Universität Erfurt

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Forschungsprojekte

 

• Liturgiegeschichte seit der Frühen Neuzeit

Das Interesse gilt insbesondere dem 16. Jahrhundert und der Liturgiegeschichte nach dem Tridentinum, der katholischen Aufklärung und dem weiteren 19. und frühen 20. Jahrhundert. Das Verhältnis von Liturgie und kulturellen wie gesellschaftlichen Kontexten, Beharrung und Reform von Liturgie, die Koexistenz von diözesanen Liturgien und römischer Liturgie, die tatsächliche liturgische Praxis jenseits normativer Ordnungen etc. sind Gegenstand einzelner Untersuchungen.

 

Ausgewählte Publikationen

Nachtridentinische Liturgiereform am Beispiel des Bistums Münster, in: Historische Studien zu einem bleibenden Grundzug des christlichen Gottesdienstes. Teil 1: Biblische Modelle und Liturgiereformen von der Frühzeit bis zur Aufklärung; Teil 2: Liturgiereformen seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Hg. von Benedikt Kranemann – Martin Klöckener Liturgiereformen. Münster 2002 (Liturgiewissenschaftliche Quellen und Forschungen 88), 466–495.

Liturgisches Normbuch – Seelsorgsanleitung – Erbauungsbuch. Zur Gestalt und Funktion liturgischer Bücher in der Neuzeit, in: Das Gedächtnis des Gedächtnisses. Zur Präsenz von Ritualen in beschreibenden und reflektierenden Texten. Hg. von Benedikt Kranemann – Jörg Rüpke. Marburg 2003 (Europäische Religionsgeschichte 2), 61–101.

zus. mit Manfred Probst, Die katholischen Riten zur Sterbebegleitung und zur Beerdigung im Zeitalter der Aufklärung, in: Liturgie im Angesicht des Todes. Reformatorische und katholische Traditionen der Neuzeit. Teil II. Hg. von Hansjakob Becker – Dominik Fugger – Joachim Pritzkat – Katja Süß unter Mitarb. von Michael Fischer. Tübingen – Basel 2004 (Pietas Liturgica 14), 767–986.

Liturgie als Thema münsterscher Diözesansynoden von 1897 bis 1958, in: Dem Konzil voraus. Liturgie im Bistum Münster auf dem Weg zum II. Vatikanum. Hg. von Klemens Richter – Thomas Sternberg. Münster 2004, 39–68.

Zwischen Tradition und Zeitgeist. Programm und Durchführung der Liturgiereform in der deutschen katholischen Aufklärung, in: Jaarboek voor liturgie-onderzoek 20. 2004, 25–47.

Anmerkungen zur Hermeneutik der Liturgie, in: Archiv für Liturgiewissenschaft 50. 2008, 128–161.

Vielfalt in der christlichen Liturgie. Gottesdienst als Teil der europäischen Religionsgeschichte, in: Religionen in Nachbarschaft. Pluralismus als Markenzeichen der europäischen Religionsgeschichte. Hg. von Christoph Bultmann – Jörg Rüpke – Sabine Schmolinsky. Münster 2012 (Vorlesungen des Interdisziplinären Forums Religion der Universität Erfurt 8), 189–204; 261–265.

Gottesdienst als Element städtischen Lebens. Liturgie in Erfurt zur Zeit des Amplonius Rating de Berka, in: Amplonius. Die Zeit. Der Mensch. Die Stiftung. 600 Jahre Bibliotheca Amploniana in Erfurt. Hg. von Marina Moritz – Kai Brodersen. Erfurt 2012 (Schriften des Museums für Thüringer Volkskunde 34), 107–112. 

„In omnibus universi orbis Ecclesiis, Monasteriis, Ordinibus“. Nachtridentinisches Liturgieverständnis zwischen Programm und Praxis, in: Liturgisches Handeln als soziale Praxis. Kirchliche Rituale in der Frühen Neuzeit. Hg. von Jan Brademann – Kristina Thies. Münster 2014 (Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme. Schriftenreihe des Sonderforschungsbereichs 496 47), 141–158.

The notion of tradition in liturgy, in: History and Religion. Narrating a Religious Past. Hg. von Bernd-Christian Otto – Susanne Rau – Jörg Rüpke with the support of Andrés Quero-Sánchez. Berlin [u. a.] 2015 (Religionsgeschichtliche Versuche und Vorarbeiten 68), 333–353.

„Die Mißbreuche ytziges stands der gemeynen Kyrchen belangen auch Cultum Die“. Liturgie zur Zeit Martin Luthers, in: Liturgisches Jahrbuch 66. 2016, 3–24.

Liturgiereform nach Trient. Dynamiken eines Erneuerungsprozesses, in: Das Konzil von Trient und die katholische Konfessionskultur (1563-2013). Wissenschaftliches Symposium aus Anlass des 450. Jahrestages des Abschlusses des Konzils von Trient, Freiburg i. Br. 18.- 21. September 2013. Hg. von Peter Walter – Günther Wassilowsky. Münster 2016 (Reformationsgeschichtliche Studien und Texte 163) 303–333.

Die Liturgie der Aufklärung zwischen Verehrung Gottes und sittlicher Besserung des Menschen, in: Gott handhaben. Religiöses Wissen im Konflikt um Mythisierung und Rationalisierung. Hg. von Steffen Patzold – Florian Bock. Berlin – Boston 2016, 365–385.

Georg Witzel – ein Liturgiker des 16. Jahrhunderts, in: Theologie der Gegenwart 60. 2017, 96–109.

 

 

In unregelmäßiger Folge erscheinen Literaturberichte über Forschung zur Liturgiegeschichte seit der Frühen Neuzeit im Archiv für Liturgiewissenschaft:   38/39. 1996/97, 367–402 - 42. 2000, 364–412 - 46. 2004, 267–309 - 49. 2007, 303–358 - 55. 2013, 293-383 (erschienen 2015).

 

• Entwicklung und Theorien der Liturgiewissenschaft in Geschichte und Gegenwart

Die Geschichte der Liturgiewissenschaft ist noch nicht geschrieben. Die theologische Disziplin ist durch das Zweite Vatikanische Konzil aufgewertet, aber nicht erst geschaffen worden. Die Geschichte des Faches reicht bis in das 18. Jahrhundert zurück. Aber auch in Antike, Mittelalter und Früher Neuzeit gab es ein Nachdenken über die Liturgie und Interpretationen, denen eine je eigene Hermeneutik zugrundelag, die sich in Ansätzen für das Herkommen der Liturgie interessierten und unterschiedliche Anliegen verfolgten. Die großen Entwicklungslinien des Faches und Ansätze einzelner Liturgiker werden untersucht, nach Methoden der Liturgik wird gefragt, das Verhältnis zwischen evangelischer und katholischer Liturgik in der Aufklärung analysiert.

 

Ausgewählte Publikationen

Liturgiewissenschaft angesichts der „Zeitenwende". Die Entwicklung der theologischen Disziplin zwischen den beiden Vatikanischen Konzilien, in: Die katholisch-theologischen Disziplinen in Deutschland 1870–1962. Ihre Geschichte, ihr Zeitbezug. Hg. v. Hubert Wolf. Paderborn [u. a.] 1999 (Programm und Wirkungsgeschichte des II. Vatikanums 3), 351–375.

Grenzgängerin zwischen den theologischen Disziplinen. Die Entwicklung der deutschsprachigen Liturgiewissenschaft im 19. und 20. Jahrhundert, in: Trierer Theologische Zeitschrift 108. 1999, 253–272.

Liturgische Bildung im römisch-katholisch Theologiestudium, in: Liturgie lernen und lehren. Aufsätze zur Liturgiedidaktik. Hg. v. Jörg Neijenhuis. Leipzig 2001 (Beiträge zur Liturgie und Spiritualität 6), 27–41.

Schwerpunkte liturgiewissenschaftlicher Forschung im 20. Jahrhundert, in: Grenzen überschreiten. Profile und Perspektiven der Liturgiewissenschaft. Hg. v. Wolfgang Ratzmann Leipzig 2002 (Beiträge zu Liturgie und Spiritualität 9), 67–80.

Liturgischer Pluralismus als Herausforderung liturgiewissenschaftlicher Forschung, in: Jaarboek voor liturgie-onderzoek 22. 2006, 29–47.

zus. mit Klaus Raschzok (Hg.), Gottesdienst als Feld theologischer Wissenschaft im 20. Jahrhundert. Deutschsprachige Liturgiewissenschaft in Einzelporträts. 2 Bände. Münster 2011 (LQF 98).

Liturgia i performans. Uwagi do aktualnej dyskusji w niemieckojęzycznej liturgice, in: Erwin Mateja – Zbigniew W. Solski (Red.), Między liturgicą a performatyką. Rekonesans I. Opole 2012 (Opolska Biblioteka Teologiczna 128), 19-31.

Die liturgische actio im Blick. Methoden gegenwärtiger Liturgiewissenschaft, in: Gemeinschaft im Danken. Grundfragen der Eucharistiefeier im ökumenischen Gespräch. Hg. von Stefan Böntert. Regensburg 2015 (Studien zur Pastoraltheologie 40), 362–379.

Liturgische Bildung im Umbruch. „Populär-Liturgik“ zwischen Aufklärung und Liturgischer Bewegung, in: Kim des Wildt – Benedikt Kranemann – Andreas Odenthal (Hg.), Zwischen-Raum Gottesdienst. Beiträge zu einer multiperspektivischen Liturgiewissenschaft. Hg. von Kim de Wildt [u.a.]. Stuttgart 2016 (Praktische Theologie heute 144)103–117.

Gottesdienst und Moderne. Liturgiewissenschaft im Gespräch mit den "Ritual Studies", in: Theologie und Glaube 107. 2017, 247–260.

 

• Liturgie und religiöser Pluralismus in der Postmoderne

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich eine Reihe neuer christlicher Rituale und Liturgien entwickelt: Lebenswendefeiern, Trauerfeiern nach Großkatastrophen, Segnungen am Valentinstag, interreligiöse Feiern, Segnungsfeiern für wiederverheiratete Geschiedene etc. Mit ihnen reagiert die Kirche oder reagieren Einzelne aus der Kirche auf die Veränderungen des religiösen Umfeldes. In einzelnen größeren Projekten und Tagungen wird nach einer Typologie solcher Feiern gesucht. Das Verhältnis neuer Feierformen zur Liturgie der Kirche wird untersucht. Es wird nach der Theologie und den Zeichenhandlungen in diesen neuen Feierformen gefragt. Am Beispiel dieser Liturgien und Feierformen wird das Verhältnis von Kirche und Gesellschaft thematisiert, das sich auch in Ritualen zeigt.

 

Ausgewählte Publikationen

Die modernen Ritual Studies als Herausforderung für die Liturgiewissenschaft. Modern Ritual Studies as a Challenge for Liturgical Studies. Hg. von Benedikt Kranemann – Paul Post. Leuven 2009 (Liturgia Condenda 20).

Christliche Feiern des Glaubens und religiöser Pluralismus in der modernen Gesellschaft, in: Liturgisches Jahrbuch 56. 2006, 181–201.

Riten und Rituale der Postmoderne (Internet-Publikation: http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xbcr/SID-8A6E8019-218C3543/bst/xcms_bst_dms_22846_22847_2.pdf)

Liturgie in der Perspektive der Anderen. Aufbrüche in die Zukunft des Gottesdienstes aus katholischer Perspektive, in: Aufbrüche. Gottesdienst im Wandel. Hg. von Hanns Kerner. Leipzig – Trier 2010, 129–148.

Symbole des Religiösen im Urbanen. Ein Versuch über Architektur der Religionen in säkularer Gesellschaft, in: Kirchenbauten in der Gegenwart. Architektur zwischen Sakralität und sozialer Wirklichkeit. Hg. von Angelika Nollert [u.a.]. Regensburg 2011, 175–180.

Rituale in Diasporasituationen. Neue Formen kirchlichen Handelns in säkularer Gesellschaft, in: Objektive Feier und subjektiver Glaube? Beiträge zum Verhältnis von Liturgie und Spiritualität. Hg. von Stefan Böntert. Regensburg 2011 (Studien zur Pastoralliturgie 32), 253–273.

Theologie nach dem Ritual Turn. Perspektiven der Liturgiewissenschaft, in: Judith Gruber (Hg.), Theologie im Cultural Turn. Erkenntnistheologische Erkundungen in einem veränderten Paradigma. Frankfurt/M. [u. a.] 2013 (Salzburger interdisziplinäre Diskurse 4), 151–173.

Ein liturgischer Katechumenat? Neue Chancen für Riten und Rituale, in: Liturgia – Die Feier des Glaubens zwischen Mysterium und Inkulturation. Hg. von Martin Kirschner – Joachim Schmiedl. Freiburg/Br. [u. a.] 2014 (Katholische Kirche im Dialog 2), 160–175.

Liturgie im öffentlichen Raum – eine Herausforderung rituell-liturgischer Bildung, in: Pastoraltheologische Informationen 35. 2015, 35–48.

Trauerfeiern nach Großkatastrophen. Theologische und sozialwissenschaftliche Zugänge. Hg. von Benedikt Kranemann – Brigitte Benz. Neukirchen-Vluyn 2016 (Evangelisch-Katholische Studien zu Gottesdienst und Predigt 3).

Die Feier der Lebenswende und andere neue religiöse Feiern. Rituelle Innovationen in der katholischen Kirche Ostdeutschlands, in: Lebensübergänge begleiten. Was sich von Religiösen Jugendfeiern lernen lässt. Hg. von Michael Domsgen – Emilia Handke. Leipzig 2016, 74–89.

 

Promotions- und Habilitationsprojekte vgl. unter Promotion/Habilitation

Eine vollständige Publikationsliste vgl. unter Veröffentlichungen

 

 

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