Universität Erfurt

Max-Weber-Kolleg

Forschungsprojekt: von Prof. Dr. Markus Vinzent

Individuelle Kreativität und institutionelle Tradition

Das laufende Projekt beschäftigt sich mit der Historisierung von Religion und Sakralisierung in zwei Schwerpunkten, die sich mit Individuen der christlichen Geschichte befassen, deren Kreativität Institutionalisierungen zur Folge hatte: Markion von Sinope im zweiten und Meister Eckhart im frühen vierzehnten Jahrhundert.

1. Die Textgrundlage von Markions eigenem kreativen literarischen Schaffen soll wieder hergestellt werden, und zwar beginnend mit seinem Evangelium, welches nicht isoliert, sondern in Synopse mit weiter verfügbaren Evangelien (kanonischen und nichtkanonischen) und weiteren Parallelen dargeboten wird. Auf dieser Grundlage wird zu zeigen sein, dass Markions Evangelium den Anstoß und die Grundlage für alle weitere Evangelienliteratur bildete. Über die Textgrundlage hinaus wird eine kommentierende Interpretation gewählt, die sich in aller Radikalität den möglichen Implikationen stellt.

2. Was das zweite Projekt betrifft, wird das philosophische Profil Eckharts im Zusammenhang mit dem Diskurs an den Universitäten Erfurt und Paris seiner Zeit entfaltet. Doch um dies nicht in Isolierung zum soziologischen, politischen, ökonomischen, theologischen und philosophischen Umfeld zu tun, werden derzeit auch Mitkollegen Eckharts gelesen und aus den Handschriften erhoben. Auch hier wird demnach die Frage nach dem Verhältnis von Innovation und Tradition, von Individualität und universitärer, kirchlicher und monastischer Institution gestellt und eingebunden in Eckharts prospektive Erwartung und retrospektive Reflexion diskutiert.

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