Universität Erfurt

Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft

Konzept

Was ist AVL?

  • Die Allgemeine Literaturwissenschaft und die Vergleichende Literaturwissenschaft sind eng aufeinander bezogen und aufeinander angewiesen. Den zentralen Bereich der Allgemeinen Literaturwissenschaft bildet die Theorie der Literatur. Ihr Interesse gilt sowohl den Problemen der Grundlegung und des argumentativen Aufbaus von Theorien als auch ihrer empirischen Bewährung..

  • Die Komparatistik (Vergleichende Literaturwissenschaft) macht sich das Vergleichen (das in der Literaturwissenschaft vielfach begegnet) zum expliziten Gegenstand. Nicht nur die Beziehungen zwischen einzelnen Texten, Autoren, Gattungen, Epochen und Nationalliteraturen werden untersucht, sondern auch das Vorgehen des Vergleichens theoretisch und methodologisch reflektiert. In Motiv- und Stoff-Geschichte, von Topos-Forschung oder Ikonographie und von Intertextualitäts- und Rezeptionsforschung werden Phänomene der Rezeption und des Erinnerns, der Tradierung und der Kanonbildung sowie des Übersetzens ebenso wie solche des Mißverstehens und des Vergessens bearbeitet.

  • Mit komparatistischen Fragestellungen können über einzelne Nationalliteraturen und ihre Philologien hinausgehende Problemformulierungen bearbeitet werden. Sie setzen den Bezug auf diese voraus, und zwar sowohl als einen externen Bezug auf die jeweils anderen Studienschwerpunkte, als auch als internen Bezug in den komparatistischen Seminaren des Schwerpunktes Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft

  • Die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft hat in ihren beiden Aspekten kulturwissenschaftliche und medienwissenschaftliche Züge. In kulturwissenschaftlicher Perspektive wird zum einen die Literatur im Zusammenhang anderer Diskurse, Systeme des Wissens und Medien zum Gegenstand. Zum andern muß das Wissen von der Produktivität der Sprache selbst und ihrer Organisationsformen in die Kulturwissenschaften eingebracht werden; auf diese machen literarische Texte aufmerksam. Dem medialen Aspekt der Literatur gehen Theorien nach, die Texte als Medienereignisse beschreiben und im Zusammenhang anderer, auch konkurierender Medien erklären.

  • Die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft macht mit Methoden der inner- und interkulturell vergleichenden Analyse vertraut.

Studieninhalte

 

I. Literaturtheorie mit kulturwissenschaftlichen und medienanalytischen Zügen

 

  1. Grundlagen der Literaturwissenschaft: Sprach-, Zeichen- und Texttheorien (in hermeneu-tischen und nachhermeneutischen, strukturalistischen und poststrukturalistischen Paradigmen)

  2. Allgemeine Literaturtheorie, Theorie der poetischen Sprache: Rhetorik (Figurenlehre) und Poetik (Metrik, Stilistik, Gattungstheorie, Theorie einzelner Textsorten), Ästhetik und ästhetische Kategorien, Theorie der Intertextualität.

  3. Theorien und Methoden der Komparatistik (Rezeption und Dialogizität, Topik, Motiv-forschung, Imagologie, Konzepte der Übersetzung, der Zitation, der Tradition, des kulturellen Gedächtnisses).

  4. Theorien der institutionellen, systemischen und epistemischen Zusammenhänge der Literatur: Konzepte von Autorschaft und Geschichte des Lesens, Theorien des Werks, der Literaturgeschichtsschreibung, der Literaturkritik, der Kanonbildung.

  5. Zur Relation von Poesie und Wissen (in Rhetorik, Wahrnehmungstheorien, Wissenschaftsgeschichte, Diskursanalyse).

  6. Kulturwissenschaftliche Perspektiven: in Diskursanalyse, Geschlechterforschung, Kulturanthropologie, Interkulturalitätsforschung.

  7. Medien-Analyse, Literatur als Medium, Theorien der Schrift (Text und Stimme, Schrift und Bild).


II. Historische und regionale Konkretisierung von Fragestellungen der Allgemeinen Literaturwissenschaft in literaturenvergleichender Perspektive, als vergleichende Textanalyse und vergleichende literatur- und kulturgeschichtliche Studien:

 

  1. Vergleich von (literarischen) Texten und Textgruppen in Hinsicht der Autoren, der Epochen (und Stile), der Genres, Phänomene der Intertextualität, Konstanz und Wandel literarischer Stoffe und Motive (Topologie, Ikonologie), Arbeit am Mythos, Rezeptions-Geschichte, Vergleichende Literaturgeschichte(n), Traditions- und Kanonbildung, Übersetzungsgeschichte.

  2. Geschichte des literarischen Systems, der institutionellen, systemischen und epistemischen Zusammenhänge der Literatur (des Werks, des Autors).

  3. Metaphorologie, Relationen von Poesie und Wissen.

  4. Fall-Studien in kulturwissenschaftlicher Perspektive (Diskursanalyse, Geschlechterforschung u.a.).

  5. Fall-Studien der Mediengeschichte bzw. -analyse, zu Phänomenen der Intermedialität und Medienkonkurren

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