Universität Erfurt

Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft

Promotion

Beteiligte Personen

Prof. Dr. Rudolf Helmstetter, Neuere deutsche Literaturwissenschaft
Prof. Dr. Bettine Menke, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
Prof. Dr. Holt Meyer, Slawistik
(Prof. Dr. Jörg Rüpke, Vergleichende Religionswiss./Klassische Philologie)
Prof. Dr. Wolfgang Struck, Neuere Deutsche Literaturwissenschaft

Dr. Hansjörg Bay, Neuere deutsche Literaturwissenschaft
Dr. Eva Erdmann, Romanistik
Thomas Glaser, M.A. Neuere deutsche Literaturwissenschaft
Dr. Helga Lutz, Literatur- und Kulturwissenschaft
PD. Dr. Armin Schäfer, Neuere deutsche Literaturwissenschaft
Dr. Martin Schäfer, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
PD. Dr. Dietmar Schmidt, Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
Dr. Tanja Zimmermann, Slawistik

Ausgehend von dem Konzept einer transphilologischen Literaturwissenschaft organisiert das Forum Forschungen verschiedener Disziplinen, die auf Formen, Medien und Praktiken der Darstellung gerichtet sind.

Grundlage der gemeinsamen Arbeit ist eine philologische Kompetenz, die sich zunächst an literarischen Texten entwickelt und bewährt. Sie bezieht dabei notwendig die Frage nach dem Verhältnis von Texten zu ihren Elementen, Zeichen und Zeichenpraktiken und ihren Medien ein, indem sie Texte im Sinne von Textur, Gewebe, komplex organisierte Systeme in den Blick nimmt. Literatur als Zusammenhang von Texten, Zeichen und Medien zu beschreiben, heißt auch, grundlegende Kulturtechniken und kulturelle Systeme bzw. Modelle zu betrachten, die einerseits in ihrer internen Organisation, andererseits in ihren historischen Modifikationen und ihren (Inter-) Relationen beschreibbar werden. Somit ergibt sich hier eine Schnittstelle zu anderen Formen und anderen Ordnungen des Wissens, die in der theoretischen wie praktischen Perspektive auf Literatur nicht ausgeblendet werden können, die aber auch ihrerseits von dem literatur- und literaturwissenschaftsspezifischen Wissen zu profitieren vermögen.

Eine transphilologische Perspektive überschreitet einerseits die Grenzen der einzelnen Nationalphilologien und setzt andererseits Philologie in ein Verhältnis zu anderen Disziplinen, die an Problemen und Fragen der Darstellung interessiert sind, etwa der Religions- und Geschichtswissenschaft, Medien- und Theaterwissenschaft, der Wissenschaftsgeschichte und der Philosophie. Das Interesse gilt also zum einen dem wechselseitigen Bedingungs- und Konstitutionsverhältnis von kulturellen Konfigurationen und Darstellung, zum anderen den internen Logiken der Darstellung selbst. Das Verhältnis von Darstellung und historischem oder wissenschaftlichem Gegenstand wird selbst zum Gegenstand der Forschung, denn Darstellung ist nicht allein die abbildende Reproduktion des Dargestellten, sondern sie konstituiert dieses mit. Insofern gehört die Beobachtung und Analyse dessen, was in der Rede oder Bild- und Textproduktion geschieht, und dessen, was die Rede, der Text oder das Bild selbst tut, zu den wissenschaftlichen Aufgaben der Kulturwissenschaften. Diese programmatischen Perspektiven werden in den beteiligten Disziplinen in je spezifischer Weise materialorientiert bearbeitet und transdisziplinär reflektiert.

Darstellung ist - als 'Form des Wissens' - mehr als lediglich Repräsentation dessen, was ihr (vermeintlich) vorausliegt: Wissen ist je in einer Form gegeben, die es erst ermöglicht und hervorbringt; der Form selbst wohnt ein Wissen inne. Eine solche Auffassung von Darstellung in termini der ‚Form' wird durch die Frage nach den Medien und den Praktiken der Darstellung noch einmal verschoben. Dabei sind neben den traditionellen Medien Schrift und Bild zunehmend andere Medien für die Kulturwissenschaften wichtig geworden.
Die Forschungen im Forum Texte – Zeichen - Medien orientieren sich an einem vielstimmigen Medienbegriff, der den disziplinär unterschiedlichen Zugängen und Kontexten der Kulturwissenschaften korrespondiert. Ein derartiger Medienbegriff gibt Raum für historische und systematisch vergleichende Analysen von Konzepten und Praktiken, mit und in denen technische wie nicht-technische Medien kulturelle Bedeutung stiften, transformieren oder zerstören.

Der Forschungszusammenschluß zum Forum: Texte. Zeichen. Medien bildet sein Profil weniger durch die thematische Ausrichtung aus als durch die Art des wiss. Zugriffs auf die genannten Gegenstände (Texte, Zeichen, Medien). Die Profilbildung des Forschungszusammenschlusses wie des geplanten strukturierten Promotionsstudienganges wird vor allem durch zwei Bezüge angezeigt: einerseits das Vorhaben der Forschergruppe „Das Wissen der Philologie“, und andererseits die verschiedenen Anschlüsse, in die die Literaturwiss. ihre spezifische Analysekompetenzen hinsichtlich der Darstellungs-Formen und Medien einbringt. Zu den interdisziplinären Anschlüssen gehören:

- DFG-Graduiertenkolleg "Mediale Historiographien"
- Forschungsbibliothek Gotha
- Interdisziplinäres Forum Religion
- in Vorbereitung: Pro-Exzellenz Thüringen: „Religion in Modernisierungsprozessen“ (Erfurt): "Übertragungen: Medien und Religion" (in Zusammenarbeit mit dem GK), "Medien der Sakralität. Praktiken der Sakralisierung" (Arbeitstitel, getragen vom Interdisziplinären Forum Religion)

Forschungsvorhaben:

„Das Wissen der Philologie"
Mediale Historiographien“ (DFG-Graduiertenkolleg)
Spuren des Imperialen
Diskursivierung der Religion Ost und West“ (Tagungsserie)
„Erfurt in der Geschichte der Philologie und der Semoitik“ (Tagungsserie, in Vorbereitung)

Tagungen:

Nicht-Arbeit (Schäfer/ Etzold) 22.-23. Januar 2009
Am Rande bemerkt II (Zubarik) 8.-10. Okt. 2008
Wieland Übersetzen (Menke/ Struck) 26.-28. Juni 2008
Sakrales Zitieren im Osten und im Westen (in Planung: Herbst 2009)
Die Semiotikkonferenz in Erfurt 1959 (in Planung: Winter 2009/2010)

 

Nachwuchsförderungskonzept
Die Forschungsgruppe Literaturwissenschaft: Texte. Zeichen. Medien. ist ein Zusammenschluß von Hochschullehrer(inne)n und Wissenschaftler(inne)n, die eine Promotionsbetreuung in regelmäßigen Kolloquien und zugleich eine überregionale Verbundforschung (mit z.T. auch internationalen Anteilen), zu der die Nachwuchs-förderung jeweils gehört, betreiben. Der transphilologische Forschungszusammen-hang der Literaturwissenschaft, der sich mit der Überschrift „Texte. Zeichen. Medien“ jenen Rahmen gibt, in dem er Literaturwissenschaft verstehen will, hat mit dem Kolloquium „Literaturwiss. als Kulturwissenschaft“ seit vielen Jahren einen Fokus in der Nachwuchsförderung. Dieses Kolloquium bildet den Rahmen der interphilologischen Zusammenarbeit und der transphilologischen Perspektivierungen, führt Promovierende, Habilitierende und Professor/innen zusammen.
Der Zusammenschluß im Forum: Texte. Zeichen. Medien setzt sich zum Ziel, die verschiedenen Ansätze zur strukturierten Promotionsbetreuung, an der deren Mitglieder Teil haben, und die z.T. auch bereits durch Drittmittel gefördert werden, zusammenzuführen und der Promotionsbetreuung der Literaturwissenschaft eine eigenständige und eine sichtbare Struktur zu geben.

Promotionskolleg Literaturwissenschaft "Texte. Zeichen. Medien"

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