Universität Erfurt

Max-Weber-Kolleg

PD Dr. Christoph Henning: Junior Fellow

Universität Erfurt
Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien
Postfach 900221
99105 Erfurt

Vita

Forschungsprojekt

Kreativität als Beruf: Soziologie und Philosophie des Arbeitslebens in bildender Kunst und Gestaltung

Ein laufendes interdisziplinäres Forschungsprojekt aus Soziologie und Sozialphilosophie befasst sich mit der empirischen Erforschung der Arbeitswirklichkeit von Künstlern und Gestaltern sowie ihren normativen Vorstellungen. Der Webersche „Geist“ spiegelt sich schon im Titel dieses Projektes. Mit von der Partie sind Dieter Thomä, Franz Schultheis und Patricia Holder von der Universität St. Gallen. Das Projekt untersucht mit dem Feld der "Kreativität als Beruf" eine Arbeitswelt, von der noch wenig gesichertes Wissen vorliegt, trotz ihrer wachsenden ökonomischen Bedeutung und obwohl sie neue Arbeitsformen, neue Arbeitsbeziehungen und eine neue Arbeitsethik zur Disposition stellt. Überprüft wird dabei zugleich eine einflussreiche Interpretation der modernen Arbeitswelt insgesamt, die Vorstellungen aus der Welt der Kunst zur Beschreibung der neuen Formen von Arbeit und Arbeitsorganisation benutzt. Wie diese Übertragung ästhetischer Begriffe in die Arbeitswelt, die ja auch starke normative Momente transportiert, zu bewerten ist, wird sowohl in der Philosophie wie in der Soziologie seit einigen Jahren debattiert – leider weitgehend unabhängig voneinander. Daher geht es uns darum, diese Debatten zusammenzuführen und anhand gemeinsam durchgeführter qualitativ-empirischer Interviews mit Tätigen aus den Bereichen Kunst und Design die Disziplinen Soziologie und Philosophie stärker aufeinander zu beziehen. Forschungspraktisch sollen in Interviews mit Kunst- und Designschaffenden die Implikationen der Veränderungen in der modernen Arbeitswelt unter Bezug auf die entsprechenden soziologischen und philosophischen Diskurse herausgearbeitet werden. Folgende Forschungsfragen stehen dabei im Mittelpunkt: 

1. Wie fassen Beschäftigte in künstlerischen und in kreativen Berufen die eigene Tätigkeit auf? Und wie verhalten sich ihre Beschreibungen des konkreten Arbeitsalltags zu begrifflichen Bestimmungen von Arbeit – etwa zum Idealtyp des autonomen Künstlers?

2. Wie entwerfen die Befragten den eigenen Werdegang im Vergleich mit anderen im Feld Tätigen, und wie verhalten sich ihre Arbeitserfahrungen zu sozialtheoretischen Modellen?

3. Wie verorten die Befragten sich und ihren Beschäftigungsbereich in der Gesellschaft, und wie lässt sich ihre Selbstpositionierung im Spannungsfeld von Autonomie und Heteronomie mit soziologischen und normativ-philosophischen Deutungsmustern abgleichen?

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