Universität Erfurt

Kommunikationswissenschaft

Felix Koltermann, M.P.S./Diplom (FH):: Thema: "Fotojournalistische Produktion im Nahostkonflikt - Eine vergleichende Kommunikatorstudie über israelische, palästinensische und internationale Foto-Reporter"

Seit Juli 2010 durch ein Promotionsstipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung gefördert.

 

* 1979 in Wittlich/Rheinland-Pfalz

Wissenschaftlicher Werdegang:

  • seit Januar 2010 Doktorand an der Universität Erfurt
  • 2008 – 2009 Aufbaustudiengang „Master in Peace and Security Studies“ am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) in Hamburg (Gefördert durch die Friedrich-Ebert Stiftung
  • 2008 Diplom in Kommunikationsdesign
  • 2006 – 2007 Forschungsaufenthalt in Israel und den palästinensischen Gebieten
  • 2005 Auslandssemester/ERASMUS, Accademia die Belle Arti, Bologna
  • 2003 – 2004 Projektreise für CAREA e.V. nach Guatemala und Mexiko
  • 2001 – 2008 Kommunikationsdesignstudium mit Schwerpunkt Fotografie an der FH Dortmund

Arbeits- und Forschungserfahrung:

Mexiko, Guatemala, Israel und palästinensische Gebiete, Kambodscha

Mitgliedschaften:

  • Sprecherrat der Plattform zivile Konfliktbearbeitung
  • Peace and Conflict Journalism Network (PECOJON)
  • Arbeitsgemeinschaft Friedens- und Konfliktforschung (AFK)
  • Deutsch-Israelischer Arbeitskreis für den Frieden im Nahen Osten (DIAK)

Forschungsschwerpunkte:

  • Fotojournalistische Krisen- und Kriegsberichterstattung
  • Konfliktsensitiver Journalismus
  • Zivile Konfliktbearbeitung

Dissertationsvorhaben:

Der Nahostkonflikt ist als einer der weltweit am längsten schwelenden Konflikte ein hochkomplexes soziales System, in dem viele verschiedene Akteure mit unterschiedlichen Motiven agieren. Neben den primären Konflikt-Parteien gibt es Akteure, die sich erst aufgrund der Existenz und der gewalttätigen Ausprägung des Konflikts mit diesem beschäftigen und ihn zum zentralen Gegenstand ihres Handelns machen. Dazu gehören lokale wie internationale Foto-Reporter, die in großer Zahl in der Region arbeiten. Sie produzieren dort tagtäglich das Rohmaterial für die internationale pressefotografische Berichterstattung über den Konflikt. Ihre Funktion ist es „Augenzeugen“ und „Chronisten“ für die Weltpresse zu sein.

Aufgrund der Konstitution des Nahen Osten als (zyklisches) Nachrichtenzentrum hat sich dort ein eigenes auf den Konflikt bezogenes System fotojournalistischer Produktion entwickelt. Dieses Produktions-System ist in einen eigenen Bildermarkt eingebunden. Die Produktion ist dabei weitgehend unabhängig von den Prozessen der Distribution, Redaktion, Publikation und Rezeption der dort entstandenen Fotografien zu betrachten. In diesen Prozessen, die meist außerhalb der Region stattfinden, fungiert das Bild als Ware und ist damit vom sozialen Prozess der Interaktion während des fotografischen Akts zu unterscheiden. Die Akteure, die vor Ort in der Produktion arbeiten nehmen eine große Spannbreite ein, von internationalen Stars der Foto-Journalisten Szene über aufstrebende Freelancer bis hin zu namenlosen lokalen Stringern.

Das Promotionsvorhaben hat zum Ziel, dieses Produktionssystem offenzulegen und nach den Besonderheiten der fotojournalistischen Arbeit im Konfliktkontext zu untersuchen Dabei sollen die Foto-Reporter als die handelnden Akteure in den verschiedenen Rollen wie Parachutists, Stringer, Korrespondenten und Freelancer im Zentrum stehen und ihre Arbeits- und Lebensbedingungen umfassend dargestellt werden. Der geplanten Feldforschung vorweg gehen, soll die Entwicklung eines Modells zur Beschreibung und Analyse des fotojournalistischen Produktionssystems sowie die Ermittlung zentraler Faktoren, welche die Foto-Reporter in ihrer Arbeit beeinflussen. Als interdisziplinäres Projekt nimmt das Dissertationsvorhaben sowohl Erkenntnisse aus der Kommunikationswissenschaft als auch aus der Friedens- und Konfliktforschung als Grundlage.

In einer Kommunikatorstudie soll eine Befragung von Foto-Reportern, die im Nahostkonflikt in verschiedenen Arbeitsrollen tätig sind, erfolgen. Die Foto-Reporter sollen dabei während eines Feld-Aufenthaltes in Israel und den palästinensischen Gebieten im Winter 2011/12 in qualitativen Leitfadeninterviews befragt werden. Der Schwerpunkt wird auf den Besonderheiten der Arbeit im Konflikt liegen und nicht auf dem Bild als ästhetischem Produkt. Wichtige Aspekte der Befragung sind die persönliche und berufliche Sozialisation in Bezug auf die fotojournalistische Arbeit, die Einbindung ins System Journalismus, die Themensetzung, das Konflikt-Wissen und die Konflikt-Erfahrung der Foto-Reporter sowie der Umgang mit traumatischen Erlebnissen. Die Ergebnisse dieser Arbeit sollen dazu dienen, Erkenntnisse für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Foto-Reportern in Konflikten sowie deren Aus- und Weiterbildung zu liefern.

Gutachter:

Erstgutachter: Prof. Dr. Kai Hafez, Universität Erfurt

Zweitgutachter: Prof. Dr. Wilhelm Kempf, Universität Konstanz

Veröffentlichungen und Vorträge:

  • Artikel „ Fotojournalismus: Der dokumentarische Moment“, iz3w 320, September/Oktober 2010, S. 42.
  • BICC Occasional Paper: Der Gaza-Krieg im Bild, Bonn: BICC, August 2010.
  • Artikel „Pressefotografie und Kriegsrealität: Der Gaza-Krieg in FAZ und SZ“, Wissenschaft und Frieden, 2010-3.
  • Vortrag “Der Gaza-Krieg im Bild“, Offene Fachhochschule, FH Dortmund, 17. Dezember 2009
  • Artikel „Gescheitert oder nicht? Der Drogenkrieg in Mexiko als Beispiel für die Neuen Kriege“, In: ILA 324, April 2009, S. 12-13
  • Artikel „Israel: Im Zentrum des nahöstlichen Rüstungswettlauf“, In: Friedensforum, 3/2009, S. 13-14
  • Artikel „Global Trends in Armed Violence”, In: BICC Annual Report 2008/2009, S. 14-17
  • Vortrag “A different view”, Friedenskreis Halle, 7. Juli 2008
  • Artikel „Konfliktsensitivität und Fotografie“, In: Orange – Forschungsmagazin der FH Dortmund 01/08, S. 41-45
  • Zeitung „KONTEXT NAHOST“, Netzwerk Friedenskooperative, Bonn 2008
  • Broschüre „Widerstand und Menschenrechte“, Umbruch Bildungswerk, Dortmund, 2004

Kontakt:

felix.koltermann@stud.uni-erfurt.de

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