Universität Erfurt

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Liturgiewissenschaft in Erfurt

Gegenstand der Liturgiewissenschaft ist der Glaube der betenden Kirche, wie er in den verbalen und nonverbalen Ausdrucksformen der Liturgie Wirklichkeit ist.

Die Liturgie wird als Ort des Glaubens (systematische Liturgiewissenschaft), in ihren historischen Gestalten (Liturgiegeschichtsforschung) und hinsichtlich der Förderung des liturgischen Lebens (Pastoralliturgik) wissenschaftlich untersucht. 

Methodik

Die Liturgiewissenschaft bediente sich zunächst v.a. philologischer und historischer Methoden. Seit den 60er Jahren hat sich ihr Instrumentarium um humanwissenschaftliche Methoden (so aus der Psychologie, Soziologie, Sprachwissenschaft) erweitert. Der Grund sind neue gesellschaftliche (Säkularisierung, anthropologische Wende) und kirchliche Herausforderungen (Betonung der Participatio actuosa der Gläubigen). Die Sorge um die authentische Liturgiefeier des gläubigen Menschen ist in den Mittelpunkt der Liturgiewissenschaft getreten.

Neuere Aufgaben

- Galt das Interesse des Faches zunächst vor allem den liturgischen Riten nach den schriftlichen Quellen und ihrer Genese, so ist in den letzten Jahren die Liturgie daneben auch als Kommunikationsgeschehen und als Zeichenhandlung in den Blick gerückt und die Bedeutung der Glaubensästhetik erkannt worden.

- Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) ist das ökumenische Bemühen der Liturgiewissenschaft (nach Anfängen in der Liturgischen Bewegung) noch vertieft worden.

- Die Neubestimmung des Verhältnisses der Kirche zum Judentum (NA 4) und der jüdisch-christliche Dialog haben die Verwandtschaft von jüdischer und christlicher Liturgie zum Thema werden lassen.

- Eine besondere Prägung hat die Liturgiewissenschaft durch die vom Konzil aufgegebene Inkulturation der Liturgie erfahren.

- Neuerdings gewinnen systematisch-theologische Fragen der Liturgie an Bedeutung.

Liturgiewissenschaft innerhalb der theologischen Disziplinen

- Das Zweite Vatikanischen Konzil und die nachkonziliaren Dokumente haben der Liturgiewissenschaft unter den theologischen Disziplinen einen besonderen Rang eingeräumt (vgl. z.B. SC 14-20). Der Grund liegt in der Bedeutung der Liturgie für das Leben der Kirche wie für die theologische Wissenschaft. Die Liturgiewissenschaft ist heute theologisches Kernfach. Liturgiewissenschaftliche Lehrstühle gehören zum Bestand fast aller deutschsprachigen katholisch-theologischen Fakultäten.

- Aufgrund des ihr eigenen Gegenstandes (Auseinandersetzung mit poetischen und inszenatorischen Zeugnissen [literarische Texte, Musik, Gesten und Gebärden, Handlungen, Symbole, Kunst, Räume, etc.], die durch die Tradition der Liturgie feiernden Kirche, ihre Spiritualität und Frömmigkeit geprägt wurden) reflektiert die Liturgiewissenschaft theologisch einen Grundvollzug der Kirche.

- Sie hat eine wichtige komplementäre Funktion für die gesamte Theologie, weil sie die Doxologie als Ursprung und Ziel aller Theologie einfordert.

- Die Liturgiewissenschaft hält bewußt, daß die theologische Beschäftigung mit der Gottesfrage den reinen Diskurs übersteigt und die Glaubensfeier berücksichtigen muß.

- Innerkirchlich befragt die Liturgiewissenschaft die liturgische Ordnung der Kirche der Gegenwart in Verantwortung vor der Tradition und der theologischen Sinngestalt der Liturgie, ob sie noch den Glauben und seine Ursprungssituation widerzuspiegeln vermögen.

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