Doktorandin an der Professur für Neuere und Zeitgeschichte und Geschichtsdidaktik

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Neuere und Zeitgeschichte und Geschichtsdidaktik
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Luise Poschmann

Zur Person

Luise Poschmann ist Doktorandin an der Professur für Zeitgeschichte, im Projekt Protestantismus in den ethischen Debatten der Bundesrepublik Deutschland

Forschungsschwerpunkte

Die Stellung der freien Wohlfahrtspflege in der Sozialgesetzgebung der Bundesrepublik Deutschland

Aktuelle Forschungsprojekte

Promotionsprojekt: Die Stellung der freien Wohlfahrtspflege in der Sozialgesetzgebung der Bundesrepublik Deutschland

Nach ihrer Gründung im Jahr 1949 stand die Bundesrepublik Deutschland vor der Frage, wie sie künftig ihr schnell expandierendes wohlfahrtsstaatliches Handeln organisieren sollte. Zu einem wichtigen Schlagwort in den rechtlichen und ethischen Debatten wurde der Grundsatz der Subsidiarität. Das Subsidiaritätsprinzip ist zentrales Element der katholischen Soziallehre und zielt auf Selbstbestimmung und Eigenleistung des Individuums und seines Umfeldes ab. Vereinfacht gesagt soll der Staat danach nur dort eingreifen, wo eine kleinere gesellschaftliche Einheit (z.B. Gemeinden, Familien) nicht in der Lage sind, anstehende Aufgaben zu bewältigen.

Das Projekt untersucht mehrere Gesetzgebungsverfahren aus der Zeit der „Bonner Republik“, in denen über die Bedeutung des Subsidiaritätsgrundsatzes und das Verhältnis des Sozialstaates zu den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege gerungen wurde. Im Fokus steht dabei die Haltung evangelischer Akteurinnen und Akteure – vor allem aus der Diakonie – zu den umstrittenen rechtlichen Bestimmungen und zum katholisch geprägten Subsidiaritätsprinzip.

Den gedanklichen Ausgangspunkt bilden die Verabschiedung des Bundessozialhilfegesetzes und des Jugendwohlfahrtsgesetzes 1961, die das Bundesverfassungsgericht 1967 für verfassungskonform erklärte. Die Diskussionen über das Subsidiaritätsprinzip waren damit aber nicht ausgestanden. Auf eine Expansion des Sozialbereichs folgten ab Ende der 1970er Jahre Kostendämpfungsmaßnahmen und erste Überlegungen zur Ökonomisierung sozialer Leistungen. Das Projekt will ergründen, welche Bedeutung evangelischen Akteurinnen und Akteuren in diesem Prozess der Gestaltung des bundesdeutschen Sozialstaats zukam. Auf dem Prüfstand steht auch die (historische) Rezeption des Subsidiaritätsbegriffs selbst.

 

Protestantismus in den Ethischen Debatten der Bundesrepublik

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

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