Universität Erfurt

Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit

Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit

Tagung "Thüringische Klöster und Stifte in vor- und frühreformatorischer Zeit"

Zeitraum: 30.06.2016 13:00 - 02.07.2016 13:00 Uhr 
Universität Erfurt, Katholisch-Theologische Fakultät, Kiliani-Kapelle, Domstraße 10, 99084 Erfurt

Die Reformation hat die mittelalterliche Kirche nachhaltig verändert und neu gestaltet. Hinsichtlich des geistlichen Gemeinschaftslebens war der Bruch total und nachhaltig. Die zahlreichen Klöster und Stifte wurden unwiderruflich aufgehoben. Dies gilt in besonderem Maße für Thüringen, das "Mutterland der Reformation". Diese Region ist geradezu ein Spiegel der Vielfalt religiöser Orden des Mittelalters. Bis zur Reformation gab es über 200 Klöster, Stifte und Rittersordenskommenden in Thüringen. Nur wenige Einrichtungen in Erfurt und im Eichsfeld haben den Umbruch des 16. Jahrhunderts überstanden. Die Tagung möchte nicht nur ein Bild dieser Vielfalt religiöser Lebensformen geben, die heute kaum noch bewusst ist, sondern wird vor allem nachzeichnen, dass es bereits im ausgehenden Mittelalter vielfältige Bemühungen monastischer Reform gegeben hat und dass die Reformation ohne diese Reformimpulse nicht denkbar ist. Der Augustinereremit und Reformator Martin Luther ist dafür das herausragendste Beispiel. Des Weiteren soll auf der Tagung der Frage nachgegangen werden, wie sich die Reformation auf die zahlreichen geistlichen Gemeinschaften ausgewirkt hat. Die Reformation markiert einen Bruch, aber nicht das absolute Ende des Klosterlebens in Thüringen. Kein Ort ist dafür besser geeignet als Erfurt. 

http://www.thüringen-reformation.de/Aktuelles/Tagung+Erfurt+30_06__02_07_2016.html

Projekt „Kopfwandel. West-östliche Kirchenerfahrungen“

Als sich Katholiken aus aller Welt im Mai 2016 in Leipzig zum Katholikentag trafen, war auch Jörg Seiler, Professor für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit an der Katholisch-Theologischen Fakultät, dabei. Er stellte das Forschungsprojekt „Kopfwandel. West-östliche Kirchenerfahrungen“ vor, an dem er zusammen mit Prof. Dr. Hildegard König von der Technischen Universität Dresden und Prof. Dr. Harald Schwillus von der Martin-Luther-Universität Halle arbeitet. Ziel der wissenschaftlichen Untersuchung ist es, zu schauen, ob es unterschiedliche Erfahrungen von Kirche und gelebter Glaubenspraxis zwischen West- und Ostdeutschland gibt.

„Immer wieder erzählen Menschen, die bedingt durch die deutsche Wiedervereinigung ihren Lebensmittelpunkt verschoben haben – sei es von West- nach Mittel- und Ostdeutschland oder umgekehrt –, von einer neuen Erfahrung von Kirche und Gemeinde und von unterschiedlichen Haltungen der Kirchengemeinden zur gesellschaftlichen Öffentlichkeit. Manchmal werden die neuen Erfahrungen kritisch bewertet, manchmal auch verfestigte Erfahrungsstrukturen von Kirche aus der Zeit vorher infrage gestellt. Diese Erfahrungen von Kirche am anderen Ort wollen wir exemplarisch und empirisch untersuchen“, erklärt Prof. Dr. Jörg Seiler. Denn er und seine Kollegen vermuten, dass westliche und östliche Kirchenerfahrungen unterschiedlich geprägt sind, und dass in dieser Differenz Impulse für die Entwicklung der katholischen Kirche in Deutschland ausgemacht werden können. Durch Interviews mit Menschen aus dem städtischen Umfeld wollen die Wissenschaftler von den theologischen Ausbildungsstätten in Ostdeutschland der Sache auf die Spur kommen. „Wir erwarten Aussagen über die Dynamiken religiöser Sozialisation in den alten und neuen Bundesländern und Aufschlüsse über das Potenzial, das überall dort wirksam wird, wo ein tendenziell ‚unkirchlich‘ bzw. areligiös geprägtes Umfeld eine Herausforderung für christliches Leben ist.“

Die Idee zum „Kopfwandel“-Projekt hat zwei Wurzeln: Zum einen wollte die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Erfurt ihre Kontakte zu den anderen theologischen Ausbildungsstätten in den neuen Bundesländern vertiefen. „Darüber hinaus hatten wir festgestellt, dass Katholischsein in Mittel- und Ostdeutschland irgendwie ein anderes ‚Geschmäckle‘ hat als dort, woher wir kommen – nämlich aus Westdeutschland“, sagt Seiler, der gebürtige Stuttgarter. „Das hat uns interessiert. Deswegen kamen wir auf die Idee, Katholiken, die von Westdeutschland nach Mittel-/Ostdeutschland gezogen sind, einfach mal auf ihre Kirchenerfahrungen hin zu befragen.“ Zunächst ging es den drei Wissenschaftlern ganz schlicht darum, zu überprüfen, ob ihre Anfangsthese – nämlich dass es unterschiedliche Erfahrungen von Kirche und gelebter Glaubenspraxis zwischen West und Ost gibt – verifiziert werden kann. Die Erkenntnisse und Ergebnisse aus der Befragung sollen dann dabei helfen, gemeindliche Gesprächsprozesse über „Kirchesein“ in Mittel- und Ostdeutschland anzustoßen.

Das Bonifatiuswerk unterstützte dieses Projekt mit einem Zuschuss von 6.000 Euro. 

Beitrag im MDR Thüringen Journal

Antrittsvorlesung Prof. Dr. Jörg Seiler

Am Montag, 18. April 2016, hielt Prof. Dr. Jörg Seiler seine Antrittsvorlesung zum Thema: 

Franziskus.
Zur Performanz von Niedrigkeit

 

 

Prof. Dr. Jörg Seiler nimmt Ernennungsurkunde an der Uni Erfurt entgegen

Prof. Dr. Jörg Seiler erhält seine Ernennungsurkunde von Jan Gerken.

Prof. Dr. Jörg Seiler ordentlicher Professor für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit

Prof. Dr. Jörg Seiler hat heute am 09. Juni 2015 aus den Händen von Jan Gerken, Kanzler der Universität Erfurt, seine Ernennungsurkunde für die Professur Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit entgegengenommen. Seiler hatte die Professur an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Uni Erfurt vorab bereits vertreten.

Der 1966 in Stuttgart - Bad Cannstadt geborene Theologe studierte an der Universität Würzburg Katholische Theologie und Geschichte und wurde dort auch promoviert. Später war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Kirchengeschichte der Universität Frankfurt und wurde 2003 Juniorprofessor für Kirchengeschichte an der Universität Koblenz. Am Gymnasium Oberursel war er zudem Lehrer für Religion, Geschichte und Latein. Zuletzt war er als Leiter des Amtes für katholische Religionspädagogik, Frankfurt, tätig, bevor er im April 2015 an die Universität Erfurt kam.

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