Dr. Christian Methfessel

christian.methfessel@uni-erfurt.de

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt "Annexionen und Sezessionen im Zeitalter des globalen Kalten Kriegs" (Historisches Seminar)

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Lehrgebäude 4 / Raum 114

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Nordhäuser Str. 63
99089 Erfurt

Postanschrift

Universität Erfurt
Historisches Seminar
Globalgeschichte des 19. Jahrhunderts
Postfach 90 02 21
99105 Erfurt

Curriculum Vitae

English CV

seit Oktober 2018
Forschungsprojekt „Annexionen und Sezessionen im Zeitalter des globalen Kalten Kriegs“(gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung)
5.–18. März 2018
Gastdozent an der Mekelle University/Äthiopien

Oktober–Dezember 2013 und Oktober–Dezember 2014
Wissenschaftlicher Koordinator am Forschungszentrum Gotha

Oktober 2013–September 2018
Wissenschaftler Mitarbeiter an der Professur für Globalgeschichte der Universität Erfurt

Sommer 2013
Einreichung und Verteidigung der Dissertation an der Philosophischen Fakultät der Universität Erfurt

Mai 2013
Annahme als Doktorand an der Philosophischen Fakultät der Universität Erfurt, Fortsetzung des Promotionsvorhabens unter der Betreuung von Prof. Dr. Iris Schröder

8. November–12. Dezember 2010
DAAD-Aufstockungsstipendium für einen Forschungsaufenthalt in London

Juli 2009–Dezember 2012
Assoziiertes Mitglied des SFB 640, Teilprojekt A5: Europarepräsentationen

Mai 2009–April 2012
Förderung des Promotionsvorhabens durch das „Elsa-Neumann-Stipendium des Landes Berlin“ (vormals NaFöG)

Januar 2009–April 2010
Mitarbeit in der Redaktion des Themenportals Europäische Geschichte
Oktober 2008
Beginn des Promotionsvorhabens „Kontroverse Gewalt. Die imperiale Expansion in der englischen und deutschen Presse vor dem Ersten Weltkrieg“ an der Humboldt-Universität zu Berlin unter der Betreuung von Prof. Dr. Hartmut Kaelble

September 2008
Magisterabschluss. Titel der Magisterarbeit: „Die deutschen Interventionen in China am Ende des 19. Jahrhunderts in der katholischen und sozialdemokratischen Presse“

2005–2008
Studentische Hilfskraft im SFB 640, Teilprojekt A5: Europarepräsentationen

2003–2004
Studium der Geschichtswissenschaft an der University of Essex im Rahmen des Sokrates-Programms

2000–2008
Studium der Geschichtswissenschaft, Politikwissenschaft und Soziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin

Forschungsprojekte

Annexionen und Sezessionen im Zeitalter des globalen Kalten Kriegs

Artikel 2/4 der UN-Charta verbot Staaten jegliche gegen die territoriale Integrität anderer Staaten gerichtete aggressive Handlungen. Allerdings war der Sicherheitsrat, dem eigentlich die Aufgabe oblag, Verstöße gegen diesen Artikel zu ahnden, im Zeichen des Kalten Krieges zumeist von einer gegenseitigen Blockade geprägt. Dennoch erwies sich das Prinzip der territorialen Integrität im Zeitalter des Kalten Kriegs als erstaunlich wirksam. Um diese relative Stabilität zu erklären, wird der Umgang der internationalen Politik mit Annexionen und Sezessionen untersucht.

Im Mittelpunkt des Interesses steht die Rolle, die dabei den nach dem Zweiten Weltkrieg unabhängig werdenden Staaten zukam. Die Dekolonisation führte zu einem rapiden Wandel in der Staatenwelt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Eintritt der postkolonialen Staaten in die internationale Politik führte zu neuen Mehrheits- und Machtverhältnissen in den Vereinten Nationen und änderte die Spielregeln des Kalten Krieges. Mit diesem Fokus soll ein Beitrag zur Erforschung des Einfluss der „Dritten Welt“ auf die internationale Ordnung geleistet werden. Bislang galt das Interesse hierzu vor allem dem erfolgreichen Voranbringen einer anti-imperialistischen Agenda oder den erfolglosen Forderungen nach einer gerechteren Weltwirtschaftsordnung. Anliegen dieses Projektes ist es zu zeigen, dass der Einfluss der postkolonialen Staaten über diese Punkte hinausging und sie auch zur Konsolidierung eines Systems souveräner Staaten mit unverletzlichen Grenzen beitrugen.

Kontroverse Gewalt. Die imperiale Expansion in der englischen und deutschen Presse vor dem Ersten Weltkrieg

In den beiden Dekaden vor 1914 führten Großbritannien und Deutschland zahlreiche Kolonialkriege. Während diese für die Bevölkerung vor Ort verheerende Folgen hatten, waren die meisten Menschen in Europa damit nur bei der Zeitungslektüre konfrontiert. Als Medienthema aber waren Kolonialkriege und imperialistische Interventionen in der Öffentlichkeit sehr präsent, sie lösten politische Kontroversen aus und prägten die Wahrnehmung der europäischen Expansion.

Anhand der englischen und deutschen Presse untersucht das Projekt, wie die telegraphische Vernetzung der Welt und der Aufstieg der Massenmedien die Berichterstattung über imperiale Militäreinsätze beeinflussten, welche Selbst- und Fremdbilder dabei zum Vorschein kamen und welchen Einfluss die öffentlichen Debatten über die imperiale Expansion auf die politische Entwicklung Großbritanniens und Deutschlands hatten.

Das Projekt stand im Mittelpunkt einer Dissertation, die 2013 an der Universität Erfurt eingereicht und verteidigt wurde. Die Publikation ist in der Reihe „Peripherien. Neue Beiträge zur Europäischen Geschichte“ im Böhlau Verlag erschienen.

Forschungsschwerpunkte

Globalgeschichte

Kolonialgeschichte

Mediengeschichte

Internationale Geschichte

Publikationen

„Oxident gegen Orient“. Europabilder in der Berliner Morgenpost während des Boxerkriegs, in: Themenportal Europäische Geschichte (2009), URL: https://www.europa.clio-online.de/essay/id/artikel-3563.
Tagungsbericht „The Boxer War and its Media: Making a Transnational Historical Event, 1900 to the Present“, in: AHF-Information 196 (2009). pdf
Europa als Zivilisationsmacht. Kolonialkriege und imperialistische Interventionen in der deutschen und britischen Öffentlichkeit um 1900, in: Frank Bösch/Ariane Brill/Florian Greiner (Hg.), Europabilder im 20. Jahrhundert. Entstehung an der Peripherie, Göttingen 2012, S. 54-78.

Spreading the European Model by Military Means? – The Legitimization of Colonial Wars and Imperialist Interventions in Great Britain and Germany around 1900, in: Comparativ 22/6 (2012), S. 42-60.

Zus. mit Jürgen Dinkel und Florian Greiner: „Murder of a European“. Der „bedrohte Europäer“ als Leitmotiv im Kolonialdiskurs vom Zeitalter des Hochimperialismus bis zur Epoche der Dekolonisation, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 62/3 (2014), S. 219-238.

Appeals for European Solidarity as Calls for Colonial Violence: British and German Public Debates around 1900, in: European Review of History/Revue Europeenne d’Histoire 24/6 (2017), S. 918-931.

Zus. mit Iris Schröder, Antikommunismus und Internationalismus, in: Norbert Frei/Dominik Rigoll (Hg.), Der Antikommunismus in seiner Epoche. Weltanschauung und Politik in Deutschland, Europa und den USA, Göttingen 2017, S. 139-155.

Bilder des Westens in der englischen Öffentlichkeit um 1900, in: Riccardo Bavaj/Martina Steber (Hg.): Zivilisatorische Verortungen. Der „Westen“ an der Jahrhundertwende (1880-1930) (Zeitgeschichte im Gespräch; 26), Berlin/Boston 2018, S. 26-43.

Kontroverse Gewalt. Die imperiale Expansion in der englischen und deutschen Presse vor dem Ersten Weltkrieg (Peripherien. Neue Beiträge zur Europäischen Geschichte; 3), Wien u.a. 2019.

Wohlüberlegter Plan oder gefährliches Abenteuer? Zur Legitimation der deutschen Annexion Kiautschous 1897/98, in: Jan-Hendryk de Boer (Hg.), Praxisformen. Zur kulturellen Logik von Zukunftshandeln (Kontingenzgeschichten; 6), Frankfurt a.M./New York 2019, S. 203-213.

Rassistische Prestigepolitik mit Kanonenbooten: Die Militäraktion gegen Haiti 1897 und die deutsche Öffentlichkeit, in: Portal Militärgeschichte, 10. Juni 2019, URL: http://portal-militaergeschichte.de/methfessel_prestigepolitik.