Universität Erfurt

Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit

Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit

Exkursion

Ausstellung: Gotik. Der Paderborner Dom und die Baukultur des 13. Jahrhunderts in Europa

Samstag, 10. November 2018

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Professorinnen und Professoren aus Erfurt äußern sich zur Causa Wucherpfennig

Professorinnen und Professoren aus Erfurt äußern sich zur Causa Wucherpfennig

Als Professorinnen und Professoren der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt haben wir mit Bestürzung die Verweigerung des römischen Nihil obstat nach der Wiederwahl von Prof. Dr. Ansgar Wucherpfennig SJ zum Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen zur Kenntnis genommen. Eigentlich weisen die Zeichen in der Kirche doch in eine andere Richtung: Es ist nur wenige Monate her, dass Papst Franziskus in der Apostolischen Konstitution „Veritatis Gaudium über die kirchlichen Universitäten und Fakultäten“ die Theologie geradezu herausgefordert hat, sich mit den Fragen heutiger Gesellschaft und Kultur intensiver denn je auseinanderzusetzen. Dafür solle sie in Auseinandersetzung mit der eigenen Tradition den Dialog mit all jenen suchen, die an der Zukunft der Gesellschaft arbeiten. Von der Theologie verlangt der Papst nicht weniger als einen „radikalen Paradigmenwechsel“ und eine „mutige kulturelle Revolution“ (Einleitung, Nr. 3). Die Ausführungen des Papstes sind in der Theologie als Zeichen wahrgenommen worden, dass die Kirche die Freiheit und Unabhängigkeit theologischer Forschung und Lehre akzeptiert und fördert.

Die Verweigerung des Nihil obstat für unseren Kollegen P. Wucherpfennig steht in völligem Widerspruch zu diesen Aussagen des Papstes. Leider verstärken sich in letzter Zeit die Zeichen, dass dies kein Einzelfall ist. Verantworteter wissenschaftlicher Argumentation mit Blick auf eine in Gesellschaft und Kirche ernsthaft und differenziert zu führende Diskussion und ein drängendes pastorales Problem wird mit einer disziplinären Maßnahme begegnet. Die Chancen einer wissenschaftlichen Diskussion für die Kirche werden nicht genutzt. Gerade in der gegenwärtigen Krise der Kirche ist es für uns unverständlich, dass nicht das offene, furchtlose Gespräch und die Möglichkeiten einer kompetenten wissenschaftlichen Reflexion für eine anspruchsvolle, gegenwartssensible theologische Ausbildung genutzt werden sollen. Das Vorgehen beschädigt zudem die Glaubwürdigkeit der Theologie in der Öffentlichkeit und erschwert Theologinnen und Theologen die freie und kreative Auseinandersetzung mit den Fragen der Gegenwart.

Wir sind dankbar für die eindeutigen Stellungnahmen jener Bischöfe, die sich für den Kollegen einsetzen, wie auch für die klare Positionierung des Provinzials der Jesuiten, P. Siebner SJ. Wir stellen uns hinter die Erklärung des Katholisch-Theologischen Fakultätentages zusammen mit anderen Wissenschaftsorganisationen (http://kthf.de/wp-content/uploads/2016/01/2018-10-12-Erkla%CC%88rung-zu-Wucherpfennig.pdf) und schließen uns der Forderung an, dass die Entscheidung der römischen Kurie rasch revidiert und Kollege P. Wucherpfennig SJ das Nihil obstat erteilt werden soll. Diese Revision wäre ein wichtiges öffentliches Signal nicht nur zugunsten eines angesehenen Theologen, sondern auch für die Akzeptanz der Freiheit von theologischer Forschung und Lehre in der Kirche. Sie würde zugleich zeigen, dass die Aufforderung von Papst Franziskus an die Theologie gilt, ein „offenes Denken“ (Veritatis Gaudium, Einleitung, Nr. 3) zu pflegen.

Erfurt, 15.10.2018

Prof. Dr. Norbert Baumgart
Prof. Dr. Julia Knop
Prof. Dr. Benedikt Kranemann
Prof. Dr. Elke Mack
Prof. Dr. Jörg Seiler

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Neue Publikation:

Jörg Seiler (Hg.):

Literatur - Gender - Konfession
Katholische Schriftstellerinnen I: Forschungsperspektiven

Regensburg, 2018
214 Seiten, 29,95 €, ISBN 9783791730035

Im Zentrum des Bandes steht die Frage, inwieweit katholische Schriftstellerinnen als Produkte und Produzentinnen „katholischer Weiblichkeit“ zu betrachten sind. Ziel ist es, Katholikinnen als relevante Akteurinnen im gesellschaftlichen Raum sichtbar zu machen – auch jenseits kirchlicher Zuschreibungen. Es stellt sich die Frage, ob und inwieweit Diskrepanzen und/oder Adaptionen von Weiblichkeitszuschreibungen gefunden und beschrieben werden können. Der Band widmet sich neben einzelnen Autorinnen, wie z. B. Annette Kolb, Gertrud von le Fort, Ruth Schaumann, Ilse Aichinger, bislang wenig beachteten Forschungsfeldern, etwa katholischen Lyrikerinnen in Anthologien der Nachkulturkampfära, der Covergestaltung und musikalischen Adaptionen entsprechender Prosawerke. Programmatische Beiträge beschäftigen sich u. a. mit der Bedeutung der Genderperspektive für die Katholizismusforschung.

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Auszeichnung für Bernhard Kronegger

Bernhard Kronegger
Foto: Salzburger Hochschulwochen

Salzburger Hochschulwochen: 2. Platz des "Publikumspreis" an Bernhard Kronegger

Der mit 500 Euro dotierte zweite Preis der Salzburger Hochschulwochen erging an den derzeit an der Universität Erfurt promovierenden Theologen und Orientalisten Bernhard Kronegger. Kronegger, 1989 in Klagenfurt geboren, zeigte in seinem Vortrag auf, wie insbesondere rechte Bewegungen wie die „Identitäre Bewegung“ gezielt sprachliche und interpretatorische Deutungshoheit über geschichtliche Ereignisse zu gewinnen versuchen, indem sie diese ideologisch aufladen und für ihre Zwecke instrumentalisieren. Kronegger zeigte dies am Beispiel der Schlacht von Poitiers zwischen Franken und Mauren im Jahr 732 auf - einem Ereignis, das immer wieder von Rechten vereinnahmt und zum Schicksalsereignis im Kampf gegen den Islam stilisiert werde. Einer historischen Detailanalyse halte dies indes nicht stand, so Kronegger - der zugleich für eine Geschichtswissenschaft plädierte, die sich der Vermeidung von Hass und Gewalt verschreibe. 

Kronegger studierte bis 2017 in Wien und Jerusalem Theologie, Geschichte und Orientalistik. Bis 2018 forschte er als Stipendiat des Österreichischen Historischen Instituts in Rom in den Vatikanischen Archiven zur Geschichte Palästinas im 20. Jahrhundert. Derzeit promoviert er am Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit der Universität Erfurt.

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Neue Publikation:

Sebastian Holzbrecher, Julia Knop, Benedikt Kranemann, Jörg Seiler (Hg.):

Revolte in der Kirche? Das Jahr 1968 und seine Folgen

Freiburg im Breisgau, 2018
352 Seiten, 35,00 €, ISBN 978-3-451-38065-5

Das Jahr 1968 markiert eine Zäsur. Vielfältige und höchst umstrittene gesellschaftliche Umwälzungen werden damit assoziiert. Was bedeuteten diese Veränderungen für Kirche und Theologie? Ereignete sich 1968 eine Revolte in der Kirche? Oder fand diese ohne die Kirche statt? Und wie wirkt »1968« ein halbes Jahrhundert später weiter? 

In rund 30 Essays eröffnen prominente kirchliche Zeitzeugen, Nachgeborene, Journalisten und europäische Beobachter ein umfassendes, facettenreiches Panorama auf dieses legendäre Jahr und seine Folgen. So entsteht ein Bild von 1968, das bei aller Vorläufigkeit der Dynamik den Aufbrüchen und Widersprüchen, nicht zuletzt dem Bleibenden dieser Zeit angemessen ist, ohne die Verlustseite zu beschönigen. Das Buch will eine Einladung sein, sich aus kirchlicher wie theologischer Sicht einem Jahr und letztlich einem Zeitraum zuzuwenden, der Kirchen- wie Theologiegeschichte zum Teil mittelbar, zum Teil unmittelbar beeinflusst hat. Der – im wahrsten Sinne des Wortes – Sammelband soll zur Diskussion einladen über einen Abschnitt der Zeitgeschichte, der in vielem für Kirche und Theologie heute immer noch eine Herausforderung ist.

Leseprobe

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Neue Publikation:

Brodkorb, Clemens; Fiedler, Norbert (Hg.): Jahrbuch für mitteldeutsche Kirchen- und Ordensgeschichte 13 (2017).

Der 13. Band des Jahrbuches bietet eine breite Palette von Beiträgen, die Themen aus den verschiedensten Territorien der mitteldeutschen Kirchenprovinz behandeln.
Weitere Infos (Inhaltsverzeichnis usw.) hier: http://www.jmkog.de/13_jahrgang_2017_jahrbuch_mitteldeutsche_kirchen_und_ordensgeschichte.html

u.a. mit folgenden Beiträgen:

  • Josef Pilvousek: Julius Pflug und seine Rolle im konfessionellen Findungsprozess
  • Andrea Wittkampf: Das Testament der Katharina Goswin und die Reform des Weißfrauenklosters in Erfurt
  • Nils Hoffmann: „Ein dauerhaftes Provisorium“. Zur jüngeren Entwicklung des liturgischen Raumes im Erfurter Dom
  • Clemens Brodkorb: In memoriam Joachim Kardinal Meisner
  • Martin Fischer: Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Erfurt (= Chronik 2016/2017).

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