Jahrestagung der Gesellschaft für die Geschichte der Wissenschaften, der Medizin und der Technik e.V. (GWMT)

Online-Jahrestagung 2020 / Jahrestagung "...Humanities" 2022

Bild "Virus" Nadja Geer

Aufgrund der Covid-19-Pandemie wird die Jahresversammlung der GWMT e.V. in diesem Jahr nicht als Präsenzveranstaltung, sondern online am 24. und 25. September 2020 stattfinden. Das Programm wird stark verkürzt und beschränkt sich auf:

  1. Die Mitgliederversammlung
  2. Die Verleihung des Förderpreises der GWMT
  3. Ein Online-Panel zum Thema "Eine neue Autorität der Wissenschaften? Expertise, Evidenz und der gesellschaftliche Status der Wissenschaften in der Covid-19-Pandemie"

Näheres zum Online-Panel s.u., alle weiteren Informationen finden Sie unten sowie auf der Seite der GWMT.

Die Jahrestagung zum Thema "...Humanities" soll nun 2022 in Erfurt stattfinden. Im kommenden Jahr 2021 findet eine gemeinsame Jahrestagung mit der Gesellschaft für Technikgeschichte in Wien statt. Ein ausführliches Statement des Vorstands der GWMT zur Verschiebung der Jahrestagung finden Sie hier

Auch die Tagung des Driburger Kreises findet dieses Jahr online statt, und zwar vom 23. bis 24. September 2020. Der »Driburger Kreis« ist ein informelles Forum, bei dem Studierende, Promovierende und Nachwuchswissenschaftler*innen der Medizin-, Wissenschafts- und Technikgeschichte und angrenzenden Disziplinen eigene Forschungsarbeiten zur Diskussion stellen können. Das Rahmenthema des Treffens 2020 lautet: Toxikalität. Alle weiteren Informationen finden Sie auf der Seite der GWMT.

 

Online-Panel: Eine neue Autorität der Wissenschaften? Expertise, Evidenz und der gesellschaftliche Status der Wissenschaften in der Covid-19-Pandemie /// 25.09.2020, 14.30–17.00 Uhr

Bis vor Kurzem schien es, als ob die Autorität der Wissenschaften, die gesellschaftliche Anerkennung wissenschaftlicher Expertise immer hinfälliger werde. Vor dem Hintergrund zunehmender Ökonomisierung und Politisierung der akademischen Welt sowie der Digitalisierung, die mit dem Web 2.0 oder mit Facebook und Twitter Kommunikationskanäle hervorgebracht hat, die zu den klassischen Formen der Wissensvermittlung teilweise in Konkurrenz stehen, schien wissenschaftliche Rationalität (weiter) an Boden zu verlieren. Demgegenüber deuteten wiederum die frühen Reaktionen auf Expertenwissen zur Covid-19- Pandemie, wie es in den täglichen Briefings des RKI oder dem Podcast des Virologen Christian Drosten vermittelt wurde, auf eine erstaunlich hohe Akzeptanz wissenschaftlicher Expertise hin. Aktuell scheint sogar Verständnis für den Umstand zu bestehen, dass wissenschaftliches Wissen vorläufig und uneindeutig sein kann – wobei freilich auch eine parallele Radikalisierung antiakademischer Gegenpositionen zu beobachten ist.

Diese Beobachtungen wollen wir zum Anlass nehmen, die Frage nach der aktuellen Autorität und Überzeugungskraft wissenschaftlichen Wissens in Relation zu ihren historischen Konjunkturen mit Spezialist*innen für wissenschaftliche Evidenz und für Medien wissenschaftlicher Kommunikation zu diskutieren. Gegenstand soll insbesondere auch die Position, Funktion und Aufgabe der Wissenschafts-, Medizin- und Technikgeschichte im Kontext moderner Gesellschaften sein, in der Expertenfiguren zwar zentral, aber hochgradig 4 heterogen und in ihrer Pluralität und spezifischen Autoritätsökonomie häufig eher Ambivalenz denn Klarheit zu schaffen scheinen. Die Diskussion schließt an das NTM-Forum „COVID-19: Geistes- und Sozialwissenschaftliche Perspektiven“ (28/2) an und setzt die Diskussionen fort, wobei sie ihren Schwerpunkt von medizinhistorischen auf medien- und gesellschaftshistorische Themenfelder hin verlagert. Es ist geplant, das Forum entsprechend fortzuführen und mit Beiträgen aus dem Plenum anzureichern.

Podiumsdiskussion mit Beiträgen von - Mariacarla Gadebusch-Bondio (Medizingeschichte) - Sascha Dickel (Mediensoziologie) und - Christian Schwägerl (Wissenschaftsjournalist), moderiert von Bernhard Kleeberg (Wissenschaftsgeschichte)

Zum Ablauf: 25.9., 14.00–17.00. Die Diskussion erfolgt online über Zoom. Zwischen 14.00 und 14.30 besteht Zeit zum Einloggen und zur Klärung technischer Details. Ab 15.30 werden Fragen aus dem Plenum in die Diskussion aufgenommen. Ende ca. 16.30. Für die Einwahldaten wenden Sie sich bitte an friedrich.cain[at]uni-erfurt.de