Universität Erfurt

Max-Weber-Kolleg

Forschungsprojekt am Max-Weber-Kolleg: von Prof. Dr. Hartmut Rosa

Vergleichende und trans-historische Analyse von Weltbeziehungen

In den vergangenen zwölf Monaten hat das Programm der komparativen und trans-historischen Analyse von Weltbeziehungen am Max-Weber-Kolleg in vielfacher Hinsicht deutlich an Kontur, Profil und Schärfe gewonnen. So haben wir uns auf der Klausurtagung des Max-Weber-Kollegs im April in den Grundzügen darauf verständigen können, es als eine unsere gemeinsame Arbeit leiten-de Interpretation des Weberschen Forschungsprogrammes zu verstehen. Erfreulicherweise können wir diese Arbeit durch die Bewilligung unseres Forschungsbau-Antrages „Attraktion, Repulsion, Indifferenz – eine kulturvergleichende Analyse von Weltbeziehungen“ durch den Wissenschaftsrat im Frühjahr 2016 ja nun auch auf eine langfristige räumliche Basis stellen. 

Inhaltlich, so hoffe ich natürlich, hat dieses Programm durch die Publikation meines Buches Resonanz: Eine Soziologie der Weltbeziehung (Berlin: Suhrkamp 2016) und auch des kleineren Bandes zur Resonanzpädagogik (Weinheim: Beltz 2016) eine breitere Arbeits- und Diskussionsgrundlage gewinnen können. Die Bücher stießen auf erfreuliche öffentliche und fachöffentliche Resonanz – das Hauptwerk wird demnächst auch in Englisch (Polity), Französisch (La Découverte) und Koreanisch erscheinen. Während meiner Gastprofessur an der Fondation Maison des Sciences de’l Homme (FMSH) in Paris im Juni diesen Jahres hat sich darüber hinaus gezeigt, dass die Idee einer vergleichenden Analyse von Weltbeziehungen auch die Basis für eine Kooperation mit der FMSH bzw. der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales (EHESS) bilden könnte. Weltbeziehung und Resonanz wird daher gewiss auch in den nächsten Monaten und vielleicht Jahren mein zentrales Forschungsthema bleiben, da sich von hier aus viele Anschlüsse in die unterschiedlichsten Disziplinen und vor allem auch zu den am Max-Weber-Kolleg bereits laufenden Projekten ergeben. Die gemeinsame Arbeit am Antrag für das geplante internationale Graduiertenkolleg zum Themenkomplex von „Resonant Self–World Relations in Ancient and Modern Socio-Religious Practices“ mit den Kollegen und Kolleginnen der Universität Graz hat, wie ich meine, spürbar werden lassen, dass sich hier überaus fruchtbare und wechselseitig inspirierende, fruchtbare Perspektiven eröffnen und Synergien ergeben. Solche Synergien sind darüber hinaus auch bereits im Austausch mit den indischen Kolleginnen und Kollegen im Rahmen des Form annehmenden ICAS-MP-Projektes (Metamorphoses of the Political) spürbar geworden, wenn es etwa darum geht, die Differenzen und Konvergenzen in den religiösen und politischen Weltbeziehungen zwischen Indien und Europa herauszuarbeiten.

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