Universität Erfurt

Geschichte der Philosophie

Tagungen

19./20.11.2010

Ironie in Philosophie und Literatur: Historische und aktuelle Perspektiven

„Ironie“ ist ein vielschichtiger Begriff mit unterschiedlichsten Verwendungsweisen. Ihnen allen ist gemeinsam, dass Ironie hier als eine Form der Distanzierung und Relativierung von Ansichten, Grundeinstellungen, theoretischen Positionen, Darstellungsweisen und Rollenmustern eingesetzt wird. Ironie tritt bevorzugt dann auf, wenn bisher geltende Wahrheiten in Frage gestellt werden, wenn die Selbstidentität brüchig wird, wenn die tradierten Normen ihre orientierende Kraft verlieren. Ironie ist eine Form des produktiven Umgangs mit den Erfahrungen von Pluralität, Kontingenz, Geschichtlichkeit und dem Verlust letzter Sinnkonstanten, wie es die historischen Bedingungen der Moderne mit sich bringen. Dies ist zunächst besonders deutlich in der Literatur geworden und wird in der Literaturtheorie und Ästhetik auch unter dem Topos der Ironie diskutiert. In philosophischer Hinsicht ist Ironie schon im Sokratisch-Platonischen Denken zu finden, vor allem aber seit Ende des 18. Jh. relevant geworden. Zunächst von Friedrich Schlegel in die philosophische Diskussion gebracht, wird Ironie von Kierkegaard und Nietzsche in weiteren Schritten in die Philosophie integriert und dann in Literatur und vor allem postmoderner Philosophie weiter fruchtbar gemacht.

Die Tagung fragt nach der Bedeutung von Ironie, den Konzepten von Ironie in Philosophie und Literatur und literarischen Umsetzungen von Ironie in der europäischen Geistesgeschichte.

Beginn: 19.11., 9.00 Uhr

Ende: 20.11., 17.30 Uhr

Die Tagung ist öffentlich. Interessenten sind herzlich willkommen.

Eintritt: frei.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Bärbel Frischmann

 

Die Tagung wird gefördert von der DFG und dem Förderverein Alte und Kleine Synagoge Erfurt e.V.

 

Flyer

 

 

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