Dr. Cordula Bachmann

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Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Antike Kultur (Historisches Seminar)

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Lehrgebäude 4 / Raum 138

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99089 Erfurt

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Universität Erfurt
Historisches Seminar
Antike Kultur
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99105 Erfurt

Dr. Cordula Bachmann

Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Antike Kultur

Biographie

Dr. Cordula Bachmann studierte von 2004 bis 2008 Antike Geschichte, griechische und lateinische Philologie, Archäologie und Philosophie (Classics) am Corpus Christi College der Universität Oxford. Ihre Dissertation schloss sie 2013 an der Ludwig-Maximilians-Universität München ab, wo sie vom WiSe 2008/09 bis SoSe 2014 als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig war. In ihrer Arbeit untersucht sie die Eikones des Älteren Philostrat (3. Jh. n.Chr.) vor allem darauf, wie die antike Ästhetik der Malerei und Rhetorik in einem zeitgenössischen Text umgesetzt wird (zur Publikation der Arbeit s. u.). 2013 war sie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats für die Ausstellung Bauen und Zeigen der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, wo durch die Eikones inspirierte Fresken des romantischen Malers Moritz von Schwind gezeigt werden.

Seit September 2014 (und voraussichtlich bis Juli 2024) ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Erfurt tätig. 2016-17 und 2019-2021 war sie in Elternzeit. Sie arbeitet am Projekt "Liminalisierung" mit.

Habilitationsprojekt

Wie lassen sich die griechischen Komödien für die Erforschung des Wandels im Verhältnis von Herren und Sklaven historisch nutzbar machen?

Werden in der modernen Forschungsliteratur die griechischen Komödien zitiert, so finden sich zu deren Quellenwert zwei entgegengesetzte Meinungen: Auf der einen Seite wird die Alltags- und Realitätsnähe dieser dramatischen Form betont und somit ihr Quellenwert sehr hoch angesiedelt. Auf der anderen Seite verweist man auf die Gattungszwänge dieser Werke, die im Falle der Alten Komödie drastische Übertreibungen hervorbringen, in der Neuen Komödie aber reinen Typenspott bieten würden. Die Entscheidung, wie der Quellenwert der Komödien zu beurteilen ist, scheint dabei eher von dem gewünschten Ergebnis hinsichtlich einer historischen Problemstellung abzuhängen, als auf einer gründlichen Analyse der griechischen Komödien zu beruhen. Am Beispiel einer detaillierten Erforschung des Verhältnisses der Herren- und Sklavenfiguren in den griechischen Komödien soll versucht werden, für die Nutzung dieser Gattung als historische Quelle eine methodisch abgesicherte Grundlage zu schaffen.

Dabei wird zunächst zu fragen sein, warum sich Sklaven überhaupt für die Komödie anbieten. Denn es zeigt sich, dass sie häufig und zuweilen in nicht unmaßgeblichen Rollen in den Komödien zu finden sind und oft entscheidende Beiträge zur humorvollen Darstellung verschiedenster Sachverhalte leisten. Man wird dann untersuchen müssen, worüber genau bei ihren Auftritten gelacht wurde: Stellte das Publikum in Athen lebensweltliche Bezüge her – und wenn ja, lachte es über die pointierte Darstellung von Verhaltensweisen im Miteinander von Herr und Sklave, die ihm aus dem Alltag vertraut waren, die seinem Sklavenbild entsprachen oder gar seine Vorurteile bedienten? Oder wurde umgekehrt die Heiterkeit der Athener Bürger durch die Diskrepanz erregt, die sie zwischen ihren realen Erfahrungen und Usancen im Umgang mit ihren Sklaven und deren Handlungsmustern im Theater wahrzunehmen glaubten? Es ist damit zu rechnen, dass beide Fälle auftreten, und es ist Ziel dieses Projektes, ein Instrumentarium zu entwickeln, realistische Darstellung und komische Verzerrung zu unterscheiden und jeweils historisch gewinnbringend zu kontextualisieren.

Publikationen

  • "Totenbett mit Rüstung": Eine ikonographische Spurensuche in einem Fresko Moritz von Schwinds. In: P. Müller-Tamm / R. Heß (Hgg.): Bauen und Zeigen: Aus Geschichte und Gegenwart der Kunsthalle Karlsruhe. Bielefeld: Kerber 2014, 154-163
  • Wenn man die Welt als Gemälde betrachtet: Studien zu den Eikones Philostrats des Älteren. Heidelberg: Verlag Antike 2015. 269 Seiten
  • "Zeichen der Zeit in Philostrats Eikones", in: J. Bracker und T. Jegodzinski (Hgg.): Bilder: Zeitzeichen und Zeitphänomene, Visual Past 4.1, 2017, 21-34
  • Bilder einer Ausstellung: Philostratos Eikones. Zweisprachige Ausgabe. Wiesbaden: Marix-Verlag 2018. 272 Seiten
  • "Bildbetrachtung unter dem Segel der Rhetorik. Eine Kreuzfahrt in den Eikones Philostrats des Älteren", in M. Baumann und S. Froehlich (Hgg.): Auf Segelbeflügelten Schiffen das Meer befahren. Das Erlebnis der Schiffsreise im späten Hellenismus und in der römischen Kaiserzeit, Wiesbaden: Harrassowitz 2018, 373-384
  • "Liminalisierung an und in Menanders Epitrepontes", in: C. Bachmann / J. Leithoff / K. Waldner (Hgg.), Liminalisierung. Konfigurationen des Übergangs in antiken Kulturen, Stuttgart: Steiner 2021, 15-47.

Lehrveranstaltung WiSe 2021/22

Das Historische Seminar und die Philosophische Fakultät haben Lehrangebot so beschlossen.

Dr. Cordula Bachmann: Rom im Wandel: Von den Gracchen bis Augustus / Rome in Transition: From the Gracchi to Augustus

B Ges 2012 E03#02 // S 3LP  ::-1::
B Ges 2012 W06#02 // S 3LP  ::-1::
MEd R 2014 FWGe#02 // S 3LP   ::-1::

Mo 10-12, max. 30 Teilnehmende

WS  2021  5BE99869-CAD4-4A4D-BB5C-BECD34E61D41

Für das römische Reich waren die knapp 100 Jahre zwischen 133 und 42 v. Chr. von einer ausgeprägten Polarität gekennzeichnet: Einerseits erreichte Rom in dieser Zeit fast permanenter Expansion seine bisher größte Ausdehnung und erlangte damit eine nie gekannte Sicherheit vor äußeren Feinden, andererseits führten innenpolitische Konflikte unaufhaltsam zu einem Zerfall der res publica, des römischen Gemeinwesens. Die Schaffung und Sicherung der Weltmachtstellung ermöglichte einerseits den Zustrom bisher unvorstellbarer Luxusgüter nach Rom, führte aber auf der anderen Seite zu einer Verelendung breiter Bevölkerungsschichten, die die personelle und wirtschaftliche Hauptlast der Expansionskriege überwiegend zu tragen hatten. Auch das Urteil der Zeitgenossen über diese bewegte Epoche fiel kontrovers aus. Während die einen (z.B. der Historiker Sallust) egoistisches Macht- und Gewinnstreben als verhängnisvolle Abkehr von der mos maiorum beklagten und für das Elend der Bürgerkriege dieser Jahrzehnte verantwortlich machten, erschien anderen (z.B. Caesars Schwiegersohn P. Cornelius Dolabella) das – schließlich im Prinzipat zur Vollendung geführte – Machtstreben gerade als Rettung in der Zeit einer fundamentalen Krise.
Den hier skizzierten gesellschaftspolitischen Verwerfungen des Römischen Reiches im genannten Zeitraum sowie deren Interpretation in Antike und Gegenwart soll in diesem Seminar anhand von wöchentlich von der Dozentin zur Verfügung gestellten Quellenpapieren nachgespürt werden.

For the Roman Empire, the almost 100 years between 133 and 42 B.C. were characterized by pronounced polarities: on the one hand, Rome achieved its greatest expansion to date during this period of almost permanent expansion and thus attained an unprecedented level of security from external threats; on the other hand, internal political conflicts led inexorably to a disintegration of the res publica, the Roman polity. On the one hand, creating and securing world power made possible the influx of previously unimaginable luxury goods to Rome, but on the other hand it led to the impoverishment of broad sections of the population, who had to predominantly bear the personnel and economic brunt of the wars of expansion. The verdict of contemporaries on this turbulent era was also controversial. While some (e.g. Sallust the historian) lamented the egoistic striving for power and profit as a disastrous departure from the mos maiorum and blamed the misery of the civil wars of these decades on it, others (e.g. Caesar's son-in-law P. Cornelius Dolabella) saw the pursuit of power – eventually brought to perfection in the Principate – as salvatory in a time of fundamental crisis.
The socio-political upheavals of the Roman Empire in the aforementioned period as well as their interpretation in antiquity and the present will be traced in this seminar on the basis of source papers provided weekly by the lecturer.

Literatur im Semesterapparat  / Bibliography

  • Quellensammlung mit Quellentexten in deutscher Übersetzung: Andreas Mehl / Wolfgang Christian Schneider, Die Krise der Republik. Von der res publica zum Prinzipat, Stuttgart 1988. [NH 7200 M498]
  • Jochen Bleicken, Geschichte der Römischen Republik, Oldenbourg Grundriss der Geschichte, München 51999. [NH 7150 B646(5)]
  • Frank Kolb, Rom. Die Geschichte der Stadt in der Antike, München 22002. [NH 7711 K81]

Leistungsnachweis / Credit requirement

Aktive Teilnahme, Hausarbeit / Active participation, Hausarbeit

Kontakt / Contact

Dr. Cordula Bachmann - LG 4 / 138, Tel. 4302, cordula.bachmann@uni-erfurt.de
Sprechstunde in der Vorlesungszeit Mo 12-13 / direct contact during term every Monday noon to 1 pm

Vorschau Stufu Sommersemester 2021

Dies ist eine unverbindliche Vorschau. Erst nach dem Beschluss des Stufu-Ausschusses steht das Lehrangebot fest.

Dr. Cordula Bachmann / Luisa Mollweide M.A.

Die antike Komödie / Ancient Comedy

B Stu 2011 MTG#02 // S 6LP 
MTheol KaTh 2009 296SF#01 // S 6LP 
MTheol KaTh 2015 A696SF#01 // S 6LP 

wöchentlich Mi 12-14 (Stufu-Pflichslot)

Maximal 30 Teilnehmende. Anmeldung nicht bei den Lehrenden, sondern ausschließlich über das Stufu-Büro.

Das Lachen mit und über andere und sich selbst ist eine anthropologische Konstante. Geschichtsinteressierten bietet die Untersuchung dessen, worüber Gesellschaften der Vergangenheit gelacht haben, einen guten Einblick in deren Sozial-, Kultur- und Mentalitätsgeschichte. Im Falle des antiken Griechenland und des antiken Rom sind wir in der glücklichen Lage, dass eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Komödienstücken von namhaften Dramatikern auf uns gekommen ist.
In diesem StuFu-Seminar wird es um die griechischen Komödien des Aristophanes gehen (ausgehendes 5. Jh. v. Chr.) sowie um die römischen des Plautus (1. H. 2. Jh. v. Chr.). Die Komödien haben einiges gemeinsam, etwa die souveräne Verwendung des Wortwitzes, das sorgfältige Herausarbeiten typischer Charakterzüge und das gekonnte Einsetzen der Inversion (Sklaven dominieren ihre Herren, Frauen ihre Männer, Söhne ihre Väter usw.). In vielen anderen Aspekten aber unterscheiden sich die Stücke sehr. So ist die Komödie des Aristophanes hochpolitisch und gesellschaftskritisch, hält eine Moral bereit und bietet eine theologische Deutung der Welt. Plautus hingegen, von dem noch nicht einmal sicher gesagt werden kann, ob er die Komödien des Aristophanes überhaupt kannte, siedelt seine Stücke zwar in griechischem Ambiente an (seit der Spätantike werden sie daher nach dem pallium, dem griechischen Mantel der Protagonisten, ‚Palliata‘ genannt), ist aber unpolitisch und ohne Tagesaktualität und passt weder in den gesellschaftlichen Kontext des alten Griechenland noch ins zeitgenössische Rom.
In diesem Spannungsfeld von Ähnlichkeiten und Unterschieden wird sich das StuFu-Seminar bewegen. Die ‚demokratische Struktur‘ der Althistorie, d.h. die Tatsache, dass allen das gleiche und im Vergleich mit Geschichtswissenschaften neuerer Epochen begrenzte Quellenmaterial zur Verfügung steht, wird es den Studierenden ermöglichen, sich selbständig, aber unter Anleitung, den großen Fragen anzunähern, welche die faszinierende Welt der ANTIKEN KOMÖDIE aufwirft.

Laughing with and about others and oneself is an anthropological constant. For those interested in history, the study of what societies of the past laughed at offers a good insight into their social history, their cultural history, and their history of mentality. In the case of ancient Greece and ancient Rome, we are in the fortunate position that a considerable number of comedies by well-known playwrights have come down to us. 
This StuFu seminar will focus on the Greek comedies by Aristophanes (late 5th cent. BC) and on the Roman comedies by Plautus (early 1st cent. BC). The comedies have some things in common, such as the confident use of wordplay, the careful elaboration of typical character traits and the skillful use of inversion (slaves dominate their masters, wives their husbands, sons their fathers, etc. ). In many other aspects, however, the comedies differ greatly. Aristophanes' comedy is highly political and critical of society, provides a moral and offers a theological interpretation of the world. Plautus, on the other hand, of whom it cannot even be said for certain whether he knew Aristophanes' comedies at all, sets his plays in a Greek setting (since late antiquity they have therefore been called “Palliata” after the pallium, the Greek mantle of the protagonists), but it is less political and little refers to day-to-day events, thus fitting neither into the social context of ancient Greece nor into that of contemporary Rome. 
The StuFu seminar will operate in the field of tension between similarities and differences. The “democratic structure” of Ancient History, i.e. the fact that everyone has access to the same source material which is limited in comparison with historical sciences of more recent epochs, will allow students to approach the great questions raised by the fascinating world of ANCIENT COMEDY independently, but under guidance.

Literatur zur Einführung / Preliminary Reading

  • Gregor Maurach, Kleine Geschichte der antiken Komödie, Darmstadt 2005. [FB 5975 M453]  - im Semesterapparat

Leistungserwartung / Expectation for a mark

  • Aktive Teilnahme, Referat mit schriftlicher Ausarbeitung / Active participation, presentation with a written essay

Sprechstunde/Direct Contact

  • Sprechstunde von Cordula Bachmann in der Vorlesungszeit: Mi 11-12 / office hour during term Wed 11-12

Rückblick Seminare

  • WiSe 14/15 Integriertes Proseminar / Das antike Trinkgelage
  • SoSe 15 Malerei in der Antike / Frauengestalten bei Herodot
  • WiSe 15/16 Integriertes Proseminar / Antike Rhetorik
  • SoSe 16 Hellenismus / Sklaverei
  • WiSe 16/17 und SoSe 17 (Elternzeit)
  • WiSe 17/18 Integriertes Proseminar / Humor in der Antike
  • SoSe 18 Performanz in der Antike / Mythen als Quelle
  • WiSe 18/19 Schule in der Antike / Antike in der Kinderliteratur
  • SoSe 19, WiSe 19/20, SoSe 20 und WiSe 20/21 (Elternzeit)
  • SoSe 21 Aristophanes und die Alte Komödie