Universität Erfurt

Max-Weber-Kolleg

Britta Richter: Doktorandin

Universität Erfurt

Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien

Postfach 900 221

99105 Erfurt

Forschungsprojekt

Explizite Religion. Verbundenheit als Modus eines resonanten „In-der-Welt-Seins“

Das Forschungsprojekt verortet sich im Kontext religionstheoretischer Überlegungen im Schnittfeld von Religionssoziologie und Religionspsychologie. Es untersucht die Struktur und den subjektiven Sinn von Erfahrungen der Verbundenheit in religiös, spirituell und säkular gedeuteten Praxisvollzügen. Sowohl in ihrer vertikalen Ausrichtung auf das Göttliche, das Transzendente oder das Selbst als auch in ihrer horizontalen Relation zu anderen Menschen, der Natur und anderen Objekten, wird Verbundenheit als Kernelement von Spiritualität und Religion betrachtet (Bucher: 2014; Klein & Eisenmann: 2016). Mit Bezug auf den sozialphänomenologischen Ansatz Alfred Schütz’ wird religiös-spirituelle und weltliche Praxis vergleichend in ihrer lebensweltlichen Funktion für die Praktizierenden in den Blick genommen. Anhand der Grounded Theory Methode wird zunächst das Phänomen Verbundenheit bei Langzeit-Praktizierenden in spirituell-religiösen, mentalen, körperlichen, kreativen und sozialen Praxisvollzügen untersucht.

Das Hauptinteresse liegt dabei auf der Herausarbeitung des subjektiven Sinns, der die Praxisvollzüge motiviert. Es wird angenommen, dass Verbundenheitserfahrungen verstanden werden können als intensivierte Formen von Resonanzbeziehungen (Rosa 2016; 2016a), die von Praktizierenden als signifikant sinnvoll erlebt werden und den wiederholten Vollzug motivieren.

Die Arbeit untersucht die narrativen Selbst-Konstruktionen der Interviewten und versteht die Praxisvollzüge als individuelle Aneignungsprozesse lebensweltlicher Sinnsysteme (Alfred Schütz), anhand derer Menschen sinnstiftende Selbst- und Weltverhältnisse konstituieren, modifizieren und existentiell transformieren.

Wie formen sich diese resonanten Selbst- und Weltbeziehungen jeweils aus? Welche Bedingungen befördern oder behindern diese? Und worin liegt der Wert dieser Resonanz-Beziehungen?

Die Studie trägt dazu bei, Typen resonanter Weltbeziehungen zu identifizieren und die zirkuläre Beziehung zwischen subjektiver Erfahrung und (religiöser) Deutung im Spannungsfeld multipler Lebenswelten und Traditionen sowie ihrer individuellen Aneignungsprozesse zu beleuchten.

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