Universität Erfurt

Willkommen auf der Homepage des Lehrstuhls für Kirchenrecht!

November 2017: Grundkurs Ordensrecht in Erfurt

Aufgrund des großen Erfolges der letzten Jahre veranstaltete das Bildungshaus St. Ursula Erfurt in Kooperation mit Frau Prof. Dr. Myriam Wijlens vom 26.-29. November 2017 zum dritten Mal einen "Grundkurs Ordensrecht", in dem grundlegendes Wissen zum kirchlichen Ordensrecht vermittelt wurde (Flyer zum Kurs). In Englischer Sprache wurde dieser zudem vom 30. April - 3. Mai 2017 im Kardinal-König-Haus in Wien angeboten (Weitere Informationen zum englischsprachigen Grundkurs hier).

Als Beraterin der Konferenz der Orden in den Niederlanden und mehrerer Ordensgemeinschaften in ganz Europa kann Frau Prof. Dr. Myriam Wijlens auf ein sowohl in der Theorie fundiertes als auch in der Praxis angewandtes Fachwissen des kirchlichen Ordensrechtes zurückgreifen. Als gefragte Referentin zu dieser Thematik hat sie nicht nur mehrere Vorträge u.a. auf Einladung der Solidaris GmbH und der Pax Bank e.G. in Rom gehalten, sondern den "Grundkurs Ordensrecht" bereits in den Jahren 2014 und 2016 im Kardinal-König-Haus in Wien mit reger Beteiligung angeboten.

Eingeladen waren Ordensangehörige, aber auch Menschen, die in der Verwaltung der Orden arbeiten oder beratend tätig sind. 

Oktober 2017: From Reformation to Globalization in Canada, Germany and the World (05. - 07. October 2017, Saint Paul University/ University of Ottawa)

Das Jahr 2017 beinhaltet das 500-jährige Jubiläum von Martin Luthers vermeintlicher Entsendung seiner 95 Thesen als Signalereignis der evangelischen Reformation, sowie die Feierlichkeiten zum 150. Jahrestag der Gründung des Dominion von Kanada. Dieses Dual-Jubiläum wird mit einer Ausstellung von Reformationsbibliotheken und einer akademischen Konferenz an der Saint Paul University und der Universität Ottawa gemeinsam mit der Universität Erfurt und mit Unterstützung der Library and Archives Canada, der Forschungsbibliothek Gotha und der Botschaft von Deutschland in Kanada begangen.

 

Die Ausstellung "Die Reformation - Übersetzung und Übertragung: Bibliotheksschätze aus Deutschland und Kanada" wird eine einzigartige Darstellung der weltweiten Auswirkungen der Reformation darstellen, indem sie Originalausgaben und Übersetzungen von Martin Luthers Werken und anderen wichtigen Reformationstexten aus der Forschungsbibliothek Gotha, der Saint Paul University und der Library and Archives Canada zusammenführt.

 

In Zusammenarbeit mit der Ausstellung wird das akademische Symposium "Von der Reformation zur Globalisierung in Kanada, Deutschland und der Welt" die unzähligen und ertragreichen Formen der Auswirkungen erforschen, die die Reformation in vielen Bereichen der Religion, der Politik, der Gesellschaft und der Kultur gehabt hat, sowohl in Kanada und Deutschland, als auch in der restlichen Welt. Akademische Experten aus vielen unterschiedlichen Disziplinen präsentieren ihre Forschungsergebnisse zu diesen Verknüpfungen. Die Hauptpräsentationen werden von den renommierten Gelehrten Hans Joas (Humboldt-Universität Berlin) und Susan K. Wood (Marquette University, USA) gehalten.

 

English version 

Programmflyer

Januar 2017: 3. Erfurter Debatte zu Wirtschaft und Glaube; Werte, Haltung, Grundorientierung – Unternehmer und ihre gesellschaftliche Verantwortung

Werte, Haltung, Grundorientierung – Unternehmer und ihre gesellschaftliche Verantwortung

Unternehmerisches Handeln ist auf die Erwirtschaftung von Gewinn ausgelegt, steht gleichzeitig aber immer in der Verantwortung für Menschen und Umwelt. Wie Unternehmer ihre Verantwortung anerkennen und ihr nachkommen, hängt ganz von ihrer individuellen Wertvorstellung ab, gleich ob in Großkonzernen oder klein- und mittelständischen Unternehmen.

Profit und Umsatz sind klassische Ziele erfolgreicher Unternehmensführung, doch kann Gewinnerzielung Selbstzweck sein? Zeichnet sich ein Unternehmen nicht auch durch immaterielle Werte und verantwortliches Handeln in der Unternehmensführung aus? Welche Werte spielen für Unternehmer eine Rolle? Welche Strategien verfolgen sie, um ihrer individuellen gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden? Wodurch zeichnet sich also ein „gutes" Unternehmen aus? Worin bemisst sich sein „Wert"?

Papst Franziskus spricht diese wirtschaftlichen Fragen offen an. Welche Herausforderungen sieht er? Welche Thesen stellt er auf?

Diesen Fragen ging der Lehrstuhl für Kirchenrecht in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Bund Katholischer Unternehmer am 12. Januar 2017 in einer gemeinsamen Veranstaltung in den Räumen der Katholisch-Theologischen Fakultät nach. Im Anschluss an eine fruchtbringende Diskussion mit dem Bischof em. Adrianus van Luyn SDB und den Unternehmern Dr. Ulrike Jaeger und Hans-Christian Fritsch luden die Veranstalter im Rahmen eines kleinen Empfangs zu Begegnung und persönlichem Gesprächen ein.

Einen ausführlichen Bericht finden Sie hier.

April 2016: 2. Erfurter Debatten zu "Glaube und Wirtschaft"; Erfolgreiche Unternehmensführung und Barmherzigkeit: Ein Widerspruch

Sind "Erfolg" und "Barmherzigkeit" für eine Unternehmensführung Gegensätze? Was bedeutet Erfolg angesichts Barmherzigkeit? Warum soll darüber überhaupt nachgedacht werden und von wem? Wie muss und kann man das Verhältnis denken? Wie sieht das in der Praxis aus?
Der Sozial- und Wirtschaftsethiker sowie Ordensmann Prof. Dr. Clemens Dölken OPraem und der Unternehmer Dr. Dr. Thomas Rusche (SØR Rusche GmbH, Oelde) hielten dazu Vorträge. In der anschließenden Podiumsdiskussion kamen die  Unternehmerin Frau Colette Boos (Bauer Bauunternehmen GmbH, Walschleben) mit den Referenten und das Publikum ins Gespräch.

Der Lehrstuhl für Kirchenrecht der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt lud in Kooperation mit dem Politischen Bildungsforum Thüringen der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Bund Katholischer Unternehmen e.V. ein.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte Flyer und Plakat.

Symposium mit Prälat Prof. Dr. Markus Graulich SDB zu Mitis Iudex Dominus Iesus

Nachdem Papst Franziskus das Motu proprio Mitis Iudex Dominus Iesus erlassen hatte, ergaben sich für Diözesanbischöfe, Offiziale, Richter, Ehebandverteidiger und Anwälte eine Reihe von Fragen, die sowohl den Inhalt des Eherechtes als auch des Prozessrechtes betrafen. Aus diesem Grund veranstaltete Frau Prof. Dr. Myriam Wijlens zu den Änderungen des Eheprozessverfahrens am Donnerstag, den 17. Dezember 2015 ein Symposium in den Räumen der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt von 13:00 - 16:45 Uhr. Für einen Vortrag mit anschließender Diskussion konnte Prälat Prof. Dr. Markus Graulich SDB, der Untersekretär des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte, gewonnen werden.

Januar 2015: Die Kirche und ihre Finanzen: Staatsleistungen - Aufsicht - Transparenz

Der Lehrstuhl für Kirchenrecht der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt lud in Kooperation mit dem Politischen Bildungsforum Thüringen der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Bund Katholischer Unternehmen e.V. am Mittwoch, den 21. Januar 2015 von 18:00-20:00 Uhr zu einem öffentlichen Vortrag und anschließender Podiumsdiskussion zum Thema "Die Kirche und ihre Finanzen: Staatsleistungen - Aufsicht - Tranzparenz" ein. Die Veranstaltung besuchten ca. 200 Gäste.

Der Vortrag wurde vom derzeitigen Dompropst und ehemaligen Generalvikar und Ökonoms des Erzbistums Köln Dr. Norbert Feldhoff gehalten. Feldhoff beschäftigte sich mit den kirchlichen Finanzen vor dem Hintergrund des Themas "Staatsleistungen" sowie anderer staatlicher finanzieller Zuwendungen, die die Kirchen für übernommene Aufgaben vor allem im schulischen und karitativen Bereich erhalten. Die Affäre im Bistum Limburg habe gezeigt, wie wichtig Transparenz und eine unabhängige Aufsicht sind, wenn will die Kirche in der Gesellschaft als glaubwürdig angesehen werden will. 

Im Rahmen der anschließenden Podiumsdiskussion mit den geladenen Gästen Antje Tillmann, Mitglied des Bundestags und finanzpolitische Sprecherin der CDU/CSU Bundestags-Fraktion, Oberkirchenrat Stefan Große, Leiter des Finanzreferats der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands, und Thomas Höche, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater der Solidaris Revisions-GmbH, wurde Feldhoffs Vorschlag für das Erzbistum Köln und das Bundesland Nordrhein-Westfalen diskutiert, einen ersten Schritt zur Ablösung der Staatsleistungen durch eine Umorientierung der jährlichen Zahlungen zur Förderung gesellschaftlich relevanter Zwecke in Gang zu bringen. Gleichzeitig gab Feldhoff zu bedenken, dass die Staatsleistungen in den neuen Bundesländern einen erheblichen Beitrag zur Finanzierung der kirchlichen Haushalte leisten würden. Deshalb stünden die ostdeutschen Bistümer und Landeskirchen vor der Herausforderung, andere, d.h. eigene Lösungsansätze vorzuschlagen.

Abgerundet wurde der Abend mit einem Empfang, der Raum für persönliche Begegnung und Fragen bot.

Ausführlicher Bericht und Veranstaltungsflyer.

Februar 2014: Seelsorge bei Sterbehilfe - Medizin - Ethik - Kirchenrecht

„Sterbehilfe – ja oder nein?“, ist eine Frage, die sich immer wieder den Weg in den öffentlichen Diskurs bahnt: Günther Jauch stellte seinen Gästen sonntagabends die Frage „Mein Tod gehört mir! Gibt es ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben?“; die Spiegel-Bestsellerliste führte „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes auf Platz eins; in Belgien stimmte das Parlament über aktive Sterbehilfe bei Minderjährigen ab.
Innerhalb dieses Diskurses positioniert sich die katholische Kirche als Anwalt für die absolute Unantastbarkeit menschlichen Lebens. Ungeachtet und unbeschadet der moralischen Verurteilung bewusster Lebensbeendigung ist die Kirche vor dem Hintergrund des Sendungsauftrages Jesu gleichzeitig gerufen, auch jene Menschen, die um Sterbehilfe bitten, seelsorglich zu begleiten. Es stellt sich die Frage, wie diese Seelsorge zu gestalten ist, ohne dabei die eigene Lehre von der Unantastbarkeit menschlichen Lebens zu missachten. Welche Faktoren müssen bei der Entscheidung über die Spendung der Krankensakramente (Krankensalbung, Viatikum) und die Feier der kirchlichen Exequien (Requiem, kirchliches Begräbnis) berücksichtigt werden? Um diese Fragen gerecht beantworten zu können, ist die katholische Kirche auf Beiträge unterschiedlicher Fachbereiche angewiesen. So lud Frau Prof. Dr. Myriam Wijlens, Professorin für Kirchenrecht an der Universität Erfurt, am 7. Februar 2014 zu einem interdisziplinären Kolloquium ein. Experten aus Medizin, Ethik, Moraltheologie und Kirchenrecht lieferten den zahlreich anwesenden Studierenden und Interessierten aus dem Großraum Erfurt wichtige Impulse für den Entscheidungsfindungsprozess. Weiter

Dezember 2012: In quibus et ex quibus: Die Wechselwirkung zwischen Orts- und Universalkirche

Vom 07.-08.12.2012 fand die Tagung "In quibus et ex quibus: Die Wechselwirkung zwischen Orts- und Universalkirche 50 Jahre nach Vatikanum II im Osten Deutschlands", veranstaltet von den Lehrstühlen für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit, für Kirchenrecht und für Liturgiewissenschaft in den Räumen der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt statt.

Neben den Einladenden - Prof. Dr. Josef Pilvousek, Prof. Dr. Myriam Wijlens, Prof. Dr. Benedikt Kranemann - waren Prof. Dr. Gilles Routhier (Systematische Theologie, Konzilsforschung, Quebec), Prof. Dr. Rüdiger Althaus (Kirchenrecht, Paderborn), Prof. em. Dr. Dr. hc. Hermann J. Pottmeyer (Fundamentaltheologie, Bochum), Dr. Michael Quisinsky (Systematische Theologie, Lausanne), Prof. Dr. Ormond Rush (Fundamentaltheologie, Brisbane), Sebastian Holzbrecher (Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit, Erfurt) und Dr. Joachim Wanke (em. Bischof von Erfurt) als Referenten geladen.

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Juli 2011: Aus dem Dunkel ans Licht

„Aus dem Dunkel ans Licht – Konsequenzen aus den Fällen sexuellen Missbrauchs für die Kirchenleitungen“ lautet der Titel einer Tagung, zu der die Inhaberin des Lehrstuhls für Kirchenrecht an der Universität Erfurt und Dr. Wunibald Müller, Direktor vom Recollectio Haus der Benediktiner Abtei Münsterschwarzach, eingeladen hatten. Hintergrund ist, dass nachdem nun die ersten Fälle sexuellen Missbrauchs innerhalb der Katholischen Kirche einigermaßen aufgeklärt wurden, der Fokus nun auf Prävention gerichtet sein muss. Gesellschaftlich und kirchlich stellt sich die Frage, wohin mit den Tätern? Wie kann man einen erneuten Missbrauch verhindern? Um entsprechende Maßnahmen durchführen zu können, ist es z.B. erforderlich zu wissen, wie die richterliche Entscheidungen zu Stande kommen und was sie beinhalten. Vor dem Hintergrund dieser Kenntnisse stellt sich die Frage nach den Möglichkeiten, die die Kirchenleitungen haben um adäquat zu reagieren. Diese Themen waren Gegenstand der Tagung an dem Experten aus dem gesamten Bundesgebiet teilgenommen haben. Referenten waren neben den Einladenden Dr. Wunibald Müller und Prof. Dr. Myriam Wijlens, Holger Pröbstel (Vorsitzender Richter am Landgericht Erfurt), Pater Michael Baumbach MSF (Mitglied des Provinzrates), Dr. Karl Hillenbrand (Generalvikar des Bistums Würzburg). Zur Pressemitteilung der Universität Erfurt.

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Februar 2011: Moralische Urteilsfindung in den Kirchen

Die Arbeitsgruppe der Kommission „Glauben und Kirchenverfassung“ (Faith and Order) des Weltrates der Kirchen traf sich vom 25.02. - 01.03.2011 im Erfurter Augustinerkloster zu einer Tagung. Dabei ging es um das Thema  „Moralische Urteilsfindung in den Kirchen“. Ein Studientext wurde verfasst, der sich mit den unterschiedlichen Auslegungen von moralischen Fragen innerhalb der Kirchen beschäftigt. 

Pressemitteilung der Universität Erfurt. 

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Februar 2011: Gemeinschaft der Kirchen und Petrusamt

Am 10. Februar 2011 haben der Lehrstuhl für Kirchenrecht der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt und das Institut für ökumenische Forschung Strasbourg zu einer Tagung über das  erschienene ökumenische Dokument "Gemeinschaft der Kirchen und Petrusamt: Lutherisch-katholische Annäherungen" (Hrsg. Gruppe von Farfa Sabina. Lembeck 2011) eingeladen.

Die Gruppe Farfa Sabina besteht aus sieben katholischen und sieben lutherischen Theologen und Theologinnen aus Skandinavien, Deutschland, Frankreich und Italien - alle ausgewiesene Ökumeniker und alle am Dialog zwischen Katholizismus und Luthertum jahrelang engagiert. Das Projekt war unter der Ägide des Birgittenordens gestellt und wurde im Rahmen des Internationalen Birgittinischen Zentrums in Farfa Sabina nordöstlich von Rom durchgeführt. Es wurde nicht zuletzt durch die Einladung Papst Johannes Pauls II. an die Kirchen angeregt, mit ihm in einen Dialog über das Einheitsamt des Bischofs von Rom einzutreten.
Die Gruppe von Farfa Sabina teilt die Überzeugung, dass die Wiederherstellung der „Einheit der Kirche“ in der Wiederherstellung der „Gemeinschaft (selbständiger) Kirchen“ besteht. Auf dieser ekklesiologischen Grundlage gehen sie der Frage nach, ob ein gemeinsames Verständnis eines zukünftigen universal-kirchlichen Einheitsamtes erreicht werden kann und ob und wie ein solches Amt dieser Gemeinschaft der Kirchen zu dienen vermag.

Auf der Tagung wurde der Inhalt des Dokumentes von den Mitgliedern der Dialoggruppe Prof. Dr. Hermann Josef Pottmeyer und Prof. Dr. Theodor Dieter vorgestellt. Von kirchlicher Seite haben die Bischöfe Dr. Joachim Wanke (Erfurt) und Dr. Friedrich Weber (Braunschweig) eine erste Stellungnahme abgegeben.
Die Diskussion wurde vom Mitglied der Dialoggruppe Prof. Dr. Myriam Wijlens moderiert.
Pressemitteilung der Universität.

Februar 2010: Gottverlassen? Religion und Kirchen in den Niederlanden

Im Rahmen der zunehmenden Europäisierung und vor dem Hintergrund der Bestimmungen des Maastrichter Vertrages und der Amsterdamer Erklärung, dass Religion und Religionsgemeinschaften weiterhin im Kompetenzbereich der einzelnen Mitgliedstaaten bleiben sollen, stellte sich die Frage, wie sich die Beziehungen zwischen Religion und Religionsgemeinschaften einerseits und der Gesellschaft andererseits in den deutschen Nachbarländern gestalteten.
Nachdem 2006 die Laicité in Frankreich Gegenstand einer Tagung an der Katholisch-Theologischen Fakultät in Erfurt war, wurden die als extrem säkularisiert wahrgenommenen Niederlande näher in den Blick genommen. Die öffentliche Tagung, die von den Lehrstühlen für Kirchenrecht (Prof. Dr. Myriam Wijlens) und Liturgiewissenschaft (Prof. Dr. Benedikt Kranemann) veranstaltet wurde, fand am 5. und 6. Februar 2010 im Hörsaal Coelicum, Domstraße 10 statt.
Mit Referaten über die gesellschaftliche Entwicklung (E. Borgman), die Bestimmung des Staat-Kirche-Verhältnisses (S. van Bijsterveld), Euthanasie (F. Vosman), Religion in den Medien (J. Hemels) und Rituale (T. Swinkels) sollte der Einfluss von Religion und Religionsgemeinschaften auf die niederländische Gesellschaft betrachtet werden.

Pressemitteilung der Universität Erfurt.

März 2009: Conversion and Reform in View of the Unity of the Church

Das "Peter und Paul Seminar", welches 1998 von Ladislas Orsy SJ gegründet wurde, hinterfragt die Implikationen der theologischen Lehre des Zweitan Vatikanischen Konzils für das Leben der Kirche und das kanonische Recht. Ein Hauptziel der Vereinigung von internationalen Theologen, Kanonisten und Historikern ist es, die kirchliche Aufgabe der dreifachen Sendung mittels einer engeren Verbindung der konziliaren Vision der Kirche und den Normen des kirchlichen Rechts zu verbessern.

Der kontinuierliche Ruf nach Reformen, basierend auf dem konziliaren aggiornamento, erfordert eine kontinuierliche Umkehr der Gläubigen und der Kirche als solche, da sonst die rein strukturellen Reformen nur geringe nachhaltige Auswirkungen auf die Mission der Kirche hätten. Das 50-jährige Jubiläum des Ausrufens eines Ökumenischen Konzils durch Papst Johannes XXIII. und das 25-jährige Jubiläum der Promulgation des Codex Iuris Canonici zum Anlass nehmend, richteten die Mitglieder des "Peter und Paul Seminars" vom 29.-31. März 2009 auf der Tagung "Conversion and Reform in View of the Unity of the Church" an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt ihren Blick auf das Verständnis von Umkehr und Reform, individueller und gruippenbezogener Umkehr, auf Kriterien der Beurteilung einer Reform als richtig und falsch und die Rolle von kanonischen Strukturen, solche Reformenen und unterstützen. (weitere Informationen)

November 2007: Laien in der katholischen Kirche am Beginn des 21. Jahrhunderts

Mit der Rolle von Laien in der katholischen Kirche am Beginn des 21. Jahrhunderts beschäftigte sich eine internationale Tagung, die am 16. und 17. November 2007 in der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt stattfand. Die Mitwirkung wie Mitverantwortung von Laien gehört zu den zentralen Fragen der Kirche in der Gegenwart, so die Veranstalter, die Kirchenrechtlerin Prof. Dr. Myriam Wijlens und der Liturgiewissenschaftler Prof. Dr. Benedikt Kranemann.

Gerade in einem ausgeprägt säkularisierten Umfeld, in dem viele Selbstverständlichkeiten kirchlichen Lebens nicht mehr gegeben sind, kommt dem Engagement von Laien eine neue Bedeutung zu. Dennoch ist in bestimmten theologischen wie kirchlichen Kontexten die Rolle von Laien nicht unumstritten. Kirchliche Vorgaben und theologische Analysen seien nicht immer kompatibel, sehr gegensätzliche Modelle der Partizipation von Laien in der Praxis anzutreffen, so die Veranstalter. Angesichts der gesellschaftlichen wie kirchlichen Herausforderungen der Gegenwart sei es notwendig, über die Rolle der Laien in der katholischen Kirche wieder nachzudenken und nach neuen Wegen in Theologie und Pastoral zu fragen. Die Tagung sucht das Gespräch mit Wissenschaftlern aus Partnerfakultäten in Kanada und den Niederlanden, die in stark säkularisierten Gesellschaften vor vergleichbaren Herausforderungen wie in Ostdeutschland stehen.
Als Referenten wirken bei der Tagung u.a. der Religionssoziologe Michael Ebertz (Freiburg), die Theologen Henk Witte (Tilburg), Helmut Pree (München), Susan Roll und Catherine Clifford (Ottawa) mit. In ihren Vorträgen fragen sie nach Laienpartizipation in Liturgie und Diakonie wie Glaubenstradierung, reflektieren heutige katholische Amtstheologie, untersuchen neue Entwicklungen im liturgischen Recht und wenden sich der spirituellen Qualifikation von Laien zu. Gesprächspartner ist der Freiburger Publizist Ulrich Ruh.

Die Ergebnisse des Symposions wurden im Tagungsband abgedruckt: Benedikt Kranemann / Myriam Wijlens [Hg.], Gesendet in den Weinberg des Herrn. Laien in der katholischen Kirche heute und morgen (Erfurter Theologische Schriften 35), Würzburg: Echter 2007.

Dezember 2006: Laicité und ihre Bedeutung für die Verfassung von Europa

„Fragt man nach der Entwicklung der katholischen Kirche und Theologie unter den Rahmenbedingungen der europäischen Gesellschaften der Gegenwart, so ist die Situation von Religion und Kirche in Frankreich von besonderem Interesse“, so der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt, Prof. Dr. Benedikt Kranemann. Einerseits sei sie durch das Phänomen des Laizismus geprägt, andererseits durch eine starke gesellschaftliche Präsenz einzelner katholischer Institutionen und Gruppen.

Das Kolloquium, das mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekt „Mobilisierung von Religion in Europa“ in Zusammenhang steht, wollte mit Wissenschaftlern und Kirchenvertretern aus Frankreich und Deutschland eine Bestandsaufnahme zum Thema „Religion in der französischen Öffentlichkeit“ vornehmen. Am Donnerstag, dem 7. Dezember 2006, wurde ab 12.00 Uhr im Coelicum der Fakultät am Dom in Vorträgen und Diskussionen erkundet, welche Wirkungsmöglichkeiten insbesondere der katholischen Kirche nach der Laizismus-Gesetzgebung von 1905 geblieben sind und sich gegenwärtig auftaten. Als Gastredner waren eingeladen u.a. Prof. Dr. Arnaud Joint-Lambert (Louvain-La-Neuve), der über Liturgie und Kultur im Rahmen der Laicité sprach, sowie der Bischof von Troyes Marc Stenger , der in einem öffentlichen Abendvortrag ab 19.30 Uhr über die „Laicité und ihre Bedeutung für die Verfassung von Europa“ referierte.
Veranstalter des Kolloquiums waren die Kirchenrechtlerin Prof. Dr. Myriam Wijlens, der Kirchenhistoriker Prof. Dr. Josef Pilvousek, der Liturgiewissenschaftler Prof. Dr. Benedikt Kranemann und Prof. Dr. Jürgen Manemann, Professor für Christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie.

Die Ergebnisse des Symposions wurden im Tagungsband abgedruckt: Benedikt Kranemann / Myriam Wijlens [Hg.], Religion und Laicité in Frankreich. Entwicklungen, Herausforderungen und Perspektiven (Erfurter Theologische Schriften 37), Würzburg: Echter 2009.

Johannes Schillert, letzte Änderung: 7.02.2019

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