Universität Erfurt

Max-Weber-Kolleg

Dr. Cécile Stephanie Stehrenberger: Post-Doktorandin

  • Universität Erfurt

    Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien

    Postfach 900 221

    99105 Erfurt

     

    • +49 361 737-2866
    cecile.stehrenberger@gmail.com

Vita

  • 12/2016-11/2017 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Braunschweig, Institut für Geschichtswissenschaft, Lehrstuhl für Wissenschafts- und Technikgeschichte
  • Seit 10/2017 Mitglied des Centro de Estudios Afro-Hispánicos de la UNED, Madrid
  • 02/2017 Gastforscherin am Centre for the Study of Developing Societies, Delhi, Indien
  • 09/2015-12/2016 Joint Fellow der Forschungsgruppe „Ordnung durch Bewegung“ am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt
  • 04/2013-09/2015 Oberassistentin Lehrstuhl Svenja Goltermann, Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Universität Zürich
  • Seit 03/2015 Assoziertes Mitglied Zentrum Geschichtes des Wissens, Zürich
  • 09/2014-02/2015 Gastforscherin an der School for Social Sciences, Institute for Advanced Study, Princeton, NJ
  • 02/2014-02/2015 Gastforscherin am Disaster Research Center, University of Delaware, Newark, DE
  • 06/2013-07/2013 Gastforscherin am Department of History and Politics, Drexel University, Philadelphia
  • 04/2012 Promotion an der Universität Zürich; Dissertation: "Francos Tänzerinnen auf Auslandstournee - Folklore, Körper, Geschlecht und Nation im colonial encounter"
  • 01/2011-03/2012 Stipendium Forschungskredit, Universität Zürich
  • 2010-2011 Beitrag Fonds zur Förderung des Akademischen Nachwuchses, Universität Zürich (Forschungsaufenthalt in New York City)
  • 2009-2010 Stipendium für angehende Forschende, Schweizerischer Nationalfonds (Forschungsaufenthalt in Spanien)
  • 2001-2008 Studium der Geschichte, Wirtschaftswissenschaft und Philosophie an der Universität Zürich und der Universitat de Barcelona

Forschungsprojekt

Unterbrechungswissen. Zur Geschichte der sozialwissenschaftlichen Katastrophenforschung 1949-1989 (Habilitationsprojekt)

Wie reagieren Individuen und Gemeinschaften auf Katastrophen? Welche Rolle spielen Krisen in gesellschaftlichen Prozessen? Diese Frage beschäftigte bereits in den 1950er, 60er und 70er Jahren verschiedene neu gegründete, zumindest teilweise über das US-Militär finanzierte „disaster research groups“ am National Opinion Research Center, im National Research Council und dem Disaster Research Center der Ohio State University. Die dort angesiedelten Wissenschaftler/-innen sammelten innerhalb wie außerhalb der USA in Literaturrecherche und unzähligen Feldstudien Wissen über das menschliche (Sozial-)Verhalten in Erdbeben, Fabrikexplosionen und „racial riots“ und simulierten „organziational stress“ in Laborexperimenten. Als wichtigste Eigenschaft von „Katastrophen“ und den disparaten Phänomenen, die die Forscher/-innen untersuchten, trat hervor, dass sie gesellschaftliche „Muster“ und „Strukturen“ in Bewegung versetzten, unterbrachen, stabilisierten, aber auch potentiell transformierten.

Mein Habilitationsprojekt untersucht die Erkenntnisinteressen, Verfahrensweisen und Forschungsergebnisse der Katastrophenwissenschaftler/-innen sowie die Nutzung des produzierten Wissens und dessen transnationale Zirkulation. Es analysiert, wie die Forscher/-innen ausgehend von dem kumulierten Wissen, das sie in der empirischen Untersuchung verschiedenster katastrophischer Ereignisse gewannen, übergeordnete Thesen über die Dynamiken gesellschaftlicher (Neu-)Ordnungen, Unterbrechungen und Umbrüche generierten. Ich zeige, dass die Katastrophenforschung darauf abzielte, ein Regulierungswissen bereitzustellen, das wesentlich ein Wissen über soziale Differenz und Ungleichheiten war, und dass die Forschung selbst auf allen Ebenen der Wissensproduktion von solchen Ungleichheiten durchdrungen war.

Mein Forschungsprojekt reiht sich in das Feld der Wissenschafts- und Wissensgeschichte des Kalten Krieges ein, aber auch in die historische Katastrophenforschung. Darüber hinaus trägt es zur Historisierung des Nachdenkens über die Dynamiken von Ordnung/Unordnung/Neuordnung und Bewegung/Beschleunigung/Kollaps bei. Ich orientiere mich an feministischen und postcolonial science studies, den governmentality studies und verflechtungsgeschichtlichen Ansätzen. Indem mein methodischer Zugang diskursanalytisch, praxeologisch und sozialgeschichtlich zugleich ist, lässt er beschränkende Departementalisierungen hinter sich und ermöglicht eine Geschichte der Gegenwart, die uns aktuelle Umgangsweisen mit Krisen und Katastrophen besser verstehen lässt.

Publikationen

Monograph

  • Francos Tänzerinnen auf Auslandstournee. Gender, Nation und Folklore im „colonial encounter“, Bielefeld: Transcript 2013.

Journal articles

  • Praktisches Wissen, Katastrophen und Wissenschaft. Zur Geschichte der sozialwissenschaftlichen Katastrophenforschung, 1949-1989, in: Berichte zur Wissenschaftsgeschichte 2017, 40, 2017, S. 350-364.
  • Katastrophen, Cold War Social Sciences und Fallwissen. Zur Geschichte der sozialwissenschaftlichen Katastrophenforschung, in: Itinera. Beiheft zur Schweizerischen Zeitschrift für Geschichte 40, 2016, S. 119-135.
  • Psychische Störungen und sozialwissenschaftliche Katastrophenforschung, 1949-1985, in: NTM. Zeitschrift für Geschichte der Wissenschaften, Technik und Medizin 24, 2016, S.61-79.
  • Together with Maurice Erb und Simon Ganahl: Was heißt: Foucault historisieren?, in: Le foucaldien 2, 2, 2016.
  • Systeme und Organisationen unter Stress. Zur Geschichte der sozialwissenschaftlichen Katastrophenforschung (1949-1971), in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History 11, 2014, S. 406-424.
  • Together with Svenja Goltermann: Disaster Medicine. Genealogy of a Concept, in: Social Science & Medicine 120, 2014, S. 317-324.
  • Medicina colonial y literatura franquista. El caso de las novelas de Liberata Masoliver, in: Debats 123, 20, 2014, S. 48-57.
  • Manifestaciones (a-)típicas del discurso colonial franquista en las novelas de aventura africana de Liberata Masoliver, in: Iberromania 73-74, 2012, S. 61-75.
  • Wissenschaftliche Formierungen von Körpergrenzen im colonial contact. Die Äquatorialguinea-Studien des Instituto de Estudios Africanos, 1945-1966, in: Figurationen 2, 2011, S. 30-42.
  • Folklore, Nation and Gender in a Colonial Encounter. Los Coros y Danzas de la Sección Femenina de la Falange in Equatorial Guinea, in: Afro-Hispanic Review 28, 1, 2009, S. 231-244.
  • Tanzen für die Falange und Franco-Spanien, in: Rosa. Zeitschrift für Geschlechterforschung 36, 2008, S. 10-13.
  • Nuestro Soldadito de Chocolate, in: Rosa.Zeitschrift für Geschlechterforschung 33, 2006, S. 53-54.

Book chapters

  • Black magic women. Rassismus, Sexismus und Gegen-Geschichte, in: Joris, Elisabeth (Hg.): Terra Incognita. Der Treffpunkt Schwarzer Frauen, Zürich: Limmat 2013, S. 268-269.
  • Bichos raros. Los Coros y Danzas de la Sección Femenina en Guinea Ecuatorial, in: Platero, Raquel (Hg.): Intersecciones. Cuerpos y sexualidades en la encrucijada, Barcelona: Bellaterra 2012, S. 301-324.
  • Los Coros y Danzas de la Sección Femenina. Un caso de estudio del vínculo entre política de género y colonialismo, in: Osborne, Raquel (Hg.): Memoria y sexualidad de las mujeres bajo el franquismo, Madrid: Fundamentos 2012, S. 311-330.
  • „Nichts weniger(,) als in den Spaniern ein Bewusstsein dafür zu wecken, was es heisst, Spanier zu sein.“ Zur Konstruktion nationaler Identität und weiblicher Geschlechtskörper am Beispiel der Coros y Danzas der Sección Femenina der spanischen Falange, in: Gloy, Karen (Hg.): Kollektiv- und Individualbewusstsein, Würzburg: Königshausen & Neumann 2008, S. 37-52.
  • Together with Sandra Nicolodi: Unter Prostitutionsverdacht im Tunneldorf. Rechtliche Massnahmen der Göschener Obrigkeit zur Durchsetzung der bestehenden Machtverhältnisse, in: Joris, Elisabeth/ Rieder, Kathrin/ Ziegler, Beatrice (Hg.): Tiefenbohrungen. Frauen und Männer auf den grossen Tunnelbaustellen der Schweiz 1870-2005, Baden: Hier und Jetzt 2006, S. 48-65.

Varia

 

 

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