Universität Erfurt

Klang - Sprache - Schrift

Musikverarbeitung und Schriftspracherwerb

Projektleiter: Claudia Steinbrink, Jens Knigge, Gerd Mannhaupt & Stephan Sallat

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Anne Werkle

 

Die phonologische Bewusstheit gilt als wichtige kognitive Grundlage sowie als Prädiktor des Schriftspracherwerbs. Aber auch rezeptive und produktive Musikverarbeitungsfähigkeiten (z.B. musikbezogene Hörwahrnehmung und die Reproduktion von rhythmischen Mustern) könnten für den Schriftspracherwerb relevant sein, weil Sprach- und Musikverarbeitung gewisse Parallelen aufweisen. In der Tat wurden in verschiedenen internationalen Studien Zusammenhänge zwischen Musikverarbeitung (z. B. Rhythmuswahrnehmung und Melodiewahrnehmung) und phonologischer Bewusstheit bzw. schriftsprachlichen Leistungen gefunden.

In diesem Projekt soll deshalb der Frage nachgegangen werden, inwieweit die genannten Leistungen im Deutschen miteinander im Zusammenhang stehen und ob die Messung von Musikverarbeitungsleistungen eine über den Beitrag der phonologischen Bewusstheit hinausgehende Vorhersage schriftsprachlicher Leistungen ermöglicht. Im Rahmen des Projekts werden zunächst Musikverarbeitungsaufgaben selektiert und für die Verwendung mit Tablet-Computern adaptiert. Dieser Aufgabenpool wird dann bei Kindern im Vorschul- und frühen Schulalter eingesetzt, um Zusammenhänge zwischen Musikverarbeitung, phonologischer Bewusstheit und schriftsprachlichen Leistungen zu untersuchen. Bezogen auf das mittelfristige Ziel der Übertragung der gewonnenen grundlagenwissenschaftlichen Erkenntnisse in die pädagogische Anwendung geben die Ergebnisse des Projekts Aufschluss darüber, ob Musikverarbeitungsaufgaben prinzipiell geeignet sein könnten, einen Beitrag zur Einschätzung eines Risikos für Lese-Rechtschreibschwierigkeiten zu leisten.

Navigation

Werkzeugkiste

Nutzermenü und Sprachwahl