzept der liturgischen Gastfreundschaft erörterte Papst Chancen und Grenzen multireligiöser Feiern und problematisierte in diesem Zusammenhang zudem den Gast-Begriff. Sie kam zu dem Schluss, dass feste Strukturen und symbolische Handlungen ein Gewinn für gemeinsame Feiern sein können, wohingegen die Wortlastigkeit vieler Gottesdienstformen aufgrund der Sprachbarrieren Hindernisse darstellen. Im zweiten Teil ihres Vortrages nahm Papst eine historische Perspektive ein und erläuterte die Veränderungen im Kirchenbau und in der Liturgie nach Migrationsbewegungen im 19. Und 20. Jahrhundert.

Bewusst wurde auf dieser Tagung nicht die Frage nach politischen Lösungsstrategien gestellt. Vielmehr sollte der aus unterschiedlichen Perspektiven heraus der ethisch gebotene und der tatsächlich praktizierte Umgang mit Flüchtlingen kritisch reflektiert und diskutiert werden.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Gastvorlesungen im WS 16/17

8. November 2016: Prof. Dr. Rainer Kampling, Berlin
"Heimsuchung - die Bibel und ihre Subtexte"
20 Uhr HS Coelicum

17. November: Prof. em. Dr. Ottmar Fuchs, Tübingen
„Wenn Fremde bei dir in eurem Land leben“
20 Uhr HS Coelicum

18. Januar 2017: Prof. Dr. Joachim Valentin, Frankfurt
"Kirche und Öffentlichkeit"
18 Uhr HS Coelicum

Gastvorlesungen im SoSe 2016

20. Juni 2016: Prof. Dr. Johanna Rahner, Tübingen
"Sakramententheologie vor neuen Herausforderungen? Warum neue Rituale, Riten-Design, Ritual Studies die Dogmatik in Bewegung bringen"
20 Uhr HS Coelicum

7. Juni 2016: Prof. Dr. Gerhard Wegner
"Religion als produktive Differenz? Einige Vermutungen zur Religionsverflüchtigung anhand von zwei Studien zu Konfessionslosen und Kirchenmitgliedern im Berliner Osten"
20 Uhr HS Coelicum

25. April 2016: Prof. Dr. Egbert Ballhorn, Dortmund
"Die Stimme Gottes und der Hallraum der Worte"
20 Uhr HS Coelicum

Gastvorlesung im WS 15/16

Um die katholische Liturgiereform geht es in einem öffentlichen Gastvortrag von Prof. Dr. Massimo Faggioli am Mittwoch, 3. Februar. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Beginn ist um 20 Uhr im Coelicum, Domstraße 10. Der Vortrag ist in englischer Sprache.

50 Jahre sind seit den Beratungen des Zweiten Vatikanischen Konzils vergangen. Die katholische Kirchenversammlung war der Startpunkt für eine umfangreiche Reform der Liturgie. Der in St. Thomas, Minnesota, lehrende italienische Kirchenhistoriker Prof. Dr. Massimo Faggioli befasst sich schon länger mit dem Zusammenhang zwischen dieser Reform und dem theologischen Selbstverständnis der katholischen Kirche. Auf Einladung des Theologischen Forschungskollegs an der Universität Erfurt hält er seine Gastvorlesung unter dem Titel „Reception of Vatican II and Reception of the Liturgical Reform. An Assessment Fifty Years After“. Faggioli spricht sich darin für eine Wiederentdeckung der theologischen Bedeutung dieser Reform und ihres Potenzials für die Zukunft der Kirche aus.

2015

Gastvorlesungen im WS 15/16

12. November 2015: Prof. Dr. Thomas Brechenmacher, Potsdam
"Akkulturation und Religion in der deutsch-jüdischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts anhand empirischer Indikatoren"
20 Uhr HS Coelicum

19. November 2015: Prof. Dr. Sigrid Müller, Wien
"Zumutung oder Verheißung? Das Leitbild Ehe und Familie in der aktuellen Diskussion"
20 Uhr HS Coelicum

10. Dezember 2015: Prof. Dr. Melanie Peetz, Frankfurt
"... berauscht euch an der Liebe!" Zur literarischen Gestaltung und Vermittlung der Emotionen im Hohelied
20 Uhr HS Coelicum

Doktorandentagung

"Zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Theologische Anfragen an das kirchliche Leitbild von Ehe und Familie“ am 19./20. November 2015, Bildungshaus St. Ursula

Weitere Informationen finden Sie hier.

Tagungspublikation

Anna Karger-Kroll / Michael Karger / Christopher Tschorn (Hg.)
Beziehungsstatus: kompliziert. Das kirchliche Leitbild von Ehe und Familie in Konfrontation mit der sozialen Wirklichkeit
(Katholizismus im Umbruch 6)
Freiburg/Br. [u.a.]: Herder 2018
ISBN 978-3-451-38076-1
20,00 €

Weitere Informationen

Gastvorlesungen im SoSe 2015

23. Juni 2015: Prof. Dr. Klaus Unterburger, Regensburg
"Antiklerikalismus und Entzauberung der Welt. Ursache und Faktoren der Säkularisierung aus historischer Perspektive"
20 Uhr HS Coelicum

27. Mai 2015: Prof. Dr. Michael Böhnke, Wuppertal
"Kirche neu denken"
20 Uhr HS Coelicum

7. Mai 2015: Prof. Dr. Constantin Oancea, Sibu
"Das Alte Testament in der orthodoxen Liturgie"
20 Uhr HS Coelicum

Semesterplakat

Tagung/Workshop

Zu einem interdisziplinären Fachgespräch zum Thema "Trauerfeiern nach Großkatastrophen", lädt das Theologische Forschungskolleg der Universität Erfurt von Donnerstag, 14. Mai, bis Samstag, 16. Mai, ins Bildungshaus St. Ursula in Erfurt ein. Eine Anmeldung ist bis zum 30. April bei Brigitte Benz (brigitte.benz@uni-erfurt.de) möglich.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Tagung in Prag

"Säkularisierung als Chance" - Erfurter Theologen bei Tagung in Prag

Die christlichen Kirchen in Ostdeutschland und in Tschechien sind gleichermaßen stark vom Phänomen einer sehr geringen Kirchenbindung betroffen. Ein hohes Maß an Konfessionslosigkeit ist hier wie dort prägend. Damit verbinden sich neue Herausforderungen auch für die Theologie, denen in einer gemeinsamen Tagung von Theologinnen und Theologen aus Erfurt und Prag nachgegangen werden soll. „‘Mit dem Geheimnis leben‘. Säkularisierung als Chance“ lautet das Thema einer Tagung des Theologischen Forschungskollegs an der Universität Erfurt und der Katholisch-Theologischen Fakultät der Karls-Universität Prag, die vom 16. bis 19. April 2015 in der tschechischen Hauptstadt stattfindet.

Die Erfurter Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler unter Leitung von Prof. Dr. Benedikt Kranemann interessiert dabei, wie Theologie und Kirchen der CSSR auf die Veränderungen religiöser Praxis und die politische Verfolgung reagiert haben und welche Wege man in Liturgie und  Pastoral im heutigen Tschechien geht. Unter anderem werden die Promovierenden die Gelegenheit haben, einen Tag lang mit Prof. Dr. Tomáš Halík zu arbeiten, der als Theologe in der Untergrundkirche in der CSSR gewirkt hat und heute einer der international bekanntesten katholischen Theologen aus Tschechien ist. Halík setzt sich insbesondere für den Dialog zwischen Christen, Agnostikern und Atheisten ein. Der Dekan der Erfurter Katholisch-Theologischen Fakultät, Prof. Dr. Michael Gabel, wird in Prag einen Vortrag über die Rezeption des theologischen Denkens von Tomáš Halík in der deutschen Theologie und Kirche halten. Halík hat im vergangenen Jahr die Ehrendoktorwürde der Universität Erfurt erhalten. Der in Belgien lehrende tschechische Theologe Martin Kočí (KU Leuven) wird über das biblische Motiv der Suche nach dem Altar des unbekannten Gottes referieren und dabei die Theologie Halíks erörtern. Prof. Kranemann wird vor dem Hintergrund von Thesen Halíks religiöse Feiern mit Konfessionslosen vorstellen. In einem Workshop der Promovierenden werden Impulse der tschechischen Theologie und Kirche anhand von Texten der Theologen Oto Mádr, Bonaventura Bouše und Josef Zvěřina diskutiert. Es ist die dritte Tagung, die Erfurter und Prager Theologinnen und Theologen in Folge veranstalten. Die Zusammenarbeit hat sich als wissenschaftlich sehr ergiebig erwiesen und soll auch in Zukunft fortgeführt werden.

Tagungsbericht

Gastvorlesungen im WS 14/15

27. Januar 2015: Prof. Dr. Peter Cornehl, Hamburg
"Das Reformationsjubiläum 1917"
18 Uhr HS Coelicum

15. Januar 2015: Prof. Dr. Michael Theobald, Tübingen
"Ihr habt die Blasphemie gehört!" (Mk 14,64) Warum Jerusalemer Sanhedristen auf den Tod Jesu drangen
20 Uhr HS Coelicum

2014

Gastvorlesungen im WS 14/15

4. Dezember 2014: Prof. Dr. Tine Stein, Kiel
"Christentum und freiheitlicher Verfassungsstaat"
20 Uhr HS Coelicum

4. November 2014: Prof. Dr. Jascha Nemtsov, Potsdam/Weimar
"Jüdische Musik als Spiegel jüdischer Identität"
20 Uhr HS Coelicum

Doktorandentagung

DER ERSTE WELTKRIEG UND DIE THEOLOGIE
Theologisches Forschungskolleg der Universität Erfurt lädt zum Workshop ein

29. bis 30. Oktober 2014, Bildungshaus St. Ursula

Anmeldungen zur Tagung sind bis zum 15. Oktober per E-Mail an manuela.seifert@uni-erfurt.de möglich.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Tagung im Sommersemster 2014

23.-27. Mai 2014 Erfurt Conference

Christianity in the City - Theological and ethical considerations

Theologisches Forschungskolleg, Universität Erfurt & Loyola University Chicago, Richard A. McCormick, S.J., Chair of Catholic Moral Theology

Internationale Nachwuchsforschertagung - International Junior Scholar Conference

Programm der Tagung

Tagungsbericht

 

Öffentliche Vorlesung im Rahmen der Tagung:

Prof. Dr. John McCarthy, Loyola University Chicago

"Holy cities – challenges to theology and ethics"

26. Mai, 19.30 Uhr, Coelicum, Domstrasse 10

Gastvorlesungen im SoSe 2014

3. Juni 2014: Prof. Dr. Georg Steins, Osnabrück
„Damit du gerettet wirst!“ Der Ansatzpunkt alttestamentlicher Schöpfungstheologie
20 Uhr HS Coelicum

24. Juni 2014: Dr. Christian Lehnert, Leipzig
"Unvermischt und ungetrennt. Über religiöse und poetische Sprache"
20 Uhr HS Coelicum

1. Juli 2014: Prof. Dr. Karlheinz Ruhstorfer, Dresden
"Zum Verhältnis von Mystik und Politik"
20 Uhr HS Coelicum

2013

Doktorandentagung

Theologie und Raum

Workshop des Theologischen Forschungskollegs an derUniversität Erfurt
am 26. und 27. November 2013 im Bildungshaus St. Ursula, Erfurt

Weitere Informationen finden Sie hier.

Das Theologische Forschungskolleg der Universität Erfurt veranstaltete am 26. und 27. November einen Workshop zum Thema „Theologie und Raum“. Dieser trug der Tatsache Rechnung, dass seit einigen Jahren eine gesteigerte Aufmerksamkeit für die Kategorie ‚Raum‘ in den Sozial- und Kulturwissenschaften sowie in der Theologie zu verzeichnen ist („spatial turn“). Ziel des Workshops war es, eine Plattform für interdisziplinäre Diskussionen zu bieten und so die Reflexionen verschiedener Fachwissenschaften zum Thema „Raum“ zusammenzuführen. Insbesondere wurde der Frage nachgegangen, welche neuen Perspektiven der spatial turn für die Theologie und ihre einzelnen Disziplinen eröffnet hat. Den Schwerpunkt bildeten hierbei die theologische Ethik, die alttestamentliche Exegese und die Liturgiewissenschaft. Die Themen des ersten Tages wurden von der Humangeographie und der theologischen Sozialethik vorgegeben. Vorträge zur Bedeutung des Raumes innerhalb der alttestamentlichen Exegese sowie der Liturgie und Kirchenarchitektur prägten den zweiten Tag.

Den das Thema fundierenden theoretischen Einführungsvortrag hielt Benno Werlen (Jena), Professor für Sozialgeographie. Werlen gab darin einen breitgefächerten Überblick über sein seit mehr als 30 Jahren währendes Forschen zu Raum und Räumlichkeit: Räumlichkeit wird dadurch hergestellt, dass der Mensch Beziehungen aufbaut; somit ist sie als notwendige Bedingung des Handelns konstitutiv für die Herstellung von Gesellschaftlichkeit. Werlens Raumkonzept begreift den Raum somit nicht mehr als Behälter von Welt, sondern als ein Medium von Welt-Bindung. Der Raum baut auf Erfahrung auf, ist aber kein Erfahrungsbegriff. Koordinatennullpunkt ist dabei der eigene Körper. Abschließend ging Werlen auf die digitale und mediale Revolution gesellschaftlicher Raumverhältnisse ein. Wiederholt betonte er, dass es eine „Soziologie des Raumes“ nicht gäbe.

Der erste Vortrag zu dem thematischen Block „Systematisch-ethische Perspektive“ diente als Bindeglied zwischen dem Vortrag des Geographen Benno Werlen und dem Vortrag des Theologen Martin Schneider. Darin stellte Katharina König (Erfurt), sowohl Theologin als auch Geographin, den spatial turn aus der Sicht der Geographie dar, insbesondere die Kritik der Geographie am spatial turn innerhalb der Kultur- und Sozialwissenschaften, um anschließend den Wert der Geographie für die verschiedenen theologischen Fächer zu verdeutlichen. Dieser besteht, König zufolge, im Bereitstellen theoretischer Raumkonzepte. Allerdings greife man in der Theologie bislang eher auf Martina Löws "Raumsoziologie" zurück als auf geographische Modelle.

Daran anschließend verdeutlichte Martin Schneider (München) die Bedeutung des spatial turn für die Sozialethik am Beispiel der räumlichen Herkunft. Er legte dar, dass die räumliche Herkunft von normativer Relevanz ist und dass deshalb die klassischen Gerechtigkeitstheorien der Sozialethik um die Dimension der „spatial justice“ zu erweitern sind.

Den zweiten Block „Biblische Perspektive“ eröffnete Marlen Bunzel (Erfurt) mit einem Vortrag zu Raum- und Körperbildern im Ijob-Buch. Nach einer Verhältnisbestimmung von Körper und Raum sowie einer Einführung in die alttestamentliche Anthropologie stellte sie exemplarisch Raum- und Körperbilder innerhalb der Reden Ijobs vor und analysierte sie unter dem Aspekt der Gottesbeziehung Ijobs.

Auch Sarah Fischer (Erfurt) verband in ihrem Vortrag zum Hohelied die alttestamentliche Anthropologie mit modernen Raumtheorien, insbesondere mit dem relationalen Raumbegriff Martina Löws. Nach einer Einleitung in das Hohelied folgte eine detaillierte Auslegung von Hld 5,2-8. Anhand dieser Verse führte sie eindrücklich vor Augen, dass Körper und Raum – sowie die Zeit – im Alten Testament immer schon zusammengedacht werden. Aus der Beachtung dieser Tatsache resultierte eine erfrischende Exegese, die auch und gerade dem exegetisch Ungeschulten einen Zugang zum Alten Testament ermöglichte.

Ilse Müllner (Kassel), Professorin für Altes Testament beschloss den biblischen Teil des Workshops mit einer Auslegung der Ladeerzählung (1 Sam 4,1-7,2; 2 Sam 6). Sie ging der Frage nach, wie die Erzählung den Aspekt der Heiligkeit, des Geschlechts und der Materialität konstruiert und wie diese drei in der Lade zusammenkommen. Müllner kam hierbei zu folgender Erkenntnis: Indem die Lade, das Symbol der Präsenz Gottes, von ihrem Ort losgelöst wird und in Bewegung kommt, wird Raum hergestellt. Die Lade wird zu einem beweglichen heiligen Raum.

Klaus Beißwenger (Erfurt) eröffnete den dritten Block des Workshops („Historisch-praktische Perspektive“) mit einem Vortrag zu dem Zusammenhang zwischen Liturgie und Kirchenraum. Der Zusammenhang zwischen beiden bestehe darin, dass sowohl der Raum der Liturgie im übertragenen Sinne (relational) als auch der Kirchenraum selber (absolut) als Beziehungsraum zwischen Gott und Mensch zu begreifen ist. Beißwenger plädierte für eine veränderte Blickrichtung: Es gehe nicht in erster Linie darum, wie der in der Liturgie erfahrbare Kirchenraum die Gottesbegegnung prägt, sondern wie sich die Gott-Mensch-Beziehung auf die Gestaltung von Kirchenraum und Liturgie auswirkt.

Walter Zahner (Regensburg/Bonn) knüpfte an seinen Vorredner an, indem er das Verhältnis von Kirchenarchitektur und Liturgie anhand zahlreicher Beispiele bildhaft vorführte. Beginnend bei den führenden Liturgie- und Kirchenbauexperten des 20. Jahrhunderts (Rudolf Schwarz, Dominikus Böhm, Romano Guardini und Heinrich Kahlefeld) über Kirchenbauten des 21. Jahrhunderts (z.B. St. Franziskus in Regensburg-Burgweinting, St. Nikolaus in Neuried und das Ökumenische Zentrum in Freiburg-Rieselfeld) gab er einen Einblick in die Entwicklung des Kirchbaus im 20. und 21. Jahrhundert. Zahners Faszination an der Akribie der Baupläne, in denen die Maße und Lichtverhältnisse des Kirchenraumes bis ins Detail durchdacht waren, ging ohne weiteres auf die Zuhörer über.

Der fachlich breit angelegte Workshop bot den Teilnehmern, insbesondere den Doktoranden des Erfurter Forschungskollegs, die Möglichkeit des konstruktiven Austauschs und gab Impulse für die Einbeziehung der „Raumwende“ in die zukünftigen theologischen Forschungen. Mehrfach wurde auf die älteren Diskussionen der Phänomenologen (Husserl, Heidegger, Foucault u.a.) hingewiesen, an welche die aktuelle Raumdebatte gut anknüpfen kann. In den Diskursen stellten die Teilnehmer zweierlei fest: Zum einen ermöglicht die dem spatial turn zu verdankende Neubeachtung der Kategorie des relationalen Raumes eine neue Perspektivierung und Sprachfähigkeit innerhalb der Theologie; dies gilt für jede theologische Einzeldisziplin. Zum anderen bereichert die Theologie die Raumdiskussion mit eigenen wertvollen und kritischen Beiträgen, wie in den Vorträgen des Workshops deutlich wurde. Somit kommt der Theologie eine bereichernde Rolle innerhalb der inter- und intradisziplinären Raumdiskussion zu, eine Chance, die die Theologie wahrnehmen sollte. Der fächerübergreifende Workshop kann hierfür als symbolischer Schritt gewertet werden.

Marlen Bunzel (Theologisches Forschungskolleg)

Gastvorlesungen im WS 2013/14

12. November 2013: Prof. Dr. Winfried Gebhardt, Koblenz-Landau
"Profanität und Sakralität"
20 Uhr HS Coelicum

5. November 2013: Prof. Dr. Albert Gerhards, Bonn
"Kirchenbau und Säkularisierung"
20 Uhr HS Coelicum

Gastvorlesungen im SoSe 2013

17. Juli 2013: Prof. Dr. Walter Lesch, Louvain-la-Neuve
"Übersetzung als Paradigma der Ethik. Erkundungen in pluralistischen Kontexten"
20 Uhr HS Coelicum

2. Juli 2013: Prof. em. Dr. Urs Altermatt, Freiburg/Schweiz
"Islam in Westeuropa: Stehen wir vor einem neuen Kulturkampf?"
20 Uhr HS Coelicum

24. April 2013: Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl, Berlin
"Zwischen Prophetie und Schweigen"
20 Uhr HS Coelicum

Eröffnung der neuen Räume unseres Forschungskollegs am 25. Juni 2013

Tagung im WS 2012/13

18.-24. März 2013 in Chicago

Christianity in a Pluralist Society

Theologisches Forschungskolleg, Universität Erfurt & Richard A. McCormick, S.J. Chair of Theological Ethics, Loyola University Chicago

Internationale Nachwuchsforschertagung - International Junior Scholar Conference: 2013 International Ethics Colloquium

 

Gastvorlesung im WS 2012/13

28. Januar 2013: Prof. Dr. Martin Ebner
"Religiöser Pluralismus im Kontect des frühen Christentums"
20 Uhr HS Coelicum

 

Workshop "Ritual und Reflexion"

Gemeinsamer Doktorandenworkshop mit dem Theologischen Forschungskolleg und der Nachwuchsforschergruppe Religiöse Rituale am 25./26. Januar 2013. Weitere Informationen finden Sie hier.
Zum Tagungsbericht bitte hier klicken.

Tagungspublikation

Dominik Fugger / Benedikt Kranemann / Jenny Lagarde
Ritual und Reflexion. Historische Beiträge zur Vermessung eines Spannungsfeldes
Darmstadt: WBG 2015
ISBN: 978-3-534-26708-8
59,95 €

Weitere Informationen

Herzliche Einladung zur Tagung "Theologie und Kulturwissenschaften" mit Vorträgen u.a. von Hartmut Böhme, Margit Eckholt, Jürgen Manemann, Georg Steins und Magnus Striet am 11./12. Januar 2013

Bücher Universität Erfurt
Dominique-Marcel Kosack Workshop
Bücher in der Bibliotheca Amploniana der Universität Erfurt