Universität Erfurt

Klang - Sprache - Schrift

 

In verschiedenen pädagogischen Handlungsfeldern gibt es Bemühungen zur Nutzbarmachung kognitionswissenschaftlicher Erkenntnisse aus dem Themenbereich Sprache. So haben beispielsweise grundlagenwissenschaftliche Erkenntnisse bezüglich der kognitiven Grundlagen des Sprach- und Schriftspracherwerbs Eingang in Diagnostik und Förderung gefunden, und Erkenntnisse zur Verarbeitung von gesprochener und geschriebener Sprache werden für die Gestaltung von Lehr- und Lernmaterialien genutzt. Allerdings ist noch keinesfalls abschließend geklärt, welche sprachlichen und nicht-sprachlichen kognitiven Prozesse den (Schrift-)Spracherwerb beeinflussen, inwieweit die Sprachentwicklung ihrerseits auf andere kognitive Leistungen einwirkt und welchen kognitiven Prozessen die (Schrift-)Sprachverarbeitung unterliegt. Hinzu kommt, dass theoretische Modelle und empirische Befunde, die in einer bestimmten Sprache (meist dem Englischen) gewonnen wurden, nicht ohne Weiteres auf andere Sprachen (z.B. das Deutsche) übertragbar sind. Um also künftig in diesem Themengebiet den Transfer grundlagenwissenschaftlicher Erkenntnisse in die pädagogische Anwendung auf festeren Boden zu stellen, ist weitere Grundlagenforschung erforderlich. Diese sollte unbedingt in der jeweiligen Zielsprache erfolgen, weil zunächst zu prüfen ist, inwieweit theoretische Annahmen und empirische Befunde aus anderen Sprachen auch in der betreffenden Zielsprache Gültigkeit haben.

Hier setzt unser interdisziplinäres Verbundprojekt „Klang – Sprache – Schrift: Kognitive Grundlagen und pädagogische Anwendungen“ an, welches bis 2018 vom Freistaat Thüringen im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung der Forschung“ gefördert wird. In diesem Projekt werden – bezogen auf die (Schrift-)Sprache Deutsch - zunächst grundlagenwissenschaftliche Fragen bezüglich der kognitiven Grundlagen von Sprach- und Schriftspracherwerb sowie bezüglich der kognitiven Prozesse, die an der Sprach-und Schriftsprachverarbeitung beteiligt sind, bearbeitet. Im Anschluss sollen die gewonnenen Erkenntnisse in pädagogische Anwendungen im Bereich der Diagnostik und Förderung des Sprach- und Schriftspracherwerbs sowie für die Erstellung von Instruktionsdesigns nutzbar gemacht werden. Dies geschieht unter Berücksichtigung von Perspektiven der Kognitionspsychologie, der Entwicklungspsychologie, der Sonderpädagogik, der Musikpädagogik und der Deutschdidaktik.

Im Projekt „Klang – Sprache – Schrift“ werden aktuell im Rahmen der Förderung durch den Freistaat Thüringen acht Teilprojekte bearbeitet.

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