Universität Erfurt

MAX-WEBER-KOLLEG

Prof. Dr. Marcel Helbig: Ehemaliges Kooptiertes Mitglied des Kollegrats/Vertreter der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät

Ehemaliger Fellow und kooptiertes Mitglied des Kollegrats, Oktober 2018 – September 2019

Homepage an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erfurt

Forschungsprojekt

Im letzten Jahr hat Prof. Dr. Marcel Helbig eine viel beachtete Studie zur sozialen Segregation in den deutschen Städten (Helbig und Jähnen 2018) veröffentlicht. Hauptergebnis war, dass die soziale Spaltung vieler deutscher Städte zugenommen hat. Arme leben immer mehr unter sich. Besonders stark ist die soziale Segregation in den ostdeutschen Städten angestiegen.

Aus der Analyse sozialer Segregationsprozesse der deutschen Städte ergibt sich eine Reihe von Fragen im Hinblick auf die sozialen Folgen der zunehmenden Spaltungsprozesse. Führt etwa die wohnräumliche Segregation von sozialen Gruppen auch dazu, dass sich diese nur noch selten begegnen. Oder gibt es andere Orte und Möglichkeiten, an denen sich verschiedene soziale Gruppen doch noch treffen?

Abgeleitet aus der (vor allem amerikanischen) Forschung zu Nachbarschaftseffekten ergibt sich die Vermutung, dass über die soziale Entmischung der Städte auch soziale Ungleichheiten ansteigen. Bei Nachbarschaftseffekten wird davon ausgegangen, dass die Nachbarschaften bzw. das Wohnquartier einen kollektiven Sozialisationsraum darstellen. Gebiete mit vielen sozial benachteiligten Personen, so eine gängige Argumentation, wirken über soziale Ansteckungsprozesse negativ z.B. auf Bildungschancen. Eine andere geht davon aus, dass in benachteiligten Nachbarschaften Vorbilder fehlen. Bemängelt wird überdies, dass Personen in sozial benachteiligten Quartieren sich häufig auf ihr Quartier beschränken. Angebote, die sich auch bzw. vor allem an sozial benachteiligte Gruppen richten, werden auch deshalb nicht angenommen, da sie sich z.B. in der Innenstadt befinden.

Viele Fragen und Grundannahmen, die sich im skizzierten Kontext bewegen, beschäftigen sich mit Fragen, wie sich Menschen und soziale Gruppen im städtischen Raum bewegen. Mit welchen Gruppen kommen sie wann und wo in Berührung? Gibt es soziale Gruppen, die keinen Kontakt (mehr) miteinander haben? Gibt es Orte sozialer Integration oder Orte, die allein bestimmten sozialen Gruppen vorbehalten sind?

Marcel Helbig will am Max-Weber-Kolleg dazu forschen, welche sozial ungleichen Mobilitätsmuster (vor allem von Kindern und Jugendliche) sich identifizieren lassen und wie diese zu erklären sind. Ziel des Projekts soll es sein, über moderne Methoden der Datenerfassung (Big Data) das sozial ungleiche Mobilitätsverhalten in Städten zu untersuchen. Konkret soll das Mobilitätsverhalten von Menschen über GPS-Tracking erhoben werden. Durch die Kooptation ans Max-Weber-Kolleg verspricht sich Marcel Helbig wichtige Impulse in der Theoriearbeit z.B. über Fragen wie Raum durch Menschen konstruiert wird, wie Raum das Handeln von Menschen beeinflusst, aber auch wie die sozialräumliche Isolation von Gruppen das Zusammenleben von Gesellschaft beeinflusst.

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