Vom 5. bis 6. Dezember 2025 fand in der Evangelischen Akademie Loccum die Tagung „Schönheit und Glaube“ statt. Unter der Leitung von, Prof. Dr. Malte Dominik Krüger (Marburg), Prof. Dr. Notker Baumann (Erfurt) und Dr. Bastian König (Loccum) widmeten sich die Teilnehmenden der vielschichtigen Frage nach dem Schönen in seiner Beziehung zum christlichen Glauben.
Die Tagung gliederte sich in drei thematische Panels. Das erste Panel „Suche nach dem Schönen“ begann mit biblischen Perspektiven: Prof. Dr. Alexa Friederike Wilke erkundete Spuren der Schönheit in den Psalmen, während Prof. Dr. Eve-Marie Becker den Menschen als „geschmücktes Haus“ bei Jesus von Nazareth beleuchtete. Dr. Sabine Ihben-Bahl erschloss Schellings Kunstphilosophie als Sehhilfe für die Schönheitsbetrachtung, bevor Pfarrerin Dr. Christina Bickel die Teilnehmenden auf eine persönliche Expedition durch die Kunstgeschichte mitnahm.
Im zweiten Panel „Ideen vom Schönen“ wurden klassische philosophische Traditionen fruchtbar gemacht. Prof. Dr. Notker Baumann widmete sich der Schönheit bei Augustinus, während Dr. Christian Hengstermann den Ruf des Schönen in der neuplatonischen Ästhetik bei Plotin und Origenes untersuchte. Die lebhafte Abenddiskussion fragte nach der Relevanz antiker Schönheitsvorstellungen für die Gegenwart.
Das dritte Panel „Spiritualität des Schönen“ wandte die theoretischen Erkenntnisse ins Praktische. Prof. Dr. Cornelius Roth und Dr. Dietmar Dohrmann beleuchteten liturgische Dimensionen der Schönheit, während Dr. Katharina Eberlein-Braun spirituelle Aspekte von Kunst und Mode untersuchte. Prof. Dr. Malte Dominik Krüger schloss mit Überlegungen zur Theologie der Schönheit bei Eberhard Jüngel und Joseph Ratzinger.
Die Schlussdiskussion verstand das Schöne als Hermeneutik des guten Lebens und bot damit einen integrativen Blick auf die vielfältigen Impulse der Tagung. Das ökumenische Kaleidoskop der Perspektiven regte zu vertieftem Nachdenken über die Bedeutung der Schönheit in Glaube und Lebenspraxis an.