Lehrveranstaltungen Wintersemester 2021/22

Lehre in Zeiten von Corona/ COVID-19

Hinweise zur Gestaltung der Lehre im Wintersemester 2021/22:

Hinweise

B.A. Veranstaltungen

Visual Cultures in the United States: Historical Perspectives

Vorlesung (Unterrichtssprache: Englisch)

Dozent/in: Barbara Lüthi

Modul(e): W04#01; WG04#01; FWGe#09

Leistungspunkte: 3

Termin: Donnerstag, 18-20 Uhr

Beschreibung: Bilder begegnen uns täglich in vielfältigen Formen, von Film und Fernsehen bis hin zu Zeitschriften, Zeitungen und dem Internet. Auch an anderen Orten durchdringen Bilder unsere Welt: Bilder von Familienmitgliedern in unseren Wohnzimmern, Plakate auf der Straße, Graffiti an U-Bahn-Stationen, Werbung, Postkarten oder Fotos auf unseren Handys. In dieser visuellen Kultur spielen Bilder eine zentrale Rolle bei der Repräsentation, Bedeutungszuweisungen und Kommunikationsprozessen. Diese Vorlesung untersucht die Geschichte und die anhaltende Bedeutung der visuellen Kultur in den Vereinigten Staaten. Wir werden verschiedene Formen visueller Medien untersuchen, die die Vielfalt der amerikanischen Erfahrung widerspiegeln. Von Kunst und Werbung bis hin zu Film und Fotografie wird diese Vorlesung eine breite Palette visueller Kulturen beleuchten, die die Vergangenheit dokumentiert und bis in die Gegenwart relevant ist. Darüber hinaus bietet die Vorlesung einen Überblick über eine Reihe von Theorien und geht unter anderem auf folgende Fragen ein: Welche Rolle spielen Bilder beim Verstehen, Wissen und Kommunizieren? Wie hängen Macht und Sehen? Wie sehen wir? Was ist unsere Rolle als Zuschauer*in? Wie werden race, gender und class in Bildern repräsentiert? Welche Rolle spielen Bilder in der Konsumkultur? Wie hängen Visualität, Gewalt und Erinnerung zusammen? Literatur: Nicholas Mirzoeff, What is Visual Culture? in: An Introduction to Visual Culture, London/New York: Routledge 1999: 1 – 34

US-Migrationsgeschichte im globalen Kontext (19. und 20. Jh.)

Seminar

Dozent/in: Barbara Lüthi

Modul(e): W04#02; WG03#02; WG04#02; FWGe#10

Leistungspunkte: 3

Termin: Donnerstag, 14-16 Uhr

Beschreibung: Massenmigrationen haben unsere Welt auf vielfältige Weise geprägt. Um die Ursprünge, Entwicklungen und Auswirkungen der globalen Migration mit besonderem Fokus auf die Vereinigten Staaten zu verstehen, konzentriert sich das Seminar auf folgende Fragen: Wie haben die globalen Migrationen von Menschen die moderne Welt geprägt und verändert? Welche Faktoren fördern internationale Migrationen? Wie haben Imperien und Nationalstaaten den internationalen Personenverkehr gefördert ebenso wie eingeschränkt? Welche Rolle spielen Migrationsinfrastrukturen? Wie hängen globale Migrationen mit der umstrittenen gegenwärtigen Einwanderungspolitik zusammen? In diesem Seminar werden wir ausführlich über Geschichte der globalen Migrationen mit besonderem Fokus auf die USA und die atlantischen und pazifischen Regionen lesen, um zu verstehen, welche Auswirkungen staatliche Souveränität, internationaler Kapitalismus und Krieg auf die individuellen Erfahrungen von Migrant*innen gehabt haben. Wir werden auf die Rolle von Recht und Politik bei der Gestaltung von Migrationsmustern und -erfahrungen fokussieren. Darüber hinaus werden wir die Handlungsmöglichkeiten und Motive von Migrant*innen historisieren und fragen, wie Migrant*innen und Migrantenverbände auf die sich ständig ändernden Herausforderungen von Migrationsregime reagiert haben. Die Sitzungen behandeln Themen wie den Sklavenhandel, die zunehmenden Einwanderungsrestriktionen, die Entwicklung und Umgestaltung von Staatsgrenzen, Flüchtlingsbewegungen und -politik, Illegalisierung und Abschiebungen. Neben der Erarbeitung vielfältiger Theorien der Migrationsforschung werden wir gemeinsam verschiedene Quellen (z.B. Filme, Autobiografien, Fotografien) analysieren.

Concerning Conservatism: Politics, Culture, and History of the Right in the Post-War United States

Seminar (Unterrichtssprache: Englisch)

Dozent/in: Pia Beumer Alexander Obermüller

Modul(e): E09#01; EXX#01; W07#01; W09#01; WXX#01; EG09#01

Leistungspunkte: 9

Termin: Donnerstag, 10-12 Uhr

Beschreibung: Schon bevor Donald Trump die politische Bühne betrat war die Republikanische Partei weit rechts abgebogen. Evangelikale Teaparty Anhänger_innen, neoliberale Think Tank und fundamentalistische Milizen ringen um die Grand Old Party. Die eklektische konservative Bewegung konnte sich erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts etablieren; heute gelten große Teile des American Heartland als Hochburgen der Konservativen. Dieses Seminar befasst sich mit dem konservativen Wandel in der amerikanischen Geschichte, Kultur und Politik seit 1945. In den ersten Sitzungen werden wir uns einen Überblick über die konservative Bewegung und entscheidende politische Akteur_innen von Ronald Reagan bis Phyllis Schlaflyverschaffen. Danach befassen wir uns mit konservativen Schlüsselthemen und Werten wie Familie, Religion, Rassismus, Waffenkultur, Strafjustiz, Männlichkeit, sowie dem vorherrschenden Konflikt zwischen urbanen und ländlichen Regionen. In jeder Einheit wenden wir uns unterschiedliche Quellen wie Zeitungen, Gerichtsakten, politische Reden sowie Fernseh- und Radiospots zu, um zu verstehen, was Konservatismus bedeutet und wie Konservative politisch agieren. Das Seminar wird von Pia Beumer und Alexander Obermuellergeleitet. Von den Studierenden wird die aktive Teilnahme am Unterricht, eine Buchpräsentation sowie das Schreiben einer Hausarbeit zu einem Thema ihrer Wahl erwartet. Ein Syllabus mit Primär- und Sekundärquellen wird zur Verfügung gestellt.

Visual History and Politics

Seminar (Unterrichtssprache z.T. Englisch)

Dozent/in: Barbara Lüthi (with Bryant Simon at Temple University)

Modul(e): E09#01; EXX#01; W07#01; W08#01; W09#01; WXX#01; EG09#01; WG08#01

Leistungspunkte: 9

Termin: Freitag, 8-10 Uhr (im November 3-4 mal Di und Do, 21-22.15 per Videoschaltung mit Studierenden der Temple U in Philadelphia)

Beschreibung: Die Durchdringung der Politik durch visuelle Technologien, Medien und Bilder hat in der Gegenwart beispiellose Ausmaße erreicht. Historiker*innen und Sozialwissenschaftler*innen haben jedoch lange die visuellen Strategien und Medien ignoriert, durch das das Volk und seine Souveränität imaginiert werden, wie Gruppen Rechte geltend machen oder races und Geschlechter konstruiert oder Bürger*innen die Probleme definieren und debattieren, mit denen sie konfrontiert werden. In diesem Seminar werden wir uns einerseits mit der Repräsentation von Politik,Politiker*innen und politischer Macht im amerikanischen Film, in der Fotografie und in sozialen Medien befassen. Andererseits werden wir analysieren, wie soziale Bewegungen Bilder für ihre eigenen Ziele verwendet haben. Der Kurs wird eine breite Palette von Materialien integrieren – von Hollywood-Filmen bis hin zu YouTube-Videos – um zu sehen, wie Mythen und Kampagnen, Gesetzgebung und Präsidentschaft darin dargestellt werden. Wir werden die Botschaften dieser Bilder untersuchen, aber auch danach fragen, wie diese Bilder unsere Vorstellungen über das politische System und die Politiker*innen prägen. Einzelne Sitzungen im November werden gemeinsam mit Bryant Simon und den Studierenden von Temple University, Pennsylvania stattfinden.

Geschichte deuten im Zeitalter der Extreme

Seminar

Dozent/in: Anna Corstens

Modul(e): E10#01; W11#01; EG10#01; WG10#01

Leistungspunkte: 6

Termin: Montag, 12-14 Uhr

Beschreibung: Das lange 20. Jahrhundert prägte den wissenschaftlichen Umgang mit der Vergangenheit. Wissenschaftliche Verbände, Zeitschriften und Institutionen bildeten sich im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Aber auch verschiedene Perspektiven auf die Geschichte kommen im 20. Jahrhundert auf und konkurrieren miteinander. Dieses Seminar beschäftigt sich sowohl mit der Entwicklung als auch mit Konzepten der Geschichtswissenschaft und nimmt dabei politik-, sozial- und wirtschaftsgeschichtliche, kultur- und geschlechtergeschichtliche Ansätze zur Erforschung der Vergangenheit in den Blick.


Literatur: Lutz Raphael, Geschichtswissenschaft im Zeitalter der Extreme. Theorien, Methoden, Tendenzen von 1900 bis zu Gegenwart, München 2010.

M.A. Veranstaltungen

The Politics of Mobility: Mobile Subjects and Stasis in the United States

Seminar

Dozent(in): Helen Gibson Barbara Lüthi

Modul(e): M12#01; M14#01; M16#01

Leistungspunkte: 6/9

Termin: Donnerstag, 12-14 Uhr

Beschreibung: Teil des intellektuellen Diskurses nach dem „Mobility Turn“ und dem „New Mobility Paradigm“ in den Geistes- und Sozialwissenschaften war eine Kritik an den Annahmen von Sesshaftigkeit und ein erneutes Interesse am Leben unzähliger mobiler Subjekte. Wissenschaftler*innen haben begonnen, den Zusammenhang zwischen Mobilität und Immobilität sowie spezifische Formen, Repräsentationen und affektive Dimensionen menschlicher Mobilität zu untersuchen. Zuletzt konzentrierte sich diese Forschung auf indigene Mobilitätstraditionen (Whyte, Talley & Gibson 2019) und die inhärenten Erfahrungen des „traveling Black“ (Bay 2021) . Dieser Kurs gibt einen Überblick über verschiedene historische Formen der Mobilität mit einem Schwerpunkt auf Mobilität und Rassifizierung in den Vereinigten Staaten des 20. Jahrhunderts. Wir betrachten Regulierungsmacht und Technologien, die vom Siedlerstaat und nichtstaatlichen Akteur*innen eingesetzt werden, um menschliche Bewegung und Migration zu kontrollieren, zuzulassen oder einzuschränken, sowie verschiedene Strategien der persönlichen und kollektiven Mobilität angesichts von erzwungenem Stillstand. Wir werden Mobilität im Kontext der Nachgeschichte von Versklavung, indigenen Mobilitätstraditionen, Menschenhandel, Grenzen, Abschiebung und „Automotivity“ (Gilroy 2010) analysieren.


Literatur:

Peter Adey, Mobility, 2nd ed., New York: Routledge 2017 Mia Bay, Traveling Black: A Story of Race and Resistance, Cambridge: Harvard University Press, 2021 Paul Gilroy, Darker Than Blue: On the Moral Economies of Black Atlantic Culture, Cambridge: Harvard University Press, 2010: 1-54 Kyle Whyte, Jared L. Talley & Julia D. Gibson, “Indigenous mobility traditions, colonialism, and the anthropocene,” Mobilities 14 (2019) 3: 319-335

Eigentum und Besitz in der Geschichte Nordamerikas

Seminar

Dozent/in: Felix Krämer

Modul(e): M12#01; M13#01; M14#01; M16#01

Leistungspunkte: 6/9

Termin: Mittwoch, 12-14 Uhr

Beschreibung: Kapitalismus und kapitalistische Auseinandersetzungen sind in der Geschichte Nordamerikas in spezifischen Ausprägungen zu beobachten. Eigentum und Besitzverhältnisse, deren Legitimierung sowie Widerstand gegen Besitz- und Ausbeutungsverhältnisse sind die Perspektiven, unter denen wir uns dieser Ökonomiegeschichte im Seminar nähern werden. Von der Enteignung der Native Americans, Schuldknechtschaft, Sklaverei und körperlicher Ausbeutung oder Immobilienmärkten über Genossenschaften, solidarische Besitzverhältnissen oder Commons bis hin zur jüngsten Finanz- wie schließlich zur Covid-19 Krise werden wir uns unterschiedliche Themenfelder zuwenden. Wir werden dafür im Seminar Sekundärliteratur und Quellen diskutieren. Theoretische wie methodische Ansätze flankieren die Suche nach Eigentum als ökonomische Dimension und Materialität in der Geschichte der USA.

The “Black Atlantic” as a History of Exchanging Culture, Knowledge, and Ideas for the Fight against Slavery and Racism

Seminar

Dozent/in: Anja Werner

Modul(e): M12#01; M14#01; M16#01

Leistungspunkte: 6/9

Termin: Freitag, 10-12 Uhr

Beschreibung: Wer schreibt Geschichtsbücher? Jene, die Macht haben? In der US-Geschichte waren das weitgehend „weiße“ Menschen, wodurch Unterdrückung und Leid in der Geschichte „schwarzer“ Menschen besonders hervorgehoben wurden. Warum nicht die Perspektive wechseln und dieselbe Geschichte als eine Geschichte der Leistungen „schwarzen“ Menschen schreiben? Zum Beispiel kann Sklaverei auch als eine Geschichte des Beharrens unter schwierigsten Umständen verstanden werden! Am Beispiel der „Atlantic World“ werden wir in diesem Kurs die Beziehungen zwischen Nordamerika, Europa und Afrika aus der Sicht afrikastämmiger Menschen rekonstruieren. Dabei greifen wir theoretische Konzepte von Agency und Third Space auf und lesen einflussreiche Denker wie Paul Gilroy neu, die diesen Perspektivwechsel in den letzten Jahrzehnten maßgeblich geprägt haben. Wir werden auch Biografien von Personen afrikanischer Abstammung in der US-Geschichte nachzeichnen und ihre verschiedenen kulturellen, wissenschaftlichen und politischen Beiträge zur Gestaltung der „Atlantic World“ in Vergangenheit und Gegenwart entdecken. Die Klasse wird hybrid unterrichtet, einschließlich Online-Sitzungen, in denen wir Internet-Tools für Forschung und akademischen Austausch erkunden. Eine aktive Teilnahme an den einzelnen Seminarsitzungen und Online-Aufgaben wird erwartet.

Kolloquium zur nordamerikanischen Geschichte

Kolloquium

Dozent(in): Barbara Lüthi

Modul(e): M12#02; M13#02; M14#02; M15#02; M16#02; ZV 101-PhiF Pr#02

Leistungspunkte: 6/9

Termin: Mittwoch, 18-20 Uhr, 14-tägig (Beginn: 02.11) und Blockveranstaltung 28. Januar 2022

Beschreibung: Das Kolloquium dient der Diskussion von MA-Arbeiten und anderen Projekten. MA-Studierende sind ganz besonders eingeladen, dabei zu sein und mitzudiskutieren und zum Besuch des Kolloquiums des Historischen Seminars an jedem zweiten Mittwoch im Semester jeweils von 18-20 Uhr ebenso.

PhD Program

Kolloquium zur nordamerikanischen Geschichte

Kolloquium

Dozent(in): Barbara Lüthi

Modul(e): M12#02; M13#02; M14#02; M15#02; M16#02; ZV 101-PhiF Pr#02

Leistungspunkte: 6/9

Termin: Mittwoch, 18-20 Uhr, 14-tägig (Beginn: 02.11) und Blockveranstaltung 28. Januar 2022

Beschreibung: Das Kolloquium dient der Diskussion von MA-Arbeiten und anderen Projekten. MA-Studierende sind ganz besonders eingeladen, dabei zu sein und mitzudiskutieren und zum Besuch des Kolloquiums des Historischen Seminars an jedem zweiten Mittwoch im Semester jeweils von 18-20 Uhr ebenso.