Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Globalgeschichte des 19. Jahrhunderts (Historisches Seminar)

Kontakt

Lehrgebäude 4 / Raum 111

Besucheranschrift

Campus
Nordhäuser Str. 63
99089 Erfurt

Postanschrift

Universität Erfurt
Historisches Seminar
Globalgeschichte des 19. Jahrhunderts
Postfach 90 02 21
99105 Erfurt

Franziska Rantzsch

Curriculum Vitae

seit 10/2018
Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Globalgeschichte des 19. Jahrhunderts der Universität Erfurt

04/2017–10/2018
Wissenschaftliche Hilfskraft an der Professur für Globalgeschichte des 19. Jahrhunderts der Universität Erfurt

seit 04/2017
Doktorandin an der Professur für Globalgeschichte des 19. Jahrhunderts der Universität Erfurt

01/2015–08/2016
Wissenschaftliche Hilfskraft an der Professur für Globalgeschichte des 19. Jahrhunderts der Universität Erfurt

11/2014–12/2014
Wissenschaftliche Hilfskraft am Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt

2014–2016
Studium der Geschichtswissenschaft an der Universität Erfurt (M.A.)
Thema der Masterarbeit: Mosambikanische Vertragsarbeiter in der DDR

02/2014–04/2014
Praktikum in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in Erfurt

2011–2014 
Studium der Geschichtswissenschaft und Philosophie an der Universität Erfurt (B.A.)
Thema der Bachelorarbeit: Die Sozialdemokratie im Ersten Weltkrieg anhand einer Rede Friedrich Eberts auf dem Parteitag in Würzburg im Oktober 1917

Forschungsschwerpunkte

Globaler Kalter Krieg

DDR-Geschichte

Postkoloniale Geschichte

Internationale Geschichte

Forschungsprojekt

Die Vertragsarbeiterpolitik der DDR. Interessen – Konzeptionen – Entwicklung

In den 1960er Jahren begann die SED-Regierung mit der Anwerbung ausländischer Arbeiter/innen aus sozialistischen „Bruderstaaten“. Während die anfänglich vor allem mit osteuropäischen Staaten geschlossenen Verträge nach und nach zum Erliegen kamen, stiegen gegen Ende der 1970er Jahre die Einreisezahlen von Arbeitskräften aus Ländern der „Dritten Welt“. Das Forschungsvorhaben behandelt die Vertragsarbeiterpolitik als politisches Projekt der SED-Regierung von den späten 1970er Jahren bis zum Ende der DDR. Die Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte, so die Ausgangsthese, war mehr als eine rein wirtschaftsstrategische Maßnahme und diente der SED-Regierung zur inneren und äußeren Profilierung.

Die Arbeit wird zum einen in der internationalen Geschichte verortet und die Vertragsarbeiterpolitik im Kontext der Konkurrenz zur Bundesrepublik sowie in Relation zum wachsenden Nord-Süd-Antagonismus analysiert. Damit wird ein Beitrag zur Geschichte der Entwicklungspolitik der DDR, die zeitgenössisch als Politik der „internationalen Solidarität“ deklariert wurde, geleistet. Der Fokus liegt dabei auch auf den Interessen der Entsendeländer, die bei der vertraglichen Gestaltung aktiv mitwirkten. Diese perspektivische Erweiterung soll den Blick auf die Eigenheiten internationaler Beziehungen zwischen sozialistischen Staaten schärfen. Darüber hinaus gilt das Interesse auch der Geschichte des Verhältnisses von Staat und Gesellschaft in der DDR, wobei zugleich transnationale Bezüge einbezogen werden. Es wird gefragt, mit welchen Zielen der Vertragsarbeitereinsatz lanciert, mit welchen Mitteln er umgesetzt und mit welchem Aufwand er durchgeführt wurde. Diesbezüglich rücken auch alltagsgeschichtliche Aspekte in den Vordergrund. Eine Untersuchung der Interaktionen von staatlichen Akteuren und Vertragsarbeitern soll das Wechselspiel der Kontroll- und Regulierungspraxis sowie deren problembehaftete Umsetzung offenbaren. Durch die Berücksichtigung innen- und außenpolitischer Komponenten wird damit erstmals eine Gesamtdarstellung vorgelegt, die den Vertragsarbeitereinsatz als Projekt analysiert, das alle staatlichen Ebenen herausforderte.

Konferenzleitung

Zus. mit Aychegrew Hadera Hailu, Christian Methfessel und Iris Schröder: internationale Tagung „Africa and the Global Cold War“, Universität Erfurt, 5./6. Juli 2018. Gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung. Tagungsbericht: Africa and the Global Cold War, 05.07.2018 – 06.07.2018 Erfurt, in: H-Soz-Kult, 22.01.2019, Tagungsbericht.

Lehre

SoSe 2020
Dimensionen der Globalgeschichte

WiSe 2019/20
Kuba, Afrika und der globale Kalte Krieg

SoSe 2019
„Feste Freundschaft und Solidarität im gemeinsamen Kampf“ – Die DDR und Afrika

WiSe 2018/19
Was ist Globalgeschichte?

SoSe 2015
Lachen über den Krieg – Kriegskomödien im Film (zus. mit Prof. Dr. Christiane Kuller und Philipp Metzler, Studium Fundamentale)

Publikationen

Rantzsch, Franziska, „…dass man mit uns ein neues Deutschland aufbauen konnte“. Biografische Notizen zu Karl Metzner, in: Kuller, Christiane/ Schüle, Annegret/ Voit, Jochen (Hg.), Nieder mit Hitler! Der Widerstand der Erfurter Handelsschüler um Jochen Bock, Erfurt 2016, S. 85-98.

Rantzsch, Franziska/ Metzler, Philipp, Tagungsbericht: Die DDR als sozialistisches Nachkriegsland. Neue Perspektiven auf die frühe DDR-Geschichte, 28.04.2016–29.04.2016 Erfurt, in: H-Soz-Kult, 20.10.2016, URL: https://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6732.