Publikationen

Hier finden Sie die Publikationen der Mitarbeiter des Lehrstuhls für Neuere und Zeitgeschichte und Geschichtsdidaktik.

Kooperationen in den digitalen Geisteswissenschaften gestalten. Herausforderungen, Erfahrungen und Perspektiven

Buch: Kooperationen in den digitalen Geisteswissenschaften gestalten

Hendrikje Carius (Hg.),  Martin Prell (Hg.),  René Smolarski (Hg.): Kooperationen in den digitalen Geisteswissenschaften gestalten, Göttingen 2020.

Der erste Band der Schriftenreihe des Netzwerks für digitale Geisteswissenschaften und Citizen Science widmet sich der Frage nach der praktischen Ausgestaltung kooperativer Forschungsprozesse in den Digital Humanities und Citizen Science im Zusammenspiel von Geisteswissenschaft, Digital Humanities, Informatik und weiteren Akteuren. Ausgehend von einer konkreten Projekt- und/oder institutionellen Perspektive heraus richtet sich der Blick auf den Aspekt der Kooperation als inhaltliche, organisatorische und forschungspraktische Klammer der beteiligten Wissenschaftskulturen. Ziel ist es zu zeigen, wie Kooperationen in einem per se interdisziplinären Umfeld mit verschiedenen Herangehens- und Arbeitsweisen, Fragestellungen, Erwartungen und Zielvorgaben funktionieren können und welche Erfahrungen damit im jeweiligen Projekt gesammelt wurden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Erfolgsfaktoren für eine Projektarbeit, in der es gelingt, sich auf die unterschiedlichen (fach-)spezifischen und methodischen Ansätze, Arbeits- und Denkweisen des Kooperationspartners einzulassen und in andere Sichtweisen auf das gleiche Projekt einzudenken.

Umkämpftes Asyl. Vom Nachkriegsdeutschland bis in die Gegenwart

Patrice G. Poutrus: Umkämpftes Asyl. Vom Nachkriegsdeutschland bis in die Gegenwart, Berlin 2019.

Beide deutsche Staaten nahmen das Recht politisch Verfolgter auf Asyl 1949 in ihre Verfassungen auf. Doch was bedeutete das konkret?
Patrice Poutrus untersucht die Entwicklung des Asylrechts in Deutschland von der Nachkriegszeit über die Grundgesetzänderung von 1993 bis in die Gegenwart. Welche Konsequenzen ergaben sich aus dem sogenannten Asylkompromiss für das Anerkennungsverfahren, die Aufnahme von Geflüchteten und die europäische Migrationspolitik? Poutrus zeigt, dass es in der Asylrechtdebatte stets um grundlegende Fragen der politisch-moralischen Orientierung der deutschen Gesellschaft geht. Das Buch ist eine unentbehrliche Lektüre für all jene, die die Konflikte um Asyl und Flucht in den historischen Zusammenhängen verstehen möchten.

Verlagsinformationen

Presseberichte:

ARD Titel Thesen Temperamente

Deutschlandfunk

Thüringische Landeszeitung

Biographische Skizze zu Heinz Galinski

Karen Bähr: Heinz Galinski, in: Thomas Rahe und Jens-Christian Wagner (Hg.), Menschen in Bergen-Belsen. Biographische Skizzen zu Häftlingen des Konzentrationslagers, Göttingen 2019, S. 103-116.

Das KZ Bergen-Belsen ist vor allem durch die kurz nach der Befreiung entstandenen Bilder britischer Militärfotografen zu einem Synonym für die nationalsozialistischen Massenverbrechen geworden. Doch trotz langjähriger Forschung ist bis heute nur weniger als die Hälfte der Häftlinge dieses Konzentrationslagers namentlich bekannt. Umso bedeutsamer erscheint es deshalb, zumindest einige von ihnen durch biografische Skizzen erstmals oder erneut vorzustellen - Prominente und Unbekannte, Todesopfer ebenso wie Überlebende. Das Spektrum der Biografien umfasst Persönlichkeiten unterschiedlichster sozialer und nationaler Zugehörigkeit, deren Lebenswege und Leistungen auch durch zahlreiche Bilddokumente veranschaulicht werden.

Tagungsbericht: Netzwerke und NS-Belastung zentraler deutscher Behörden

Jan Schleusener: Tagungsbericht: Netzwerke und NS-Belastung zentraler deutscher Behörden
16.11.2018 – 17.11.2018 Tübingen, in: H-Soz-Kult, 08.03.2019, www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8154.

Nachdem das Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde Tübingen im Januar 2018 zu einer Auftakttagung zum Start seines Forschungsprojekts zur Geschichte des Bundesvertriebenenministeriums eingeladen hatte, folgte nun ein Workshop, der über aktuelle Forschungsfragen der Behördenaufarbeitung rund um den „Netzwerk“-Begriff und die „NS-Belastung“ diskutierte. Die Tübinger Forschergruppe ist Teil des Forschungsprogramms der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit zentraler deutscher Behörden, das neben Projekten zum Bundeskanzleramt und zu Reichs- und Bundesministerien auch Projekte mit länderspezifischem Fokus fördert, die sich etwa mit den Landesjustizbehörden oder den Landesämtern für Denkmalpflege beschäftigen, oder den Blick auf andere europäische Länder weiten.

Die Enteignung Fritz Thyssens

Jan Schleusener: Die Enteignung Fritz Thyssens. Vermögensentzug und Rückerstattung, Paderborn 2018.

Der Großindustrielle Fritz Thyssen setzte sich früh für Hitler ein, brach aber 1939 mit dem NS-Regime, das ihn daraufhin enteignete. Nach 1945 rang er um die Rückerstattung.

Das Buch erörtert die Erwartungen, Fehlwahrnehmungen und Brüche im Verhältnis Fritz Thyssens zum Nationalsozialismus. Mit seiner Flucht aus Deutschland riskierte er die Enteignung seines Vermögens – das NS-Regime ordnete sie im Dezember 1939 an. Der Autor zeigt, wie der komplexe Prozess der Beschlagnahme und Verwertung des privaten und industriellen Vermögens verlief. Ebenso untersucht er das Entnazifizierungsverfahren, das 1948 mit der Frage konfrontiert war, inwieweit Thyssens Bruch mit dem Regime die frühere Förderung Hitlers aufwiegen könne. Die Einstufung als »Minderbelasteter« ermöglichte es, die Rückerstattung der Vermögenswerte zu beantragen. Die hier erstmals aus den Quellen erhellte Restitution war mit wirtschaftspolitischen Fragen verknüpft, die aus dem Fall Thyssen einen Sonderfall der »Wiedergutmachung« machten.

Zwischen Nächstenliebe und Professionalisierung

Christiane Kuller: Zwischen Nächstenliebe und Professionalisierung. Ein historischer Rückblick auf die Rolle der Diakonie im deutschen Sozialstaat, in: Christian Albrecht (Hrsg.): Was leistet die Diakonie fürs Gemeinwohl? Diakonie als gesellschaftliche Praxis des Öffentlichen Protestantismus, Tübingen 2018, S. 33-58.

Die polarisierenden politischen Ereignisse der jüngeren Vergangenheit haben Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhaltes neu aufgeworfen. Welche gemeinsam geteilten Vorstellungen des Guten sollen gelten, und in welchen Praxisformen realisieren sie sich? Die Diakonie hat einen respektablen Anteil daran, dass in den letzten eineinhalb Jahrhunderten christliche Überzeugungen leitend geworden sind für die Praxis eines befriedeten
gesellschaftlichen Zusammenlebens. Die Überzeugung, dass Menschen als Geschöpfe Gottes und damit als gleichberechtigte Mitbürger anzuerkennen sind, hat in tätiger Nächstenliebe ebenso wie in der sozialen Anwaltschaft für die Schwachen Gestalt gewonnen. Welche neuen Herausforderungen stellen sich der Diakonie angesichts der gegenwärtigen gesellschaftlichen Aufweichungen solcher Überzeugungen und der politischen Umbrüche? Die Beiträge des Bandes diskutieren aus gesellschaftsanalytischen, historisch-sozialwissenschaftlichen und theologischen Perspektiven die Leistungen und Aufgaben der Diakonie als gesellschaftlicher Praxis eines Öffentlichen Protestantismus.

Verlagsinformationen

Spoliation financiére et confication du patrimoine des Juifs allemands aprés 1933

Christiane Kuller:
Spoliation financiére et confication du patrimoine des Juifs allemands aprés 1933, in: Revue d'Histoire de la Shoah nr. 209 Oktobre 2018, S. 59-80.

Verlagsinformationen

Lernaufgaben mit mobilen Endgeräten im Fach Geschichte bearbeiten

Jochen Kirchhoff: Lernaufgaben mit mobilen Endgeräten im Fach Geschichte bearbeiten. Zur Digitalisierung der Aufgabenkultur und ihrer geschichtsdidaktischen Erforschung, in: Dasœ elektronische Schulbuch 2017. Fachdidaktische Anforderungen und Ideen treffen auf Lösungsvorschläge der Informatik, hrsg. v. Michael Schuhen, Manuel Froitzheim u. Katrin Schuhen, (= Didaktik 18), Berlin: LIT 2018, S. 159-174.

Die Frage, inwieweit digitale Medien den Bildungsalltag für Lernende und Lehrende deutlich verbessern und vielleicht das vielfach geforderte nachhaltige Lernen beflügeln können, beschäftigt aktuell nicht nur die Medien und die Politik, sondern auch die Forschung. Digitalen Bildungsmedien werden insbesondere in den öffentlichen Debatten vielfach Potentiale zugeschrieben, die analoge Medien, wie beispielsweise das Schulbuch, nicht einlösen können.

Im Tagungsband werden Perspektiven und Konzepte Elektronischer Schulbücher und Forschungsergebnisse vorgestellt: Wie wirken Elektronische Schulbücher? Welches Potential bieten Elektronische Schulbücher für die Förderung der Reflexionsfähigkeit? Wie können reale und interaktive digitale Repräsentationen integriert werden?

Verlagsinformationen