Universität Erfurt

20 Jahre Kommunikationswissenschaft in Erfurt

Aufbau des Studiums

Studieninhalte und -organisation

Das Studium des MA "Globale Kommunikation: Politik und Gesellschaft" besteht aus einem grundlegenden Einführungsmodul zu Theorien und Methoden der global vergleichenden Kommunikationsforschung im 1. Semester, vier inhaltlichen Vertiefungsmodulen in den Bereichen a) Medien, b) Politik , und c) Gesellschaft und zwei Methodenmodulen im Wahlpflichtbereich des 2. und 3. Semesters sowie einem semesterübergreifenden Modul, das in die kommunikationswissenschaftliche Beratungspraxis einführt und ein international orientiertes Praktikum im In- oder Ausland enthält. Die Master-Arbeit wird im 4. Semester geschrieben und in einem Kolloquium präsentiert.

Hier finden Sie den Musterstudienplan zur Ansicht oder zum Download: 

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Grundlagen: Einführung in die global vergleichende Kommunikationsforschung

Sie starten im 1. Semester mit dem Einführungsmodul EGK - Einführung in die global vergleichende Kommunikationsforschung, in dem Sie gemeinsam mit allen neuen Studierenden im Master die theoretischen und methodischen Grundlagen der global vergleichenden Kommunikationsforschung erarbeiten. Das Modul besteht aus zwei Seminaren und wird mit einer übergreifenden Modulprüfung abgeschlossen, die sich aus einer schriftlichen und mündlichen Leistung zusammensetzt. Das erfolgreiche Bestehen des Moduls ist Voraussetzung für die Teilnahme an den Vertiefungsmodulen im späteren Studienverlauf. 

1. Seminar: Einführung in Theorien der global vergleichenden Kommunikationsforschung

  • internationaler Vergleich von Kommunikationsformen organisierter Sozialsysteme (z.B. politisches System, Wirtschaftssystem, soziale Bewegungen, Netzgesellschaft; Industrie-/Entwicklungsgesellschaften, Recht/Regulierung, soziale Implikationen der Medientechnik); 
  • internationaler Vergleich von Kommunikationskulturen in Lebenswelten (z.B. interpersonale, interkulturelle bzw. interpersonale mediatisierte/nicht-mediatisierte Gruppen- und Individualkommunikation, traditionelle und moderne Kommunikation); 
  • internationaler Vergleich von intermediären Sphären von Medien und Öffentlichkeiten (z.B. Mediensystemtypologien, globale/transnationale/multi-ethnische Öffentlichkeiten, journalistische Ethik, neue digitale Öffentlichkeiten). 

2. Seminar: Einführung in Methodologie global vergleichender Kommunikationsforschung

  • Grundlagen international vergleichender Sozialforschung (z.B. „most-similar“/“most-different“ Vergleiche, synchrone/diachrone Vergleiche, Modernitätsentwicklung als sektoral verschobener Prozess, Modernisierungs- und Dependenztheorie) 
  • Kontext- und theoriesensibler Umgang mit den Erhebungs- und Auswertungsverfahren qualitativer und quantitativer empirischer Sozialforschung
  • Reflexion von Forschungspraktiken des "Fremdverstehens", Feldforschung/Distanzforschung, Sprachkompetenz, Area-Kompetenz, Erschließung von Quellen, Datensicherung und nicht-sprachliches Beobachten

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Vertiefungsmodule: Politik, Gesellschaft, Medien

Im 2. und 3. Semester werden Anwendungsbereiche der global vergleichenden Kommunikationsforschung im vertiefenden Studium diskutiert. Angeboten werden insgesamt je drei Module in den Bereichen Politik, Gesellschaft und Medien. Sie müssen aus jedem Bereich mindestens ein Modul belegen und können mit Ihrem vierten Modul einen Schwerpunkt setzen, indem Sie ein Modul doppelt belegen; Sie wählen also 4 aus 3 aus. Jedes Modul besteht aus einem Seminar und einer Modulprüfung, die als schriftliche Arbeit eingereicht werden muss. 

Politik

Modul V KP - Kommunikation und Politik im globalen Vergleich 

  • Politische Kommunikation wird hier grundsätzlich sowohl als mediatisierte als auch als nicht-mediatisierte Kommunikation im politischen System, in den organisierten und nicht-organisierten Öffentlichkeiten sowie in der privaten Anschlusskommunikation (Lebenswelt) definiert.
  • In allen gesellschaftlichen Subsystemen sind die Mikro-, Meso- als auch Makroebene zu berücksichtigen, die in etwa deckungsgleich sind mit dem politisch-gesellschaftlichen, der institutionellen bzw. organisatorischen Prägung sowie dem individuellen und gruppalen Kontext. Im Fokus steht jeweils der internationale Vergleich.
  • Behandelte Forschungsfelder und Gegenstände des Moduls: u.a. Öffentlichkeitstheorien, Systemtheorien, Rational-Choice-/Entscheidungstheorien, Organisationstheorien sowie der Vergleich von Entwicklungen in den Bereichen Kommunikationspolitik/Zensur, Wahlkampfkommunikation, Kampagnen etwa im Bereich Gesundheitskommunikation, staatliche Propaganda und PR, Mediendemokratie, Medien in Transformationsprozessen, politische Medienwirkung, soziale Implikationen neuer Medien/sozialer Medien, politische Implikationen neuer Medientechniken, politische Einstellungsforschung, Politainment, politische Kultur, politische Kommunikation in historischer Perspektive oder visuelle Kommunikation im politischen Kontext.
  • Im Modul werden unterschiedliche Zuschnitte der Grenzüberschreitung kennengelernt u.a. aufgrund Mehr-Kontinenten-, Mehr-Kulturen-, Mehr-Regionen- und Mehr-Länder-Vergleichen.

Gesellschaft

Modul V KKG - Kommunikation, Kultur und Gesellschaft im globalen Vergleich

  • Soziale Kommunikation wird grundsätzlich sowohl als mediatisierte als auch als nicht-mediatisierte Kommunikation in den organisierten und nicht-organisierten Öffentlichkeiten sowie in der privaten Anschlusskommunikation (Lebenswelt) definiert.
  • In den gesellschaftlichen Subsystemen sind die Mikro-, Meso- als auch Makroebene der gesellschaftlichen Kommunikation zu berücksichtigen, wobei eine Verschiebung der Aufmerksamkeit von organisierten zu nicht-organisierten Sozialsystemen vorgenommen wird.
  • Während in der politischen Kommunikation zentral gestellte politische und wirtschaftliche Systeme behandelt werden, stehen in diesem Modul die Kommunikationsprozesse und -kulturen sozialer Bewegungen, nicht-organisierter/digitaler Gemeinschaften sowie von Kleingruppen und individuellen Lebenswelten im Zentrum. Dies beinhaltet die zentrale Diskussion des Zusammenhangs von Kultur und Gesellschaft. Im Fokus steht jeweils der globale Vergleich.
  • Behandelte Forschungsfelder und Gegenstände u.a.: Kultur- und Medientheorien, soziologische Kommunikationstheorien, Development Communication, kommunikative Aspekte von Cultural und Postcolonial Studies (z.B. lebensweltliche Rezeption und Aneignung) sowie der Vergleich zentraler/dezentraler Öffentlichkeiten, Veränderungen in der Textur von Privatheit/Öffentlichkeit, interpersonaler und interaktiver Kommunikationskulturen, traditioneller/moderner Kommunikation, Möglichkeiten gesellschaftlichen Empowerments, der Mediensozialisation von Kinder- und Jugendlichen, der kommunikativen Konstruktion von Rassismus, Multikulturalität und Diversität.
  • Im Modul werden analog zum Politik-Schwerpunkt unterschiedliche Zuschnitte der Grenzüberschreitung kennengelernt. 

Medien

Modul V MMM - Mediendiskurse, Mediennutzung und Medienwirkung im globalen Vergleich

  • Das Modul beinhaltet Aspekte der klassischen Medienforschung/Medienkommunikation im globalen Vergleich.
  • Während in den anderen Modulen die sozialen und politischen Implikationen der Mediatisierung erörtert werden, steht hier der medieninduzierte Wandel selbst im Vordergrund.
  • Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit mediatisierten Kommunikationsprozessen aller Art, von den klassischen Massenmedien bis hin zu neuen digitalen/sozialen Medien. Thematisch geht das Modul auf Fragen der Medienkonvergenz und des Medienwandels (historische Veränderungen der analogen und digitalen Medienwelten, Digitalisierung), Mediendiskurse und Medieninhaltsforschung, Medienproduktion, Medienorganisation, Medienwirkung- und Mediennutzung ein. Eine Vertiefung klassischer Theorien mittlerer Reichweite (Agenda-Setting, Schweigespirale, Kultivierung, Meinungsführerschaft usw.) sowie strukturalistischer und post-strukturalistischer Ansätze der Medienentwicklung (Systemtheorie, Symbolischer Interaktionismus usw.) erfolgt u.a. auf Grundlage der aktuellen Befunde empirischer Forschung.
  • Unterschiedliche Mediengenres im Bereich von Unterhaltungsforschung, Wissen und Information sowie Synthesen (Edutainment, Politainment usw.) spielen ebenso eine Rolle wie kulturvergleichende Mediengeschichte, Medienethik und Medienselbstkontrolle.
  • Ähnlichkeiten und Unterschiede der Modernisierung der Medien und des Medienwandels in unterschiedlichen Ländern, Regionen und Kulturräumen werden erörtert und überge-ordnete Paradigmata wie "Globalisierung", "Modernisierung" und "Mediatisierung" diskutiert.

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Methoden

Ebenfalls im 2. und 3. Semester vertiefen Sie Ihre Methodenkenntnisse. Da erste Grundkenntnisse in den Erhebungs- und Auswertungsverfahren der empirischen Sozialforschung vorausgesetzt werden, steht hier die forscherische Umsetzung im Vordergrund. Sie müssen zwei der drei angebotenen Methodenmodule auswählen. 

Modul M Qual - Qualitative Methoden der empirischen Kommunikationsforschung

und/oder 

Modul M Quan - Quantitative Methoden der empirischen Kommunikationsforschung

  • Kenntnisse und konkrete Anwendungen einzelner Verfahren werden in Seminaren vertieft.
  • Projekt- und Gruppenarbeit stehen im Vordergrund.
  • Die Module bestehen jeweils aus einem Seminar und einer Modulprüfung.

und/oder 

Modul M An - Angewandte Methoden global vergleichender Kommunikationsforschung

  • Das Modul kann je nach Angebot als Seminar oder Selbststudieneinheit belegt werden und wird mit einer Modulprüfung abgeschlossen.
  • Erarbeitet werden z.B. Forschungsdesigns für global vergleichende Fragestellungen.

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Kommunikationsforschung und Wissenstransfer

Im Modul KuW - Kommunikationsforschung und Wissenstransfer: Akademische Beratung für Politik und Gesellschaft lernen Sie im 1. Semester in einer Vorlesung, die als Ringvorlesung angelegt ist und mit einer Klausur als Modulprüfung abgeschlossen wird, Grundlagen für eine profunde kommunikationswissenschaftliche Beratung von Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Öffentlichkeit. Im Anschluss wenden Sie Ihre Kenntnisse während eines Praktikums in einem international tätigen Unternehmen an. 

Vorlesung: Kommunikationsforschung und Wissenstransfer: Akademische Beratung für Politik und Gesellschaft

  • Vorstellung zentraler Entwicklungen im wachsenden Berufsfeld der Kommunikationsberatung für Politik und Gesellschaft am Beispiel der im Studiengang vertretenen professoralen Kompetenzfelder, darunter Politikberatung, Gesundheitskommunikation, Erziehungs- und Bildungsberatung, journalistische Professionalisierung, internationale Kulturpolitik
  • Erörterung der Beratungsfelder: interne Kommunikationsprozesse (z.B. Unternehmenskommunikation, Medienkompetenz), externe Kommunikationsprozesse (z.B. Öffentlichkeitarbeit, Kampagnen, Public Diplomacy) in allen gesellschaftlichen Subsystemen und ihren Institutionen und Organisationen
  • theorie- und hypothesengeleiteter Zugang

Praktikum: Akademische Beratung für Politik und Gesellschaft

Ausführliche Informationen zum Ablauf des Praktikums erhalten Sie hier

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Masterarbeit

Literaturrecherche online

Das letzte Semester Ihres Studiums ist für die Erstellung der Master-Arbeit vorgesehen, in dem Sie eine Fragestellung aus dem Bereich der global vergleichenden Kommunikationsforschung eigenständig erarbeiten. In einem Kolloquium, das von Ihrer Betreuerin/Ihrem Betreuer durchgeführt angeboten wird, werden Sie Ihre Arbeit vorstellen und diskutieren.  

Hinweise zur Master-Arbeit

1. Betreuung der Masterarbeit

Sie können die/den Betreuer/in Ihrer Arbeit selbst wählen. Alle Professor/innen sowie alle prüfungsberechtigten Personen, die im Master Globale Kommunikation: Politik und Gesellschaft eine eigenverantwortliche, selbstständige Lehrtätigkeit ausüben, dürfen Ihre Masterarbeit betreuen. Wir raten Ihnen, sich rechtzeitig mit Ihrer/m Wunschbetreuer/in abzusprechen. 

2. Anmeldung der Masterarbeit

Sie müssen Ihre Masterarbeit formal im Dekanat der philosophischen Fakultät mit einem Formular und einer aktuellen Immatrikulationsbescheinigung beantragen. Eine Belegung im E.L.V.I.S. ist nicht erforderlich. Ansprechpartnerin im Dekanat ist derzeit Frau Romy Röpke. Denken Sie daran, dass die Anmeldung Unterschriften aller Beteiligten benötigt. Nach erfolgreicher Anmeldung wird Ihnen das Thema und die Bearbeitungszeit vom Prüfungsausschuss gestellt.

Anmeldefristen: 

  • Arbeiten, die im Sommersemester geschrieben werden: 15. März des Jahres
  • Arbeiten, im Wintersemester geschrieben werden: 15. September des Jahres. 

3. Umfang und Bearbeitungszeitraum der Masterarbeit

Sie haben 5 Monate zur Erstellung Ihrer Arbeit Zeit. In der Regel sollte der Umfang Ihrer Arbeit ca. 25.000 Wörter nicht überschreiten. 

4. Formale Hinweise 

Änderungen und Ergänzungen des Titels und Untertitels bedürfen der Zustimmung und Beantragung durch den Prüfungsausschuss. Vermeiden Sie daher die spätere Änderung des Titels. Die Arbeit geben Sie in dreifacher Ausfertigung gebunden beim Dekanat ab. Sie können die Arbeit in deutscher oder englischer Sprache verfassen. 

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