Tom Sojer

PhD- Project (English)

Sacred Tropes. Simone Weil's Scriptural Exercise of Philosophy.

The project explores micropolitics of reading, i.e., the transformational promise in practices altering the way one is reading oneself and world. Here, I focus on the writings of Simone Weil (1909–1943) and her concept of lecture (fr., reading). Against this backdrop, I apply traditional techniques of tropological exegesis. The umbrella term ‘tropology’ historically summons practices in different religious traditions that apply a performative hermeneutics of sacred text: This is, the meaning of divine text discloses reality in the way the text affects, is lived out, and turns out embodied in the reader’s life and history. Considering Simone Weil’s transformational concept of lecture, I investigate the relationship between, on the one hand, textual shifts in meaning when applying sacred tropes, and, on the other hand, performative shifts in action when exercising tropological exercises. For Simone Weil, applying sacred text, especially biblical tropes, provides textual instruments to shift thought in a way to encounter reality in human life aiming at the sacred as the fugitive concreteness in everyday life rather than an abstract concept of God.

 

Ich interessiere mich für Prozesse, Kulturtechniken und Praktiken, wie etwas in Fleisch und Blut übergeht (Tropologie), wie sich etwas materialisiert oder "inkarniert". Meine Arbeit bewegt sich an den Schnittstellen von spätmoderner Mystik, Performancekunst und Theopoetics. Dabei beschäftige ich mich vor allem mit den Texten der französischen Philosophin Simone Weil (1909-1943). Mit Weil versuche ich, die Kulturtechnik tropologischer Exegese in kritischem Dialog mit korrespondiernenden Denkwegen in der kontinentalen Philosophie zu erforschen. Auf einer theo-politischen Ebene führte mich tropologisches Denken zum Konzept der Eusymbiose, der unabdingbaren Verflechtung und damit gemeinsamen Verwundbarkeit von Leben - oder wie Catherine Keller es beschreibt: intercarnation. Vor diesem Hintergrund betrachte ich "Theologietreiben" als etwas, das  konstitutiv politisch ist und deshalb niemals unschuldig und ohne Gewalt bleiben kann. Theologie ist für mich der Gesellschaft verpflichtet, weil sie die Frage nach dem, was letztlich zählt, immer wieder aufs Neue zu stellen hat. Kurz gesagt, ich möchte mit einer tropologischen Theopoetics auf Grundlage von Simone Weils Texten einen Beitrag zum zeitgenössischen theologischen Diskurs leisten. 

Bitte beachten Sie: Sobald Sie sich das Video ansehen, werden Informationen darüber an Youtube/Google übermittelt. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Google Privacy.

Biographisches

Forschungsinteressen

 

Aktuelle Publikationen finden Sie hier.

Einblick in mein Dissertationsprojekt finden Sie hier

Komplizenschaften

Akademische Affiliationen

  • seit 2021 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Philosophie , Universität Erfurt
  • seit 2019 prae Doc Mitglied im Theologischen Forschungskolleg Erfurt 
  • seit 2019 Fellow am Titus Brandsma Instituut der Radboud Universiteit Nijmegen
  • seit 2018 prae Doc member in der IGS Resonant Self-World Relations am MWK Erfurt und der Universität Graz (seit 2021 associated member)
  • 2012-2018 Mitarbeit in Forschungsprojekten im Rahmen des Flemish Science Fund (19th century mysticism and nationalist politics), der Austrian Acadamy of Sciences (early modern cultural translations), des Austrian Integration Fund (Islamic Theologies in European contexts), und des Austrian Science Fund (contemplation and knowledge production) 

Ausbildung

  • Studium der Philosophie, Katholischen Theologie, und Klassischen Philologie in Innsbruck, London (Heythrop College) sowie Graz
  • Magister Theologiae (Innsbruck, 2014)
  • 2018-laufend Promotion in Philosophie
  • 2018-laufend MA Religionspädagogik