Universität Erfurt

Klang - Sprache - Schrift

Identifikation von Einflussfaktoren auf die Wirksamkeit einer Leseförderung bei Drittklässler_innen mit Leseschwierigkeiten

Projektleiter: Gerd Mannhaupt, Claudia Steinbrink

 

Defizite in der phonologischen Informationsverarbeitung werden gemeinhin als die zugrundeliegende Ursache der Lese-Rechtschreibstörung betrachtet. Von den Komponenten der phonologischen Informationsverarbeitung ist insbesondere die sogenannte phonologische Bewusstheit einer Förderung zugänglich. Für Kinder, die bereits Lese-Rechtschreibschwierigkeiten ausgebildet haben, ist aber ein reines phonologisches Training keine optimale Trainingsstrategie: In Überblicksarbeiten zur Wirksamkeit deutschsprachiger Förderprogramme bei Lese-Rechtschreibstörung zeigt sich, dass Trainingsprogramme, die direkt am Lesen und Schreiben ansetzen und dabei gegebenenfalls phonologische Trainingskomponenten einbeziehen, am wirksamsten sind. Sie sollten idealerweise auf den Entwicklungsstand des Kindes abgestimmt werden. So muss zunächst das Lesen und Schreiben anhand einer alphabetischen Strategie beherrscht werden, bevor Aufgaben auf orthographischem Niveau zum Einsatz kommen können.

Bei der Evaluation der Wirksamkeit von Förderprogrammen wird aber in der Regel dem individuellen Entwicklungsstand im Lesen, Schreiben und in der phonologischen Bewusstheit wenig Bedeutung beigemessen. Auch das genaue Profil der Lese- bzw. Rechtschreibschwierigkeiten spielt eine untergeordnete Rolle. Stattdessen werden eher allgemeine Kriterien (z. B. Alter, Intelligenz, allgemeine Leseleistung, allgemeine Rechtschreibleistung) angelegt. Wenn allerdings die Passung zwischen Trainingsansatz und individuellem Kompetenzprofil nicht ausreichend ist, könnte auch die Wirksamkeit des Trainings schwächer ausfallen.

Die Untersuchung des Einflusses dieser spezifischen Wirkkomponente stellt den Kern unseres Forschungsprojekts dar. Es soll geprüft werden, welche Faktoren sich auf die Wirksamkeit einer Leseförderung bei leseschwachen Grundschülern auswirken. Dazu wird eruiert, welche Faktoren für eine differenziertere Zuweisung zu einem Lesetraining in Betracht gezogen werden sollten, indem leseschwache Kinder mit einem von drei Lesetrainings, die sich hinsichtlich ihrer inhaltlichen Schwerpunktsetzung (d. h. hinsichtlich der Rolle eines Trainings phonologischer Leistungen, des alphabetischen vs. orthographischen Lesens sowie der Leseautomatisierung) unterscheiden, trainiert werden. Begleitend wird das Profil der individuellen Stärken und Schwächen der Kinder im Bereich der phonologischen Informationsverarbeitung und des Lesens ermittelt. So bietet sich die Möglichkeit, Faktoren für eine erfolgreiche Förderung von leseschwachen Kindern zu identifizieren.

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