Wissenschaftliche Mitarbeiterin des VolkswagenStiftung-Freigeist Projekts "The Other Global Germany: Transnational Criminality and Deviant Globalization in the 20th Century" (Historisches Seminar)

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Nordhäuser Straße 63
99089 Erfurt

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Universität Erfurt
Philosophische Fakultät
Globalgeschichte des 19. Jahrhunderts
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99105 Erfurt

Sarah Frenking

Curriculum Vitae

seit 2021
Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Erfurt – VolkswagenStiftung Freigeist Projekt: „The Other Global Germany: Transnational Criminality and Deviant Globalization in the 20th Century“ – Projektbereich „Transnationale Unterwelt. Akteur*innen, Räume und Orte des Frauenhandels. Deutschland-Frankreich-Nordafrika 1890-1940“

2014–2020
Promotion an der Universität Göttingen „Berichte von der Grenze. Deutsch-französisches border making 1887-1914“, betreut von Prof. Dr. Rebekka Habermas

2018–2019
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neuere Geschichte der Universität Göttingen (Prof. Dr. Rebekka Habermas)

2015–2018
Promotionsstipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung

2015
Wissenschaftliche Hilfskraft bei PD Dr. Philipp Müller im DFG-Projekt „Archivgeschichte des 19. Jahrhunderts“ (Universität Göttingen)

2011–2013
Master der Mittleren und Neueren Geschichte an der Universität Göttingen und der Sorbonne Paris I

2006–2011
Bachelor der Deutschen Philologie und Mittleren und Neueren Geschichte an der Universität Göttingen

Forschungsschwerpunkte

Polizei- und Kriminalitätsgeschichte

Geschichte des nation building

Geschlechtergeschichte

border studies

deutsch-französische Geschichte

jüdische Geschichte

Forschungsprojekt

Transnationale Unterwelt. Akteur*innen, Räume und Orte des „Mädchenhandels“. Deutschland-Frankreich-Nordafrika 1890-1940

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts interessierte sich eine transnationale Öffentlichkeit für den „Mädchenhandel“, den „traite des blanches“ oder die „white slavery“. In diesen gesellschaftlichen Verständigungsprozessen über mobility, sex and crime verschränkten sich Ängste vor (weiblicher) Sexualität, Mobilität und Globalität. Dabei gab es auch ein Interesse deutscher Akteur*innen für französische Städte, Mittelmeerhäfen und Nordafrika, die sowohl Frankreich eine zentrale Rolle im „Mädchenhandel“ zuschrieben als auch gängige Motive des Orientalismus bedienten. Deutsche Filmemacher interessierten sich für den „Mädchenhandel“ in Marseille, in populären Romanen waren Menschenhändler Franzosen oder deutsche Frauen fanden sich in Pariser Bordellen wieder. Reiseberichte deutscher Abolitionistinnen schilderten die Verhältnisse in Kairo, ehemalige Fremdenlegionäre in marokkanischen Bordellen. Neben den Diskursen und darin verhandelten Raumvorstellungen geht es in dem Projekt vor allem um die (kriminellen) Netzwerke und Praktiken der involvierten Akteur*innen, ihre Erfahrungen, Bewegungsweisen, Raumbezüge sowie die polizeiliche Raumkontrolle. So lässt sich eine Kriminalitätsgeschichte als connected history schreiben, die vergeschlechtlichte Globalisierungs- und Mobilitätserfahrungen sowohl in einem transnational europäischen als auch außereuropäischen Kontext untersucht.

Lehre

Wintersemester 2018/19
Bachelor-Seminar an der Universität Göttingen „Deutsch-französische Geschichte 1870-1914. Vergleich, Transfer, Verflechtung“

Wintersemester 2015/16
Interdisziplinäres Bachelor-Seminar an der Universität Göttingen „Dynamiken von Antisemitismus und Geschlecht, 19. bis 21. Jahrhundert“, mit Dr. Dana Ionescu (Geschichte, Sozialwissenschaften, Geschlechterforschung)

Publikationen

Sarah Ehlers, Sarah Frenking, Sarah Kleinmann, Nina Régis, Verena Triesethau (Hrsg.): Körper und Grenze. Zur Erfahrung von Raum und Gewalt/ Frontières et corps. Faire l'expérience de l'espace et de la violence. Göttingen (im Erscheinen).

Darin: Grenzüberschreitungen. Räumliches Polizieren, körperliche Erfahrungen und die Bedeutung des Nationalen an der deutsch-französischen Grenze um 1900.

Making the French-German Border. Practices, Conceptions, and Perceptions of Spatial Policing, 1887-1914, in: Levke Harders, Falko Schnicke (Hrsg.): Practising Borders. Belonging to Empires, Nations, and Regions in the Nineteenth and Twentieth Centuries. Studies of the German Historical Institute London, Oxford (im Erscheinen).

Grenzkontrolle am Nationalfeiertag. Deutsch-französisches border making um 1900, in: Themenportal Europäische Geschichte (2020), URL: <http://www.europa.clio-online.de/essay/id/fdae-29144>.

Fast täglich ergehen von Seiten des Publikums Anfragen an mich, wo die Grenze sei.“ Die Konstruktion der deutsch-französischen Grenze vor Ort um 1900, in: Trajectoires, hors série 3 (2017), URL: <https://journals.openedition.org/trajectoires/2350>.

Loyalty and Belonging to France and the German Empire. The Negotiation of Jewish-Alsatian Applicants' Nationality in French Naturalization-files, 1870-1900, in: Oriol Luján, Laura Canalias (Hrsg.): Los Embates de la Modernidad. Debates en torno la Ciudadaná, el Liberalismo, el Republicanismo, la Democracia y los Movimientos Sociales. Barcelona 2017, S. 77-93.

Ausgewählte Vorträge

„Alltägliche Aushandlungen im borderland. Kontrolle, Konflikte, Kontakte an der deutsch-französischen Grenze 1887-1914“, beim deutsch-französischen Studientag Alltag im deutsch-französischen Grenzraum in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Transnationale Perspektiven (Straßburg), 2019

Einführung in den Workshop Körper_Grenze/ Corps_frontière. Über den Zusammenhang von Körperlichkeit, Raum und Gewalt/ Les relations entre corporéité, espace et violence, organisiert in Kooperation mit der Hans-Böckler-Stiftung und dem Centre interdisciplinaire d'études et de recherches sur l'Allemagne (CIERA) (Straßburg), 2018

 Bilder, Karten und Berichte. Grenzüberschreitungen durch Soldaten an der deutsch-französischen Grenze um 1900, im Master­-, Doktoranden­- und Postdoktorandenseminar „Mappings: Raum­ und neue Kartographiegeschichte“ von Prof. Dr. Iris Schröder (Erfurt/ Gotha), 2018

„... als ob er irgend eines Verbrechens verdächtig wäre“ Berichte und Beschwerden zur Passkontrolle an der deutsch­französischen Grenze 1888-­1891, im Forschungskolloquium von Prof. Dr. Rebekka Habermas (Göttingen), 2018

„Practices and Perception of Spatial Ordering. French-German Border Making around 1900, bei der Konferenz Contested Borders? Practicing Empire, Nation and Region in the 19th and 20th Centuries“, am Deutschen Historischen Institut London, 2018