Universität Erfurt

Slawistische Literaturwissenschaft

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Workshop „Twombly, Barthes, Hrabal: „a perverse palimpsest“

Erfurt, 31. Januar und 01. Februar 2018

 

Um das Jahr 1980 schrieb Bohumil Hrabal seine "Poznámky k poznámkám Rolanda Barthese k pracím Cy Twomblye" [Bemerkungen zu Roland Barthes' Bemerkungen zu den Arbeiten von Cy Twombly]. Am 1. Februar 2018 wird der Workshop "Twombly, Barthes, Hrabal: "a perverse palimpsest" diese Kette der Bemerkungen in Erfurt unter internationaler Beteiligung fortsetzen.

Der (tschechische) Text Hrabals über einen (französischen) Text über (amkerikanische) Kunst gibt uns Anlass, über die überschrittenen, reflektierten und die nicht reflektierten Grenzen in dieser Zeichenkette nachzudenken. Einen konkreten Ausgangstext zu diesem Nachdenken bildet die Analyse von Prof. Petra James, deren Vortrag "Twombly, Barthes, Hrabal: trace, erasure, debris and (de)valuation" am 31. Januar 2018 auch Auftakt und Impuls des Workshops sein wird. In ihren Studien hat Prof. James die Problematik von Plagiat und Übertragung (bzw. Fehlübersetzung) des Hrabal-Textes herausgearbeitet. Auch die Genreproblematik, die sowohl in den Werken Hrabals und Barthes, als auch beim kritzelnden und Literatur bzw. Klassik zitierenden Künstler Twombly eine zentrale Rolle spielt, steht im Fokus. Um sie geht es auch in der jeweiligen Reflexion Hrabals über Barthes und Barthes' über Twombly. Genre sowie das Verhältnis von Text zu Kommentar und von Bild- und Textperipherie werden verhandelt. Twombly, so Barthes, sagt "auf seine Weise, daß das Wesen der Schrift weder eine Form noch ein Gebrauch ist, sondern bloß eine Geste. [...] Was ist eine Geste? Etwas wie die Zugabe eines Aktes. Der Akt ist transitiv, er will ein Objekt, ein Resultat hervorrufen". In Hrabals Text heißt es, und dies lässt sich auf die Konstellation der Texte übertragen, "[to] je [...] perverzní palimpsest, tři texty jsou tu, jeden nahrazuje druhý a současně doplňuje, ale nakonec je čitelné toto vyblednutí či smazání či vymazání, pravá to filozofie dneška" [das ist ein perverses Palimpsest, drei Texte sind da, einer ersetzt den andere und ergänzt ihn zugleich, aber am Ende ist dieses Ausbleichen, dieses Verschmieren, dieses Wegwischen lesbar. Das ist wahrhaftig die Philosophie des heutigen Tags].Wir möchten vorschlagen, dieses Prinzip zu analysieren und sich davon anleiten zu lassen.

Experten zu den einschlägigen Kulturen und Medien, sowie Analytiker der Genres sollen zu Wort kommen und in Dialog miteinander treten, um diesen Hrabal-Barthes-Twombly Komplex von allen Seiten zu bearbeiten. Ein Reader ist geplant. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Forums: Texte.Zeichen.Medien sowie der neugegründeten bohemistischen Forschungsstelle "Genrearbeiten" der slawistischen Literaturwissenschaft an der Universität Erfurt statt. Der Abendvortrag findet in Rahmen der Abendvorträge des Forum: Texte. Zeichen. Medien (Raum wird noch bekannt gegeben) statt, der Workshop im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) in der Michaelisstraße. Alle Vorträge sind öffentlich.


Teilnehmer:
Dr. Thomas Glaser
Anna Förster
Dr. Nora Schmidt
Prof. Dr. Holt Meyer
Dr. Petra James


Organisation und Kontakt: holt.meyer@uni-erfurt.de und nora.schmidt@uni-erfurt.de

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