Universität Erfurt

20 Jahre Kommunikationswissenschaft in Erfurt

Archiv - SoSe 2013

O-Phase: Übersicht der Lehrveranstaltungen Bachelor Kommunikationswissenschaft im Sommersemester 2013 (Grundlagenmodule)

S-3: Einführung in das kommunikationswissenschaftliche Arbeiten II (Markus Seifert – Juliane Kirchner)

Überzeugend vorzutragen, Gespräche zu moderieren oder ein Interview zu führen, gehört zum Alltag des kommunikationswissenschaftlichen Studiums. Aber auch in der späteren Berufswelt – in der Kommunikationsberatung, Medienforschung oder PR-Praxis – ist Reden auf professionellem Niveau eine der wichtigsten Schlüsselkompetenzen. Zu diesen zählt auch das Schreiben – ob Thesenpapiere vorbereitet, Manuskripte korrigiert oder Protokolle verfasst werden müssen. Im Verlauf der Lehrveranstaltung erlernen Studierende in kleinen Workshops die wissenschaftlichen Arbeitstechniken, welche für das erfolgreiche Reden und Schreiben nötig sind. Dabei arbeiten sie mit Fallbeispielen und konkreten Arbeitsaufgaben. Gleichzeitig greifen die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer kommunikationswissenschaftliche Themen und Fragestellungen aus Fachpublikationen auf, womit das Seminar nahtlos an die vorangegangene Veranstaltung im ersten Fachsemester anschließt. Die Übungen der einzelnen Sitzungen thematisieren jedoch nicht nur Regeln und Standards wissenschaftlichen Arbeitens: Es werden auch hilfreiche Strategien im Umgang mit Schreibblockaden und Lampenfieber trainiert.

V: Rezeptions- und Wirkungsforschung (Andreas Fahr)

In der Vorlesung werden Theorien und Modelle der Wirkungs- und Rezeptionsforschung aus dem 1. Fachsemester aufgegriffen, differenziert und erweitert. Dies gilt sowohl für eine inhaltliche Differenzierung und Vertiefung als auch methodische Reflexion. Nach Klärung des Wirkungsbegriffs werden Vorstellungen in der Gesellschaft zu Medienwirkungen aufgegriffen und wissenschaftlichen Erkenntnissen gegenübergestellt. Im Bereich der Rezeptionsforschung wird insbesondere die kommunikative Phase der Mediennutzung (Medienrezeption) in den Blick genommen und dort ablaufende Prozesse der Selektion, Verarbeitung und Wirkung diskutiert. Besonderer Wert wird auch hier auf Methoden und Tools zur Messung von Rezeptionsprozessen gelegt, diese werden kritisch gewürdigt und - soweit möglich - ausprobiert.

V: Medien und Gesellschaft (Klaus Kamps)

Diese Vorlesung widmet sich den Theorien der Kommunikationswissenschaft. In Abstimmung mit der Vorlesung von Herrn Prof. Fahr werden vor allem solche Theorien der Disziplin betrachtet, die auf der Meso- und Makro-Ebene angesiedelt sind, beispielsweise die Theorie kommunikativen Handelns von Jürgen Habermas, die Systemtheorie nach Luhmann, die Akteurs-Struktur-Dynamiken nach Schimank und mehr. Daneben geht es um die Auseinandersetzung mit zentralen Begriffen der Kommunikationswissenschaft, etwa „Öffentlichkeit“, „Öffentliche Meinung“, „Informationsgesellschaft“ u. Ä.

S-6: Interpersonale Kommunikation (Joachim Höflich)

Im Rahmen des Seminars sollen die Grundlagen der interpersonalen Kommunikation behandelt werden. Ausgehend von einer definitorischen Bestimmung von interpersonaler Kommunikation geht es zunächst um die verbalen wie nonverbalen Aspekte. Darauf aufbauend werden einzelne Forschungsfelder näher betrachtet wie etwa das Lügen und Täuschen, Macht, Status und interpersonale Kommunikation, Kommunikation im Zeitablauf und kommunikative Beziehungen sowie Beziehungssubstitute. Schließlich wird danach gefragt, wie durch die Verwendung von Medien (wie etwa das Telefon, die Email oder SMS) interpersonale Kommunikation beeinflusst respektive verändert wird.

S-6: Journalismusforschung: Theorien der Nachrichtenauswahl (Stephanie Geise)

„Von über 99 Prozent allen Geschehens auf diesem Erdball erfährt der Zeitungsleser nichts, weil es einfach nicht zur Kenntnis der Presse gelangt... Aber damit nicht genug: über 99 Prozent aller Nachrichten, die schließlich doch der Presse bekannt werden, gelangen nie vor die Augen des Lesers, weil sie ... aussortiert und dem Papierkorb anvertraut werden“, so der ehemalige dpa-Redakteur Manfred Steffens. Warum aber berichten Journalisten über bestimmte Ereignisse, über andere jedoch nicht? Ausgehend von dieser Frage stehen verschiedene Theorien der journalistischen Nachrichtenauswahl im Mittelpunkt des Seminars: der Gatekeeper-Ansatz, die Nachrichtenwert-Theorie und der News-Bias-Ansatz. Nachrichtenauswahl wird dabei u.a. erklärt mit journalistischen Berufsnormen, Einstellungen von Journalisten sowie dem redaktionellen Umfeld der Kommunikatoren. Basisliteratur der Referatsthemen sind - neben relevanten aktuelleren Untersuchungen – „Klassiker“ der Theorien zur Nachrichtenauswahl. Die Vorträge im Seminar sollen allerdings darüber hinaus gehen und die Theorien, ihre Aktualität und ihre Anwendungsfelder kritisch reflektieren. Dazu wird in den Referaten/Ausarbeitungen jeweils ein (thematischer, methodischer oder transferorientierter) individueller Schwerpunkt gewählt. Bei Interesse können auch kleinere Forschungsprojekte zu aktuellen Themen durchgeführt werden, etwa ein Vergleich der Nachrichtenauswahl unterschiedlicher Nachrichtensendungen oderunterschiedlicher Zeitungen.

S-6: Sozialer Vergleich mit Medienpersonen (Andreas Fahr)

Selbstverortung, Selbstpräsentation, Fremdbeobachtung, soziale Vergleiche und soziale Interaktionen mit Mediencharakteren stellen ein bedeutendes Forschungsfeld medienvermittelter sozialer Kommunikation dar. Insbesondere in Zeiten ausgeprägten Orientierungsbedarfs werden Medien als Signal- und Beobachtungswerkzeuge sozialer Realität genutzt. Das Seminar soll die Frage beantworten, welche Bedeutung, welche Formen und welche Wirkungen diese Prozesse im Rahmen der Mediennutzung haben und wie sie sich infolge neuer Medienumgebungen verändern. Hierbei soll insbesondere der Frage nachgegangen werden, ob und wann Medien zur Kompensation individueller oder sozialer Defizite dienen oder als persönliche Wachstumsimpulse genutzt werden. Vor diesem Hintergrund wird im Seminar ein kleines empirisches Forschungsprojekt durchgeführt, das Motive und/oder Wirkungen der sozialen Orientierung an Medienpersonen (ggf. im Kontrast zum Vergleich mit realen Personen aus dem persönlichen Umfeld) untersucht. Das konkrete Thema wird zusammen mit den Studierenden festgelegt: z.B. Management intimer Beziehungen in Social Networks, Entgrenzung von Öffentlichkeit und Privatheit, Impression Management via SNS o.ä.

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Q-Phase: Übersicht der Lehrveranstaltungen BA Kommunikationswissenschaft im Sommersemester 2013 (Vertiefungsmodule)

Communication Ethics (N.N.)

This course examines the ethical issues involved in communication. How ought we to play our part in all of the interactions we are party to? How should the media cover issues of a sensitive or potentially harmful nature? How do new technologies and practices impact the ethical situations in communication? How do our interactions with others reflect and shape who we truly are? We will build our examination of communication ethics from two fundamental premises: (1) we create the sort of person that we are through our actions and inactions, and (2) an ethical communicator is one who acts with integrity.

Mediated interpersonal communication and cultural goods in the context of social media (Afifa El Bayed)

In this course, well-established theories – usually discussed within the context of traditional mass media – shall be revisited, before attempting to transfer them to the context of social media. This transfer will ideally enable figuring out how the mediated interpersonal communication taking place within the newly explored context opens up the floor to the creation of cultural goods. In parallel to the theoretical discussion and its transfer, students will be encouraged to either 1) produce cultural digital goods or 2) comment existing ones.

Gute Information – Böse Unterhaltung? (Rüdiger Müller)

Das Seminar beschäftigt sich mit Medieninhalten und der Frage nach deren demokratischen und gesellschaftlichen Qualitäten. Hierbei sollen zwei Schwerpunkte gelegt werden: Zum einen werden Nachrichtenangebote hinsichtlich der scheinbar gegensätzlichen Pole von Information und Unterhaltung diskutiert. In diesem Zusammenhang wird insbesondere auf die Themen Boulevardisierung und Infotainment eingegangen, die entlang von empirischen Studien diskutiert werden sollen. Der zweite Schwerpunkt bezieht sich auf die Informationsvermittlung von Medieninhalten außerhalb von klassischen Nachrichtenformaten. Hierbei soll den Fragen nachgegangen werden, ob auch andere Formate wie Spielfilme oder Serien Träger „guter“ Botschaften oder gesellschaftlich relevanter Diskurse sein können. Neben den klassisch kommunikationswissenschaftlichen Theorien werden in dem Seminar auch Ansätze von bspw. Habermas und Adorno zum Tragen kommen, welche jedoch nach Möglichkeit immer an konkreten Beispielen festgemacht werden sollen.

Posters, political! Geschichte Politischer Kommunikation (Stephanie Geise)

Das Wahlplakat ist nicht nur medienhistorisch ein sehr traditionsreiches Kommunikationsmittel, bis heute nimmt es in Deutschland eine tragende Rolle in der Wahlkampfkommunikation ein. Doch trotz der unumstrittenen Bedeutung des Mediums präsentiert sich die Forschungslage zur Geschichte, Entwicklung und Wirkung von Wahlplakaten als äußerst fragmental. Eine systematische medienhistorische Aufarbeitung des Wahlplakats als prototypisches Medium Visueller Politischer Kommunikation steht bis heute aus. Gemeinsam wollen wir uns im Seminar zunächst und insbesondere der Geschichte des Wahlplakats widmen, die sich zugleich auch als Geschichte der Politischen Kommunikation allgemein lesen lässt. Nach der Auseinandersetzung mit den frühen Anfängen des politischen Plakats – auch in der Abgrenzung zur Entwicklung des kommerziellen Werbeplakats – und dem Einsatz von Plakaten zu Kriegswerbe- und Propagandazwecken steht insbesondere auch die Entwicklung zum „modernen“ Wahlplakat in Deutschland nach dem Ende des 2. Weltkrieges im Mittelpunkt der Betrachtung. Zur umfassenden Einordnung wird ein Überblick über die Plakatkommunikation in den deutschen Bundestagswahlkämpfen seit dem Entstehen der BRD gegeben. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf der inhaltlichen und visuellen Kommunikationsstrategie, die im Plakat umgesetzt wird; prototypisch werden hierzu die jeweils markantesten Wahlplakate der jeweiligen Bundestagswahlkämpfe betrachtet und in ihren zeithistorischen und politischen Kontexten verortet. Hierbei werden Tendenzen und Trends der Plakatkommunikation im Speziellen sowie der politischen Kommunikation im Besonderen herauskristallisiert. Dem schließt sich die Auseinandersetzung der Wirkung von Wahlplakaten an. Im Mittelpunkt stehen Ergebnisse der Medienwirkungsforschung zu politischer Plakatkommunikation, die zielgerichtet um Erkenntnisse aus der Werbewirkungsforschung ergänzt werden. Dabei soll auch thematisiert werden, welche Konsequenzen sich aus dem Forschungsüberblick für das Management (Visueller) Politischer Kommunikation ergeben. Abschließend wollen wir gemeinsam über die Bedeutung diskutieren, die dem Wahlplakat in heutigen und zukünftigen Wahlkämpfen zukommen kann.

Media Psychology and Influence (N.N.)

As an advanced course, we will rely in large part on your preparedness for course discussions. The typical course format will begin with a short reflection assignment – usually a question prompt or other “cold discussion” – followed by a structured lecture, a short break and a peer-led discussion.

Selbstkonzept, Identität und Mediennutzung (Andreas Fahr - Cynthia Meißner)

Identitätsbildung und -entwicklung ist ein lebenslanger Prozess, der von verschiedensten Faktoren beeinflusst wird. Dabei strebt der Mensch in der Regel dazu, Selbstwertdienliches zu maximieren und Negatives, auch Selbstbedrohendes, zu vermeiden. Selbst- und Fremdbeobachtungen; soziale Interaktionen und soziale Vergleiche stellen zentrale Aspekte dieser Identitätsarbeit dar. Insbesondere in Situationen des Umbruchs, der Neuorientierung, des Beginns neuer Lebensphasen oder in Krisen/Belastungssituationen tendieren Menschen dazu, sich gegenüber anderen zu positionieren, sich mit anderen zu vergleichen oder sich an anderen zu orientieren. Neben Personen aus dem realen Umfeld von Menschen können dies auch Medienpersonen sein. Dieser Prozess der Identitätsarbeit wird von verschiedenen situativen, kontextuellen und persönlichen Faktoren determiniert. Vor diesem Hintergrund soll im Seminar ein kleines empirisches Forschungsprojekt durchgeführt werden, das erklärende Faktoren der Orientierung an Medien- und Realpersonen in Belastungssituationen untersucht. Dabei sollen insbesondere Krisensituationen in Paarbeziehungen betrachtet werden.

The Voices of Germany? - Was macht Castingshows erfolgreich? (Andreas Fahr - Christian Schneiderbauer)

Das Seminar erfolgt zusammen mit dem Director Format & Brand Research bei der ProSiebenSat.1 TV Deutschland GmbH. Es wird exemplarisch anhand von Musik-Castingshow-Formaten die Analyse, Aufbereitung und Weiterentwicklung rezipientenorientierter Nutzungsmotive und deren Umsetzung in ein Konzept erarbeitet. Nach der Exkursion, im Rahmen derer Hintergrundinformationen und Aufgabenstellung präsentiert werden, erarbeiten Arbeitsgruppen zunächst theorie- und empiriegeleitet mittels qualitativer und/oder quantitativer Inhaltsanalyse - etwa von Online-Angeboten - Dimensionen und Ausprägungen von Nutzungsmotiven dieser Shows und systematisieren diese. Hierbei sollen verschiedene Formate verglichen werden. Methodisch sind daher Grundkenntnisse und Offenheit gegenüber der Inhaltsanalyse von Vorteil. Auf Basis dieser Analyse soll ein Konzept für eine neue bzw. die Weiterentwicklung einer bestehenden Musik-Castingshow (VoG) erarbeitet werden. Die Präsentation dieser Ideen und Konzepte bilden den Abschluss des Seminars.

Die Rolle von Medien und Kommunikation in den islamisch-westlichen Beziehungen (Kai Hafez)

Die islamische Welt und der Westen nehmen sich häufig stark verzerrt wahr. Im Westen überwiegt eine ausgeprägte Islamophobie, die islamische Welt hingegen fühlt sich oft als Opfer einer neokolonialen Verschwörung des Westens. Der islamisch-westliche Kulturkonflikt ist in Teilen ein kommunikatives Konstrukt. Im Rahmen des Seminars wird das Nahost- und Islambild westlicher Medien untersucht, insbesondere auf Basis von Studien zur deutschen Presse und zum Fernsehen. Dabei wird die Themen-, Akteurs-, Länder- und Quellenkomposition zu beurteilen sein. Zudem werden tiefergreifende diskursive Muster herausgearbeitet. Welche Diskurse formieren sich unter verschiedenen Rahmenbedingungen wie gewaltfreien Kulturkonflikten (Beispiel Salman Rushdie) oder Gewaltkonflikten (Beispiel 9/11)? Welchen Beitrag leistet das Internet zu einer Pluralisierung des Islamdiskurses etwa in Deutschland? Der deutsche Buchmarkt wird kritisch auf seine Mechanismen der Popularisierung hin betrachtet, wobei insbesondere die Werke medialer Meinungsführer im Vordergrund stehen. Gefragt wird zudem, welche Kommunikationsbereitschaft überhaupt in der weiteren Bevölkerung besteht, die i.d.R. allenfalls im Rahmen des Tourismus mit der islamischen Welt in Berührung kommt? Das Seminar stellt neben einer ausgiebigen Medien- und Öffentlichkeitskritik auch die Frage nach dem Stand dialogischer Initiativen etwa seitens der deutschen Kirchen. Und es untersucht den Einfluss der interpersonalen interkulturellen Kommunikation im politischen Raum am Bespiel von diplomatischen Verhandlungsprozessen im Nahostkonflikt.

Ethik in der politischen Kommunikation (Patrick Rössler)

Das Jahr 2013 ist ein Wahlkampfjahr – im Herbst stehen die Wahlen zum Deutschen Bundestag an, die die mediale politische Kommunikation schon weit im Vorfeld prägen. Wahlkämpfe sind Kristallisationspunkte, in denen die öffentliche Aufmerksamkeit stark ansteigt, und auch ethische Probleme in der politischen Kommunikation offenkundig werden. Die Lehrveranstaltung widmet sich einem Teilgebiet dieses Problembereiches mit besonderem Blick auf Fragen von Transparenz und Lobbyismus. Im Kontext des Thüringentages „Medien und Ethik“ (28./29.6.2013) im Landesfunkhaus des MDR bereiten die Teilnehmer ausgewählte aktuelle Debatten auf, erhalten Anregungen durch Experten und vertiefen ihre Kenntnisse im Rahmen von Intensiv-Workshops.

Medien in Kriegen und internationalen Konflikten (Kai Hafez)

Massenmedien spielen eine bedeutsame Rolle bei der Eskalation und Deeskalation von internationalen Konflikten und von Kriegen. Erörtert werden verschiedene Funktionen der Medien als Co-Parteien, als dritte Konfliktparteien oder als neutrale Vermittler in unterschiedlichen zeitlichen Verläufen und Krisendynamiken und unter Berücksichtigung der Wechselbeziehungen zwischen Medien und politischem System. Das Verhalten von Massenmedien in Kriegen wird exemplarisch etwa anhand des Golfkrieges, des Attentats auf das World Trade Center und anderer Beispiele studiert. Besonderes Augenmerk wird dem Zusammenhang von staatlicher Öffentlichkeitsarbeit und Medienberichterstattung (z.B. Informationspools, Pressekonferenzen, Desinformationsstrategien) sowie den Medien- und Kommunikationsstrategien von Terroristen gewidmet. Neue Formen des "Cyber War" und daraus entstehende Sicherheitsprobleme in der Informationsgesellschaft werden ebenso erörtert wie die Rolle von Medien in ethnischen Konflikten.

Darstellung von Fremdheit in den Medien (Sabrina Schmidt)

Fremdheit verliert heute zunehmend seine ambivalente Bedeutung. Während „der Fremde“ in vormodernen Gesellschaften noch als exotisch, reizvoll, unbekannt und bedrohlich galt, versuchen moderne Gesellschaftssysteme diese Vieldeutigkeit zugunsten eindeutiger Gegensatzpaare aufzulösen: Freund oder Feind, Assimilation oder sozialer Ausschluss (Simmel, Baumann). Medien tragen zur Bildung und Vermittlung sozialer Wirklichkeiten maßgeblich bei. Als Themensetzer, Meinungs-macher und Multiplikatoren öffentlicher Diskurse beeinflussen sie unsere Vorstellungen von Eigenem und Fremdem. Das Seminar fragt nach den strukturellen Bedingungen und inhaltlichen Qualitäten medialer Fremdheitsdiskurse. Ausgehend von theoretischen Überlegungen zu Öffentlichkeit, Diskurs und Partizipation sollen Medienthemen wie Migration, Integration, Terrorismus und Armut eingehenden Analysen unterzogen werden. Ein besonderer Fokus liegt hier auf dem Medienbild des Islam. Neben klassischen Nachrichtenmedien werden auch Unterhaltungsprogramme aus Film und Fernsehen nach ihren Fremdbildern befragt. Ansätze zum klassischen Rassismus und Neo-Rassismus, zu Ethnisierung, Dominanzkultur und Feindbildkonstruktion werden als weitere theoretische „Backdrops“ erarbeitet. Ziel des Seminars ist es, die medialen Repräsentationen von Fremdheit zu entschlüsseln, wobei es deren soziale, politische und kulturelle Signifikanz für moderne Einwanderungsgesellschaften zu diskutieren gilt.

Global Communications Teil II (Volker Stoltz)

Internationales Projekt GlobCom: Studenten vom 3. Semester an bilden zusammen mit PR Studenten von 10 Universitäten in 10 Ländern und 5 Erdteilen internationale "virtuelle" Teams. Sie erhalten einen PR Fall und erarbeiten zusammen im Team eine Lösung, die sie im ppt Format präsentieren. Die Studenten lernen, international über Kulturen und Grenzen hinaus zusammenzuarbeiten und gemeinsam internationale PR Probleme zu lösen.

Global TV? Fernsehkulturen im internationalen/transkulturellen Vergleich (Anne Grüne)

Das Seminar untersucht Phänomene der kulturübergreifenden Verbreitung von Fernsehunterhaltung und hat zum Ziel, vielschichtige Formen, Dynamiken und mögliche Effekte von (gleichzeitigen) Lokalisierung- und Globalisierungstendenzen massenmedialer Unterhaltungskommunikation zu systematisieren und zu diskutieren. Neben mediengeschichtlichen und -ökonomischen Faktoren, welche die Integration weltweiter Fernsehmärkte begünstigen, werden die globalen wie regionalen Akteure der Unterhaltungsindustrie untersucht. Berücksichtigung finden Regulatoren (trans-)nationaler Mediensysteme als auch die multinational agierenden Medienunternehmen, die den weltweiten Handel mit kreativen Ideen beeinflussen. Im Zentrum des Seminars steht die Auseinandersetzung mit den „aktiven“ Zuschauern, die nationale aber auch internationale und transkulturelle Unterhaltungsangebote rezipieren, interpretieren, reproduzieren und immer häufiger auch selbst durch interaktive Tools in kreative Prozesse eingreifen. Anhand ausgewählter Fallstudien werden konkrete Beispiele der Adaption und Rezeption von Sendern und Fernsehinhalten in unterschiedlichen geolinguistischen Regionen behandelt und es wird die Frage nach der Konstitution von Fernseh- und Rezeptionskulturen gestellt. Mithilfe verschiedener Ansätze aus vorwiegend kultur- und globalisierungstheoretischer Literatur sollen die Phänomene und Entwicklungen grenzüberschreitender Unterhaltungskommunikation eingeordnet werden.

Der Mediennutzer im situativen Kontext öffentlicher Räume (Julia Roll)

Der Mensch lebt in einer symbolischen Umwelt (Krotz, 2003). Im sozialen Miteinander muss er kommunikativ mit anderen aushandeln, welche Bedeutung und Definition Dingen, Ereignissen und Ideen zugewiesen werden sollen. Dies gilt ebenfalls für das Konzept, was als öffentlicher Raum zu verstehen ist. Somit ist auch jede Mediennutzung im öffentlichen Raum untrennbar mit ihrem situativen Kontext verbunden. Ziel des Seminars ist es, die Interdisziplinarität des Fachs Kommunikationswissenschaft zu erfahren. Anhand ausgewählter Autoren werden über Simmels Stadtsoziologie (1903) hinausgehend spezifische Ansätze innerhalb des mobility turn und der space-location-place-debate beleuchtet. Zusätzlich werden diese (bisher noch jenseits der Kommunikationswissenschaft liegenden) Ansätze dahingehend analysiert, inwiefern diese für das eigene Fach genutzt werden können, um neue Erkenntnis zu gewinnen.

Global and International PR (Katerina Tsetsura)

This upper level undergraduate course is designed to introduce students to global perspectives on public relations theory and practice. A primary goal of the course is to familiarize students with the rapid development of the public relations field in multiple regions of the world and to demonstrate opportunities the field offers to future professionals in the areas of corporate communication, international relations, government, transnational businesses, non-governmental organizations, and global public relations firms. This seminar is designed to equip students with specific knowledge and skills for a successful start as a global public relations practitioner. In addition to learning about current issues and opportunities for public relations practices worldwide, students will examine how political, socio-economic, cultural, and historical particularities, together with a modern pop culture, influence modern public relations practice, and what role globalization plays in shaping strategic communication messages on international markets. Particular attention will be given to the role Internet plays in providing access to information and to the examination of the social media tactics that shape global public relations strategies. This is a great elective for those who plan to work for large or mid-size communication agencies, corporations, nonprofit organizations, government, or military.

Medienwelten - Medienökologien (Joachim R. Höflich)

Unser Alltag ist durch Medien bestimmt. Will man diese Medienalltage verstehen, dann genügt es nicht mehr, sich nur einzelne Medien näher anzuschauen. Vielmehr müssen die Medien ‚um uns herum‘ in einem Gesamtzusammenhang verstanden werden. Dies soll in zweifacher Hinsicht geschehen: Zum einen wird die theoretische Perspektive eines Mediatisierungsansatzes diskutiert, zum anderen eine medienökologische Perspektive. Insbesondere werden hierbei die basalen Annahmen von McLuhan, Postman und Meyrowitz näher betrachtet. Vor dem entfalteten theoretischen Hintergrund werden im weiteren Verlauf des Seminars ausgewählte Themenfelder näher betrachtet. Dazu gehört eine Raum-Zeit-Perspektive auf Medienkommunikation, die wiederum den Ausgangspunkt zu einer Analyse medialer Beschleunigungen oder der Bedeutung von Medien bei Stillständen (insbesondere in Verbindung mit Momenten des Wartens) darstellt. Abschließend wird die Frage gestellt, inwiefern wir in einer uns immer dichter umgebenden Medienwelt noch in der Lage sind, überhaupt auf Medien verzichten zu können.

Hörfunkpraxis (Matthias Gehler)

Inhaltlich geht es in dieser Lehrveranstaltung um Hörpsychologie, abgeleitet aus der face-to-face Kommunikation, um Dramaturgie, Produktion und Präsentation. Weitere Themen sind Radio in der Divergenz zu anderen Medien, Radio im Markt, Formatierung und Musikforschung, sowie Radiobestandteile, Workflows und Organisation. Der Aspekt trimediale Zusammenarbeit bietet sich in unserem Funkhaus an. Die Studenten bekommen einen Einblick in Abläufe und Hintergründe am Beispiel eines öffentlichen Programms. Zudem stellen leitende Mitarbeiter aus Nachrichten, Planung, Regionalmanagement, Musik, Rechercheredaktion und On-air-Promotion ihre Bereiche anschaulich vor.

International Public Relations Teil II (Volker Stoltz)

Die Veranstaltung ist sehr praktisch angelegt. Anhand von Fallbeispielen werden die Begriffe und Formen moderner internationaler Public Relations Arbeit erklärt. Im zweiten Teil der Veranstaltung präsentieren Gäste - PR Chefs von Agenturen und Unternehmen - Probleme aus ihrer Arbeit. Die Studierenden erkennen PR Probleme und erarbeiten erste Lösungsansätze.

Journalistische Darstellungsformen in der regionalen Tageszeitung (Elisa Sowieja)

Wie schreibe ich einen Artikel für eine regionale Tageszeitung? Diese Kernfrage wird das Blockseminar an den drei Wochenenden bestimmen. Zunächst erhalten die Teilnehmer einen Überblick darüber, welche journalistischen Darstellungsformen es gibt und welche von ihnen im Lokaljournalismus besonders gefragt sind. Referenzmedium ist hierbei die Magdeburger Volksstimme, eine regionale Tageszeitung in Sachsen-Anhalt. Anschließend beginnt der Praxisteil. Die Studierenden lernen, wie man etwa eine Meldung schreibt oder auch das „Guten Morgen“ - die tägliche Kurz-Kolumne, welche sich direkt an den Leser richtet und in den Lokalteilen vieler Tageszeitungen zu finden ist.

Terrorismuswahrnehmungen (Hannah Früh)

Das Seminar liefert eine praktische Vertiefung zur Vorlesung Methoden. Dabei steht die praktische Anwendung quantitativer Methoden der Datenerhebung und Untersuchungsanlage im Fokus. Anhand des Themenbereichs „Terrorismuswahrnehmungen“ werden unter Anleitung Forschungsfragen und -designs entwickelt und in Arbeitsgruppen mit Hilfe der Methode der Befragung in einem experimentellen oder nicht-experimentellen Design durchgeführt. Die Teilnehmer sollen dabei die Fähigkeit entwickeln, standardisierte Befragungen eigenständig für die Forschung einzusetzen.

Zeige mir dein Profil und ich sage dir, wer du bist. Die Methode der Inhaltsanalyse am Beispiel der Selbstdarstellung in Sozialen Netzwerken (Cynthia Meißner)

Das Seminar liefert eine praktische Vertiefung zur Vorlesung Methoden. Dabei steht die Anwendung der Methode der quantitativen Inhaltsanalyse im Fokus. Die Inhaltsanalyse dient der systematischen, intersubjektiv nachvollziehbaren Beschreibung inhaltlicher und formaler Merkmale von Botschaften (häufig mit dem Ziel einer darauf gestützten interpretativen Inferenz). Ziel des Seminars ist es, die Inhaltsanalyse eigenständig in der Forschung einsetzen zu können. Nach Wiederholung und Vertiefung theoretischer Grundlagen soll im Themenkomplex „Selbstdarstellung in Sozialen Netzwerken“ in kleinen Forschungsteams eine Forschungsfrage entwickelt und empirisch untersucht werden.

Einführung in die Datenanalyse mit SPSS (Daniel Hajok)

Das Einführungsseminar richtet sich an Studierende, die unter Verwendung quantitativer Forschungsmethoden eigene kommunikationswissenschaftliche Forschungsprojekte realisieren wollen, aber noch keine Erfahrungen mit der computergestützten Datenanalyse mittels SPSS haben. Im ersten Teil des Seminars werden die Studierenden mit dem Anlegen einer Datenmaske, der Dateneingabe bzw. dem Import computergestützt erhobener Daten vertraut gemacht. Im zweiten Teil des Seminars erhalten die Studierenden Einblick in das Zusammenführen und Umcodieren von Variablen sowie in die Datenbereinigung. Im dritten Teil werden die Studierenden in die verschiedenen Möglichkeiten der Datenanalyse eingeführt. Den Schwerpunkt bilden hier 'einfache' bivariate Analyseverfahren, die praxisnah auf der Grundlage eines umfangreichen Datensatzes zur Rezeption von Castingshows und Coachingsendungen durch Jugendliche und junge Erwachsene.

Datenanalyse mit SPSS für Fortgeschrittene (Daniel Hajok)

Das forschungspraktische Vertiefungsseminar richtet sich an Studierende, die erste Erfahrungen mit der computergestützten Datenanalyse bereits gesammelt oder im Rahmen eigener (geplanter) Forschungsprojekte konkrete Fragen zur quantitativen Datenanalyse mittels SPSS haben. Die Studierenden erwerben praxisnah Kenntnisse, um bi- und multivariaten Analyseverfahren selbständig anwenden zu können. Datengrundlage sind in den eigenen Forschungsarbeiten ggf. bereits erhobene Daten oder ein vorliegender umfangreicher Datensatz zur Rezeption von Castingshows und Coachingsendungen durch Jugendliche und junge Erwachsene.

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