Dr. Moritz von Kalckreuth

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Assoziierter Junior Fellow (Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien)

Besucheranschrift

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Postanschrift

Universität Erfurt
Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien
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99105 Erfurt

Dr. Moritz von Kalckreuth

Zur Person

  • Seit 04/2021: Assoziierter Postdoc am Max-Weber-Kolleg, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bergischen Universität Wuppertal, Philosophisches Seminar (Walter-Benjamin-Stelle, DFG)
  • 10/2020 ‒ 03/2021: Postdoc-Kurzprojekt zum Thema „Philosophie der Verlegenheit“, gefördert mit einem Postdoc-Stipendium der Fritz Thyssen Stiftung
  • 04/2016 ‒ 08/2020: Promotion an der Universität Potsdam, Titel der Dissertation: „Philosophie der Personalität. Syntheseversuche zwischen Aktvollzug, Leiblichkeit und objektivem Geist“
  • 10/2013 ‒ 03/2016: Masterstudium im Fach Philosophie in Potsdam und Padova
  • 10/2010 ‒ 11/2013: Bachelorstudium der Fächer Philosophie und Volkswirtschaftslehre in Potsdam und Bologna

Forschungsinteressen: Philosophie der Person, Philosophie der Werte, Philosophie der Gefühle und Grenzsituationen, Philosophie der Religion und religiöser Erfahrung, Phänomenologie, Philosophische Anthropologie, Neue Ontologie (Nicolai Hartmann)

Forschungsprojekt

Zur interdisziplinären und innerphilosophischen Rechtfertigung einer Philosophie der Werte

Zusammenfassung

Das Ziel des vorliegenden Projekts besteht darin, zu klären, ob sich eine Philosophie der Werte angesichts interdisziplinärer und innerphilosophischer Kritik rechtfertigen lässt. Ausgangspunkt ist dabei die Beobachtung, dass es neben den (häufig kritisierten) Wertphilosophien auch Werttheorien in den Einzelwissenschaften gibt (z. B. in der Ökonomischen Theorie, Politikwissenschaften, Soziologie usw.).

In einem ersten Schritt sollen verschiedene einzelwissenschaftliche Wertbegriffe rekonstruiert und ihre Ansprüche an eine Wertphilosophie bzw. etwaige Kritikpunkte erarbeitet werden. In einem zweiten Schritt wird es darum gehen, die unterschiedlichen Kritikpunkte, die innerhalb der Philosophie gegenüber Werttheorien vorgebracht werden, aufzugreifen und zu systematisieren. Dabei handelt es sich etwa um den Einwand, dass Begründungen von Entscheidungen durch Werterfahrungen nur bedingt rational nachvollziehbar seien, oder um den Einwand, dass eine Philosophie der Werte als Wertabsolutismus oder -platonismus auftreten müsse. Der dritte Schritt besteht darin, insbesondere unter Rückgriff auf phänomenologische Positionen ein Verständnis von Wertphilosophie zu entwickeln. Dabei stellt sich die Frage, ob Werttheorien wie diejenige Max Schelers und Nicolai Hartmanns mit den Unterscheidungen von Werten und Gütern bzw. von Wert und real Wertvollem sowie der Ausarbeitung einer Theorie des historischen Wandels von Moral begriffliche Ressourcen bereitstellen, die es möglicherweise gestatten, potentielle Einwände zu vermeiden. In einem letzten Schritt muss überprüft werden, ob eine solche Wertphilosophie den verschiedenen (innerphilosophischen) Kritikpunkten standhält und in der Lage ist, relevante einzelwissenschaftliche Wertbegriffe einzufangen.

Publikationen

  • Monographien:

Philosophie der Personalität. Syntheseversuche zwischen Aktvollzug, Leiblichkeit und objektivem Geist, Hamburg: Meiner 2021 (im Erscheinen).

  • Herausgeberschaften:

Philosophische Anthropologie und Religion. Religiöse Erfahrung, soziokulturelle Praxis und die Frage nach dem Menschen, Berlin / Boston 2021 (in Vorbereitung).

Schwerpunkt: Anschlüsse an die Neue Ontologie Nicolai Hartmanns, in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie, Jg. 68 (2020), H. 2. S. 242‒287.

(gemeinsam mit Gregor Schmieg und Friedrich Hausen) Nicolai Hartmanns Neue Ontologie und die Philosophische Anthropologie. Menschliches Leben in Natur und Geist, Berlin: De Gruyter 2019.

  • Aufsätze und Rezensionen (Auswahl):

Was liegt zwischen Bekenntnis und religiöser Indifferenz? Rezension zu: Eßbach, Wolfgang: Religionssoziologie. Bd. 1: Glaubenskrieg und Revolution als Wiege neuer Religionen, Bd. 2: Entfesselter Markt und artifizielle Lebenswelt als Wiege neuer Religionen, Münster 2014 u. 2019, in: Interdisziplinäre Anthropologie, Jg. 8.

Alltägliche Lebenswirklichkeit und ontologische Theorie, in: in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie, Jg. 68 (2020), H. 2, S. 275‒287 [Peer reviewed].

Expansivität, Objektivität und Aktualität des Betroffenseins. Nicolai Hartmanns Theorie der Person, ihre Verortung in seiner Ontologie geistigen Seins und ihr Verhältnis zur Phänomenologie, in: Horizon, Jg. 8 (2019), H. 1, S. 211‒229 [Peer reviewed]. Open Access unter folgendem Link: www.horizon.spb.ru/index.php

Wie viel Religionsphilosophie braucht es für eine Philosophie der Person?, in: Neue Zeitschrift für systematische Theologie und Religionsphilosophie, Jg. 61 (2019), H. 1, S. 67‒83 [Peer reviewed].

„Wir haben einen gemeinsamen Ausgangspunkt und einen langen, nicht leichten Weg des Denkens hinter uns.“ Die Korrespondenz von Helmuth Plessner und Arnold Metzger im Groninger Plessner-Nachlass, in: Internationales Jahrbuch für philosophische Anthropologie Jg. 7 (2018), S. 279‒282.

Die menschliche Lebenssituation als vollzogene Körperausschaltung: Über Paul Alsbergs Versuch einer Philosophischen Anthropologie, in: Jahrbuch interdisziplinäre Anthropologie, Jg. 5 (2017), S. 129‒149 [Peer reviewed].

Phänomenologische Religionsphilosophie als Wesenslehre des Göttlichen oder als Beschreibung des Betroffenseins durch Atmosphären unbedingten Ernstes? Die Rezeption von ‚Das Heilige‘ in den Phänomenologien von Max Scheler und Hermann Schmitz, in: Gantke, Wolfgang / Serikov, Vladislav (Hg.): 100 Jahre „Das Heilige“. Beiträge zu Rudolf Ottos Grundlagenwerk, Frankfurt a. M. / Bern: Peter Lang 2017, S. 91‒104.