Dr. Ansgar Teichgräber

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Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Antike Kultur (Historisches Seminar)

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Dr. Ansgar Teichgräber

Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Antike Kultur

Biographie

Dr. Ansgar Teichgräber studierte von 2008 bis 2013 Alte Geschichte, Mittelalterliche Geschichte und Klassische Archäologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Università degli studi di Pavia (Italien).

Anschließend war er von 2013 bis 2014 wissenschaftliche Hilfskraft an der Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik des Deutschen Archäologischen Instituts in München und von 2014 bis 2017 Doctoral Fellow an der Graduiertenschule „Distant Worlds“ an der LMU München. 2018 schloss er seine Dissertation zum Thema „Die Finanzen der nordafrikanischen Kirchen in vorvandalischer Zeit“ an der LMU München ab. Die Arbeit ist im Juli 2020 im Druck erschienen (s. u.).

Von 1. März 2019 bis 28. Februar 2021 ist er Elternzeitvertreter für eine ganze Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Erfurt.

Habilitationsprojekt „Grenzen in der griechischen Polis“

Griechische Poleis waren von zahlreichen inneren Grenzen durchzogen. Dazu gehörten etwa die Grenzen zwischen territorialen Untereinheiten, z. B. der Demen in Athen, die Grenzen sakraler Bezirke oder die Grenze zwischen asty und chora. Diese Grenzen hatten jedoch nicht bloß eine räumliche, sondern auch soziale und religiöse Dimensionen. So wurde die Zugehörigkeit zu einem attischen Demos vererbt, weswegen im Laufe der Zeit immer mehr Athener nicht mehr im Gebiet ihres eigenen Demos lebten und die Zugehörigkeit eine stärker soziale Komponente erhielt. Außerdem war der Zugang zu bestimmten Kulten nur den Angehörigen eines Demos erlaubt und andere attische Bürger von diesen Kulten ausgeschlossen, womit auch eine religiöse Dimension der Grenzen zwischen den Demen sichtbar wird.

Um die vielfältigen Aspekte der Grenzen innerhalb der griechischen Poleis angemessen erfassen zu können, soll der Interpretation das Konzept der „komplexen Grenzen“ zugrunde gelegt werden (vgl. D. Gerst – M. Klessmann – H. Krämer – M. Sienknecht – P. Ulrich, Komplexe Grenzen. Aktuelle Perspektiven der Grenzforschung, Berliner Debatte Initial 29/1, 2018, 3–11). Dieses geht für die Analyse von Grenzen von vier Prämissen aus:

  • 1. Grenzen müssen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden, d. h. neben der räumlichen Dimension müssen soziale oder religiöse Dimensionen beachtet werden.
  • 2. Grenzen sind relationale Prozesse, dementsprechend stehen die verschiedenen Aspekte einer Grenze miteinander in Verbindung und beeinflussen sich gegenseitig. Hierbei spielen auch die Akteure und Dinge eine Rolle, die eine Grenze definieren oder sichtbar machen.
  • 3. Grenzen sind durchlässig, weswegen berücksichtigt werden muss, für wen und wann diese Grenzen galten und wie die Durchlässigkeit organisiert war.
  • 4. Grenzen sind nicht an sich gegeben, sondern Ergebnisse vergangener Prozesse und werden von den verschiedenen Akteuren ständig weiterentwickelt.

Insgesamt setzt sich das Projekt zum Ziel, die Struktur und Entwicklung der Gesellschaft in den griechischen Poleis aus einem neuen Blickwinkel zu beleuchten und so zum besseren Verständnis der internen Organisation der Poleis beizutragen.

Publikationen

Lehrveranstaltungen

  • SoSe 19: Trajan
  • SoSe 19: Theorien und Methoden der Kulturgeschichte
  • WiSe 19/20: Nordafrika in der Antike
  • WiSe 19/20: Antike Wirtschaft
  • SoSe 20: Monarchie, Aristokratie, Demokratie
  • SoSe 20: Die hellenistische Polis
  • WiSe 20/21: Integriertes Proseminar
  • WiSe 20/21: Die Gesellschaft der römischen Republik
Teichgräber, Dissertation

Vorschau Lehrveranstaltungen WiSe 2020/21

(zum Seminar "Gesellschaft der römischen Republik" siehe weiter unten)

Integriertes Proseminar / Integrated Introductory Course (mit/with Antje Schedel)

Mo 14-16 und Do 16-18 (Pflichtslots) - maximal 30 Teilnehmende -

B Ges 2012 E01#01 // IPS 9LP 
B Ges 2012 W01#01 // IPS 9LP 

Das "Integrierte Proseminar" (IPS) widmet sich nach Beschluss des Historischen Seminars im Wintersemester 2020/21 dem Thema "Erinnerungen". In diesem Seminar soll im zweiten, der Antike gewidmeten Teil anhand des Beispiels "Alexander d. Gr." erschlossen werden. Allgemeine Informationen zum IPS finden Sie auf www.uni-erfurt.de/geschichte/studium .

The "Integriertes Proseminar" (IPS) is dedicated to a topic for which the Historisches Seminar has chosen "Memories". In this seminar we shall approach the topic in the second part of the seminar, dedidacted to the Ancient World, by studying "Alexander the Great". General information on the IPS is available on  www.uni-erfurt.de/geschichte/studium .

Sitzungen / Class

Das IPS findet jeden Montag 14-16 und jeden Donnerstag 16-18 zu den sog. "Pflichtslots" statt. / Every Monday 2-4 pm and every Thursday 4-6 pm.

Gemeinsamer Ablauf aller Integrierten Proseminare
Das IPS findet Mo 14-16 und Do 16-18 statt. Eine Sitzung pro Woche dient dem "Plenum", die andere dem "Tutorium". Am Plenum nehmen alle gemeinsam teil, die Tutorien werden in zwei Gruppen geteilt, von denen eine die Hausarbeit im Teilfach "Alte Geschichte" und die Klausur im Teilfach "Mittelalterliche Geschichte" schreibt (Gruppe I), die andere die Hausarbeit im Teilfach "Mittelalterliche Geschichte" und die Klausur im Teilfach "Alte Geschichte" schreibt (Gruppe II).

Für die Bearbeitung der Hausarbeiten stehen jeweils 8 Wochen zur Verfügung (Gruppe I: Ausgabe in Woche 3, Abgabe in Woche 11; Gruppe II: Ausgabe in Woche 10, Abgabe 2 Wochen nach Woche 15; jeweils ohne die Weihnachtsferien gerechnet).

Sofern Termine für die Wiederholungsprüfung ("Nachtermine") festzulegen sind (für diejenigen, die wegen Krankheit oder Nichtbestehen Klausur und/oder Hausarbeit wiederholen müssen), werden diese gemäß Rahmenprüfungsordnung festgelegt.

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Die Gesellschaft der römischen Republik / The Society of the Roman Republic

Dienstag 10-12

M Ges 2011 M13#01 // S 9LP 
M Ges 2011 M14#01 // S 9LP 
M Ges 2011 M16#01 // S 9LP 
M Ges 2019 M13#01 // S 6LP  
M Ges 2019 M14#01 // S 6LP  

Das Seminar wird als Onlineseminar angeboten. Hierbei wird in Abstimmung mit den Studierenden eine Mischung aus synchronen (an Dienstagen 10-12 stattfindenden) und asynchronen Elementen zur Anwendung kommen. Bitte tragen Sie sich vor Seminarbeginn, also rechtzeitig vor dem 3.11. 08:00 Uhr, für das Seminar auf "Moodle" ein; der Einschreibeschlüssel ist "GesellschaftRepublikErfurt"

Der Blick auf die römische Republik ist häufig geprägt von der militärischen Expansion und den politischen Machtkämpfen der führenden Schichten. Doch was waren die gesellschaftlichen Grundlagen für diese Entwicklungen und wie veränderten sie ihrerseits wieder die Gesellschaft?

Im Seminar sollen anhand von Quellen die verschiedenen sozialen Institutionen und Beziehungen in der römischen Republik untersucht werden. Neben den klassischen gesellschaftlichen Gruppen wie etwa den Senatoren, Rittern, der stadtrömischen Bevölkerung und den Soldaten sollen auch in der jüngeren Forschung stärker in den Blick genommene Gruppen wie Frauen, Sklaven sowie die Bewohner Italiens und der Provinzen berücksichtigt werden. Ein Schwerpunkt soll auf den teils rechtlich definierten, teils auf Tradition beruhenden sozialen Beziehungen wie Familie, Freundschaft und Klientel liegen.

Military expansion and the political struggles of the elites are often the central topics in presenting the Roman Republic. But which were the social foundations of these developments and how did they interact with the society itself?

Based on sources we will analyse the different social institutions and relations of the Roman Republic. This will include the known social groups as senators, knights, soldiers or the people of the city of Rome as well as other groups as women, slaves and the inhabitants of Italy and the provinces, which came to the fore only in the last decades of research. Particular emphasis will be placed on social relations like family, friendship and clientele, which were partly defined by law, partly by tradition.

The seminar will be taught online as a mix of synchronous (on Tuesday 10-12) and asynchronous elements. The proportion will be discussed and agreed on with the students. Please register for the seminar on "Moodle" before the start of the first session, i.e. before 3.11. 08:00 am; the registration key is "GesellschaftRepublikErfurt".

The enrolment key in moodle will be: GesellschaftRepublikErfurt

Literatur / Bibliography

  • G. Alföldy, Römische Sozialgeschichte, Stuttgart 42012 [NH 8550 A388(4)]
  • J. Martin, Familie, Verwandtschaft und Staat in der römischen Republik (2002), in: J. Martin, Bedingungen menschlichen Handelns in der Antike. Gesammelte Beiträge zur Historischen Anthropologie, Stuttgart 2009, 363-374 [NK 8200 M379]
  • N. Morley, Social Structure and Demography, in: N. Rosenstein/R. Morstein-Marx (Hrsg.), A Companion to the Roman Republic, Malden/MA 2006, 299-323 [NH 7150 R815]
  • M. Peachin, The Oxford Handbook of Social Relations in the Roman World, Oxford 2011 [NH 8550 P355]

Leistungsnachweis / Credit requirement

Aktive Teilnahme, Hausarbeit / Active participation, dissertation

Kontakt  / Contact

Sprechstunde in der Vorlesungszeit Di 14-15 / direct contact during term every Tuesday 2-3 pm