PD Dr. Alexandra Trachsel

PD Dr. Alexandra TRACHSEL ist seit Februar 2022 als Annemarie-Schimmel-Stipendiatin an der Universität Erfurt tätig. Ihr Büroraum ist LG IV, Büro 138.

Zur Person in Forschung und Lehre siehe https://www.slm.uni-hamburg.de/igrlatphil/personen/trachsel.html

Seminar PD Dr. Trachsel im WiSe 2022/23

Seminar im Wintersemester 2022/23

Das Lehrprogramm wurde von der studentischen Fachschaft so begrüßt und vom Historischen Seminars sowie der Philosophischen Fakultät so beschlossen.

Antike Bilder in antiken Texten - Philostratos' Eikones / Classical Images in Classical Texts - Philostratus' Imagines

Seminar-S9, Fr 10-12, LG IV D 07

Module

  • E 07#01
  • MEd R 2014 FWGe#02 // S 3LP

Unter dem Titel „Eikones“ ist uns eine Sammlung von 65 Gemäldebeschreibungen aus der Antike erhalten. Philostratos der ältere, der in die Zeit des römischen Kaisers Septimius Severus zu datieren ist (Anfang des 3. Jh. nach Chr.), soll diese Beschreibungen angeblich während einer Reise nach Neapel erstellt haben, als er dort eine Gemäldegalerie besuchte. So steht es jedenfalls in dem überlieferten Prolog. Die meisten Themen, die in den Bildern beschrieben werden, greifen auf mythologische Szenen zurück. Thematisch gesehen handelt es sich also um Anspielungen auf berühmte Erzählungen, die auch heute noch bekannt sind. Ein erster Fokus wird also darin bestehen, uns mit diesen Geschichten durch die literarische Neugestaltung des Philostratos vertraut zu machen. Aber die meiste Aufmerksamkeit haben diese Gemäldebeschreibungen erhalten, weil sie die antike Tradition der Ekphrasis illustrieren. Seit der Beschreibung des Schilds des Achilles in der Ilias hatte man sich bemüht Objekte und Bilder in Worte zu fassen. Dies wirft die Frage der Beziehung zwischen Wörtern (einer Beschreibung) und dem unmittelbaren Wahrnehmen von Bildner oder Gengenständen (eine Betrachtung) auf. Aber auch der Unterschied zwischen einer Beschreibung und einer Erzählung wird in Philostratos' Text thematisiert, so dass uns diese antike Schrift die Möglichkeit gibt, uns mit den zwei Medien Bild und Text genauer zu befassen.

A collection of 65 descriptions of paintings from antiquity has come down to us under the title "Eikones". Philostratos the Elder, who can be dated to the time of the Roman Emperor Septimius Severus (beginning of the 3rd century AD), is said to have created these descriptions during a trip to Naples when he visited a picture gallery there. At least that is what the surviving prologue says. Most of the themes described in the paintings are based on mythological scenes. Thematically, then, they are allusions to famous tales that are still familiar today. So a first focus will be to familiarise us with these stories through Philostratos' literary reimagining. But these painting descriptions have received the most attention because they illustrate the ancient tradition of ekphrasis. Ever since the description of Achilles' shield in the Iliad, there had been an effort to put objects and images into words. This raises the question of the relationship between words (a description) and the direct perception of images or objects (a contemplation). But the difference between a description and a narrative is also addressed in Philostratos' text, so that this ancient writing gives us the opportunity to look more closely at the two media of image and text.

Literatur zur Einführung / Bibliography

  • Bachmann C., Philostrat, Bilder einer Ausstellung, Wiesbaden 2018 [Mag 678096]
  • Bachmann C., Wenn man die Welt als Gemälde betrachtet: Studien zu den Eikones Philostrats des Älteren, Heidelberg 2015 [Mag 619452]
  • Fowler D.P., “Narrate and Describe: The Problem of Ekphrasis”, Journal of Roman Studies 81 (1991), 25-35

Anforderungen / Requirements

Aktive Teilnahme, Präsentation und Hausarbeit / Active participation, presentation and dissertation

Sprechstunde / Direct Contact

nach dem Seminar / after class