Universität Erfurt

Minderheit - Migration - Mission

Minderheit - Migration - Mission

Die Forschung widmet sich mit Blick auf Diaspora, Migrationsbewegungen und Weitergabe des Glaubens dem Christentum und insbesondere dem Katholizismus in der Geschichte wie im öffentlichen Raum der Gegenwart. Institutionen und Institutionalisierungen, religiöse Individuen, theologische und pastorale Programme, Selbst- wie Fremdwahrnehmungen usw. werden in Teilprojekten untersucht.

Sie beziehen sich insbesondere auf den ostdeutschen Kontext und vergleichbare kulturelle und gesellschaftliche Verhältnisse, in denen Christen Minderheit sind, sich Kirchen der Diaspora aufgrund des gesellschaftlichen Umfeldes im Umbruch befinden oder mit Blick auf die Herausforderungen ihrer Zeit Reformen unterziehen.

Die Forschungsperspektive wird durch die regionalen Eigenheiten in Religiosität und Konfessionalität Mittel- und Ostdeutschlands bestimmt und prägt die Wahrnehmung und Analyse von kultureller Säkularität und neuer Religionsdiskussion aus theologischer Perspektive entscheidend.

Untersucht werden Enkulturationen wie Inkulturationen, aber auch die Abgrenzung vom kulturellen Umfeld seitens der katholischen Kirche

  • in Traditionserschließung,
  • in Liturgie, Glaubenslehre und Ethik,
  • in kirchlicher Rechtskultur und Gemeindepastoral,
  • in institutionalisierten wie individualisierten Ausprägungen des Katholizismus. Auch nach religionsphilosophischen Konsequenzen wird gefragt.

Es handelt sich um ein Pilotprojekt, denn es wird eine gesellschaftliche Situation untersucht, die die Zukunft der Kirche in Westeuropa und insbesondere in Deutschland bestimmen könnte.

Diakonische Kirche in säkularer Gesellschaft

Das neue Heft der Internationalen katholischen Zeitschrift COMMUNIO (3/2018) greift eine für Erfurt höchst aktuelle Thematik auf. Es steht unter dem Titel "Diakonische Kirche in säkularer Gesellschaft". In verschiedenen Beiträgen kommen Herausforderungen und Chancen für Theologie und Kirche zur Sprache, die sich aus der religiösen Diaspora-Situation in Mittel- und Ostdeutschland sowie Osteuropa ergeben. Die Heftverantwortung lag bei Julia Knop, Mitglied in der Redaktion der COMMUNIO. Sie eröffnet die Thematik durch eine theologische Grundlegung der drei kirchlichen GrundvollzügeMartyria, Diakonia und Liturgia und ihre Möglichkeiten in der Situation religiöser Diaspora. Tomáš Halík weitet den Blick für ein Verständnis von Katholizität, das, statt die institutionellen oder konfessionellen Grenzen der sichtbaren Kirche zu massieren, offen bleibt für diejenigen, die ihren Ort an den Rändern oder jenseits des Katholizismus bestimmen. Thomas Brose blickt zurück auf die politische und gesellschaftliche Bedeutung der Kirchen zur Zeit der friedlichen Revolution, die den eisernen Vorhang zu Fall brachte. Mit Reinhard Feuersträter, Gregor Giele und Reinhard Hauke kommen ein Diakon, ein Priester und ein (Weih-) Bischof aus drei ostdeutschen Diözesen zu Wort, die von ihren Erfahrungen in einer säkularen Welt berichten und innovative pastorale Konzepte vorstellen. Benedikt Kranemannschließlich beschreibt die Herausforderung einer besonderen Form von Ritendiakonie, die entsteht, wenn die Kirchen angesichts gesellschaftlicher Katastrophen (Naturkatastrophen, Unglücke, Terrorangriffe) um gottesdienstliche Begleitung einer pluralen, manchmal überwiegend nichtreligiösen Trauergemeinde gefragt sind. Das Heft ist im Buchhandel erhältlich und hier https://www.communio.de/inhalte.php?jahrgang=2018&ausgabe=3&artikel=2 einsehbar

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