Universität Erfurt

Literaturwissenschaft

Forschung

Forum: Texte. Zeichen. Medien.

Ausgehend von dem Konzept einer transphilologischen Literaturwissenschaft organisiert das Forum Forschungen verschiedener Disziplinen, die auf Formen, Medien und Praktiken der Darstellung gerichtet sind.


Grundlage der gemeinsamen Arbeit ist eine philologische Kompetenz, die sich zunächst an literarischen Texten entwickelt und bewährt. Sie bezieht dabei notwendig die Frage nach dem Verhältnis von Texten zu ihren Elementen, Zeichen und Zeichenpraktiken und ihren Medien ein, indem sie Texte im Sinne von Textur, Gewebe, komplex organisierte Systeme in den Blick nimmt. Literatur als Zusammenhang von Texten, Zeichen und Medien zu beschreiben, heißt auch, grundlegende Kulturtechniken und kulturelle Systeme bzw. Modelle zu betrachten, die einerseits in ihrer internen Organisation, andererseits in ihren historischen Modifikationen und ihren (Inter-) Relationen beschreibbar werden. Somit ergibt sich hier eine Schnittstelle zu anderen Formen und anderen Ordnungen des Wissens, die in der theoretischen wie praktischen Perspektive auf Literatur nicht ausgeblendet werden können, die aber auch ihrerseits von dem literatur- und literaturwissenschaftsspezifischen Wissen zu profitieren vermögen.

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Transphilologische Perspektive

Eine transphilologische Perspektive überschreitet einerseits die Grenzen der einzelnen Nationalphilologien und setzt andererseits Philologie in ein Verhältnis zu anderen Disziplinen, die an Problemen und Fragen der Darstellung interessiert sind, etwa der Religions- und Geschichtswissenschaft, Medien- und Theaterwissenschaft, der Wissenschaftsgeschichte und der Philosophie. Das Interesse gilt also zum einen dem wechselseitigen  Bedingungs- und Konstitutionsverhältnis von kulturellen Konfigurationen und Darstellung, zum anderen den internen Logiken der Darstellung selbst. Das Verhältnis von Darstellung und historischem oder wissenschaftlichem Gegenstand wird selbst zum Gegenstand der Forschung, denn Darstellung ist nicht allein die abbildende Reproduktion des Dargestellten, sondern sie konstituiert dieses mit. Insofern gehört die Beobachtung und Analyse dessen, was in der Rede oder Bild- und Textproduktion geschieht, und dessen, was die Rede, der Text oder das Bild selbst tut, zu den wissenschaftlichen Aufgaben der Kulturwissenschaften. Diese programmatischen Perspektiven werden in den beteiligten Disziplinen in je spezifischer Weise materialorientiert bearbeitet und transdisziplinär reflektiert.

Darstellung ist - als 'Form des Wissens' - mehr als lediglich Repräsentation dessen, was ihr (vermeintlich) vorausliegt: Wissen ist je in einer Form gegeben, die es erst ermöglicht und hervorbringt; der Form selbst wohnt ein Wissen inne. Eine solche Auffassung von Darstellung in termini der ‚Form' wird durch die Frage nach den Medien und den Praktiken der Darstellung noch einmal verschoben. Dabei sind neben den traditionellen Medien Schrift und Bild zunehmend andere Medien für die Kulturwissenschaften wichtig geworden.

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Universitätsübergreifender Forschungszusammenhang

Die Forschungen im Forum: Texte. Zeichen. Medien. orientieren sich an einem vielstimmigen Medienbegriff, der den disziplinär unterschiedlichen Zugängen und Kontexten der Kulturwissenschaften korrespondiert. Ein derartiger Medienbegriff gibt Raum für historische und systematisch vergleichende Analysen von Konzepten und Praktiken, mit und in denen technische wie nicht-technische Medien kulturelle Bedeutung stiften, transformieren oder zerstören.


Der Forschungszusammenschluß zum Forum: Texte. Zeichen. Medien. bildet sein Profil weniger durch die thematische Ausrichtung aus als durch die Art des wissenschaftlichen Zugriffs auf die genannten Gegenstände (Texte, Zeichen, Medien). Die Profilbildung des Forschungszusammenschlusses wie des geplanten strukturierten Promotionsstudienganges wird vor allem durch zwei Bezüge angezeigt: einerseits das Vorhaben der Forschergruppe „Das Wissen der Philologie“, und andererseits die verschiedenen Anschlüsse, in die die Literaturwissenschaft ihre spezifische Analysekompetenzen hinsichtlich der Darstellungs-Formen und Medien einbringt. Zu den interdisziplinären Anschlüssen gehören:

- DFG-Graduiertenkolleg Mediale Historiographien
- Forschungsbibliothek Gotha
- Interdisziplinäres Forum Religion
- in Vorbereitung: Pro-Exzellenz Thüringen: „Religion in Modernisierungsprozessen“ (Erfurt): "Übertragungen: Medien und Religion" (in Zusammenarbeit mit dem GK), "Medien der Sakralität. Praktiken der Sakralisierung" (Arbeitstitel, getragen vom Interdisziplinären Forum Religion)

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