Universität Erfurt

20 Jahre Kommunikationswissenschaft in Erfurt

Archiv - WS 2010/11

O-Phase: Übersicht der Lehrveranstaltungen BA Kommunikationswissenschaft im Wintersemester 2010/2011 (Grundlagenmodule)

V Einführung in die Kommunikationswissenschaft (Markus Seifert)

Ziel dieser Einführungsveranstaltung, die in einer Kombination aus Vorlesung und Seminar stattfindet, ist es, einen umfassenden Überblick über das Fach Kommunikationswissenschaft zu vermitteln und anhand von vielen Praxisbeispielen zu zeigen, mit welchen gesellschaftlichen Problemstellungen sich die Kommunikationswissenschaft beschäftigt und mit welchen Modellen und Theorien sie zur Lösung der Probleme beiträgt. In der Vorlesung werden deshalb zunächst Grundbegriffe und Fachentwicklung der Kommunikationswissenschaft dargestellt. Sodann werden zentrale Teildisziplinen der Kommunikationswissenschaft präsentiert: Kommunikations- und Mediengeschichte, Kommunikationspolitik, Medienstruktur, Medienproduktion, Mediennutzungs- und Wirkungsforschung. Ferner werden sowohl Medientheorien als auch Medieninhalte ausführlich behandelt. Vorlesung und Seminar basieren auf der Nutzung eines computergestützten Lernsystems (CLIC).

V Propädeutikum: Einführung in die empirischen Methoden der Kommunikationsforschung (Patrick Rössler)

Die Vorlesung bietet eine Einführung in die wichtigsten Methoden und Verfahren der empirischen Kommunikationsforschung. Behandelt werden die verschiedenen Formen von Befragung, Beobachtung und Inhaltsanalyse sowie Erhebungstechniken wie Querschnitt-, Längsschnitt- und Experimentaldesigns. Darüber hinaus werden grundsätzliche Fragen der Stichprobenziehung, Feldplanung und Auswertung von empirischen Daten angesprochen.

S-3 Propädeutikum: Einführung in das kommunikationswissenschaftliche Arbeiten (Markus Seifert)

Das Seminar dient dem Erwerb grundlegender wissenschaftlicher Arbeitstechniken, die an konkreten kommunikationswissenschaftlichen Aufgabenstellungen erprobt und eingeübt werden sollen, sowie einer ersten Reflexion wissenschaftlicher Erkenntnisse und Vorgehensweise. Eines der zentralen Lernziele ist es, am Ende des Seminars eigenständig eine wissenschaftliche Hausarbeit anfertigen und ein Kurzreferat halten zu können. An Fallbeispielen und konkreten Arbeitsaufgaben werden grundlegende wissenschaftliche Arbeitstechniken eingeübt, die für das erfolgreiche Studium unentbehrlich sind: wissenschaftliches Fragen, Bildung von Hypothesen, Operationalisierung von Fragestellungen und Erstellung eines Arbeitsplans, Online-, Archiv- und Bibliotheksrecherche, Lesen deutsch- und englischsprachiger wissenschaftlicher Texte, Exzerpieren, Argumentieren, Formulieren und Visualisieren, Belegen und Bibliografieren. Ausgehend von erkenntnis- und wissenschaftstheoretischen Vorüberlegungen werden am Beispiel der Entwicklung des Fachs Kommunikationswissenschaft geistes- und sozialwissenschaftliche Denk- und Forschungsmethoden einführend vorgestellt.

Q-Phase: Übersicht der Lehrveranstaltungen BA Kommunikationswissenschaft im Wintersemester 2010/2011 (Vertiefungsmodule)

Das Call-Center als kommunikativer Raum (Heiner Stahl)

Das Seminar vermittelt den Studierenden methodische Werkzeuge, um Kommunikationsräume zu analysieren sowie deren Funktionsbedingungen zu verstehen. Das Call-Center ist ein kommunikationswissenschaftlicher Sonderfall. Dort überschneiden sich unterschiedliche Dienstleistungen und Kommunikationsformen (interpersonale Kommunikation, Business Communication, Sales, Customer Service etc.). Die praxisfokussierte Veranstaltung wird zudem die mediengeschichtlichen und -theoretischen Aspekte einer telefonbasierten Fernsprechkommunikation verdeutlichen. Die Studierenden gewinnen einen tiefen Einblick in die verschiedenen Facetten eines solchen Kommunikationsortes, in welchem Sie ja möglicherweise bereits arbeiten.

Qualität von Medienangeboten. Begriffe, Modelle, empirische Ansätze (Katja Mehlis)

Ausgehend von einer Betrachtung der öffentlichen Aufgaben der Medien in den westlichen Industrieländern, sollen speziell die Qualität von Medienangeboten - deren Definition, theoretische Begründung, Möglichkeiten der empirischen Erfassung und Sicherung Gegenstand der Veranstaltung sein. Konkrete Fragestellungen im Seminar werden beispielsweise sein: Wer stellt die Ansprüche an die Medien? Woraus werden diese abgeleitet?An wen richten sich die Ansprüche? Welche Normen werden konkret eingefordert? Welche Qualitätsmerkmale sollen einzelne Medienprodukte aufweisen? Wie kann man diese messen?

StudiVZ, Facebook & Co.: Onlinebasierte soziale Netzwerke als Gegenstand der kommunikationswissenschaftlichen Forschung (Juliane Kirchner)

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Zahl von Angeboten im Social Web will sich das Seminar speziell mit onlinebasierten Netzwerken, den sogenannten Social Network Sites beschäftigen. Deren Nutzerzahlen verzeichnen laut ARD/ZDF-Onlinestudie 2010 auch weiterhin einen positiven Trend, was Anlass dazu gibt, dem Konzept dieser Angebote aus theoretischer Sicht nachzugehen. In einem zweiten Schritt sollen die Studierenden hieraus eigenständig eine empirische Untersuchung ableiten.

Die wahren Kinder von Karl Marx und Coca Cola - Die Zeit- und Mediengeschichte der DDR (Heiner Stahl - Peter Wurschi)

Das Seminar bietet eine Einführung in die unterschiedlichen Betrachtungsweisen der DDR und den Erzählungen über die sozialistische Diktatur. Zunächst werden die wichtigen Zäsuren zwischen 1949 und 1989 behandelt. Dann werden das System der Agitation- und Propaganda erläutert, Mediennutzungsweisen in einer geschlossenen Gesellschaft thematisiert sowie die verschiedenen Medien (Buchhandel, Verlagswesen, Zeitungslandschaft, Film, Rundfunk und Fernsehen) in ihrer Verschränkung mit dem Herrschaftsapparat beleuchtet. Eigensinn, Rebellion und abweichendes Verhalten im öffentlichen und durchherrschten Raum sind weitere Aspekte, die die Veranstaltung an den Beispielen Jugend- und Musikkultur sowie Grassroots-Bürgerbewegung in den Mittelpunkt rückt.

"Visuelle Kristallisationspunkte" zwischen Authentizität und Inszenierung (Stephanie Geise)

Unser soziales Gedächtnis lässt sich leicht als eine Topographie ikonischer Bilder lesen: Die medialen Schlüsselbilder historischer, politischer und soziokultureller Ereignisse fungieren, in Ikonen transformiert, als visuelle „generationenüberdauernde Kristallisationspunkte kollektiver Erinnerung und Identität“ (François/Schulze 2001: 18). Ob Capas Bilder der Landung der Alliierten am Omaha Beach (1944), Willy Brandts Kniefall in Warschau (1970), der „Tanz― auf der Berliner Mauer (1989) oder die einstürzenden Türme des World Trade Center (2001), ob Warhols Pop-Art-Portrait von Marylin Monroe (1967), das LOVE-Emblem der Hippie-Generation von Robert Indiana (1966) oder die VIVA CHE Poster von Guevara (1968) – sie alle sind „nicht nur im Moment der Betrachtung existent, sondern [haben] sich dauerhaft als Symbole, als Repräsentation von Ereignissen oder sogar als symbolhafte Darstellungen komplexer Prozesse und Zusammenhänge in unseren Köpfen“ verankert (Meckel 2001: 25). Ikonen sind aber nicht nur visuelle Wissensspeicher, sondern liefern gleichzeitig eine spezifische Interpretation und Konstruktion sozialer Wirklichkeit, die sich zwischen den Polen Authentizität und Inszenierung entfaltet – und dadurch spannende Rückschlüsse auf die Herkunft, Funktion und Wirkung der Ikonen zulässt. Im Seminar wollen wir uns zunächst in Referaten mit berühmten Ikonen des 20. und 21. Jahrhunderts auseinandersetzen und nach den Entstehungskontexten, der Bedeutung und der medialen Verbreitung bzw. Transformation dieser Bilder fragen. Um die Ikonen in ihren Funktions- und Wirkungszusammenhängen umfassend erfassen und analysieren zu können, wollen wir uns den Ikonen dabei interdisziplinär nähern: Die Integration historischer oder politischer Zugänge ist hier ebenso notwendig wie ästhetische, künstlerische oder kommunikationswissenschaftliche Dimensionen. Schließlich wollen wir gemeinsam nach der heutigen Bedeutung der Ikonen fragen und uns auf die Suche nach „contemporary icons“ begeben.

Wenn Halbgötter in Weiß zu Dienstleistern werden - Die Arzt-Patienten-Beziehung im mediatisierten Alltag (Julia Roll)

Zu Beginn des Seminars wird nachgezeichnet, wie und warum sich der vormals eher ärztehörige Patient zu einer mündigen Person, die den Status eines Dialogpartners beim Arzt einfordert, entwickelt hat. Danach erfolgt eine detaillierte Betrachtung des Angebots und der Nutzung von Kommunikationsmedien und deren Auswirkung auf die Beziehung zwischen Arzt und Patient.

Politische Kommunikation in den USA (Klaus Kamps)

Politische Kommunikation ist ein wichtiger Mechanismus des politischen Prozesses und zugleich in hohem Maße legitimationsrelevante Größe der westlichen Demokratien. Politische Kommunikationsprozesse selbst und konkreter auch das Verhältnis von Politik und Journalismus und Publikum ist dabei wesentlich geprägt von systemischen Bedingungen und Strukturen der jeweiligen Staaten. Das Seminar beschäftigt sich - durchaus auch in vergleichender Perspektive - mit der politischen Kommunikation in den USA: die USA gelten ja gelegentlich als eine Art Referenz-Größe für Entwicklungen und Trends in diesem Feld politischen Handelns.

Kampagnenkommunikation (Klaus Kamps)

"Kampagnen" sind zweifelsohne eine zentrale Kommunikationsform in der "Informations-" und "Kommunikationsgesellschaft" geworden. Wir beobachten Kampagnen in der Werbeindustrie, in der Politik, ja in der Zivilgesellschaft. Das Seminar erarbeitet gemeinsam Grundlagen des "Campaigning", es eruiert Arbeitsweisen, analysiert Wirkungen und bettet Kampagnenkommunikation in die allgemeine öffentliche, gesellschaftliche Kommunikation ein. Sicher wird dabei politische Kommunikation zentral sein, gleichwohl soll über den Tellerrand hinausgeschaut werden auch auf solche Kampagnen, die nicht oder nur marginal im Kontext politischer Entscheidungs- und Willensbildungsprozesse stehen.

Medienrealität - Wie real ist das, was wir wissen? (Emanuel Germanus)

Im Allgemeinen wird geäußert, dass sich die heutige Gesellschaft in einer Medienrealität wiederfindet. Eine medial konstruierte Realität. Doch wo liegen die Unterschiede zwischen Realität und Medienrealität? Ist das Leben in einer Medienrealität gut oder schlecht? Welche Auswirkungen hat die Medienrealität auf das reale Leben? Wer bestimmt wen – die Medien das Leben, oder das Leben die Medien? Eine tiefer gehende Erschließung des Themas soll das genauere Betrachten der die Medienrealität schaffenden Personen (Journalisten, Redaktionsleiter Verleger, Reporter etc.) ermöglichen. Welche Faktoren entscheiden darüber, ob über ein Thema berichtet wird? Ist ein Thema grundsätzlich berichtenswert, nur weil sich TV, Hörfunk und Zeitung damit beschäftigen? Oder handelt es sich einzig um die Inszenierung des Nichts? Nach einer Einführung, in welcher der Begriff der Medienrealität über die Fragestellung: „Was ist objektiv?― definiert und im Kontext des Konstruktivismus näher betrachtet wird, werden auf Basis von Referaten verschiedene Beispiele aus der Praxis dargestellt und diskutiert. Anhand dieser Beispiele wird sich im Seminar im Zusammenhang der Medienrealität an verschiedene Bereiche der Kommunikationswissenschaft angenähert. Neben der reinen Wissensvermittlung sollen die Seminarteilnehmer in Diskussionen ihren Sinn für die Wahrnehmung von medialen Inhalten schärfen. Als wesentlicher kommunikationswissenschaftlicher Ansatzpunkte seien in diesem Zusammenhang die Kommunikatorforschung, und dabei insbesondere die Nachrichtenwertforschung sowie das Agenda-Setting genannt.

Theorien der internationalen und transkulturellen Kommunikation (Anne Grüne)

Es ist kaum möglich, in Forschungsarbeiten der internationalen und interkulturellen Kommunikationswissenschaft Belege für eine Globaltheorie zu finden. Vielmehr macht sich dieser interdisziplinäre Fachbereich der Kommunikations- und Medienwissenschaft Theorien aus verschiedensten Disziplinen der Geistes- und Sozialwissenschaften (etwa der Soziologie, Ethnographie, Sprachwissenschaft, Kulturwissenschaft oder Politikwissenschaft) zu eigen, um weltweite mediale Konnektivitäten auf unterschiedlichsten Ebenen der Medienproduktion, Medienrezeption, der Medienökonomie, Medienpolitik oder Medienkultur zu untersuchen. Das Seminar ist als Lektürekurs angelegt und dient der Erarbeitung eines Überblicks über die relevanten Theorien, Ansätze und Paradigmen – darunter die Ansätze der Cultural Studies und der Kulturindustrieanalyse sowie Modernisierungs- und Dependenztheorien, systemtheoretische Medientheorien und Konzeptionen der Weltgesellschaft und Weltkultur, der Informations- und Netzwerkgesellschaft. Ein spezieller Fokus wird auf den Diskursbereich der Globalisierungstheorien gesetzt. Ziel des Seminars ist somit, die grundlegende Literatur zu erörtern und die Anwendbarkeit der Theorieangebote auf rezente Forschungsfragen in der internationalen und interkulturellen Kommunikation beispielhaft zu prüfen.

Global Communications Teil I (Volker Stoltz)

Internationales Projekt GlobCom: Studenten vom 3. Semester an bilden zusammen mit PR Studenten von 10 Universitäten in 10 Ländern und 5 Erdteilen internationale "virtuelle" Teams. Sie erhalten einen PR Fall und erarbeiten zusammen im Team eine Lösung, die sie im ppt-Format präsentieren. Die Studenten lernen, international über Kulturen und Grenzen hinaus zusammenzuarbeiten und gemeinsam internationale PR Probleme zu lösen. Ein gemeinsames Symposium im Mai oder Juni schließt das Projekt ab.

Mobile Kommunikation im Alltag (Joachim R. Höflich)

Mobile Kommunikation ist Teil unseres Alltags geworden. Im Rahmen der Veranstaltung sollen sowohl theoretische Grundlagen diskutiert als auch empirische Studien und deren methodische Vorgehensweise analysiert werden. Ziel soll es letztlich sein, die derzeitige Forschungssituation einschätzen zu können und Perspektiven zukünftiger Forschung zu entwerfen.

Interpersonale Kommunikation im Alltag und in sozialen Beziehungen (Christine Linke)

In ihrem Alltag sind Menschen an verschiedenen Formen interpersonaler Kommunikation beteiligt und in unterschiedliche Kommunikationssituationen eingebunden: Sie kommunizieren direkt mit anderen in vis-a-vis-Situationen oder vermittelt durch Medien. Sie interagieren dabei in und zwischen verschiedenen Bereichen des Alltags, etwa im privaten und beruflichen Umfeld sowie im öffentlichen Raum. Hierbei sind die unterschiedlichen zwischenmenschlichen Beziehungen der Menschen bedeutsam. Basierend auf diesen grundlegenden Gedanken wird im Seminar die interpersonale Kommunikation ins Zentrum der kommunikationswissenschaftlichen Perspektive gestellt. Formen, Kennzeichen und Differenzierungen werden systematisch erarbeitet und anhand von Lektüre und praktischen Beispielen diskutiert. Die Teilnehmer fertigen Kommunikationstagebücher an, die gemeinsam im Seminar ausgewertet werden. Somit wird auch eine empirische Annäherung an den Gegenstand möglich.

Betriebliches Kommunikationsmanagement I (Axel Breme)

Ziel: Vermittlung grundlegender und systematischer Kenntnisse über die interne und externe Kommunikation des Betriebes, die den Anspruch erfüllen, in der Praxis umsetzbar zu sein und gleichzeitig Raum gibt für theoretische/systematische Weiterentwicklungen. Fachlicher Zugang: Betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse von Vorteil, jedoch keine Voraussetzung. Inhalte: Die Darstellung des Betriebes als soziales Gebilde und seine kommunikativen Funktionen bilden die fachliche Grundlage. Nach allgemeinen Begriffserläuterungen wie z.B. "Information" und "Kommunikation" werden diese in der Betriebswirtschaft fest verortet. Insbesondere werden Begriffe der Individual- und Massenkommunikation in ihrer Bedeutung für den Betrieb sowie kommerzielle Kommunikationsformen behandelt. Die Kommunikationslage (Feststellung, Analyse und Ansätze zur Veränderung) bildet schließlich den dritten Vermittlungsblock dieser Veranstaltung, die mittels Beiträgen und Beispielen durch Referenten aus der Praxis ergänzt wird.

Internes & externes Markenmanagement (Ralf Junge)

Markenmanagement beschreibt alle Aktivitäten im Rahmen des Aufbaus und der Führung von Marken - mit dem Ziel, das eigene Produkt bzw. Angebot von den Wettbewerbern deutlich zu differenzieren. Die Lehrveranstaltung befasst sich mit den Grundlagen des Markenmanagement - von der Markenstrategie bis hin zu den wichtigsten Instrumenten, wie Marketing oder PR. Die behandelten Themen werden durch Vertreter aus der Praxis veranschaulicht.

International Public Relations I (Volker Stoltz)

Die Veranstaltung ist sehr praktisch angelegt. Anhand von Fallbeispielen werden die Begriffe und Formen moderner internationaler Public Relations Arbeit erklärt. Im zweiten Teil der Veranstaltung präsentieren Gäste - PR Chefs von Agenturen und Unternehmen - Probleme aus ihrer Arbeit. Die Studierenden erkennen PR Probleme und erarbeiten erste Lösungsansätze.

Einführung Radiojournalismus bei Radio F.R.E.I. (Carsten Rose)

Radio F.R.E.I., das nichtkommerzielle Stadtradio für Erfurt, sendet seit Mai 1999 mit offizieller Lizenz. Der besondere inhaltliche Anspruch des unabhängigen und selbstorganisierten Lokalsenders liegt vor allem darin, einen kritischen Blick auf gesellschaftspolitische Prozesse und Ereignisse zu richten. Das heißt unter anderem genau jene Personen, Gruppen, Initiativen zu Wort kommen zu lassen bzw. zu thematisieren, die in den etablierten öffentlich-rechtlichen und privaten Medien zu kurz kommen oder gar keine Beachtung finden. Streitbare Perspektiven sollen entwickelt werden, die sich der Verantwortung, den Beschränkungen aber auch den Möglichkeiten des selbstbestimmten Medienmachens immer wieder neu bewusst werden. Die Studierenden sollen unmittelbar mit den Redaktionen der Lokalnachrichten, der Morgen- und Vormittagsmagazine zusammenarbeiten. Ausgehend von einem Basisworkshop und in der Folge begleitet von erfahrenen Redakteuren erstellen die Teilnehmenden Umfragen, gebaute Beiträge (Features) und führen Interviews. Für die Studierenden besteht damit die Möglichkeit journalistisch tätig zu sein sowie eigene Themen und Fragestellungen öffentlich zu machen. Dabei erlangen sie journalistische und technische Kompetenzen, die für eine berufliche Tätigkeit nicht nur im Medienbereich von großem Nutzen sind.

Klimawandel: Framing-Experiment (Hannah Früh)

Der Klimawandel ist eines der herausragenden Probleme unseres Jahrhunderts. So sind durch ihn nicht nur gravierende ökologische Folgen zu befürchten, sondern auch tief greifende, globale soziale Folgen. Auch in den Massenmedien wird der Klimawandel mit seinen vorwiegend negativen Folgen häufig thematisiert. Dies geschieht in ganz unterschiedlicher Weise, etwa durch das Skizzieren von Katastrophenszenarien einerseits oder aber auch das Aufzeigen von Präventivmaßen andererseits. Nicht zuletzt soll durch die mediale Berichterstattung das Problembewusstsein der Menschen für den Klimawandel und seine Folgen geschärft werden. Das Seminar beschäftigt sich mit der Vermittlung bzw. Wirkung des Themas in unterschiedlichen Kontexten. Theoretische Basis ist der kommunikationswissenschaftliche Framing-Ansatz. Im ersten Teil des Seminars geht es darum, die thematischen und theoretischen Grundlagen zu erarbeiten, sowie die methodischen Grundlagen zur Konzeption eines Experiments zu wiederholen. Daraufhin soll ein Experiment konzipiert und exemplarisch durchgeführt werden. Insgesamt dient das Seminar dazu, an einem Beispiel die methodischen Grundlagen zur Konzeption und Durchführung von Experimenten zu vertiefen und erste Erfahrungen in der Durchführung von Experimenten zu sammeln. Das Seminar findet als Blockseminar im Rahmen der Summerschool statt. Zur Vorbereitung wird es im Vorfeld ein Treffen geben, bei dem die Referatsthemen verteilt werden.

Quantitative Datenauswertung I (Marko Bachl)

In diesem Seminar werden wir die Grundlagen der quantitativen Datenanalyse erlernen. Vorbereitend geht es um die Formulierung überprüfbarer Forschungsfragen und Hypothesen. Im Hauptteil des Seminars befassen wir uns mit Datenerfassung, -vorbereitung, und -auswertung. Wir werden also das nötige Handwerkszeug betrachten, das zur Beantwortung kommunikationswissenschaftlicher Fragen mit Hilfe von statistischer Datenanalyse notwendig ist. Das Seminar ist von einem hohen Praxisanteil geprägt, alle erlernten Verfahren werden sofort mit der Analyse-Software SPSS anhand verschiedener Beispiele eingesetzt. Verfahren der deskriptiven Datenanalyse sowie einfache inferenzstatistische Verfahren für Mittelwertvergleiche und Zusammenhangsmaße werden ebenfalls behandelt.

Quantitative Datenauswertung II (Hannah Früh)

Dieser Kurs soll interessierten Studenten die Möglichkeit bieten, ihren Kenntnisstand auf dem Feld der Datenanalyse zu überprüfen, zu erweitern und zu vertiefen. In praktischen Übungen geht es darum, wie man Operationalisierungen beschreibt, Daten transformiert sowie univariate und multivariate Verfahren der Datenanalyse anwendet und interpretiert. Ergebnis sollen "publikationsreife" Tabellen und Abbildungen sein, wie sie in empirischen Seminar- sowie in Abschlussarbeiten gefordert werden.

Qualitative Methoden im Kontext öffentlicher Mediennutzung – Datenerhebung (Julia Roll)

Medien als Teil des öffentlichen Raums sind heute ein zentraler Bestandteil des Alltags. Das Seminar behandelt ausführlich geeignete qualitative Methoden zur Erforschung der öffentlichen Mediennutzung und beschäftigt sich mit ausgewählten Studien. Im Rahmen einer eigenen gemeinsam konzipierten und durchgeführten Studie werden die erarbeiteten Inhalte praktisch umgesetzt und anschließend kritisch diskutiert.

Qualitative Methoden im Kontext öffentlicher Mediennutzung – Datenauswertung (Julia Roll)

Das Seminar bietet zunächst einen Überblick über grundlegende Methoden und Verfahren der qualitativen Datenauswertung. Anschließend werden die zuvor in der Veranstaltung "Qualitative Methoden im Kontext öffentlicher Mediennutzung - Datenerhebung" erhaltenen Daten ausgewertet, diskutiert und in Ergebnisberichte überführt. Die Veranstaltung wird parallel zum Seminar "Qualitative Methoden im Kontext öffentlicher Mediennutzung - Datenerhebung" durchgeführt. Die Teilnahme an einem der beiden Seminare setzt auch die Teilnahme am jeweils anderen voraus.

Darstellung und Präsentation (Projektstudienphase, Markus Seifert)

Im Rahmen von Blockveranstaltungen werden zunächst grundlegende Techniken der Projektplanung und -organisation vorgestellt und diskutiert, wobei hier auch auf die Besonderheit von Gruppenarbeiten eingegangen wird. Im Anschluss werden Techniken systematisiert und eingeübt, mit denen wissenschaftliche Fragestellungen (a) innerhalb von Gruppen adäquat bearbeitet und (b) dieser Bearbeitungsprozess und seine Ergebnisse einem wissenschaftlichen Publikum überzeugend mündlich und schriftlich präsentiert werden können. Als Basis dienen hierbei die innerhalb des Projektseminars bearbeiteten Forschungsprojekte.

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