Universität Erfurt

Slawistische Literaturwissenschaft

Forschungsstelle "Genrearbeiten"

In der universitätsinternen Struktur konzentriert die Forschungsstelle Genrearbeiten Forschungsinteressen zur tschechischen Literatur, Literaturtheorie und Kultur in der slawistischen Literaturwissenschaft. Genrearbeiten fokussiert Genres als historisch variable Wissensräume, innerhalb derer eine medial vermittelte und/oder verschlüsselte Bewegung stattfindet. Mit Genrearbeiten verortet sich die Forschungsstelle im Spannungsfeld zwischen einerseits Wissen als Konvention und Form und andererseits Medien als Mittel zu deren Affirmation oder Subversion.

Sprecherin der Forschungsstelle: Dr. Nora Schmidt

Aktuelle Forschungsaktivitäten und Beteiligte

Das aktuelle Buchprojekt von Prof. Dr. Holt Meyer behandelt das Frühwerk von Milan Kundera als Rahmen, innerhalb dessen Kunderas Genre- und Zitier-Arbeit stattfindet. Sein Roman "Der Scherz" wurde als politischer wie ästhetischer Bruch mit der Vergangenheit beschrieben. In Meyers Studien wird jedoch gezeigt, wie Kundera nur scheinbar von dessen Programm abweicht und stattdessen eine "Verantwortung des Genres" wahrnimmt, die bis heute für sein Werk bestimmend bleibt.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Holt Meyer

 

Das aktuelle Einzelvorhaben von Dr. des. Nora Schmidt befasst sich mit feuilletonistischen und literarischen Werken und der dissidentischen Dialogkultur. Während die realsozialistische Kulturpolitik das literarische und/oder wissenschaftliche Arbeiten erschwert, meint Genrearbeiten die Erprobung von Rahmenbedingungen der (literarischen) Kommunikation zwischen literarischem und politischem Text. Auf diese Genrearbeiten bezieht sich die jüngste tschechische Literatur zurück.

Weitere Informationen: Dr. Nora Schmidt

Schwerpunkt innerhalb der Forschungsstelle

Zentrales und verbindendes Forschungsinteresse besteht im Werk von Bohumil Hrabal, dem weltweit bekanntesten tschechischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Zu Hrabals Schreiben zwischen Literatur und Literaturphilosophie möchte die Forschungsstelle einen Schwerpunkt ausweisen. An Hrabals Schreiben entzünden sich die Einzelvorhaben der Mitglieder und der rege Austausch zu diesem Thema mit WissenschaftlerInnen verschiedener Institutionen befruchtet Einzelaspekte im Forschungskomplex Genrearbeiten. Unter dem 'Dach' eines Schwerpunktes 'Hrabal' pflegen wir eine Wissenschaftskultur von Kooperationen und Austausch.

Veranstaltungen

Workshop „Twombly, Barthes, Hrabal: „a perverse palimpsest“
Erfurt, 31. Januar und 01. Februar 2018 

Um das Jahr 1980 schrieb Bohumil Hrabal seine "Poznámky k poznámkám Rolanda Barthese k pracím Cy Twomblye" [Bemerkungen zu Roland Barthes' Bemerkungen zu den Arbeiten von Cy Twombly]. Am 1. Februar 2018 wird der Workshop "Twombly, Barthes, Hrabal: "a perverse palimpsest" diese Kette der Bemerkungen in Erfurt unter internationaler Beteiligung fortsetzen.

Weitere Informationen

Assoziierte Wissenschaftler

Im Rahmen des gemeinsamen Forschungsinteresses situieren sich außerdem das Dissertationsprojekt von Dipl.-Übers. Anna Förster (München) "Der Schriftsteller als Philologe. Bohumil Hrabal, Jaroslav Hašek und die Hašek-Philologie", die areallinguistischen bohemistischen Studien von Dr. Holger Baumann sowie die Forschungsarbeiten von Dr. Petra James zu Bohumil Hrabal.

Weitere Informationen: Dr. Holger Baumann

Weitere Informationen: Dipl.-Übers. Anna Förster

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