Universität Erfurt

Max-Weber-Kolleg

PD Dr. Christoph Henning: Junior Fellow

Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien
Universität Erfurt
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Forschungsgebäude 1 (Haus 27 - Gelände Helios Klinikum), Raum 0023

Vita

Im Herbstsemester 2015 Vertretungsprofessor für Kulturtheorie und -Analyse an der Zeppelin Universität, Friedrichshafen

Seit 1.8.2014 Junior Fellow für Philosophie am Max Weber Kolleg

2014 Habilitation an der Universität St. Gallen mit der Schrift "Freiheit, Gleichheit, Entfaltung: Die politische Philosophie des Perfektionismus"

2013-2014 Forschungsprojekt "Kreativität als Beruf", Universität St. Gallen (mit Franz Schultheis & Patricia Holder, Soziologie, sowie Dieter Thomä, Philosophie)

2013 Junior Fellow am DFG-Kolleg "Postwachstumsgesellschaften", Friedrich-Schiller-Universität Jena

2009-2012 SNF-Projekt "Perfektionismus als politische Philosophie", gefördert für 36 Monate vom SNF (Schweizerischer Nationalfonds)

2006-2009 Assistent im Fachbereich Philosophie an der Universität St. Gallen

2004-2006 Mitarbeiter im Departement Kulturwissenschaft, Zeppelin University, Friedrichshafen (Deutschland)

2000-2003 Promotionsstipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Promotion mit der Arbeit "Philosophie nach Marx"

1994-1999 Magisterstudium der Philosophie, Soziologie und Musikwissenschaft in Dresden, Berlin und New York. Magisterarbeit zur "Philosophie im Nationalsozialismus"

Forschungsprojekt

Kreativität als Beruf: Soziologie und Philosophie des Arbeitslebens in bildender Kunst und Gestaltung

Ein laufendes interdisziplinäres Forschungsprojekt aus Soziologie und Sozialphilosophie befasst sich mit der empirischen Erforschung der Arbeitswirklichkeit von Künstlern und Gestaltern sowie ihren normativen Vorstellungen. Der Webersche „Geist“ spiegelt sich schon im Titel dieses Projektes. Mit von der Partie sind Dieter Thomä, Franz Schultheis und Patricia Holder von der Universität St. Gallen. Das Projekt untersucht mit dem Feld der "Kreativität als Beruf" eine Arbeitswelt, von der noch wenig gesichertes Wissen vorliegt, trotz ihrer wachsenden ökonomischen Bedeutung und obwohl sie neue Arbeitsformen, neue Arbeitsbeziehungen und eine neue Arbeitsethik zur Disposition stellt. Überprüft wird dabei zugleich eine einflussreiche Interpretation der modernen Arbeitswelt insgesamt, die Vorstellungen aus der Welt der Kunst zur Beschreibung der neuen Formen von Arbeit und Arbeitsorganisation benutzt. Wie diese Übertragung ästhetischer Begriffe in die Arbeitswelt, die ja auch starke normative Momente transportiert, zu bewerten ist, wird sowohl in der Philosophie wie in der Soziologie seit einigen Jahren debattiert – leider weitgehend unabhängig voneinander. Daher geht es uns darum, diese Debatten zusammenzuführen und anhand gemeinsam durchgeführter qualitativ-empirischer Interviews mit Tätigen aus den Bereichen Kunst und Design die Disziplinen Soziologie und Philosophie stärker aufeinander zu beziehen. Forschungspraktisch sollen in Interviews mit Kunst- und Designschaffenden die Implikationen der Veränderungen in der modernen Arbeitswelt unter Bezug auf die entsprechenden soziologischen und philosophischen Diskurse herausgearbeitet werden. Folgende Forschungsfragen stehen dabei im Mittelpunkt: 

1. Wie fassen Beschäftigte in künstlerischen und in kreativen Berufen die eigene Tätigkeit auf? Und wie verhalten sich ihre Beschreibungen des konkreten Arbeitsalltags zu begrifflichen Bestimmungen von Arbeit – etwa zum Idealtyp des autonomen Künstlers?

2. Wie entwerfen die Befragten den eigenen Werdegang im Vergleich mit anderen im Feld Tätigen, und wie verhalten sich ihre Arbeitserfahrungen zu sozialtheoretischen Modellen?

3. Wie verorten die Befragten sich und ihren Beschäftigungsbereich in der Gesellschaft, und wie lässt sich ihre Selbstpositionierung im Spannungsfeld von Autonomie und Heteronomie mit soziologischen und normativ-philosophischen Deutungsmustern abgleichen?

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