Universität Erfurt

Herzlich Willkommen auf den Seiten des Lehrstuhls für Liturgiewissenschaft

Veranstaltungsarchiv

Seminar "Raum und Liturgie" zusammen mit der Bauhaus-Universität Dessau im WS 17/18

 

Herzliche Einladung zur Exkursion nach Breslau vom 20.2. bis 22.2.2017

Massimo Faggioli

Ende des Semesters findet ein Seminar mit dem in den USA lehrenden Kirchenhistoriker Prof. Dr. Massimo Faggioli statt. Am 3. Februar hält er abends einen Gastvortrag, am 4. Februar soll gemeinsam mit ihm an seinen Texten gearbeitet werden. Das Seminar wird in deutscher und englischer Sprache stattfinden. Zum Seminar gehören mehrere Vorbereitungseinheiten am 11. November, am 9. Dezember und am 6. Januar, jeweils nachmittags ab 14.30 Uhr. An den Nachmittagen werden Texte von Faggioli gelesen und diskutiert, um das Treffen im Februar vorzubereiten. Herzliche Einladung an alle Studierende.

Anmeldung unter christopher.tschorn@uni-erfurt.de

Herzliche Einladung zur Exkursion nach Mainz

Herzliche Einladung zur Exkursion nach Hildesheim, am 10. Januar 2015

Der Hildesheimer Dom feiert 2015 sein 1.200-jähriges Bestehen.
 Seit 1985 gehört er zusammen mit der Kirche St. Michael zum
UNESCO-Weltkulturerbe. Die Kirchen zählen zusammen mit der
Basilika St. Godehard zu den bedeutendsten Kirchen der Romanik.

Exkursionsziele in Hildesheim:
• Führung durch den Hildesheimer Dom
• St. Michael
• Basilika St. Godehard

Abfahrt Erfurt, Hbf: gegen 6 Uhr
Rückkehr nach Erfurt, Hbf:gegen 21.30 Uhr

Anmeldung bei Christopher Tschorn
unter: christopher.tschorn@uni-erfurt.de

Vorbesprechung:
Dienstag, 25. November 2014, 12 Uhr Domstraße 10, Coelicum

Kosten für Fahrt, Eintritte, Führungen(ohne Verpflegung):
• für Studierende (im grundständigen Studium): 10 Euro
• für andere Teilnehmer: 15 Euro

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Herzliche Einladung zur Internationalen Theologisch-Kunsthistorischen Studienwoche - Liturgie XVIII 22. - 26. September 2014 in Münster

In den Tagen vom 22.-26. September 2014 findet im Franz-Hitze-Haus in Münster eine Internationale Theologisch-Kunsthistorische Studienwoche Liturgie XVIII, zu der auch alle interessierten Studenten eingeladen sind.

Das Thema der diesjährigen Tagung lautet:

FEIERRAUM - GEDÄCHTNISSPEICHER

DER DOM ZU MÜNSTER (1264 - 2014)

 

Genauere Informationen dazu finden Sie in der folgenden Datei oder bei Prof. Kranemann

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Herzliche Einladung zur Exkursion nach Leipzig zum Thema "Herbst '89 - Die friedliche Revolution und die Rolle der Kirchen" am Samstag, den 14. Juni 2014

Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft Prof. Dr. Benedikt Kranemann

Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte Prof. Dr. Josef Pilvousek

Lehrstuhl für Philosophie Prof. Dr. Eberhard Tiefensee

 

Thema der Exkursion nach Leipzig am Samstag, den 14. Juni 2014:

Herbst '89 Die friedliche Revolution und die Rolle der Kirchen

 

Die Exkursion wird im Jubiläumsjahr des Mauerfalls das Gespräch mit Menschen suchen und Orte besichtigen, die über die Ereignisse im Herbst 1989 Auskunft geben können. Was genau hat sich damals in Leipzig ereignet? Was waren die Ziele der Demonstranten? Wie reagierte der Staat? Welche Rolle hatten die Kirchen? Welche Bedeutung hat die friedliche Revolution heute im Bewusstsein von Gesellschaft und Kirche?

Exkursionsziele in Leipzig:

Die „Montagsgebete“ in der Nikolaikirche

Zeitgeschichtliches Forum

Stadtrundgang zu Orten der friedlichen Revolution

Besuch von Gedenkstätte/Museum "Runde Ecke" (ehem. Leipziger Bezirksverwaltung der Staatssicherheit)

Gespräch mit Zeitzeugen (in der Propsteigemeinde Leipzig)

 

Abfahrt: Erfurt Hbf, 7.00 Uhr

Rückkehr: Erfurt Hbf, 23.00 Uhr

Anmeldung: bei Kamila Riß (kamila.riss@uni-erfurt.de)

Vorbesprechung: Montag, 5. Mai, 12.00 Uhr im Coelicum

Kosten für Fahrt, Eintritte, Führungen (ohne Verpflegung):

Für Studierende (grundständiges Studium) 10,-- Euro

Für andere Teilnehmer: 15,-- Euro (bis zur oder bei der Vorbesprechung zu entrichten)

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Herzliche Einladung zur Exkursion nach Mühlhausen zur Ausstellung "Umsonst ist der Tod. Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation" am Freitag, den 31. Januar 2014

Exkursion nach Mühlhausen zur Ausstellung "Umsonst ist der Tod. Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation"

Die Reformation ist in das Spätmittelalter eingebettet. Für diesen Zeitraum gilt, dass er wohl der frömmste gewesen ist, den es je in Deutschland gegeben hat. Der Besuch der Ausstellung bietet eine Verstehensvoraussetzung für die Reformation und ihre Ursachen.

Kosten: 4 Euro

Abfahrt: 9:08 Uhr ab Erfurt Hauptbahnhof

Veranstalter: Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit sowie Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft

Leitung: Prof. em. Dr. Josef Pilvousek und Prof. Dr. Benedikt Kranemann

Anmeldung bei torsten.mueller@uni-erfurt.de bis zum 30.1.2014

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Gespräch mit den Zeitzeugen der Liturgiereform

Im Rahmen des Seminares „Das Zweite Vatikanum und die Liturgiereform – Geschichte und Perspektiven“ lädt der Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft alle interessierten Studenten und Studentinnen zu einem Gespräch mit Zeitzeugen der Geschehnisse vor 50 Jahren ein.

Die Veranstaltung findet unter dem Thema „Das Konzil in autobiographischer Perspektive“ statt und ist dem Austausch zwischen den Theologiestudent(inn)en und den Zeitzeugen gewidmet, die als Jugendliche die Reform der Liturgie seit 1963 erlebt haben und heute als engagierte Katholiken im Bistum Erfurt tätig sind.

Unsere Gäste sind: Herr Pfarrer Matheis und Herr Hubertus Staudacher.

Ort: SR 2 Zeit: Montag, 1. Juli 2013, 16:00 – 18:00 Uhr.

Herzliche Einladung!

Ihr Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft

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Herzliche Einladung zur Führung im Angermuseum am Mittwoch, den 5. Dezember 2012, um 14:00 Uhr

Ausstellung: „Tischgespräch mit Luther. Christliche Bilder in einer atheistischen Welt“

Sonderausstellung vom 21. Oktober 2012 bis 20. Januar 2013

Der Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft der Katholisch-Theologischen Fakultät möchte Sie ganz herzlich zu einer Führung durch die Ausstellung „Tischgespräch mit Luther. Christliche Bilder in einer atheistischen Welt“ einladen, die der Museumspädagoge, Herr Thomas von Taschitzki M.A., für uns übernehmen wird.

"Zentraler Ausgangspunkt dieser Ausstellung ist die paradox erscheinende Konjunktur religiöser Themen im radikal atheistisch verfassten DDR-Staat sowie deren Transformation in eine weitgehend von Kirchenferne geprägte Kultur der Gegenwartsgesellschaft in der bildenden Kunst der DDR. (...) Die Ausstellung endet nicht mit der deutschen Wiedervereinigung, sondern verfolgt das Phänomen bis in das aktuelle Kunstschaffen ostdeutscher Künstler. Auffallend dabei ist, dass die religiösen Themen in der “Kunst in der DDR” konsequent aus dem kirchlichen Ritus herausgelöst und in die Gegenwart der sozialistischen Gesellschaft transformiert werden." Quelle: www.bildatlas-ddr-kunst.de Die Führung ist kostenlos.

Treffpunkt (13:50 Uhr) ist die Eingangshalle des Museums.

Bitte melden Sie sich bis Mo., den 3. Dezember 2012, zur Teilnahme bei kamila.riss@uni-erfurt.de an.

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Veranstaltungen des Lehrstuhls für Liturgiewissenschaft im SoSe 2012

Exkursion nach Dresden - 30. Juni 2012 - "Auferstanden aus Ruinen" - Wiederaufbau von Kirchenräumen nach dem II. Weltkrieg am Beispiel Dresdens

Am Samstag, den 30. Juni 2012, fand im Rahmen eines Seminares die nächste Exkursion des Lehrstuhls für Liturgiewissenschaft statt.

Das Ziel der Exkursion war diesmal das Elbflorenz des Nordens, die Landeshauptstadt Sachsens: Dresden.

20 Studenten und Doktoranden haben sich auf den Weg gemacht, um sich mit den unterschiedlichen Konzepten der Wiedererbauung, Rekonstruktion oder Restaurierung der sakralen Gebäude nach der Zerstörung Dresdens 1945 bekannt zu machen.

Dresden wurde infolge der Luftangriffe der Britischen und US-amerikanischen Soldaten in der Nacht vom 13. auf 14. Februar 1945 zum Teil zerstört, die Dresdner Innenstadt aber mit ihren zahlreichen Denkmälern wurde von den Bombenangriffen am schlimmsten getroffen und erlitt eine totale Zerstörung. Man schätzt, dass infolge der Luftangriffe 25.000 Menschen, dabei auch die Flüchtlinge aus den östlichen Gebieten, ihr Leben verloren haben.

Dieser Moment hat das Bild von Dresden für immer verändert und wurde zu einem Impuls für die Organisation eines Seminares, dessen Titel lautete: „Auferstanden aus Ruinen“ Wiederaufbau von Kirchenräumen nach dem II. Weltkrieg am Beispiel Dresdens.

Die Geschichte der Zerstörung der Stadt sowie den mühsamen Aufbau der einzelnen Kirchen haben wir am Beispiel einzelner Sakralgebäude der Innen- und der Dresdner Neustadt gesehen. Die kompetenten und sehr ausführlichen Führungen in der Frauenkirche, Dreikönigskirche, Kreuzkirche sowie in der Katholischen Hofkirche haben einen Einblick in die Geschichte der Stadt, ihrer Herrscher, aber auch der jeweiligen evangelischen und katholischen Gemeinden gegeben, die direkt nach dem II. Weltkrieg mit der Möglichkeit der Rekonstruktion (Beispiel Frauenkirche) oder dem Unternehmen von konkreten architektonischen und liturgischen Bauschritten konfrontiert waren, die für die lebhafte Fortführung des Gemeindelebens nach der schmerzhaften Zerstörung der Kirche sorgen sollten.

Neben den Kirchenführungen und einem Orgelkonzert in der Dresdner Kreuzkirche bekamen wir auch eine detaillierte Führung durch die Innenstadt im Kontext der Zerstörung und des Wiederaufbaus von Dresden. Zu den Punkten, die wir besichtigt haben, gehörten u.a. Albertinum, Fürstenzug, Schloss mit Kleinem Schlosshof, Zwinger und Theaterplatz mit Semperoper.


Kamila Riß

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Veranstaltungen des Lehrstuhls für Liturgiewissenschaft im WS 2012/13

Internationale Tagung in Opole vom 15.-18. März 2012

Vom 15. bis 18. März 2012 fand in Opole eine internationale Tagung zum Thema „"Generationenwechsel in der Theologie"“ statt. Die Veranstalter der Tagung waren das Theologische Forschungskolleg der Universität Erfurt sowie die Kath.-Theol. Fakultät der Universität Opole, die bereits im Oktober 2010 durch die erste gemeinsame Tagung in Erfurt zum Thema "„Das Zweite Vatikanische Konzil in Volkskirche und Diaspora"“ eine deutsch-polnische Zusammenarbeit zwischen den beiden theologischen Fakultäten begonnen hatten. Die gemeinsamen Tagungen, die in der Zukunft fortgesetzt werden, haben sich neben Vorträgen und Diskussionen über die aktuellen Probleme der theologischen Debatte im internationalen Kontext auch wertvolle Begegnungen und einen informativen Austausch über die aktuellen Brennpunkte des kirchlich-gesellschaftlichen Lebens in Deutschland und Polen zum Ziel gesetzt.

Über das Phänomen des Generationenwechsels in der Theologie, dessen Zeugen wir gegenwärtig sind, haben die Referenten der Tagung, die Professoren der beiden Fakultäten sowie die Doktorandinnen und Doktoranden ausführlich berichtet, wobei sie auf aktuelle theologische Themen hingewiesen haben, die u.a. als Grundlage für die weiteren wissenschaftlichen Forschungen im internationalen Kontext dienen könnten.

Auch die Repräsentanten des Lehrstuhls für Liturgiewissenschaft, Prof. Benedikt Kranemann, Initiator der Zusammenarbeit, sowie Kamila Grygolonek M.A., haben durch die Präsentation ihrer Vorträge zum Thema Generationenwechsel aus liturgietheologischer und gesellschaftlicher Perspektive wesentlich zur Wahrnehmung des Themas als fortdauernde Wirklichkeit, der wir als Theologen des 21. Jahrhunderts in naher Zukunft entgegentreten werden müssen, beigetragen.

Einen ausführlichen Bericht finden Sie auf der Homepage des Theologischen Forschungskollegs.

Kamila Grygolonek

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Bericht und Fotos von der AKLjunior Jahrestagung 2012 in Linz vom 23. - 26.2.2012

"Kunst ist die Sprache der Religion. Auf sie verzichten heißt sprachlos werden."               (Günter Rombold)

Anspruchsvoll – wandelbar – multifunktional: So könnte man die Kirchenräume des 21. Jahrhunderts bezeichnen – Räume, die nicht nur zur Ehre Gottes erbaut oder umgebaut wurden, sondern deren vorrangiges Ziel es war, eine konzilsgemäße Ausstattung zu verwirklichen, eine menschenfreundliche und gemeindestärkende Atmosphäre zu schaffen und den ökologischen Strömungen der Gegenwart durch die Schlichtheit der Gegenstände und ein kontrastreiches Spiel zwischen Licht, Holz und Stahl zu entsprechen.

 

Der Frage, ob und wie die symbolisch-theologische Bedeutung der liturgischen Räume und Orte mit ihrer Funktionalität vereinbar ist und ob die liturgischen Räume den Glauben erlebbar machen und ihn dadurch beleben, sind angehende Liturgiewissenschaftler aus dem deutschsprachigen Raum während der AKL-Junior-Tagung 2012 nachgegangen.

Vom 23.-26. Februar 2012 fand die alljährliche Tagung zum Thema „Kirchenraumgestaltung. Liturgische Orte in der Spannung zwischen Funktionalität und symbolischer Bedeutung" in Linz statt. Die Tage boten den zahlreich teilnehmenden jungen Liturgiewissenschaftlern viele neue Perspektiven und Denkanstöße, v.a. in der Wahrnehmung der multifunktionalen Gestaltung eines modernen, aber dennoch gemeindekonstituierenden Kirchenraumes.

Die Organisatoren der diesjährigen Tagung, Dr. Christoph Freilinger und Benedikt Rodler M.A. von der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz, sorgten dafür, dass die Teilnehmer neben interessanten thematischen Referaten auch unterschiedliche Kirchen und Kapellen in Linz und Umgebung besichtigen konnten.

Die Referate, die von Teilnehmern der AKL-Junior-Tagung gehalten wurden, behandelten neben der „Geschichte und Theologie der Kirchenraumgestaltung“ (Stefan Kopp) und der „Grundordnung und Erschließung des Kirchenraumes“ (Nicole Stockhoff) auch konkrete Orte der liturgischen Feier. Die Referenten führten die Zuhörer in die faszinierende Welt des Kirchenraumes, seiner Ausstattung und seiner symbolisch-theologischen Botschaft aus vor- und nachkonziliarer Perspektive ein. Den Referenten gelang es auf eine hervorragende Art und Weise, das Spannungsfeld zwischen der Funktionalität und der symbolischen Bedeutung der konkreten liturgischen Orte zu präsentieren. So wurden z.B. der Ambo als Tisch des Wortes – als Ort der Verkündigung und nicht verschiedenartiger Ankündigungen – (Nina Frenzel), der christliche Altar als Tisch des Brotes und seine Entwicklung im Laufe der Geschichte (Lukas Bonner), die Orte für Taufe und Versöhnung (Martin Laskewicz) sowie der Ort für den Vorsteher der Liturgie (Josef Keplinger) thematisiert. Die Erfahrung der Umsetzung der Raumtheologie nach dem II. Vatikanischen Konzil in der Praxis ermöglichten Exkursionen in einige der zahlreichen Kirchen und Kapellen in Linz und Umgebung.

Am Beispiel der in hellen, ruhigen Farben gestalteten Krankenhauskapelle der Elisabethinen im Stadtzentrum konnte man erkennen, wie sehr das Krankenhaus die Gebetstätte in seinem Herz prägt. Die mit weißem Leder gepolsterten Sitzbänke und die dezente Ausstattung schaffen geradezu eine sterile Atmosphäre, so dass dadurch kein Kontrast zum Krankenhaus besteht, sondern die Kapelle ein konstitutiver Teil davon ist, der einen Ort der Besinnung für die Mitarbeiter und Patienten darstellt.

Die weiteren Kirchen – St. Theresia (erbaut von Rudolf Schwarz in den Jahren 1959-1962), St. Michael (1957), Marcel Callo (seit 1998 Seelsorgezentrum in einer ehemaligen Tuchfabrik) und die voestalpine-Kapelle (ein neues Betriebsseelsorgezentrum) – bestärkten die These, dass die Kirchen des 21. Jahrhunderts nicht nur Orte der Besinnung und der Stärkung der christlichen Identität sind, sondern dass sie auch unterschiedlichen liturgischen Bedürfnissen der jeweiligen Gemeinde entsprechen sollten und dass ihre obersten Prioritäten die Nützlichkeit und die Multifunktionalität sind. Das Liturgieverständnis einer Gemeinde überträgt sich auf die Gestaltung des sakralen Raumes dieser Gemeinde. Dies bedarf auch eines Prozesses der inhaltlichen Vorbereitung und der Sensibilisierung der Gemeinde für die Neugestaltung eines Raumes, der neben Offenheit und liturgischer Toleranz auch eine gewisse Denkumstellung von dem Vertrauten, Statischen und Alten hin zum Modernen, Dynamischen und Neuen fordert.

Dies bestätigten drei weitere Kirchen – der lichtdurchflutete Gottesdienstraum der Seelsorgestelle St. Franz von Sales (Lichtenberg) mit einer warmen Holzausstattung (2009) sowie die Kirchen St. Andreas (1976) und St. Konrad (1961), letztere mit einer beleuchteten, gläsernen Taufstelle. Die neuen Formen der liturgischen Orte, wie z.B. die Taufgrotte und der mobile Beichtstuhl in der Kirche Marcel Callo, der dreh- und klappbare Altartisch im abtrennbaren und ziemlich unruhigen Raum des Betriebsseelsorgezentrums sowie die unterschiedliche Positionierung und Form von Altar, Ambo und Taufstelle in den verschiedenen Kirchen führten zu der Feststellung, dass die liturgischen Orte auch noch 50 Jahre nach dem Konzil in Bewegung sind und dass ein langer liturgisch-theologischer und architektonischer Prozess den Auftakt für die Umsetzung einer konkreten Gestaltungskonzeption bildet.

Eines aber bleibt sicher: Die Dynamik, Flexibilität, Funktionalität und Individualität unserer Gesellschaft spiegelt sich wider in der modernen, für manche vielleicht gewöhnungsbedürftigen und anspruchsvollen, jedoch die wesentliche Botschaft des christlichen Glaubens über das Heilsmysterium vermittelnden Architektur des Kirchenraumes. Dabei darf man jedoch nicht vergessen: Nicht der Raum aus Stein ist das Zentrum der Gottesverehrung, sondern die Gemeinde selbst – die lebendigen Steine sind die wahre Kirche Christi.

Kamila Grygolonek

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Veranstaltungen des Lehrstuhls für Liturgiewissenschaft im WS 2011/2012

Exkursion nach Berlin 13.-14.1.2012 "Gedenkorte - ihre Formen und Funktionen"

Exkursionsbericht: „Gedenkorte – ihre Formen und Funktionen“, Berlin 13./14. Januar 2012

In den Tagen vom 13. bis 14. Januar 2012 fand im Rahmen eines Seminars eine wissenschaftliche Exkursion nach Berlin zum Thema: „Gedenkorte – ihre Formen und Funktionen“ statt. Dies war eine der zahlreichen wissenschaftlichen Exkursionen, die der Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft schon seit einigen Jahren in jedem Semester organisiert.

Das Hauptziel der Exkursion war, die verschiedenartigen Orte des Gedenkens in der deutschen Hauptstadt zu besichtigen sowie ihre Formen und Funktionen kennenzulernen.

Der Plan der Exkursion beinhaltete sechs Punkte – sechs Orte des Gedenkens oder der Dokumentation.

Als ersten Gedenkort haben die 28 Teilnehmer unter der Leitung von Prof. Kranemann, Prof. Mandry und Kamila Grygolonek das Ehrenmahl der Deutschen Bundeswehr besichtigt: ein sehr nüchternes Gebäude, dessen gegenwärtige Funktion als Gedenkort und dessen künstlerischer Inhalt von einem Offizier der Bundeswehr erklärt wurden. Im Ehrenmahl wurde absichtlich auf jegliche religiöse Symbolik verzichtet, um einen breiteren Platz für alle im Dienst gefallenen deutschen Soldaten oder auch Zivilisten, unabhängig von ihren religiösen Gesinnungen, zu schaffen. Dies sollte ein Zeichen des Respektes vor ihrer Weltanschauung sein. Darüber hinaus konnte man in der Gedenkstätte weder nationale noch kulturelle Symbolik finden. Künstlerisch konnte das Denkmal aber einiges bieten: Zunächst eine Betonplatte mit beweglichem Tor, das den Zugang entweder vom Innenhof des Bundesministeriums der Verteidigung oder aber auch von außen ermöglicht. Im Inneren des Ehrenmahles befand sich eine durch eine schmale Öffnung in der Decke leicht beleuchtete „Kapelle“ mit einer absichtlich schief gelegten Betonplatte als Symbol dafür, dass nach dem Tod der Alltag der Angehörigen aus den Fugen geraten und nicht mehr so gerade wie bisher ist. Auf der Platte haben Angehörige oder Soldaten Kränze niedergelegt – ein Zeichen dafür, dass dieser Ort die Funktion einer Gedenkstätte erfüllt. In der „Kapelle“ wurden fortlaufend die einzelnen Namen der Gefallenen projiziert.

Der zweite Punkt der Exkursion war der Bendlerblock – das Zentrum der Widerstandsgruppe des Hitler-Attentats vom 20. Juli 1944. In der dort eingerichteten Gedenkstätte Deutscher Widerstand wird der Opfer – der hingerichteten Offiziere – u.a. durch eine sehr detaillierte Dauerausstellung in den ehemaligen Diensträumen gedacht.

Auch das Dokumentationszentrum Topographie des Terrors, welches bewusst die Bezeichnung „Gedenkstätte“ meidet, um nicht der Täter zu gedenken, hat das Verständnis eines Ortes der Erinnerung erweitert. Die fachlich und geschichtlich fundierte Führung wies darauf hin, dass dieser Ort nicht so sehr ein Ort des Gedenkens, sondern ein Ort des Ermahnens ist, damit sich die Geschichte, die in der Ausstellung zum Teil auf vielsagenden Bildern, Beschriftungen und Tabellen zusammen mit den Tätern und Opfern des SS-Regimes präsentiert wurde, sich nie wiederholt.

Anschließend hat die Gruppe an der Vesper und der hl. Messe in der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum des Karmelitinnenkloster teilgenommen, woran sich eine sehr interessante und ausführliche Führung zur Geschichte der Kirche und ihrer architektonischen Überlieferung anschloss. Die Kirche erinnert v.a. an die Opfer der Hinrichtungsstätte Plötzensee, wo u.a. Alfred Delp SJ ermordet wurde.

Der zweite Tag der Exkursion bot die Möglichkeit, zwei weitere sehr wichtige Gedenkorte zu besichtigen. Einer davon war ein klassischer Gedenkort – der Friedhof der Dorotheenstädtischen und Friedrich-Werderschen Gemeinde in Berlin. Frau Dr. Gerhild Kommander hat die Gruppe durch den Friedhof geführt und dabei dessen zahlreiche und einzigartige Grabmäler und Grabplatten detailliert erklärt. Auf dem Friedhof wurden sowohl berühmte Persönlichkeiten der politischen, künstlerischen und literarischen Bühne als auch gewöhnliche Einwohner Berlins beigesetzt.

Der letzte Punkt der Exkursion war sehr beeindruckend, da er die neueste Geschichte Deutschlands präsentierte, die viele der Teilnehmer der Exkursion noch gut oder sehr gut in Erinnerung hatten. Manche von ihnen waren selbst in den eigenen Familien von der Geschichte der 28-jährigen Trennung Deutschlands betroffen: Die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße ist u.a. durch den originalgetreuen Nachbau eines Fragmentes der Berliner Mauer, der sehr genauen Darstellung der Trennungsprozeduren Berlins im August 1961 sowie durch eine Gedenkwand mit Glasbildern der Opfer, die die Mauer überwältigen wollten, ein sehr inhaltsreicher und anschaulicher Gedenkort, den die Gruppe an diesem Tag während einer Führung besichtigte.

Kamila Grygolonek

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Führung im Anger-Museum am Mittwoch, dem 19.10.2011

Im Anger-Museum wird noch bis Ende Oktober die sehr lohnende Ausstellung "Ein Jahrtausend Elfenbein vom 5. bis 15. Jahrhundert" gezeigt, die in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesmuseum in Darmstadt stattfindet. Die Darstellungen sind aufgrund ihrer Themen für Theologen und Religionswissenschaftler besonders interessant.

Die Führung durch die Ausstellung wird der Direktor des Anger-Museums, Dr. Wolfram Morath-Vogel übernehmen.

Die Führung wird am Mittwoch, dem 19. Oktober 2011, 14:00 c.t., stattfinden. Die Kosten für Eintritt und Führung belaufen sich pro Person auf 4,--€. Treffpunkt ist die Eingangshalle des Museums.

Wenn Sie teilnehmen möchten, melden Sie sich per Mail bei Kamila Grygolonek [kamila.grygolonek@uni-erfurt.de].

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Der XXIII. Internationale Kongress der Societas Liturgica in Reims 2011. Die Taufe: Riten und Christliches Leben.

Bericht und Fotos: XXIII. Internationaler Kongress der Societas Liturgica in Reims (Champagne) 8.-13. August 2011

In den Tagen vom 8.-13. August 2011 fand in Reims (Champagne) in Frankreich der XXIII. internationale Kongress der liturgiewissenschaftlichen Gesellschaft Societas Liturgica statt. Das Hauptthema des diesjährigen Kongresses war die Taufe in historischen, ikonografisch-musikalischen, ethischen, praktischen, euchologischen und zuletzt auch ökumenischen Kontexten. Der Ort des Kongresses wurde für dieses Thema nicht zufällig ausgewählt – Reims gilt nämlich als Ursprung der Christenheit Frankreichs. Hier fand im Jahre 498 die Taufe des Frankenkönigs Chlodwig durch den Hl. Remigius statt. Die beeindruckende Kathedrale im gotischen Stil, deren 800-jähriges Bestehen Reims in diesem Jahr feiert, wurde zum traditionellen Ort der Krönung der französischen Könige, und die romanische Abteikirche Saint Remi, die um 1000 gebaut wurde, bewahrt in ihren Mauern einen imposanten Sarkophag mit den Reliquien des Heiligen Remigius – dem Apostel der Franken.

Die Societas Liturgica ist eine ökumenische Gesellschaft, derer Hauptziel es ist, sich intensiv mit den liturgiewissenschaftlichen Studien und der liturgischen Erneuerung nach dem II. Vatikanischen Konzil in ökumenischen und internationalen Zusammenhängen zu beschäftigen. Die Gesellschaft, die von einem  Pastor der Niederländisch-reformierten Kirche, Wiebe Vos, im Jahre 1967 in Driebergen gegründet wurde, vereint mittlerweile 432 Mitglieder der unterschiedlichen Konfessionen aus 35 Ländern der Welt und erfüllt hiermit hervorragend ihre vereinende Aufgabe auf dem Weg des ökumenischen Dialoges, dessen Fundament der gemeinsame wissenschaftliche Austausch sowie die gemeinschaftliche Feier der Liturgie sind.

Auch die Repräsentanten des Erfurter Lehrstuhls für Liturgiewissenschaft, Prof. Benedikt Kranemann, Leiter des Lehrstuhls, (Thema des Vortrags: Betrachtung - Anrufung - Gebet. Liturgie angesichts des Tuafwassers), sowie Kamila Grygolonek (Thema des Vortrags: Die Mehrdimensionalität der Litugie. Zur Bedeutung der Liturgie für die polnischen Migranten in Deutschland) und Scott Moore (Thema des Vortrags: Pre-Reformation Baptismal Font - Luther Monument - Ecumenical Baptistry: Developments in the Church of Ss. Peter and Paul in Lutherstadt Eisleben), die neuen Mitglieder der Societas Liturgica, waren am Kongress durch eigene interessante Vorträge, Kurzvorträge und die Mitgestaltung der Liturgie aktiv beteiligt.

Der Ort des nächsten Kongress steht schon fest. Im August 2013 wird Würzburg unter der Leitung des Präsidenten Gordon Lathrop die Teilnehmer des XXIV. Kongresses der Societas Liturgica zu Gast haben.

Kamila Grygolonek

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Tagung des Theologischen Forschungskollegs am 27. + 28. Mai

Das Theologische Forschungskolleg lädt herzlich zur folgenden Tagung ein:

"... der Fremdling, der in deinen Toren ist"

Liturgie und ihr Beitrag zur Integration von Migranten

27. + 28. Mai 2011, Kleine Synagoge Erfurt

Weitere Informationen finden Sie im Flyer.

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